Eifersucht und Rivalität unter Großeltern – ist das neu oder war das immer so?


Nachdem der herzerweichenden Beitrag einer Oma hier so richtig alle begeistert hat, haben wir aus Leserreihen nun einen neuen Text als Gastbeitrag bekommen. Es ist eine kritische Perspektive zu Eifersucht und Rivalität unter Großeltern. Unsere anonyme Oma erfährt das in der eigenen Familie und fragt sich: 

Ist das ein neuzeitliches Phänomen?

Ich erinnere mich nicht daran, dass meine Groß- oder Urgroßeltern früher in einen Konkurrenzkampf verfielen, in dem genau festgelegt wurde, wer die „bessere“ Oma sein durfte, wer wie viel Zeit mit den Enkeln verbringen durfte und wer die tollsten Geschenke machte. Als ich Kind war, steuerten alle Verwandten etwas zur Babyausstattung bei, wurde ein neuer Erdenbürger erwartet. Beide Omas strickten und häkelten Jäckchen und Mützchen, zuckersüße Schühchen und es zählte nur, dass genug für das Baby zusammen kam.

Und jetzt? Traurig lege ich mein Strickzeug zur Seite.
Ich kann nicht mithalten, mit DER Oma.

Sie ist nun einmal die Mutter der werdenden Mutter, wie sie immer wieder betont. Die Frontfrau. Ihr Platz ist, nach ihrer Vorstellung, dem werdenden Vater gleichwertig, vielleicht sogar höher. Wie weit unter ihr, kommt da dann die andere Oma, die Mutter des zukünftigen Vaters?

Es beginnt schon in der Schwangerschaft. DIE Oma empfiehlt ihren Frauenarzt, den einzig wahren, über den nichts geht. Nur dort soll die Tochter hingehen. Schließlich hat eben dieser Frauenarzt auch ihre Schwangerschaften betreut. Zaghaft werfe ich ein, dass auch mein Frauenarzt ganz toll in meinen Schwangerschaften war, aber mehr als ein verächtliches Schnauben ernte ich nicht dafür. Bei der Wahl der Klinik bin ich begeistert, habe ich dort schließlich auch entbunden. Aber nicht ich und meine guten Erfahrungen sind der Grund, dass meine Schwiegertochter dort entbinden wird. Nein, ihre Mutter hat die Klinik empfohlen. Ich war nur zufällig auch dort.

Ungereimtheiten fallen mir auf. Angeblich rät der Arzt dringend zum Kaiserschnitt, obwohl medizinisch kein Grund vorliegt. Er hält die ganz normalen Braxton-Hicks-Kontraktionen für bedenklich und verordnet meiner Schwiegertochter Hausarrest, will sie aber erst in zwei Wochen wieder zum CTG sehen. Zu jedem Termin untersucht er sie vaginal, vor allem jetzt zum Entbindungstermin hin und ich schüttle nur mit dem Kopf. Warum besteht der Frauenarzt immer noch auf den Kaiserschnitt wenn selbst die Geburtsklinik zur spontanen Entbindung rät, warum macht er nicht öfter ein CTG oder überweist meine Schwiegertochter zur Einstellung auf Wehenhemmer in die Klinik und wieso geht er das Risiko ein, zum Entbindungstermin hin, wo der Muttermund sich bereits etwas öffnen könnte, Keime einzubringen, die eventuell zum Kind vordringen?

Aber ich darf diese Fragen nicht stellen, denn ich bin schließlich nicht DIE Oma, die Mutter der werdenden Mutter.

Nur die andere Oma darf sich wundern, wenn überhaupt, aber für sie scheint alles in Ordnung zu sein. Einmal war ich mit meinem Sohn unterwegs, ein paar Strampler kaufen. Nun ja, sie wurden akzeptiert. Schön muss DIE Oma sie ja nicht finden. Als die Babymöbel gekauft wurden, war nicht einmal mein Sohn eingeladen. Wie sollte ich da hoffen, dass ich…?


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Als Mutter des werdenden Vaters, bin ich ausgeschlossen, zweite Wahl, unwichtig, nicht berechtigt, mich zu sorgen oder Fragen zu stellen. Dass meine Schwiegertochter mich nicht unbedingt im Kreißsaal dabei haben möchte, kann ich verstehen. Mein Sohn ist bei ihr und ihre Mutter. Zusammen mit der Hebamme und dem Arzt, sind das mehr als genug Leute. Und ich bin ja eben nicht die Mutter der Schwangeren.

Aber zumindest im Krankenhaus darf ich mich aufhalten. Das haben mein Sohn und meine Schwiegertochter durchsetzen können. Auch wenn DIE Oma nicht wirklich versteht, was ich dort will. Es reiche doch auch, wenn mein Sohn mich anruft, wenn das Baby dann da ist und ich zu den regulären Besuchszeiten komme. Wie eben alle anderen Besucher auch.

Vor mir liegt das Mützchen, das ich gestrickt habe. Nein, ich werde es meiner Schwiegertochter nicht geben. Zu schäbig komme ich mir vor, kann nicht mithalten mit all den tollen Babysachen, die DIE Oma gekauft hat. Dabei auch jede Menge süße Mützen. Ich ertappe mich, dass ich eifersüchtig bin. SIE hat ihren Platz in der Schwangerschaft, bei der Geburt, nah an unserem Enkelkind.

Dabei wollte doch gerade ich nie diese Eifersucht und Rivalität unter Großeltern!

Nein, in meiner Vorstellung sah ich uns beide als stolze Omas, die sich unseren Kindern als Babysitter anbieten, Fotos vom Enkelchen austauschen und sich gemeinsam Gedanken darüber machen, wie wir unsere Kinder unterstützen können, ohne uns zu sehr in ihr Leben zu drängen. Es fühlt sich ein bisschen so an, als wurde ich auf die Schattenseite gedrängt, von der aus ich DER Oma, auf der Sonnenseite, wo auch meine Schwiegertochter, mein Sohn und mein Enkelkind sind, zusehen darf.

Aber warum?

Weil ich eben nur die Mutter des werdenden Vaters bin, der, in meinen Augen, auch eine wichtige Rolle im Leben seines Kindes spielt? Ich muss mich zwingen, all die unschönen Gedanken zur Seite zu schieben, in denen unser Enkelkind mich kaum kennt, weil es eben so viel mehr Zeit mit DER Oma verbringen wird.

Wir wohnen einfach etwas weiter weg, das ist tragisch, aber lässt sich nicht ändern. Und in mir brodelt genau das, was ich eigentlich immer DER Oma unterstelle: Konkurrenzdenken. Sie wird all das haben, was ich mir so gern mit ihr geteilt hätte. Sie wird das nicht freiwillig teilen. Und das macht mich eifersüchtig.

Bin ich mit diesen Gefühlen besser, als sie? Wohl kaum.

Ich habe einen wunderbaren Sohn, dem die Familie über alles geht, der feinfühlig und sensibel ist und sollte lernen zu vertrauen, dass er und meine Schwiegertochter unserem Enkelchen all die Werte vermitteln werden, nach denen sie auch leben.

Und dann ist es egal, wie oft ich das Enkelkind jede Woche sehe, ob meine Geschenke konkurrieren könnten oder meine Hilfe angenommen wird, denn es zählt nur die Liebe, die wir zueinander haben werden. Sie wird vielleicht etwas anders sein, als die DER Oma, aber nicht geringer und ich bin mir sicher, dass unser Enkelkind uns beide ebenfalls von Herzen lieben wird.

Und um nichts anderes geht es doch, wenn man Oma wird, oder?

Lieben Dank, liebe unbekannte werdenden Oma, dass du diese Gefühle mit uns geteilt hast! Was meint ihr? Ist das nicht eine schöne Reflexion? 


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Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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13 Kommentare

Miriam
Antworten 26. Januar 2017

Liebe werdende Oma,
ich finde es schön, dass du nicht in diesen Kampf einsteigst. Irgendwann wird sich die dann gewordene Mutter vielleicht daran erinnern, dass du sie nicht in die "einzig wahre" Richtung geschubst hast, sondern angeboten hast, deine Erfahrungen zu teilen. Schenke die selbstgemachte Mütze trotzdem, oder gerade weil sie einfacher ist. Vielleicht ist sie praktischer, passt einfach besser oder gefällt den Eltern am Ende besser?

Bei uns hat übrigens die Oma "gewonnen", die sich nicht um den ersten Besuch beim Baby gerissen hat, als wäre es ein Wettkampf. Die das Baby auch erst nach Aufforderung auf den Arm genommen hat. Die unser Kind, inzwischen mit eigenem Kopf ausgestattet, wie einen ebenbürtigen Menschen und nicht wie "ihr" Enkelkind sieht.

Sei da, wenn du von der kleinen Familie gebraucht wirst und enge sie nicht ein, wenn sie ihren Weg finden. Du wirst für das Baby eine wunderbare Oma, die einfach sie selbst und damit ein Vorbild ist.

Anne Kronen
Antworten 26. Januar 2017

Hallo liebe Oma, Soll ich dir mal was sagen! Wenn ich an meine Oma väterlicher seits denke habe ich ein wärmeres Gegühl im Bauch als bei der anderen. Es waren beide gute, nette und liebevolle Omas aber dennoch empfinde ich unterschiedlich. Wenn ich an meine Oma mütterlich denke habe ich die Erinnerung das es viel (nicht nur aber eben viel) um materielle Dinge wie Geschenke ging. Ich habe immer den Satz im Ohr " das hab ich dir mal geschenkt oder das habe ich dir aus dem Urlaub mitgebracht etc. Manchmal könnte ich mich gar nicht mehr daran erinnern. Bei der Oma väterlichseits habe ich Erinnerungen an gemeinsames Abendbrot vor dem TV mit der Sendung "geh aufs Ganze" ?(der Zonk war damals sehr beliebt!") Im Garten naschen von den vielen Obst Bäumen und Sträuchern. Kartoffeln ausmachen. Auf dem Dachboden "maisregen" spielen und noch vielen vielen Dingen mehr. Das war eine sehr schöne Zeit. Es geht nicht darum wer wieviel oder was schenkt sonder wer die schöneren Erinnerungen mit dem Kind teilt und das sind meiner Meinung nach nicht die Geschenke zu Weihnachten. Sei einfach Du selbst. Dein Enkel Entscheid selber welche Oma für ihn die Nr. 1 ist. Liebe Grüße.

Miriam
Antworten 27. Januar 2017

Liebe werdende Oma,
ich bin selber gerade frisch gebackene Zwillingsmama und stehe vor dem Dilemma, dass mein Mann das Gefühl hat, ich wolle meine Schweigereltern außen vor lassen. Da sich allerdings besonders die Schwieger-Oma wie deine beschriebene "Alphaoma" aufführt und immer wieder versucht, alle anderen auszustechen, sogar ihren Mann (sich teilweise sogar weigert, mir meine Kinder wieder zu geben, auch wenn diese vor Hunger brüllen; aber nein, sie weiß besser was zu tun ist...), ist bei mir der Frust da entsprechend hoch und ich versuche, Besuche einzugrenzen.
Ich finde es wunderbar, wenn Oma's da sind wenn man sie braucht und einen so unterstützen, wie man das gerne möchte. Alles andere ist purer Stress und den kann man nun wirklich nicht gebrauchen.
Ich denke es ist nicht abhängig davon, ob es die Oma mütterlicherseits oder väterlicherseits ist (ich habe die Mutter meines Vaters vergöttert); es hat viel mit der Persönlichkeit zu tun und inwieweit man als Eltern klar kommuniziert, was geht und was nicht.
Ich muss bei meinen Schwiegereltern immer mal wieder darauf hinweisen, dass es unsere Kinder und unsere Entscheidungen sind und sie sich da nicht einzumischen haben...
Ich drücke dich ganz fest und hoffe, du schenkst die Mütze trotzdem (ich hätte mich darüber gefreut!).
Alles Liebe!

Gabriele Patzschke
Antworten 27. Januar 2017

Liebe werdende Oma,

auch ich bin die Mutter eines Vaters, der mein ältester Sohn ist. Ich bin wesentlich jünger als die andere Oma, die die Mutter meiner Schwiegertochter ist. Unser Enkel ist inzwischen gut zwei Jahre alt und wir Großeltern sind alle in das Leben unseres Enkels von Anfang an intensiv einbezogen worden, weil seine Mutter noch studiert und wir als Familie in einem großen Gesamteinsatz das Leben dieses Kindes begleiten (bereichern). Es ist so, dass die Mutter der Mutter ihrer Tochter sehr nah ist. Allerdings ist meine Beziehung zu meinem Sohn auch durch meinen Enkelsohn sehr viel inniger und wärmer geworden, seit er Vater ist. Er hatte sich gut „abgenabelt“ und war als junger Erwachsener sehr selbständig, was mich sehr stolz gemacht hatte.
Da ich die jüngere Oma bin, bin ich in vielfältige Projekte eingebunden und muss mir die Zeit für meinen Enkel sehr bewusst nehmen – sie wird im Kalender blockiert als wichtige, unumstößliche Lieblings-Termine. Nun ist es anrührender Weise so, dass das Herz meines kleinen Enkels mir so ungeheuer zugeflogen ist, dass ich unendlich gerührt bin. Ich habe mich nicht darum bemüht und weiß garnicht wie ich zu dieser Ehre komme, aber wir beide sind einfach ein unschlagbares Team mit großer, großer gegenseitiger Liebe… das ist eine unglaubliche Bereicherung für mein Leben. Die andere Oma, die Mutter der Mutter, hat viel mehr Zeit für ihren Enkel. Trotzdem habe ich das Gefühl für meinen Enkel eine der wichtigsten Bezugspersonen zu sein und das macht mich ungeheuer glücklich.

Es gibt keinen Wettbewerb zwischen den Großeltern und das Kind verteilt seine Liebe absolut unbestechlich und mit eigenen Regeln, die mich sehr anrühren und unglaublich glücklich machen. (Zum Stricken habe ich leider keine Zeit!?)
Sei zuversichtlich – die Liebe Deines Enkels wird Sich berzaubern!

zappelfrau
Antworten 4. Februar 2017

Liebe werdende Oma,
ich finde etwas Selbstgemachtes tausendmal schöner als alle gekauften Sachen. Kaufen kann schließlich jeder! Schenke die Mütze trotzdem und versuche, nicht in den Wettkampf einzusteigen.
Ich selbst bin vor einem Jahr Mama geworden und bei uns gab seitens meiner Mutter größte Eifersucht, die uns den schwierigen Start mit Frühgeburt nur noch schwieriger gemacht hat. Die Beziehung zu meiner Mutter ist daran fast zerbrochen. Im Endeffekt hat es uns näher an die Papa-Oma gebracht, weil sie immer für uns da war, sich nicht aufgedrängt hat und auch mal einfach nur etwas zu Essen vorbeigebracht hat, ohne das Baby besuchen zu müssen. Allein schon der Glaube, man hätte als Mama-Oma mehr "Anspruch" auf das Enkelkind ist so absurd! Es geht doch um Menschen und nicht um Besitztümer.
Wie ist denn das Verhältnis zu deinem Sohn und deiner Schwiegertochter? Mache ihnen am besten klar, dass du für sie und das Kind da bist. Am Ende gewinnt niemand bei so einem Wettstreit. Genieße die Zeit mit dem Enkelchen. Respektiere die Entscheidungen der Eltern (z.B. was Stillen, Familienbett, Ernährung, Spielzeug, Impfungen etc. angeht), denn das ist uns immer total auf den Senkel gegangen.
Ich drücke dir ganz feste die Daumen, dass es bald besser wird. Dein Enkelkind wird dich so oder so lieben, egal wie doll sich die andere Oma einmischt.

Ach, was die Neuheit dieser Oma-Kämpfe angeht: Meine Mutter hat mir mal erzählt, dass es schon früher bei mir immer einen Wettbewerb darum gab, wer die größten und teuersten Geschenke macht...

California Girl
Antworten 13. März 2017

Liebe Oma, zunächst einmal möchte ich sagen, dass Eifersucht ja auch positive Seiten hat - so zeigt sie ja das Interesse an der Familie und deren Leben, und sie kann ja auch zum nachdenken anregen. ABER: ich in selbst Mama von 2 kleinen Kindern. Mein Mann und ich beides Einzelkinder, die einen Großeltern wohnen 1,5 Autostunden weg, die anderen 4. und leider schlägt auch das Thema Eifersucht bei uns auf. Weniger in materieller Hinsicht - hier sind wir vernünftig genug, da niemals aufzurechnen. Aber die gemeinsame Zeit ist der springende Punkt. Wir schauen schon ziemlich gut danach, dass nicht 1 Partei 3 Wochen und die andere nur ein Wochenende Zeit bekommt. Aber dennoch wird indirekt rausgehört... und sorry, wenn ich es so sage, aber dass eine Tochter zur eigenen Mutter ein anderes Verhältnis hat als zur Schwiegermutter ist für mich normal, egal wie toll das Verhältnis zur SchwiMu ist, aber manche Intimitäten (und da zähle ich eine SSW dazu) bespreche ich auch lieber mit dem Menschen, den ich länger kenne und sie mich. Andersrum würd der eigene Sohn ja auch lieber zuerst zu den eigenen Eltern gehen.
Liebe Omas, es ist toll, wieviel Interesse ihr heutzutage Euren Enkeln zollt. Aber Eifersucht ist Euer Gefühl. Ihr seid alt genug und habt genug Erfahrung, damit umzugehen. Belastet nicht die junge Familie damit. Das belastet nur das (unbeschwerte) Verhältnis und macht Großeltern zu einer Verpflichtung. Lernt damit umzugehen, es geht um die Enkelkinder in erster Linie und nicht um Euch.

Eva
Antworten 11. November 2017

Liebe Oma! Bitte schenk das Mützchen unbedingt her. Selbst gemachtest ist mit Liebe gemacht und mehr Wert als alles gekaufte. Bzgl. Konkurrenzkampf. Nicht nur materielles ist entscheidend sondern viele andere, viel wichtigere, Dinge. Und noch soviel dazu gesagt - die Kinder suchen sich Ihre Lieblingsoma oder -opa selbst aus. Da können wir als Erwachsenen noch so Kopfstände machen. Bei uns denken auch oft meine Eltern sie können zB mit den Eltern meines Mannes nicht mithalten, weil sie nicht die finanziellen Möglichkeiten haben. Und was glaubst du wer die Lieblingsgroßeltern von meinen Kindern sind? Richtig. Meine Eltern. Einfach aus dem Grund, weil sie regelmässig kommen und sich mit den Kindern beschäftigen, mit ihnen reden, sie vernünftig behandeln. Väterlicherseits schaut es eher so aus - man schlägt 1 - 2 im Jahr mit (ungeeigneten) Geschenken auf (sein Vater ist das immer) und denkt dann die Aufmerksamkeit der Kinder zu bekommen. Wir haben oft versucht sie mit einzubinden und Kontakt zu halten sie einzuladen usw., aber es klappt(e) einfach nicht. Egal wie wir uns bemüht haben. Gerade sein Vater hat dann aus uns unersichtlichen Gründenmonatelang gesponnen und den Kontakt abgebrochen. Laut meinem Mann normal - es war schon in seiner Kindheit schon so. Ich finde es sehr schade, daß sie so wenig am Leben der Kinder teilnehmen. Die Kinder werden größer und größer und danach noch eine Chance zu bekommen sich als Großeltern zu profilieren ist gegen null. Kinder merken sich sehr gut wer für sie da ist und wer nicht!! Und bei meinem Kindern sind zB noch die Urgroßeltern (väterlicherseits) ein großer & wichtiger Bezugspunkt. Warum, weil sie es auch für meinen Mann sind und weil sie auch mit den Kindern reden & beschäftigen - soweit das halt mit 90 noch geht.

Flora
Antworten 11. November 2017

Liebe Oma,
was sagt denn dein Sohn dazu? Hat er nicht auch eine Position zu dieser Lage? Oder ist er auch nur derjenige, der sich zwei Frauen unterzuordnen hat? Die Schwiegermutter hört sich meinem Gefühl nach mehr als übergriffig an und die Tochter scheint ja in diesem Spiel geübt zu sein. Schade!

Denise Bloggermum
Antworten 11. November 2017

Vielleicht bin ich die Einzige, aber ich finds echt passiv-aggressiv. Inhaltlich teile ich auch nicht alle Meinungen wie zum Beispiel zum Handeln des Arztes. Sie kritisiert selbst die andere Oma, reflektiert sich aber wenig selbst bzw. nur „leidend“. Ich denke, eine Schwangere hat etwas anderes zu tun, als sich um Befindlichkeiten zu kümmern. Grad bei intimen Fragen ist die Schwiegermutter oft eine Fremde. Die Mutter des Mannes, aber nicht die eigene Mutter, Schwester oder beste Freundin. Wenn man ein Mützchen stricken möchte, kann man das tun, aber auch da schadet die Frage nicht, ob Interesse besteht und wie es aussehen soll. Vielleicht kriege ich diesen Text grad in den falschen Hals, aber ich empfinde da grade mehr mit der Schwiegertochter mit.
Mein Schwiegervater wunderte sich bei unserer Traufe damals auch, dass nur meine Eltern und die Paten unser Baby halten durften: weil die sich auch sonst blicken liessen und unser Baby sie kannte, wir wollten den Stress für unseren Sohn minimieren und hatten daher gesagt, nur seine Bezugspersonen dürfen ihn halten, alle anderen sind herzlich Willkommen, uns in Ruhe zu besuchen. Viele wie meine Cousine und Freunde konnten das gut verstehen. Schwiegervater war beleidigt, er sei der Opi. Meinem Baby waren Verwandtschaftsverhältnisse egal, es gab vertraute Menschen und fremde Menschen. Manchmal ist es schon sinnvoll, sich zu überlegen, warum andere handeln wie sie handeln. Natürlich ist es immer traurig, wenn sich jemand zurückgesetzt fühlt, wie hier die andere Oma. Aber bestimmt finden sich da auch Lösungen.

    Béa Beste
    Antworten 11. November 2017

    Lieben dank für deine Gedanken - sind bestimmt eine gute Anregung, auch wenn sie vielleicht nicht so gefällig sind... Liebe Grüße, Béa

Julia
Antworten 31. Mai 2018

Liebe Oma,

zufällig habe ich diesen Beitrag gesehen und auch wenn er schon alt ist, antworte ich mal darauf und stelle mir dabei vor, ich antworte mal meiner Schwiegermutter.

Ihr Beitrag ist sehr stark von Mitleid erfüllt - aus meiner Sicht völlig unberechtigt. Sie schreiben immer von der anderen OMA, gehen also aus von der Perspektive Ihres Enkelkindes aus. Dabei sind Sie, liebe Oma, ihm völlig egal - genau so wie die andere Oma. Und Sie beide werden ihm noch eine Weile egal sein, denn ein Baby braucht erst einmal nur seine Eltern; Großeltern kommen erst viel später ins Spiel. Sie schreiben also von der anderen Oma, dabei ist sie doch gar nicht als Oma wichtig, sondern als Mutter - in diesem Fall eben als Mutter der Schwangeren. Ein noch ungeborenes Kind braucht seine Omas nicht, aber eine schwangere Frau doch sehr wohl ihre Mutter, oder? Dass die andere Oma ständig dabei ist, hat doch nur damit zu tun, oder? Es ist doch klar, dass Sie als Mutter des Vaters hier noch gar keine Rolle spielen. Ich hätte meiner Schwiegermutter nicht mal erlaubt, zur Geburt ins Krankenhaus zu kommen. Das Baby ist auch noch mit zwei Monaten süß, der Besuch kann sicherlich warten. Und wie gesagt, die Bedeutung von Großeltern für Babys wird bis zu einem bestimmten Alter völlig überschätzt, es geht doch nur um die Gefühle von Erwachsenen ("Ich bin ja die Omi") und die können ruhig mal zurückgesteckt werden.

Meine Mutter verbringt mehr Zeit bei uns als meine Schwiegermutter, aber nicht weil mein Kind sie als Oma mehr braucht, sondern weil ich sie als Mutter brauche. Vielleicht geht es Ihrer Schwiegertochter ja ähnlich. Die andere Oma kümmert sich um ihre schwangere Tochter, ich sehe da keinen Konkurrenzkampf. Die Zeiten, in denen alle Omis zusammen gestrickt haben, damit fürs Baby genug da war, sind ohnehin längst vorbei und im Zeitalter des Überschusses ist wohl niemand mehr auf selbstgemachte Sachen von den Omis angewiesen. Ich bin jedenfalls froh, wenn meine Schwiegermutter uns nicht schon wieder einen Koffer Mützen & Pullover schickt, die alle nicht zu der restlichen Kleidung passen.

    Yvonne Petzke
    Antworten 31. Mai 2018

    Vielen Dank, liebe Julia,
    für Deinen ausführlichen Brief an die Oma.

    Sonja
    Antworten 22. Juli 2020

    Wenn ich lese, was das so geschrieben wird von den jungen Müttern wird mir Angst und Bange. Ich werde bald 2 x Oma. Und ich bin die Oma väterlicherseits.

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