Wie man spielerisch mit seinen Kindern in Verbindung bleibt


„Hä?“ – werdet ihr denken – „Was soll das? Wir wohnen doch zusammen! Was heißt da in Verbindung bleiben?“… Tja, mir ging es mit meiner Tochter so, dass ich in manchen Phasen ihre Präpubertät und währen der Teenie-Jahre machmal den Eindruck bekam, dass es schon einer bewußten Handlung bedarf, um richtig mitzubekommen, wie es ihr geht.

Ich habe mir bewußt Dinge ausgedacht, um in einem voll gepackten Alltag mit Schule, Aktivitäten, Beruf und Verpflichtungen zu kommunizieren und uns mitzuteilen. Hier sind einige Ideen für euch, die mir bis heute noch helfen:

1. In der Frühe: Duschgel raten und Gerüche besprechen

Wir haben bewußt immer mehrere Duschgels mit verschiedenen Aromen. Morgens nach dem Duschen haben wir geraten, wer sich für welchen Duft entschieden hat und warum. Was wünschen wir uns von dem Tag? Zu was inspiriert uns der Orangenduft und zu was der Grasgeruch der grünen Flasche? Wir haben gelacht und das hat den Morgen entspannt…

2. Auf dem Weg zur Schule: Berufe raten

Wir haben unsere Mitmenschen in der Bahn oder in anderen Autos beobachtet und haben uns gefragt, wohin sie unterwegs sind und was sie für Jobs haben. Wir haben versucht, uns vorzustellen, wie ihr Alltag aussieht, und was ihnen gerade gut tun würde… Wenn sie uns beim Tuscheln erwischt haben, haben wir es offen zugegeben und sie nach ihrem Beruf gefragt. Klar haben wir schon mal das eine oder andere „Geht euch ja nüscht an!“ von unseren lieben Mitberlinern eingefangen, doch die meisten fanden das eher lustig als störend.

3. Die Frage nach der Schule: Wie war die Pause?

Man muss einmal verstanden haben, was das Wichtigste an der Schule ist! Damit anzufangen lohnt sich. Fragt nach der Pause. Das ist viel einfacher und spannender als: „Wie war’s in der Schule?“, der spätestens nach der ersten Woche der ersten Klasse mit Augenrollen und einem knappen „Gut!“ abgefertigt wird.

4. Immer wieder: Fachliche Updates von kleinen Spezialisten

Kinder interessieren sich immer für etwas: Sport, Computerspiele, Mode, eine bestimmte Serie. Lasst euch updaten. Versucht dabei nicht das Gefühl des „Abhörens“ zu hinterlassen. Fragt einfach neugierig und seid gewiss, dass ihr mit den Infos der übrigen Erwachsenenwelt etwas voraus habt.

5. Auch immer wieder: Zusammen kochen

Ja, ganz oft muss es schnell gehen, weil man eh schon so spät dran ist… und am nächsten Morgen müssen alle früh raus. Aber es ist so ein verbindendes Erlebnis, mindestens einmal die Woche zusammen zu kochen! Am besten experimentell und ohne Rezept, erfinderisch und erkundend. Und wisst ihr was? Das Coolste, was passieren kann, ist wenn alles überhaupt nicht gelingt und dann die Tiefkühlpizza zum Einsatz kommt. Am besten im Picknick-Format auf einer Decke auf dem Wohnzimmerboden. Dann ist die Stimmung ausgelassen…

6. Beim Abendesssen: Das Beste am Tag, das Blödeste am Tag

Jeder erzählt kurz und knapp, was sein High und was sein Low des Tages waren. Ganz wichtig hier: Versucht bei den doofen Sachen auf keinen Fall sofort in den Lösungsmodus zu verfallen. Gaaaanz ruhig bleiben. Nicht sofort wie eine Furie aufspringen und die „Ich ruf jetzt den Direktor / die Mutter von XXX / Kanzlerin Merkel etc.!!!“-Nummer abziehen. Stellt erstmal weitere Fragen: Wie hast du dich dabei gefühlt? Was würde dir helfen, damit es nicht noch mal passiert? Sonst trauen sich Kinder nicht mehr, von ihren Lows zu erzählen…

7. Zur Gute-Nacht: Witze erzählen

Irgendwann ist das Thema Vorlesen oder Gute-Nacht-Geschichte durch. Sie wollen selbst lesen, oder whatsappen eh noch mit Freunden herum. Bei uns hat ab ca. Alter 11 sehr gut funktioniert, dass wir uns Abends noch Witze erzählt haben…. beim Lachen sind wir dann von Hölzchen ins Stöckchen gekommen und haben uns noch vieles erzählt.

Übrigens, noch eine Anmerkung: Kommunizieren ist ein Geben und Nehmen. Ich habe schon immer meinem Kind Offenheit vorgelebt und erzähle  ihr – natürlich immer altersgerecht – auch von mir eine Menge…

Und, was funktioniert alles bei euch, um mit euren Kindern in Verbindung zu bleiben? Ich würde mich sehr über Ergänzungen in den Kommentaren freuen! 

Liebe Grüße,

Béa

Achso… und eine Runde Emojical Mau Mau könnt ihr auch spielen!

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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3 Kommentare

Daniela
Antworten 22. März 2017

Bei uns sind Fragen der Dauerbrenner und Mama beantwortet sie auch. Ein Beispiel:

"Was war die absolut schlimmste Situation mit euch?" Ich "Als du, Henry zu mir kamst und sagtest: "Carl hat in deinen Schuh gepinkelt". Als ich dann anfing zu schimpfen, sagte Carl: "Aber Henry hat ihn hingehalten."

Mein Sohn sagte übrigens: Am Schlimmsten war, dass du mir bei Toys R Us nichts gekauft hast. First World Problems. Wenn das alles ist, bin ich zufrieden...

Weitere Fragen:
Was würde ich auf eine einsame Insel mitnehmen?
Wohin will ich unbedingt mal in den Urlaub fahren? (Mein Sohn: Zum Mars)
Was würde ich gerne können?
Was ist mein Lieblingswitz?
Was mache ich, wenn Finn (hier Schulrüpel einfügen) mich anrempelt?

Jenny
Antworten 13. August 2018

Hallo Tollabea,
Vielen Dank für eure tollen Beiträge. Ich lese euch gern täglich und mag es, bei vielen Themen auch mal in eine andere Sichtweise zu schnuppern bzw. mir durch eure Beiträge Inspiration für den Alltag zu holen- wie auch beim obigen Beitrag.

Vielen Dank und liebe Grüße,

Jenny

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