In manchen Situationen sind Zitate ein Mantra für mich – diese ganz besonders:


Mir gingen in der letzten Woche so viele Gedanken und Ideen für neue Artikel durch den Kopf. Ich habe mich heute mal für eine etwas andere Variante entschieden und möchte mit euch – mir wichtige – Zitate zu Achtsamkeit und zur Gewaltfreien Kommunikation teilen.

Und ich möchte euch dazu jeweils meine eigenen Gedanken mitgeben.

…schreibt unsere Kolumnistin mindfulsun. Und das Titelbild ist von ihr gemacht, in Wales!


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Mich inspirieren Zitate sehr und in manchen Situationen sind sie ein Mantra für mich – ein Anker – der mich ins Hier uns Jetzt holt und mich in schwierigen Momenten wieder mit meinen Werten verbindet.

„Du kannst dich jederzeit entscheiden,
wie du die Worte deines Gegenübers aufnimmst, die Macht liegt bei dir.“
Marshall B. Rosenberg

Wie oft habe ich in Gesprächen etwas als Angriff oder Kritik empfunden und das löste in mir Ärger aus oder auch Schuld und Scham. Heute kann ich mich damit verbinden: Warum lösen die Worte eines anderen Menschen diese Gefühle in mir aus? Und ich kann auch hinter das Gesagte blicken: Was sind die Bedürfnisse dieses Menschen? Oft genug finde ich bei mir selbst offene Wunden, die geheilt werden möchten. Und hinter den – scheinbar – verletzenden Worten des anderen steckt der verzweifelte Wunsch, verstanden zu werden.

In solchen Situationen hilft mir: Atmen! Pause zwischen Reiz und Reaktion setzen.  Mir den Raum geben, mich mit meinen Gefühlen und denen des anderen Menschen zu verbinden. Und das ist meine Macht: Der Zauber, selbst zu entscheiden, wie ich mit dem Gesagten umgehe und mir jede Menge Selbstmitgefühl zu geben.

„Das Wort gehört zur Hälfte dem, welcher spricht und zur Hälfte dem, welcher hört.“
Michel de Montaigne

Missverständnisse: Stolpersteine so vieler Kommunikationen und sehr oft der Funke, der einen Konflikt anheizt.
Wie oft habe ich gedacht: Wie kann jemand nicht verstehen, was ich da gerade gesagt habe? Ich drücke mich doch klar und deutlich aus. Tja, Kommunikation funktioniert nicht so einfach. Zu dem Gehörten kommen im Kopf die eigenen Gedanken und Bewertungen. Das sind Bruchteile von Sekunden. Die Botschaft des anderen Menschen wird mit meinen eigenen Gedanken und Gefühlen vermischt.

Hier hilft mir wiederholen, in meinen eigenen Worten und die Frage: „Habe ich das so richtig verstanden?“
Ich kann auch sagen: „Kannst du mir bitte sagen, was du von mir verstanden hast?“

Und auch hier gibt es einen Zauber:
Nicht überzeugt sein zu wissen, was der andere meint: Wirklich mit dem Herzen verstehen, was mir jemand mitteilen möchte.


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„Wenn die Achtsamkeit etwas Schönes berührt, offenbart sie dessen Schönheit.
Wenn sie etwas Schmerzvolles berührt, wandelt sie es um und heilt es.“

Thich Nath Hanh

Mein Mantra für angenehme und nicht so angenehme Momente im Leben.
Es hilft mir, mich bewusst an Dingen zu erfreuen: Sei es nun ein Regenschauer, der die Bäume in ein sattes Grün taucht. Sei es das Lächeln eines Menschen im Vorbeigehen. All das erfüllt mich mit Wärme und Freude.
Und wenn ich Schmerz spüre, weiß ich: Es ist ein Hinweis darauf, mich um etwas in mir zu kümmern. Dem Schmerz Raum geben, mich damit beschäftigen und ihn zu heilen, ihn nicht verdrängen.
Und ich kann die Schönheit von etwas wahrnehmen und gleichzeitig auch Schmerz fühlen. Es ist ok, alles gleichzeitig zu fühlen!

„Du kannst die Wellen nicht stoppen, aber du kannst lernen zu surfen.“
Jon Kabat Zinn

Gerade jetzt in diesen Zeiten wird mir jeden Tag bewusst, wie wichtig es ist, dass ich bestimmte Dinge einfach nun mal nicht ändern kann! Und wenn ich mich auf den Kopf stelle, es mir noch so sehr wünsche: Das Leben zeigt sich nicht immer von seiner schönsten Seite. Es liegt an mir, was ich daraus mache. Akzeptanz ist hier das Zauberwort und die Gewissheit, es geht vorüber. Die nächste Welle kommt.

„Tue nichts aus Angst, Schuld, Scham, Pflicht oder um mehr geliebt zu werden und erwarte auch nicht von anderen, dass sie etwas aus Angst, Schuld Scham oder Pflicht für dich tun. Unser Leben ist viel zu kurz und zu wertvoll, für den Preis, den ihr dafür bezahlen werdet. Tue alles nur mit der Freude eines kleinen Kindes, das eine hungrige Ente füttert.“
Marshall B. Rosenberg

Das ist etwas, was in meinem Wertesystem mittlerweile fest verankert ist. Und ich spüre, wie sehr es mich erleichtert. Wenn ich etwas für andere Menschen tue, dann aus Freude, um ihr Leben zu bereichern! Die Freude am Geben, bereichert auch mein Leben. Und ich möchte nichts von anderen Menschen, dass nicht auch aus dieser Leichtigkeit und dieser Freude gegeben wird: Auch wenn ich es in diesem Moment so furchtbar gern haben möchte.
Einer von uns beiden würde dafür bezahlen, oder sogar beide.
Wenn ich also spüre, was auch immer ein Mensch gerade tut, tut er nicht aus vollem Herzen und auch für sich selbst – sondern nur für mich – dann möchte ich es auch nicht annehmen. Und umgekehrt gilt das für mich auch.

Vielleicht konnte ich auch dem einen oder anderen von euch heute etwas mit auf den Weg geben.
Und ich würde mich freuen, wenn ihr mit uns teilt, welche Mantren und Zitate euch inspirieren.

Eure mindfulsun

PS: Ich möchte euch noch auf ein Online Seminar aufmerksam machen:

Diese Veranstaltung wird vom Institut für Restorative Praktiken organisiert.
GFK-Mediation – Konflikte beherzt in stärkere Verbindung wandeln
Fr 05.06. – So 07.06.2020
„Das Seminar richtet sich an alle, die Menschen in der Lösung ihrer Konflikte durch Verbindung unterstützen wollen – unabhängig davon, ob dies in der Rolle der Mediator*in, Führungskraft, Pädagog*in, etc. geschieht“
https://www.irp-berlin.de/seminare/gfk-mediation-online/

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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