Eine Working-Mom Coach und ihre Erfahrungen: Elke Peetz


Elke Peetz bezeichnet sich selbst als Diplom-Kauffrau, Coach und bekennende Träumerin. Sie selbst ist Mutter von zwei Kindern im Alter von 2 und 4 und lebt mit ihrem Mann in Darmstadt. Mit ihrem Coaching-Programm für Mütter im Job unterstützt sie die Frauen, die auf dem Zahnfleisch gehen in dem Versuch Familie und Beruf unter einen Hut zu kriegen. Dies ist ihre eigene Geschichte, von ihr selbst erzählt. Und bitte entschuldigt das Wort „Working Mom“ im Titel. Eigentlich arbeiten alle Mütter. Aber ein bisschen SEO muss auch sein… 😉

Und jetzt ist Elke dran:

Sicherheit als oberstes Gut

Aufgewachsen bin ich in einer wunderbar liebevollen Beamtenfamilie. Der Wunsch nach Sicherheit war und ist in meiner Familie schon immer stark ausgeprägt. Auch in meiner eigenen Berufsentscheidung sollte das eine große Rolle spielen. Ich studierte BWL und begann meine berufliche Laufbahn in der internationalen Zusammenarbeit in einer Bank. Ich arbeitete in einem inspirierenden, extrem kollegialen – und absolut sicheren Arbeitsumfeld und dachte, ich würde daran bis zum Renteneintritt nichts ändern. Bis ich Mutter wurde.

Das Kind ist da und plötzlich steht alles in Frage

Rückblickend betrachtet, habe ich bis zur Geburt meiner Kinder, sehr kopfbetonte Entscheidungen getroffen. Grandios scheiterte ich damit im Sommer 2011, als ich um alles in der Welt meinen Sohn mit eigener Kraft ins Leben bringen wollte und es dann doch ein Kaiserschnitt wurde. Gebären und Mutterwerden ist nun mal nichts, was sich mit dem Kopf lösen lässt.

Und doch bin ich meinem Sohn unheimlich dankbar für diese Erfahrung. Denn sie hat meine weibliche Seite wieder hervor geholt. Für meine großen Stärken die Intuition, Menschenliebe und Empathie war in der Welt der schwarzen Anzüge nur wenig Platz. In der Elternzeit stieß ich dann ohne danach zu suchen auf eine ganz besondere Coaching-Ausbildung. Nun sind mein Mann und ich beide Ökonomen, er war damals noch im Studium. Und doch rief mein Herz. Aber darf man darauf als Mutter und Alleinverdienerin der Familie eigentlich hören? Wir haben ja gesagt.

Unsere Kinder sollen lernen: Man darf an seine Träume glauben!

Auf das Herz hören, aber das Risiko überschaubar halten, hieß unsere Devise. Ich ging zurück in die Bank, machte parallel meine Coaching Ausbildung, wurde erneut schwanger und machte mich nebenbei selbständig. Ging in einer längere Elternzeit und besprach mit meinem Arbeitgeber, dass ich nun eine Weile als Coach arbeiten werde. Mein Mann stand kurz vor Abschluss seines Studiums. Wir haben immer wieder
kalkuliert und immer wieder geprüft, ob es dieser Traum wert ist. Und er war und ist es uns bis heute. Der Weg war mutig und mit gewissen Einschränkungen verbunden, aber finanziell tragbar und für unsere ganze Familie organisatorisch UND emotional ein absoluter Gewinn.

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Eine gesundheitliche Krise brachte alles ins Wanken

Bald nach der Geburt unserer Tochter im Sommer 2013 sollte der Aufbau meines Coaching Business richtig losgehen. Es kam dann alles anders als geplant. Ihre Geburt lief zwar so wie ich es mir schon zwei Jahre zuvor erträumt hatte, doch dann verlor ich Blut. Viel Blut. Mein Gehirn funktionierte nur noch eingeschränkt, ich verlor meine Sprache, konnte mich kaum bewegen. Drei Tage lang erlebte ich Alpträume, in denen ich starb, überlebte, ermordet wurde und den Verstand verlor, ohne dass jemand von außen mein Leid bemerkte. Aus dem Krankenhaus entlassen, wurde ich seelisch tief verletzt und körperlich eingeschränkt. Ich konnte mein Neugeborenes selbst kaum halten, die Flasche nicht machen. Die Ärzte rieten mir, auf jeden Fall im Angestelltenverhältnis zu bleiben. Man rechnete damit, dass ich ein Krankheitsfall bleiben würde.

Damals wussten wir noch nicht, dass das alles wieder verschwinden würde.

Ich blicke zurück auf eine Zeit voller Angst und Verzweiflung, Panikattacken, Mutlosigkeit. Todesangst – auch wenn die Gefahr überwunden ist – bleibt vielen in den Knochen stecken. Das lernte ich aber erst, als ich einige Monate später eine Therapie begann.

Einen kleinen Schritt nach dem anderen

Als ich krank wurde, hatte ich mich gerade in eine lange Elternzeit von meinem Arbeitgeber verabschiedet. Mit dem Elterngeld waren wir eine zeitlang abgesichert, doch mein Mann war noch auf der Job-Suche und alleine würde er als Berufseinsteiger unsere Familie nicht finanzieren können. Für mich war daher klar: ich musste einen Weg finden, um – trotz aller Einschränkungen – meinen Teil beizutragen.

Dafür war die Selbständigkeit perfekt! Ich musste unheimlich achtsam mit mir und meinen Bedürfnissen umgehen. Die Einschränkungen radikal akzeptieren, die meine geringe Belastbarkeit mit sich brachte. Mir die Rahmenbedingungen schaffen, so dass ich gute Arbeit leisten und meinen Kindern eine liebevolle Mutter sein konnte. Sonst waren Blackouts und Panikattacken die Folge.

Ich musste einen kleinen Schritt nach dem anderen gehen. Den Mut dazu jeden Tag aufs Neue finden. Zum Glück wusste ich wohin, denn mein Ziel hatte ich vor der Tragödie sehr klar definiert. Der große Durchbruch kam, als ich mich soweit erholt hatte, dass ich wieder Kraft zum Träumen hatte. Und je stärker meine Träume wieder wurden, desto mehr verschwand die Angst.

Meine Erkenntnisse aus der Krise

Inzwischen kann ich ohne Bedauern über meine Erlebnisse sprechen. Es war, was war und es hat mich stärker gemacht. All diese Erfahrungen nehme ich nun mit in meine Arbeit. Das Wichtigste aber, was ich für mich daraus gelernt habe ist dieses:

Wir haben wenig Einfluss darauf, welches Leid uns in unserem Leben widerfährt. Doch es sind allein unsere Gedanken, die darüber entscheiden, ob uns das Erlebte zum Opfer macht oder wir gestärkt daraus hervorgehen.

Solch ein Extrem-Ereignis wie ich es erlebt habe, ist zum Glück die Ausnahme. Die Herausforderung, auch unter großen Belastungen trotzdem „funktionieren zu müssen“ hingegen, haben viele. Denn jede von uns Müttern leistet Enormes. Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, erfordert große Anstrengungen.

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Die Mehrheit der Mütter fühlt sich belasteter, als sie es gerne wäre. Aus der Arbeit mit meinen Klientinnen und meiner eigenen Erfahrung, sind dieses hier…

Die fünf großen Belastungen für (berufstätige) Mütter

  • Fehlende Freiheitsgrade. Mit kleinen Kindern sinkt die Zeit, die wir frei verfügbar für uns haben, gegen Null.
  • Auf dem Spielplatz Mails checken, im Büro schnell noch den nächsten Termin beim Kinderarzt organisieren, bevor das wichtige Meeting losgeht… Ich weiß, es heißt, dass wir Frauen gerade besonders gut in Multitasking sind. Nur der Punkt ist: Mehrere Sachen gleichzeitig machen, heißt nichts so richtig machen.
  • Wenig Planbarkeit. Vermutlich jede berufstätige Mutter kennt den Horror, wenn im Display des Telefons die Nummer der KiTa zu sehen ist. Von einer Minute auf die andere umschalten vom wichtigen Projekt auf das Kind, was uns nun braucht. Es tut fast körperlich weh.
  • Das Gefühl auf der Stelle zu treten. Kinder zu haben und Mutter sein zu dürfen, ist das größte Geschenk auf Erden. Gleichzeitig zu sehen, wie kinderlose (oder männliche) Bekannte und Kollegen beruflich und/oder finanziell an einem vorbei ziehen, kann extrem frustrierend sein.
  • Mangelnde Anerkennung. Sei es in der Partnerschaft, in der Gesellschaft oder vom Arbeitgeber in Punkto Verantwortung und Entlohnung. Mütter bekommen häufig nicht die Anerkennung, die sie verdienen. Denn eigentlich sind wir die Heldinnen der Nation. 😉

In meinem kostenlosen Ebook In 7 Schritten zu mehr Freude im Alltag – Eine Anleitung für berufstätige Mütter stelle ich die wichtigsten Schritte vor, die Dir helfen mit diesen Belastungen besser umzugehen und die Dir privat und beruflich zu mehr Freude verhelfen. Sie sind die Essenz meines Coaching-Programms für Mütter im Job. Und es sind die Schritte, die mir in meiner eigenen gesundheitlichen Krise geholfen haben, beruflich weiter zu kommen und gut für meine Kinder da zu sein.

Wie ist das bei euch? Kennt ihr die Zeit der Krise, gerade mit kleinen Kindern?

P.S.: Dieser Beitrag ist keine Werbung. Ich publiziere das hier aus freien Stücken, weil ich den Werdegang von Elke mitteilenswert finde und weil ich gern Mompreneurs unterstütze.

UPDATE in Januar 2016: Elke macht auch Webinare, schaut mal her https://elkepeetz.leadpages.co/selbstaendigkeit-3-5/

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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2 Kommentare

Micha
Antworten 10. August 2015

Danke für das tolle Interview, es trifft mich genau richtig, da ich ganz ähnliche Pläne mit mir herumtrage und nun weiter recherchiere und die nächsten schritte für mich plane. Respekt Elke, dass du an deine Vision geglaubt hast und danke Bea für das Vorstellen dieser tollen Frau!
LG, Micha

    Elke Peetz
    Antworten 26. August 2015

    Liebe Micha,

    wie schön von Dir zu lesen und toll, dass der Artikel genau zur richtigen Zeit kam. So ist es doch meistens, dass die richtigen Inspirationen dann kommen, wenn wir dafür bereit sind, oder? ;-)

    Ich wünsch Dir ganz viel Erfolg für Deine Pläne!

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