Mein Kind hat Diabetes: Mit welchen Symptomen kündigt er sich an?


Viele von euch haben um mehr Aufklärung gebeten, als ich euch einen Einblick in den Alltag mit Diabetes-Kindern gewährt habe. Eure Resonanz war riesig und deshalb möchte ich gerne von Zeit zu Zeit eure Fragen aufgreifen und nach bestem Wissen und Gewissen beantworten.

Und vielleicht schaffen wir es sogar, mehr Toleranz und Unbefangenheit im Umgang mit chronisch kranken Kindern zu erreichen, Ängste zu nehmen und mit Vorurteilen aufzuräumen.

Als mein Sohn krank wurde, hatte ich keine Ahnung von den Symptomen und habe sie nicht richtig gedeutet.

Er sah mager aus in letzter Zeit und ein bisschen blass, aber das schob ich auf seine ständigen Infekte. Ansonsten war er so fit, aktiv und aufmüpfig wie immer. Von Abgeschlagenheit keine Spur.

Auch unsere Kinderärztin schöpfte keinen Verdacht.

Unser Glück war, dass meine Mutter die Symptome kannte. Sie sah mein Kind nicht jeden Tag und bemerkte die Veränderungen an ihm viel deutlicher. Sie stellte Fragen und meine Antworten brachten bei ihr schließlich die Alarmglocken zum schrillen. Zum Glück! Denn so ist meinem Sohn die Intensivstation erspart geblieben, für viele andere Kinder beginnt der Diabetes mit dem diabetischen Koma.

So wie mein Sohn, sind Kinder fast immer vom Diabetes Typ 1 betroffen.

Dabei handelt es sich um eine unheilbare Stoffwechselstörung. Ausgelöst wird sie durch eine Autoimmunreaktion, bei der die insulinbildenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört werden. Das Insulin ist dafür zuständig, Glukose in die Körperzellen, Muskeln und das Gehirn zu bringen, die dort als Energielieferant benötigt wird. Es dauert meist einige Monate oder Jahre, bis die Betazellen soweit zerstört sind, dass sie es nicht mehr schaffen, ausreichend Insulin zu produzieren. Manchmal, gerade bei sehr kleinen Kindern, kann es aber auch sehr schnell gehen.

Jetzt machen sich eine ganze Reihe sichtbarer und spürbarer Symptome bemerkbar, die auf einen Diabetes hinweisen:

ständiger Durst

• häufiges Wasserlassen

• Austrocknung

• starker Gewichtsverlust innerhalb weniger Wochen

• auffälliger Leistungsabfall, Müdigkeit und Abgeschlagenheit

• Muskelschwäche

• häufige Infekte

• Übelkeit und Bauchschmerzen

• Azetongeruch im Atem (wie Nagellackentferner)

• Sehstörungen

• und schließlich Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma

Bemerkt ihr diese Anzeichen oder vielleicht auch nur einige davon bei eurem Kind oder euch selbst, dann solltet ihr sofort einen Arzt aufsuchen und euren Verdacht abklären lassen. Lasst euch nicht auf einen späteren Termin vertrösten.

Wenn es sich tatsächlich um Diabetes handelt, kann es nun binnen weniger Stunden oder Tage zum diabetischen Koma kommen.

So wie ich können auch viele andere Mütter die Veränderungen an ihrem Kind anfangs nicht richtig deuten. Und nicht jeder hat so wie ich jemanden an seiner Seite, der die Symptome eines Diabetes kennt.

Deshalb meine Bitte an euch Eltern und Großeltern, ErzieherInnen und LehrerInnen, beste FreundInnen: Bleibt aufmerksam. Nicht nur bei euren eigenen Kindern.

Liebe Grüße

Eure Doro

Doro
About me

Vom Stadtkind zur Landmama. Heimwerkerin und Basteltante, Bücherratte und Bilderdenkerin. Gnadenloser Optimist. Nachteule und Langschläfer. Immer neue Flausen im Kopf. Single-Mom in einem 4-Kinder-Haus und Vollzeit im Beruf. Büroflüchtling, wann immer ich kann. Verliebt in den Himmel und die Magie von Büchern ... Und irgendwann schreibe ich selbst ein Buch.

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2 Kommentare

Susanne
Antworten 27. Mai 2018

Mein Sohn, damals 14, hatte keines dieser Symptome. Es war eine Zufallsdiagnose beim Urologen, bei einer Urinuntersuchung nach einer OP.

Emma
Antworten 19. September 2018

Wie wird Diabetes festgestellt? Blutuntersuchung? Urinuntersuchung?

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