FDP Svenja Hahn: „Respekt davor, dass Familien für sich selber am Besten wissen, wie sie ihr Leben gestalten“ – EU-Wahl Podcast


Ich habe mich zusammen mit Cornelia Spachtholz, Vorsitzende des Verband berufstätiger Mütter e.V. (VBM), mit der Spitzenkandidatin der Jungen Liberalen für die FDP getroffen. Svenja Hahn heißt sie und tritt für ein Mandat im Europäischen Parlament an. Ihr liegt die EU-Wahl sehr am Herzen. Wie sieht es bei Euch aus?

Mit dem Motto „Ein Europa für ALLE Familien – Europa DIE Familie“ haben wir Svenja Hahn auf den Zahn gefühlt.

Wie immer, stelle ich fünf persönliche Fragen, um Svenja näher kennenzulernen und dann hakt Cornelia mit ihren Fragen nach, damit wir dann mehr darüber erfahren, wofür Svenja mit den Jungen Liberalen und der FDP steht und was sie für Familien vorhaben zu tun. Lustig wird dann, wenn mir zum Abschluss des Interviews dann ein Wort, Statement oder eine Frage gestellt wird, auf die ich spontan reagiere – die Assoziation nach dem Interview.

Habt Ihr auch so ein persönliches Erlebnis wie Svenja mit den großen Bildungsstreiks, die sie veranlasst haben im politischen Bereich arbeiten zu wollen? Das war für sie der Anlass sich auf europäischer Ebene zu engagieren, da dort die großen Rahmenbedingungen gesetzt werden – auch für Bildung. Ist Eis als Lieblingsessen zu jeder Tageszeit auch Eures? Freiheit und Meeresrauschen als Lieblingserinnerung der Kindheit teilen sicher auch einige von Euch. Svenja liebt Karaoke und ratet mal welche Interpretin sie richtig cool fände zum Nachsingen.

Spannend auch, was Svenja bewegt, für das Europäische Parlament anzutreten. Was sie dazu zu sagen hat, hört Ihr in unserem Podcast.

Was bedeutet dann konkret für Dich ein gutes Leben für alle Familien in Deutschland? Aber natürlich auch europaweit?

Svenja: „…Ich glaube, wir müssen vor allen Dingen viel Respekt vor der Individualität von Menschen haben und Familie muss ja nicht immer klassisch Mutter, Vater, Kind sein… Ich glaube deswegen ist das ein ganz starker Mittelpunkt, diese Selbstbestimmung zu ermöglichen, sei es nun auf steuerlicher Seite, sei es im Arbeitsleben, sei es im Bereich Kinderbetreuung, sei es in der Unterstützung von Pflege von pflegebedürftigen Angehörigen. ….“

Familien brauchen Zeit. Das wissen wir aus der Praxis und nicht nur von Studien. Wie sehen Eure Forderungen aus seitens Juli oder FDP den Familien mehr Zeit zu geben?

Svenja: „…Ich selber habe keine Kinder. Das muss man vielleicht auch mal sagen. Aber ich arbeite mit unglaublich vielen Menschen zusammen, die Kinder haben und was ich in meinem Berufsalltag erlebe, wie viel das ausmacht, wenn Du flexible Arbeitszeitmodelle hast und Du Dir Zeit nehmen kannst…. viele Frauen zeitlich zurückstecken in der Arbeitszeit, dass es auch normal ist, auch Führungskraft zu sein in Teilzeit….“

Bei Flexibilität haben wir die Gefahr der Entgrenzung der Arbeit. Viel Freiheit heißt auch mit der Freiheit umgehen zu können und ein Instrument, was sicher wichtig ist, ist Infrastruktur. Aber ein Instrument, das auch der Rahmen in dem das Ganze ist, das heißt die Steuerpolitik.

Wo siehst Du die Hebel der Steuerpolitik national aber auch auf europäischer Seite um für alle Familien gute und noch bessere Lebensbedingungen zu schaffen als aktuell der Fall?

Svenja: „…Steuerpolitik ist ja Kompetenz der Mitgliedsländer der Europäischen Union. Genauso wie Familienpolitik auch zum Großteil haben wir auf europäischer Ebene im Rahmen der Säule sozialer Rechte gemeinsame Mindeststandards definiert wo wir sagen: Das müssen alle Länder erreichen…Ich glaube, wenn wir über Steuerpolitik reden, ist es ganz wichtig, da steuerlich Vorteile zu schaffen, wo Menschen Verantwortung für Kinder übernehmen…..Wir wollen tatsächlich Steuerklasse III und fünf abschaffen…“

Wenn wir uns dann aber zum Beispiel den Bildungsbereich angucken, der die Grundlage für die Erwerbsbiografie ist, deutschlandweit und europaweit. Dann stellen wir fest, dass eben nicht alle Menschen und alle Familien chancengleich Zugang in jedem Lebensabschnitt zu Bildung haben.

Was ist da Euer Rezept und Eure Forderungen seitens Julies oder auch seitens FDP für Deutschland und Europa?

Svenja: „…Wir müssen wegkommen von dem Gedanken Bildung ist nur etwas für Schule… Es heißt lebenslanges Lernen…. unterschiedliche Bildungswege… das ist noch immer nicht der Regelfall, dass das Menschen sich auch trauen und den Mut haben, vielleicht auch mal nochmal eine neue Bildungskarriere zu starten, weil die Rahmenbedingungen oft nicht so einfach sind….“

Warum sollte ich mich als Familie entscheiden Euch – der FDP – meine Stimme in der Europawahl zu geben?

Svenja: „…Ich glaube, wir setzen vor allen Dingen in den Mittelpunkt von Familienpolitik. Respekt. Respekt davor, dass Familien für sich selber erst einmal am Besten wissen, wie sie ihr Leben gestalten wollen…“

Die Assoziation des Tages für Rally könnt Ihr nachhören.

Uns hat das Interview großen Spaß gemacht und wir hoffen, dass wir Euch ein paar spannende Informationen und Neuigkeiten über Svenja Hahn und die Julis und FDP vermitteln konnten – als ein Baustein Eurer Entscheidungshilfe zur anstehenden EU-Wahl.

Liebe Grüße,

eure Ralli

Rahel Juschka
About me

Mutter von zwei wundervollen Töchtern, Regisseurin und Unternehmerin mit einer besonderen Leidenschaft für Musik. Vor fünf Jahren gründete sie ChorusArt Productions GmbH, eine Videoproduktionsfirma in Kreuzberg. Seit 2018 nimmt sie regelmäßig Podcasts im Format "Ralilly und Tollabea - Bildung und Familie mit Spaß" auf.

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