Selbstfürsorge im Alltag – Weil ich es (mir) wert bin!


Selbstfürsorge ist gerade im Alltag von Eltern so wichtig – auch für die Kinder! Unsere Kolumnistin mindfulsun verrät, wie sie selbst mit einer posttraumatischen Belastungsstörung – oder gerade damit – gelernt hat, Selbstfürsorge zu leben. Für sich, und indirekt ja auch für ihre Jungs.

Mit der Achtsamkeit kam auch Selbstfürsorge in mein Leben.

Bei manchen Menschen ist das genau umgekehrt – irgendwie wie Henne und Ei. Es gehört auf jeden Fall für mich zusammen!

Und mit Selbstfürsorge meine ich nicht nur: Ich gönne mir manchmal etwas Besonderes. Selbstfürsorge ist der tägliche achtsame Umgang mit mir und meinen Bedürfnissen. Selbstfürsorge ist mir nicht erst dann etwas Gutes zu tun, wenn ich schon total platt bin.
Selbstfürsorge ist für mich: Ich bin gut zu mir selbst, weil ich es mir wert bin. Zugegeben, es steckt noch in den Kinderschuhen. Ich übe und arbeite an mir.

Wichtig vorab: Egoismus ist nicht Selbstfürsorge!

Für mich ist Selbstfürsorge auch geben – die Voraussetzungen zu schaffen überhaupt geben zu können. Selbstfürsorge ist vor allem auch bedeutungsvolle zwischenmenschliche Beziehungen zu haben und zu pflegen.

„Für mich selbst zu sorgen, bedeutet nicht: An erster Stelle komme ich. Es bedeutet: Ich auch.“ – L.R.Knost

Womit fange ich hier an? Was gehört für mich zur Selbstfürsorge im Alltag?

1. Meine Werte leben

Auch das ist für mich Selbstfürsorge – authentisch sein und meine Werte leben. Das ist ein bedeutender Teil davon.

2. Gesunde Ernährung

Wie oft habe ich in meinem Leben eine Diät gemacht und wie oft bin ich gescheitert. Wie oft hat sich der Gedanke: ‚Jetzt muss ich verzichten!‘ in meinem Kopf festgesetzt. Selbstfürsorge bedeutet jetzt, dass ich mich gesund und vegan ernähre. Ich tue meinem Körper etwas Gutes. Das genaue Gegenteil vom Verzichtgedanken. Die Zeit der Diäten ist vorbei. Der Schlüssel war und ist eine gesunde Ernährungsumstellung und ein Perspektivenwechsel im Kopf.

3. Ausreichend Bewegung

Ich war nie besonders sportlich und werde es auch vielleicht niemals sein. Was ich gemerkt habe, ausreichend Bewegung tut meinem Körper gut. Früher musste ich mich oft sogar zu Spaziergängen überwinden, diese Zeiten sind vorbei. Ich habe mit dem Laufen angefangen. Ein Marathon wird es wohl nie und oft genug endet der morgendliche Lauf in einem Spaziergang – immerhin, es tut mir gut und macht mir Spaß. Dazu wird jetzt bald noch Qi Gong kommen. Und wer weiß, was ich noch für mich entdecken werde.

4. Gewaltfreie Kommunikation

Selbstfürsorge hat für mich auch eine ganze Menge mit Selbstreflexion zu tun. Und hier habe ich festgestellt, wie extrem wichtig mir eine respektvolle und wertschätzende Kommunikation ist. Und das ich hier auch noch an mir arbeiten muss! Gewaltfreie Kommunikation: Bei mir bleiben, auf meine Bedürfnisse UND die der anderen achten – eine verbindende Kommunikation.

5.  Grenzen setzen lernen – Wünsche und Bedürfnisse äußern

Mit der Achtsamkeit und Selbstfürsorge kam auch das Selbstmitgefühl. Ich möchte für mich sorgen und hier heißt es auch, dass ich Grenzen setzen muss. Ich kann mittlerweile auch respektvoll „nein“ sagen und meine Bedürfnisse und Wünsche formulieren. Auch bei anmaßendem und respektlosem Verhalten mir gegenüber kann ich mich mittlerweile besser abgrenzen. Gerade mit meiner Posttraumatischen Belastungsstörung ist das ein sehr wertvoller und wichtiger Schritt.

6. Selbstfürsorge im Alltag ist: Zeit für mich nehmen

Hier ist es schon die Zeit für die tägliche Meditation. Zeit für eine Tasse Kräutertee, die ich bewusst genieße, ohne irgendwas zu planen oder zu grübeln. Achtsame Zeit mit meinen Jungs zu verbringen, ohne Ablenkungen und ohne Zeitdruck.

7. Um Hilfe bitten

Ja, auch das ist Selbstfürsorge. Es ist nicht notwendig, alles immer alleine zu stemmen und auch Eigenverantwortung hat Grenzen. Um Hilfe bitten, ist kein Zeichen von Schwäche! Ideal ist es für mich, in gleichem Maße für andere Menschen da sein zu können.

8. Auszeit – nur für mich – nehmen

Das war wohl das Schwerste und hier musste ich wirklich üben, mir zu sagen: Du hast das verdient! Ich habe mir einen Wunsch erfüllt, den ich schon seit 26 Jahren in meinem Herzen hatte: eine Reise nach Wales. Nur ich, die Klippen und das Meer. Bis zum Tag der Abreise habe ich mit mir gehadert. Ist das jetzt richtig? Darfst du das? Schaffst du das mit dem Trauma? Meine Jungs haben mich dabei unterstützt und mich bestärkt. Und als ich dann am Meer saß und mir sagen konnte (und es wirklich auch gefühlt habe): „Ich habe mir das verdient und es ist wundervoll!“ Das war ein bewegender Moment für mich. Einen ausführlicheren Bericht über die Reise bekommt ihr hier bald noch.

Selbstfürsorge ist sehr individuell und das waren jetzt einige Beispiele aus meinem Leben. Und manchmal ist Selbstfürsorge auch, mich einfach zusammenzurollen und überhaupt nichts zu tun. Auch solche Momente gibt es und die nehme ich mir. Alle Gefühle zulassen und akzeptieren, wie es gerade ist, auch das ist Selbstfürsorge für mich.
Wobei ich an der Akzeptanz noch arbeite. Klingt einfacher, als es ist!

Zeit in der Natur verbringen, Zeit mit Menschen verbringen, die einem gut tun, auch Wellness und ausreichend Schlaf können Teil von Selbstfürsorge sein. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten.

Seid gut zu euch!

Eure
mindfulsun

P.S.: Natürlich freuen wir uns, wenn ihr uns mitteilt, was ihr unter Selbstfürsorge versteht. Was tut ihr für euch? Was ist euch wichtig?

Und falls ihr euch das merken wollt, hier ist der Pin für Pinterest:

Betreibt Selbstfürsorge im Alltag – und in eurem Leben!

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

DAS KÖNNTE DIR AUCH GEFALLEN

Wohnung voll, mehr Gäste als Matratzen und kommt Stress auf oder nicht? – Ein Osternest gegen Stress
18. Apr 2019
Instant Achtsamkeit: 7 kleine Achtsamkeits-Übungen für stressige Situationen – und nicht nur dafür!
01. Apr 2019
Warum wir auf Formulierungen mit „nie“ und „immer“ besonders achten sollten
11. Mar 2019
Eine Mutter macht ihrer Depression eine Kampfansage
05. Mar 2019
Am Rande der Verzweiflung: Ein Loch im Herzen und die Suche nach dem Licht – Gastbeitrag
01. Mar 2019
Für weniger beurteilen und bewerten – Für mehr Akzeptanz
28. Feb 2019
„Alle außer mir werden eingeladen“ – Was tun bei einsamen Kindern ohne Freunde?
26. Feb 2019
Selbstmitgefühl – Was brauche ich? Wie fühle ich mich? – Für uns und unsere Kinder
18. Feb 2019
Mobbing – Dagegen können wir alle etwas tun!
04. Feb 2019

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Werbung

1 Kommentare

Holly_Holster
Antworten 16. April 2019

Freitags ist mein freier Tag, dafür arbeite ich die anderen Tage mehr. An diesem Tag putze ich natürlich und erledige Dinge, aber nicht mehr wie früher, zwischen KiTa und abholen alles erledigen, was reingeht.
Jetzt habe ich einen Putztermin (1,5h) und in der Zeit tue ich, was ich für nötig erachte. So schaffe ich mir bewusst Zeit, auch mal die Füße hochzulegen oder mir Gutes zu tun. Mein Mann hat das für dich übernommen und hat seinenPutztermin dienstags.
Großaktionen gibt es alle paar Monate, da darf es auch mal länger sein.
Küche aufräumen, Wäsche machen und Müll machen wir ohnehin täglich, das fällt nicht unter diese Termine.

Ansonsten versuche ich auch, den Gedanken an ein Wochenende ganz alleine einziehen zu lassen. Ich möchte das schon länger tun, aber das schlechte Gewissen der Familie gegenüber ist noch groß.

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem Stern (*) markiert.