Der Wunsch nach einem weiteren Kind, wenn der Partner nicht will – für den Traum einstehen oder ihn begraben?


Kinder, so sagt man, seien ein Geschenk. Und wenn man das Glück hat, mit einer Familie gesegnet zu sein, so ergibt sich manchmal der Wunsch, sie zu vergrößern. Allerdings durchkreuzt die Realität gelegentlich die eigenen Träume, vor allem, wenn der Wunsch nach einem weiteren Kind vom Partner NICHT mitgetragen wird.

Vor einiger Zeit teilte eine Leserein ihre traurige und emotionale Geschichte mit uns:
„Mein Partner und ich haben ein Kind und ich wünsche mir sehnlichst ein zweites. Ich möchte, dass unser Kind kein Einzelkind bleibt. Ich will nicht groß erklären, warum mein Partner trotz eines eigenen Wunsches und finanzieller Mittel nein sagt.“

Und nun ihre Frage:
„Ich möchte fragen, ob jemand Tipps hat (Bücher, Gruppen, Foren, etc.), die mir helfen könnten, mich von dem Wunsch zu verabschieden, ohne dass er für immer zwischen mir und meinem Partner steht und so unsere Familie zerstört. Und meine biologische Uhr lässt keine alternativen Pläne zu.“

Hier kommen einige hilfreiche Ratschläge aus der Community:

Zunächst verstehen, warum man eigentlich so empfindet.

Sandra Meisinger rät: „Wenn die Entscheidung dagegen fällt, musst dir erst mal klar werden, was stärker ist: die Liebe zu ihm oder der Kinderwunsch. Wenn du dich für die Liebe entscheidest, dann stell dir die Frage, warum du noch ein weiteres möchtest. Ist es einfach nur, weil dein Kind nicht alleine aufwachsen soll oder weil du dich nicht ausgelastet fühlst? Versuch das erst zu ergründen und suche erst dann nach Möglichkeiten, wie du dieser ‚Leere‘ entgegen wirken kannst.“

Niemand kann in die Zukunft blicken – niemand weiß, was sich entwickelt.

Vielleicht ist die Hoffnung noch nicht aufgegeben. So merkt Birgot Ho einen wichtigen Punkt an. „Kommunikation hilft. Dein Partner wird dich vielleicht verstehen und dann könnt ihr euch gemeinsam unterstützen.“

„Ich würde dir raten, dich mit deinem Partner hinzusetzen und ihm deine Gefühle deutlich zu machen, insbesondere die Angst, dass es zwischen euch stehen wird.“ meint Angelique Korn.

Stephanie Zylakowski war in einer ähnlichen Situation und macht damit klar, dass Meinungen sich auch ändern können: „Mein Mann wollte nie Kinder, aber ich wollte zwei. Dann kam unsere Große zur Welt. Ich wollte immer ein zweites haben. Trotzdem habe ich akzeptiert, dass er kein weiteres wollte. Aber nach knapp zehn Jahren hat er es sich doch anders überlegt. Und so haben wir vor sieben Wochen unsere zweite Prinzessin bekommen.“ Ihr Rat also: „Gib ihm Zeit, vielleicht ändert er seine Meinung noch und wenn nicht, dann setze ihn nicht unter Druck.“

Aber was sind die Alternativen, wenn sich die Meinung des Mannes nicht mehr ändern wird? Wie kann man mit dem Wunsch nach einem weiteren Kind umgehen?

1. Tagesmutter
„Um auch deinem Wunsch nahe zu kommen, würde ich dir als Mutter und Tagesmutter gerne mitgeben, dass man auch mit der Betreuung von Tageskindern glücklich werden kann und so die leiblichen Kinder nicht ‚alleine‘ aufwachsen müssen und alle gemeinsamen miteinander auch viel lernen“, so der erfahrungsbasierte Rat von Carmen Gohl.

2. Ein Pflegekind
„Ich bin ein glückliches Einzelkind und meine Mama hat oft Pflegekinder bei uns aufgenommen, sodass ich doch nicht ganz ‚allein‘ aufwuchs. Du kannst damit sogar ein weiteres Kind glücklich machen“, so Sabrina Kneißle.

3. Eine Freizeitbeschäftigung mit Kindern
Keine Kinder zu haben, bedeutet nicht gleich, keinen anderen Kindern mehr helfen zu können. „Vielleicht könntest du dir eine Gruppe suchen, wo du dich für Kinder einsetzen und dich mit ihnen beschäftigen kannst“, kommt es von Sandra Meisinger.

4. Mit einer erfahrenen Person darüber reden
„Ich würde dir eine Paartherapie empfehlen, denn der unerfüllte Wunsch nach noch einem Kind kann doch sehr belastend für die Beziehung sein“, schlägt Corina Kubbig vor. Eine gemeinsame Konfliktbewältigung kann demnach auch zu einer gemeinsamen Lösung führen.
Auch Mireille Kalandyk schließt sich ihr an. „Von meinem Gefühl her würde ich sagen, dass dein Verzicht immer zwischen euch stehen wird. Mein Rat lautet, euch professionelle Beratung zu suchen. Dieses Thema und diese Entscheidung ist so tiefgreifend, dass es nicht mit ein paar Tipps getan ist.“

5. Beratungsstellen und Coaching
Nun hatten wir einige Ratschläge der Schwarmintelligenz. Auch professionelle Ratschläge werden wir im Hinterkopf behalten.Was es aber noch gibt, ist der Verweis auf eine Beratungsstelle, die auf ein genau solches Problem abgestimmt ist.

„Meine Empfehlung wäre auch, dass ihr es mal mit einem Coaching oder einer Beratung probieren könnt. Da kann man so ein Thema nochmal anders beleuchten, als nur ihr zwei in eurer Paardynamik. Und diese Leute sind ausgebildet, um gute Fragen zu stellen und euch vielleicht zu Lösungsansätzen zu verhelfen, die ihr zu zweit nicht findet. Wünsche euch alles Gute!“ so Stefanie Liebig.

Ilka Bautz meint dazu außerdem: „Geht diese ‚Baustelle‘ gemeinsam an, sonst ist die Gefahr, dass ihr Euch gegenseitig unglücklich macht und dabei selbst unglücklich seid. Grundsätzlich gibt es eine gute Paarberatung bzgl. der Familienplanung, wie es sie z.B. kostenfrei bei Pro Familia oder diakonischen Werken oder entsprechenden Paartherapeuten gibt. Beim Diakonischen Werk sind genauso ausgebildete Fachkräfte, wie in anderen nichtkirchlichen Einrichtungen.“

„Der Abschied vom Wunsch nach einem weiteren Kind ist Trauerarbeit. Ich glaube, Bücher können da nur wenig helfen. Eher vielleicht Menschen, denen es ähnlich geht. Ansonsten kann ich die Beratungsstellen von EFL (Ehe- Familien- und Lebensberatung – gibt es in fast jeder größeren Stadt) empfehlen“, so abschließend auch von Daniela Gut.

Wir wünschen der Familie alles Gute und bedanken uns für all die vielen und unterschiedlichen Ideenansätze der Community! Ihr habt noch Ergänzungen? Wir freuen uns sehr über Kommentare!

Liebe Grüße,
Mounia und Béa

Mounia Jayawanth
About me

Ich - 23 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und reise- und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten. Und durch ein Praktikum bin ich nun bei Tollabea gelandet und werde hoffentlich weiterhin viel lernen und den Blog damit erweitern. :)

DAS KÖNNTE DIR AUCH GEFALLEN

3 Mütter, 4 Meinungen – HEUTE: Belohnung für Noten & Zeugnisse
21. Jul 2017
Wir Eltern bilden die neue Gesellschaft aus – eine Familienkonferenz für Bindung und Beziehung
11. Jul 2017
Let them be little – Gedanken von Mami zum Weltgeschehen – G20
07. Jul 2017
Kinderspüche zum Schlapplachen – Kindermund 96
25. Jun 2017
Kinder im Haushalt! Mithelfen? Das geht doch garnicht! Die stören doch nur!
07. Jun 2017
Kindersprüche zum Schlapplachen – Kindermund 90
14. May 2017
12 von 12 bei der Blogfamilia – Eindrücke von der Elternbloggerkonferenz
13. May 2017
Geschwisterliebe und warum bei uns gerne gerauft wird – Gastbeitrag von Mamirocks über Geschwisterstreit
09. May 2017
„Kein Tag, der nicht voller Zaubermomente ist!“ – eine Regenbogenfamilie im Interview
24. Apr 2017

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Werbung

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem Stern (*) markiert.