Kindern mehr zutrauen!


– „Mamaaaa…. ich hätte gern noch ein Ei!“ sagte die 11-Jährige und schaute ihre Mutter lieb fragend an.

– „Gleich, mein Schatz, ich bin noch kurz mit deiner Schwester beschäftigt, aber dann kann ich dir ein Ei kochen!“ antwortete ganz lieb die Mutter.

So trug es sich zu, in meinem Haushalt. Familienbesuch.

Ich mische mich ungern in die Erziehung anderer Menschen ein, aber diesmal konnte ich nicht anders, als der 11-Jähigen zu sagen: „Eier sind im Kühlschrank, einen Topf findest du in der Küche, na los, koch dir ein Ei!“

Mutter und Tochter schauten mich mit großen Augen erst an, dann fanden sie die Idee gut. Sogar sehr gut.

Ich erlebe oft, dass Eltern es gewohnt sind, alles für die Kinder zu machen, sodass sie Entwicklungen verpassen. Dass sie schlichtweg vergessen, auf Entlastung zu bestehen und Aufgaben zu delegieren. Während die ganz Kleinen sich vehement jeden Unabhängigkeitsschritt notfalls mit Gebrüll erobern („Aleiiiiin! Ich will!“) ist bereits die (prä)pubertäre Faulheit nach ungefähr der zweiten Klasse auf Autopilot geschaltet.

„Mache nichts, was auch deine Eltern für dich tun können!“ ist die Devise, wenn kein Smartphone involviert ist.

Wenn Eltern da nicht in Führung gehen, merken sie zu spät, dass sie bereits in einem ungeschriebenen Sklaverei-Verhältnis stehen. Sie spuren auf Befehl – und diejenigen, die so gute Erziehungsarbeit geleistet haben, dass dieser Befehl sich wie eine höflichen Bitte anhört, freuen sich sogar über die Nettigkeit des Nachwuchses.

Das Ergebnis? Junge Erwachsene, die vollkommen hilflos sind.

Ich habe in meinem Leben Praktikanten erlebt, die allen Ernstes darüber belehrt werden mussten, wie man Kaffeeflecken aufwischt. Kein Scherz! Den Part, wo man den Putzlappen wieder ausspült und auswringt, haben ungefähr 80% meiner Praktikanten schlichtweg ausgelassen. Und über gelegentliche notwendige Belehrungen, dass man bei Toiletten auch nach Klogang die Spülung betätigen sollte, möchte ich mich jetzt nicht weiter ausbreiten. Ich habe zu viele jungen Menschen im Leben erlebt, die zu viel Personal und zu wenig Führung in ihren Eltern hatten. Sie wurden zu oft bedient und zu wenig daran gewöhnt, sich selbst zu helfen.

Eltern, mach jetzt Schluss damit! Probt den Aufstand!

Leute, traut euren Kindern mehr zu und lasst sie Arbeit übernehmen. Es wird euch und euren Kindern gut tun. Hier die Top 4 der wichtigsten Sachen, die Kinder ab ca. 10 Jahren imstande sein sollten, allein für sich zu regeln – entstanden durch die Tollabea-Community.

Hier die Frage und die Antworten in Original:

1. Nicht verhungern: Siehe oben. Eier kochen. Eigentlich sogar viele einfache Dinge kochen. Nudeln mit Tomatensoße zum Beispiel. Ja, genau: 10-Jährige sollte mit Messern und einem Herd durchaus hantieren können. Es ist gut, wenn ihr in der Nähe seid, aber machen können sie das durchaus alleine..

2. Von A nach B eigenständig gelangen: Kleine Wege allein bewältigen – auch in der Großstadt. Mit Freunden oder aber auch allein. Ob ein Kind mit einem Hund auch Gassi gehen könnte, war noch umstritten – zumindest versicherungstechnisch. Dazu gehört: Öffentlichen Busplan lesen und Abfahrtzeiten von diversen Verkehrsmitteln verstehen. Und seine Monatskarte nicht verbaseln wäre auch super.

3. Sauberkeit: Waschen, eigenständige Körperhygiene, auch Zimmer sauber halten und im Haushalt helfen und Toiletten auch mal mit einer Klobürste säubern sollte selbstverständlich sein! Ebenfalls erkennen, wann Kleidung in die Wäsche gehört… Viele Mütter wollen nicht unbedingt, dass die Kinder die Wäsche ganz selbstständig übernehmen (zum Schutz von Kaschmirpullis und Seidenblusen), aber Wäsche sortieren, ggf. eine Waschmaschine anstellen, Wäsche zum Trocknen aufhängen und selbige in ihren Schrank einräumen.

4. Gefahren erkennen und um Hilfe rufen: Damit das alles gut klappt, sollte das Kind für sich ein gutes Gespür entwickelt haben, was gefährlich sein kann – im echten Leben und sogar im Internet. Es soll eine Notrufnummer kennen und anrufen können, nicht mit Fremden mitgehen und wissen, was Schritte zum Selbstschutz sind. Dazu gehört zum Beispiel, dass es nie versuchen sollte, ein ausgebrochenes Feuer allein zu löschen.

Und damit schließt sich der Kreis, auch wenn es mehr Dinge gibt, die Kinder können sollten. Denn je mehr Verantwortung sie übernehmen, sind sie auch besser in der Lage, sich selbst zu schützen. Es gibt ja den berühmten Fall der australischen Kindergärten in den 90ern, die aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen komplett sicher gemacht wurden, so, dass keine Verletzungen mehr auftreten konnten – alles abgepuffert, runde Kanten, weiche Ecken. Und was passierte? Die Anzahl der Unfälle mit Langzeitfolgen bei Jugendlichen nahm ca. 10 Jahre später dramatisch zu. Diese Kinder hatten nie gelernt, sich selbst zu schützen…

So, wie viel traut ihr euerem Kind eigentlich zu? Erzählt mal. Jeder Kommentar macht auch anderen Eltern Mut, ihren Kindern mehr zuzutrauen. 

Liebe Grüße,

Béa

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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24 Kommentare

Kathi
Antworten 3. November 2016

Na da scheine ich zu 80% alles richtig gemacht zu haben bisher. Er fährt allein mit Rad zur Schule, zum Training zum Kumpel. Er kocht gern unter Anleitung. Seine Wäsche legt er zusammen und in den Schrank. Allerdings lese ich heraus das ich ihm durchaus noch mehr zutrauen kann. Ich probiere es einfach mal aus. Auf jeden Fall ist dieser Beitrag für mich ein positives Feedback das ich nicht alles falsch mache. Das fühlt sich gut an.

    beabeste
    Antworten 3. November 2016

    Klingt wirklich nach alles richtig gemacht! Ich freue mich, dass dieser Beitrag eine positive Bestätigung gibt - weiter so! Liebe Grüße, Béa

mella
Antworten 3. November 2016

Als Mutter erwachsener Kinder habe ich den Kindern schon sobald sie laufen konnten einen Löffel in die Hand gedrückt und gesagt bring es zum Tisch. Dieses hat sich dann mit der Zeit gesteigert. Ich habe versucht die Kinder nicht zu überfordern und mit Lob nicht gespart. Alle unsere Kinder können den Haushalt machen mit Kochen putzen etc. nur unser Sohn kann nicht nähen. Alles andere haben sie gelernt. Als die Mädchen ausgezogen sind habe ich für Mann und Sohn den Sonntagskochtag eingeführt. Wenn sie nicht gekocht haben habe ich mir was leckeres gekocht und ohne Sie gegessen.

    beabeste
    Antworten 3. November 2016

    Das liest sich wie ein entspannter und guter Ansatz! Danke für dein Kommentar und... weiter so! Liebe Grüße, Béa

Nadja
Antworten 4. November 2016

Meine Jungs (7&9) trainieren gerade selbstständig Abläufe zu erledigen. Beispiel: nach Hause kommen, Jacken aufhängen, Schuhe wegstellen, Händewaschen und Brotdosen/Trinkflasche in die Küche bringen. Sie machen das nach Aufforderung natürlich schon, aber ich möchte, dass es bald selbstständig klappt.

Nächste Stufe bei uns: Wäsche selbständig in den Wäschekorb legen und vor allem, Taschen leeren und Socken richtig umdrehen.

Tischdecken und eigene Teller abräumen machen sie im Alltag schon und im Urlaub sogar aus eigener Initiative.

Es wird schöner im Alltag, wenn alle mitdenken, das merken auch die Kinder ganz schnell.

Yvonne pilger
Antworten 4. November 2016

Meine 12 jährige ist eine gelungene Mischung aus ganz pfiffig und furchtbar Pupertär.

Ich als sie liebende Mutter mache ihr selbst verständlich morgens das Frühstück wenn sie nur noch 35 min hat um ins Bad zu gehen. *zwinker*
Aber im Gegenzug kann sie es auch alleine, steht alleine auf, macht sich fertig, kümmert sich im ihre Wäsche, und schafft es auch nach aufforderung in Haushalt zu helfen.

Ich wünsche mit nur sie würde mehr mitdenken und mehr von sich aus machen. Aber das liegt wohl am Alter, oder?

Heute morgen habe ich einen Kaffee gemacht bekommen, die weiß halt wie sie mich kriegt.

Tine
Antworten 7. November 2016

Ich finde es immer schade, wenn man seinen Kindern was zutraut und dafür schief angeguckt wird (so nach dem Motto: Was ist das nur für eine verantwortungslose/rücksichtslose etc. Mutter!). Leider wird das immer mehr zum Standard. Meine Jungs (4 und 7) müssen sich schon seit sie drei sind komplett selbst anziehen. Dazu gehören auch Jacke, Mütze, Schal und Schuhe (es gibt massenweise Kleidung, die das Lernen unterstützt, indem sie total leicht anzuziehen ist). Ich wusste, dass sie das können und hab es sie allein machen lassen. Das kostet Nerven - bringt aber was. ;-) Zudem ist es für mich selbstverständlich, dass mein Kind die 700m zur Schule allein bewältigt - von der zweiten Schulwoche an. Den Weg üben kann es vorher. Das hilft auch gegen Schulangst, denn der Stolz über den geschafften Weg steigert die Lust auf die Schule erheblich ist meine Erfahrung. Mittlerweile geht auch der Jüngere öfters den Weg vom Kindergarten (900m) allein nach Hause und ich muss einen andern Weg nehmen. ;-) Er möchte halt auch groß sein! Beide müssen im Haushalt helfen, ihre Wäsche sortieren und auch mit kochen und backen. Das lieben sie sogar. Im Sommer hat jedes Kind sein eigenes Minibeet zum Versorgen. Ich lasse sie auch kleine Zeiten (10-15min) Verantwortung für die kleine Schwester übernehmen. Manchmal muss das ja sein (Notfälle kommen schließlich öfter vor...). Dazu gehört auch, dass ich meinen Kindern gutes und anständiges Benehmen beibringe und ihnen auch zutraue, dass sie es schaffen umzusetzen. Meine Kinder müssen mit Besteck essen, sich ihre Brote schmieren und das Trinken einschütten (was man da im Kreis der Besuchkinder nicht alles sieht...). Sie müssen höflich sein (ohne Altersentschuldigungen aller Art!) usw.
Ich finde, heute können die Kinder nicht früh genug (unter guter Anleitung natürlich!) lernen, selbstständig zu werden und vor allem Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Es gibt völlig andere Lernbereiche als früher, aber die Zeitfenster, in denen man was gut beibringen kann, bleiben doch eher gleich. Und ich finde es sehr wichtig und gut, dass unsere Kinder nicht wie früher auf die harte Tour lernen müssen, sondern das wir Eltern zumindest ein Bewusstsein davon haben, wie man Kindern Sachen gut beibringen kann und sie unterstützt. Wir wollen ja gut auf unsere Kinder achten, aber dazu gehört auch, dass wir sie nicht in Watte packen sondern möglichst verständnisvoll begleiten und führen.

    beabeste
    Antworten 8. November 2016

    Vielen lieben Dank für diese Ansichten, das ist eine Bereicherung, dass du das mit uns teilst! Liebe Grüße, Béa

Manuela Falke
Antworten 19. Dezember 2016

Ich finde dieses Thema total wichtig. Und meinem Gefühl nach ist es so, dass man als "Rabenmutter" angeschaut wird wenn das Kind vieles selber macht. Das ist sehr schade. Mein Sohn durfte das letzte Jahr im Kiga allein heim gehen, geht jetzt auch wie selbstverständlich allein zum Schulbus. Steht seit er dreieinhalb circa ist morgens auf zieht sich an und geht runter zum Opa da ich ab 6 im Büro sitze. Der Opa macht ihm die Schulbrote aber alles andere kann er allein u selbst die Schulbrote könnte er allein. Aber er genießt es das für seinen Enkel zu tun. Zum Fussballtraining oder Musikunterricht darf er allein gehen. Er kann Nudeln kochen und wunderbare Tische decken und mit Liebe Servietten falten. Wäsche gehört abends automatisch in die Waschkiste. Er fragt nach ob alles in die Wäsche muss aber es kommt von ihm. Socken sortieren und so kleine Haushaltstätigkeiten wie Mülldienst oder das eigene Zimmer saugen und aufräumen oder oder... Das halte ich auch für sehr wichtig. Denn Mutti ist nunmal Mutti. Und "viele Hände schnelles Ende" und mehr Zeit für ein Spiel. Er geht in die zweite Klasse und ich finde es sehr erschreckend wenn ich sehe dass es tatsächlich Mitschüler gibt die Probleme beim Umziehen nach dem Schulsport haben. Von Schleifen binden rede ich gar nicht da darf es auch gerne Klett sein.
Auch finde ich dass Verabredungen treffen sehr früh ein Fall für das Kind sein sollte. Mutti kann ja die Details nachher absprechen mit der anderen Mutter. Oder Nachrichten an Erzieher oder Lehrer abgeben oder mitteilen. Das kommt auch beim Lehrer gut an da oft die Eltern es "regeln" wollen.
Ich kenne Mütter die ihren pfiffigen Gymnasiasten keinen Schulbus oder Fußweg zutrauen.
Viel Zutrauen tut dem Kind gut. Es darf natürlich nicht überfordert werden aber bisher war jedes kleine Stück was wir ihm mehr zugetraut haben etwas was ihn ein Stück größer gemacht hat.

    beabeste
    Antworten 19. Dezember 2016

    Vielen lieben Dank, liebe Manuela, dass du dir die Zeit genommen hast, das so ausführlich zu beschreiben. Bestätigt mich sehr! Und: „viele Hände schnelles Ende“ und mehr Zeit für ein Spiel finde ich genau richtig als Ansatz. Liebe Grüße, Béa

Jenny
Antworten 19. Dezember 2016

Wie wahr wie wahr...
Bei uns gibt es nur Taschengeld, wenn Herr Sohn (8) die Treppe gesaugt hat. Die kleine Schwester (5) übernimmt dafür den Flur. Tisch decken, abräumen, schmutzige Kleider in den Wäschekorb und Brotdosen und Trinkflaschen aus den Taschen räumen sind ebenfalls selbstverständlich. Auch Betten ab- und beziehen sind durchaus machbar. Schnippeln bzw schälen als Hilfe beim Kochen werden auch gerne übernommen. Der Hauswirtschaftsunterricht (Kochen) in der weiterführenden Schule ist sehr erschreckend. Die Zubereitung eines Obstsalates und der vorherige Einkauf sind für viele Kinder nicht mehr leistbar. Traurig!

Kerstin
Antworten 19. Dezember 2016

Mein Sohn (4) sortiert mit mir zusammen seit er drei Jahre ist, die Wäsche, ich mach das Waschmittel rein, er wählt das Programm und schaltet ein. Er räumt mit mir den Geschirrspüler aus, wäscht ab und er liebbt es Staub zu saugen - noch bevor er laufen konnte und er durfte immer schon den großen (also den normalen Staubsauger) benutzen. Zugegeben, er mag es ungemein zu putzen aber es gehört eben auch einfach dazu. Er kocht und backt mit mir zusammen, kann das Mürbeteigrezept aus dem Kopf. Er ist erst vier aber ich denke wir sind auf einem guten Weg auch wenn manche Sachen (zb selbstd das Brot schmieren) nicht klappen, qllerdimgs ehrlicher weise nur weil er nicht möchte, nicht weil er nicht kann, aber ich hab heut noch am liebsten die gemachten Brote von meiner mama also ist das ok ;)

Sandra
Antworten 21. Dezember 2016

Mein Großer ist dieses Hahr in die Schule gekommen. Als am ersten Freitag viele Kinder nach dem Mittag schon gingen und er eigentlich in die Nachmittagsbetreuung sollte, aber so beim Essen getrödelt hatte, dass die Betreuerin ihn schlichtweg vergessen hat, sah es für ihn aus, als habe er den Bus verpasst. Das Sekretariat war schon zu und auch sonst kein Erwachsener in Sicht - also ist er los, 2km durch die Stadt zum alten Kindergarten. Den Weg war er 1-2 mal vorher mit der Kindergartengruppe gegangen. Die Lehrerin, die von der Schule mit dem Auto hinterhergefahren kam (nachdem dort entdeckt wurde, dass ein Kknd fehlt) kannte er nicht, also hat er sich geweigert, da ins Auto einzusteigen.
Im Allgemeinen merken wir nun Ende des ersten Halbjahres, dass die Lehrerin wohl erzogen wurde wie oben beschrieben - sehr unselbstständig. Da der Sohnemann das auch schon spitz gekriegt hat, nimmt er sie nicht so ganz für voll - aber wenigstens ist er selbstständig genug, sich selbst zu helfen.

Anke
Antworten 3. März 2017

Prinzipiell sehe ich das genauso. Trotzdem würde ich auch nur ungern verallgemeinern, was genau ein Kind in welchem Alter können sollte. Nicht nur, weil die Kinder so unterschiedlich sind, sondern auch die Lebensumstände.
Wir wohnen auf dem Dorf (450 Einwohner ), die Kleinstädte, in denen wir uns überwiegend aufhalten (Einkaufen, Ärzte etc.) haben keinen ÖPNV. In der Großstadt sind wir maximal 4x im Jahr. Meine Kinder (9 und 7) können keine Fahrpläne lesen und ich würde sie auf keinen Fall mit StraBa oder Bus alleine fahren lassen.

Tisch decken, abräumen, Wäsche in di Wäsche und den Schrank etc. müssen sie aber auch :-).

Ina
Antworten 3. März 2017

Das kann hier im Prinzip schon die fast 7 Jährige ;-). Sie steht gerne am Herd, ich pass natürlich noch auf damit die richtige Platte an ist u. auch aus zum Schluss .Zur Schule wird sie zwar abgeholt von ihrer Lehrerin, da gabs Probleme mit dem Bus wechsel, aber der Rückweg klappt super mit dem Bus. Wenn ich auf Arbeit sehe(Schulküche) das manche Kinder bei uns das erste Mal ein Messer in der Hand haben in der Küche finde ich das wirklich bedenklich.Ja u mehr Zutrauen immer mit der Versicherung das wir da sind, erklaeren wie man sich zu helfen weiss wenn man mal in eine Situation kommt wo man Hilfe braucht u. einfach probieren lassen von klein auf ist unsere Divise u. da inzwischen bei Kind Nr.4, die Groesste wird dieses Jahr 18 u. ist mehr wie klar auf eignen Beinen zu stehen.

LG aus Norwegen Ina

Catrin
Antworten 3. März 2017

Meine Tochter ist 3,5 Jahre und ich lasse sie alles tun, was sie alleine tun möchte. - Natürlich unter meiner Aufsicht. Sie hat von uns noch nie gehört: DAS KANNST DU NICHT!
Deshalb kann sie: Alleine einen Joghurt aus dem Kühlschrank holen, essen und anschließend aufräumen, die Spülmaschine ausräumen, sich selbst ein Toast machen, etwas zum Trinken einschenken, anziehen, die Hunde füttern,...

Jenny
Antworten 3. März 2017

Also, ich sage schon zu meiner 5 jährigen Tochter öfter mal, Du weisst wo die Schorle im Kühlschrank steht und wo die Becher stehen, Du darfst also gerne selber gehen. KLappt nicht immer, aber immer öfter :-) Auch zu den Nachbarn geht sie alleine (wir wohnen in einem Dorf) :-) Im Supermarkt bewegt sie sich frei und holt auch schon ihre wichtigen Lebensmittel :-) früh übt sich

Mutterseele
Antworten 1. August 2017

Um meine Kinder mach ich mir da keine Gedanken, die können das alles (was Du da beschreibst) seit sie 6-8 Jahe alt sind. Aber auf der Arbeit habe ich einen 19jährigen FSJler, der ein sehr gutes Abi und eine ebenso große Klappe hat. Pfiffiges Kerlchen, dachten wir. Aber er kann weder alleine einkaufen noch Wäsche waschen, er weiß nicht wie man ein Einschreiben aufgibt oder dass man an Emails Dokumente anhängen kann. Er kann nicht vernünftig googeln, geschweige denn selbst geschriebene Texte nochmal Korrektur lesen. Da frag ich mich echt: was ist da in der Erziehung schief gelaufen?
Keine Ahnung was die in der Schule lernen: zu Hause hat der jedenfalls nix gelernt. Schlimm.

    luna
    Antworten 15. Oktober 2017

    Derjenige wird halt später Arzt oder Anwalt. Upps. Medikament falsch dosiert? Lachen wir doch mal drüber...!!!

Diana
Antworten 16. Oktober 2017

Lustigerweise klappt es bei unserer 2 Jährigen am besten. Unsere Erstgeborene knapp 12 ganz dem Motto "sei schlau, stell dich doof!" Lässt sich sehr gerne bedienen, was einem auf die Palme bringt und für viel Streit sorgt, denn ich bin kein Sklave. Unsere Mittlere grad 4 ist auch goldene Mitte, je nach Lust und Laune ist sie selbstständig oder auch mal nicht.
Und klappt es irgendwann von alleine, diese ich möchte kein Stinktier mehr sein? Denn das ist bei unserem Pupertier auch hoch im Kurs, ich stinke nicht, das geht noch... ;-)

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