#regrettingmotherhood – mal ganz anders


#regrettingmotherhood – Ich habe nie bereut, Mutter geworden zu sein. Aber momentan bin ich am überlegen, ob es gut war, mein Business wie ein Kind zu lieben…

Echte Motherhood

Ich bin mit 21 Mutter geworden und das war eigentlich zu früh. Aber ich kann zu 100% sagen, dass das, was ich durch meine Tochter geworden bin, besser ist als das, was ich vorher war. Nix Ambivalenz. Ein wunderbares Plus auf meinem Lebenskonto. Davon erzähle ich euch ein anderes Mal mehr.

Business Motherhood

Gesten habe ich alle Call-to-Action Buttons hier abgeschaltet, mit denen man die Tollabox kaufen konnte. Im Büro räumen wir alles auf und schreiben Zeugnisse für die Mitarbeiter. Die wunderbare Idee der Tollabox hat nicht funktioniert. Meine Idee, mein Baby muss ich „begraben“, und das tut weh. Ich bin ein positiver Mensch, und ich werde damit klar kommen.

Dennoch stelle ich mir die Frage, ob es so gut war, eine Business-Idee so zu lieben wie ein Kind. Ich bereue es nicht, alle Energie und Überzeugung in die Tollabox gesteckt zu haben. Das habe ich immer gemacht, ich habe immer mit Freude und voller Tatendrag an meinen Sachen gearbeitet, ob es sich um Serien und Filme bei SAT.1 gehandelt hat oder um Laminatfußböden für Kunden der Boston Consulting Group.

Aber lieben? Daran hängen mit aller Seele? Macht das nicht blind und vernagelt? So nach dem Motto: „Mein Kind ist hochbegabt und alle anderen verkennen das“? Möglicherweise hätte ich bei einer guten Portion Kaltschnäuzigkeit besser die Marktprobleme erkennen können. Dass Eltern zu beschäftigt sind und vom Alltag so überwältigt, dass sie keine richtige Zeit haben, die Box in Ruhe mit ihren Kindern zu spielen. Natürlich nicht alle! Ihr Lieben, ihr seid natürlich eine Ausnahme!!! Aber die breite Masse, die über 3 Millionen Familien, die potenziell als Käufer in Frage gekommen wären, ihnen konnten wir den Nutzen der Tollabox nicht verständlich machen. Die Marketingkosten blieben trotz zahlloser Versuche und Verbesserungen zu teuer. Oder die Abonnenten haben nach wenigen Monaten abbestellt. Hätte ich nicht ständig gedacht, dass sich das noch einrenkt, dass wir schon noch an Marketing und Produkt schrauben können, dann hätte ich der Realität ins Auge blicken können. Stattdessen trug ich die Mama-Rosabrille und habe gedacht, dass noch irgendwas geht.

Daher ja, ich bereue es. Ich bereue es, ab einem gewissen Erkenntnisstand und Zeitpunkt für meine Business Idee wie eine Löwenmama gekämpft zu haben. Es tut mir leid für die Zeit und Kraft meines Teams und das Geld meiner Investoren. #regrettingmotherhood der anderen Art.

Die Zukunft?

Ich blicke nun nach vorne und werde schon wieder auf die Füße fallen. Genauso wie alle aus dem Team, wie haben exzellente Leute gehabt, jeder einzelne. Sie werden neue Aufgaben finden und ich bin sicher, dass sie aus den Erfahrungen bei der Tollabox profitieren werden. Ihnen sage ich: „Bereut nicht, dass es zu Ende ist. Seid froh, dass es in euerem Leben war“. Sie werden ihren Weg machen, sie sind stark – und da wir hier Transparenz gelebt haben, kam alles, was passiert ist, nicht als Bombe, sondern als erwartete Wahrscheinlichkeit.

Ich bleibe liebesfähig

Was ich weiterhin mit vollem Herzen lieben werde, sind Kinder, Eltern und das Prinzip der spielerischen Bildung. Deswegen mache ich hier erst einmal weiter, ohne die teure Abonnentengewinnung und Box. Ich mache weiter in Form eines hoffentlich inspirierenden Kreativ-Blogs. Daraus werden sich in der nächsten Zeit neue Ideen entwickeln. An diesen werde ich gewiss schlauer und vielelicht auch distanzierter herangehen, und besser auf die Marktwirklichkeit achten.

Bleibt ihr bei mir?

Liebe Grüße,

Béa

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

DAS KÖNNTE DIR AUCH GEFALLEN

12 Kommentare

eage
Antworten 8. Juni 2015

Standing Ovations! Respekt und Hochachtung! Ich finde deinen Umgang in und mit dieser Krise beeindruckend. Davon hast du zwar nicht viel, aber bei deinem Blog bleibe ich sehr gerne und wünsche dir für die Zukunft alles Gute! Ich bin froh, dass du dem Netz erhalten bleibst. Mir gefallen deine Herangehensweise an Bildung deine Vorstellung von, ich nenne es mal lebenslangem Lernen, sehr gut. Und dein Design: sehr schön!

    beabeste
    Antworten 8. Juni 2015

    Lieben Dank, so etwas tut mir seht gut! <3

Nathalie Bonnet
Antworten 10. Juni 2015

oh nein! Jetzt bin ich traurig!!! Ich weiß gar nicht was die Tollabox ist und war und wünschte nun, ich hätte sie vorher gekannt :( mein Baby spielt so wahnsinnig gerne und mir gehen die Ideen aus...wahrscheinlich hätte ich genau Deine Box gebraucht...
Liebe Bea, es tut mir leid, dass die Welt oder die Welt der Eltern anscheinend noch nicht bereit für Deine Idee war :(
Ich bleibe daher sehr gerne bei Deinem Blog. Alles Liebe für die Zukunft

    beabeste
    Antworten 10. Juni 2015

    So lieb von Dir Nathalie! Danke - und vielleicht kann ich euch einfach gute Spielideen geben...

Tanja
Antworten 18. Juni 2015

Meine Tochter hat die Tollaboxen geliebt (und ich auch!). Gerade läuft zum Einschlafen eine der CDs. Wir sind sehr traurig und hoffen, dass die Zukunft vielleicht doch noch Überraschungen bereit hält und die Boxen in dieser oder einer anderen Form wiederauferstehen. Die Idee ist so toll(a), die muss sich einfach durchsetzen!! Wir drücken die Daumen!!

    beabeste
    Antworten 19. Juni 2015

    Liebe Tanja, ich schaue, was ich noch machen kann - vielleicht wenigstens die Geschichten... liebe Grüße, Béa

Bruni
Antworten 21. Juni 2015

Habe gerade erst erfahren, dass es die Tollabox nicht mehr gibt. Hatte sie meiner Nichte zur Einschulung geschenkt und sogar im März für ein Jahr verlängern lassen. Sie hat immer so sehnsüchtig darauf gewartet. Warum scheitern immer nur die besten Ideen? Es zählen immer nur Markensachen. Andere haben kaum eine Chance oder man hat soviel Geld, dass tausende von Euros in die Werbung gesteckt werden können. Deutschland Land der Ideen, die man aus finanziellen Gründen leider nicht umsetzen kann. Ich wünsche dir und euch alles, alles Gute! Ihr seid eine Bereicherung in unserem Leben und toll, dass wir es erleben durften. Herzlichen Dank! liebe Grüße Bruni

    beabeste
    Antworten 22. Juni 2015

    Liebe Bruni, das sind sooo wunderbare Worte - und auch ein wenig herzzerreißend. Aber wir blicken nach vorne - und wenigstens haben wir es versucht. Vielleicht schaffe ich, eine digitale Variante von den Ideen weiterleben zu lassen! Lieben Dank auch für dein Verständnis - du könntest jetzt total sauer sein um dein Verlust.... Ganz viele liebe Grüße, Béa

Jörn
Antworten 25. Juni 2015

Liebe Béa, da ich mein kleines Startup auch oft als mein "zweites Baby" bezeichne und es mit viel Leidenschaft führe, kann ich nur zu gut nachvollziehen, wie es sich anfühlen muss, wenn es mit der Idee nicht mehr weitergeht... Und da auch bei meiner Gründung noch längst nicht alles in trocknen Tüchern ist und ich weiterhin kämpfen muss, ist Dein Artikel ein guter Realitätscheck - danke! ich wünsche Dir bei Deinen neuen Projekten auf jeden Fall alles erdenklich Gute! Viele Grüße, Jörn Gutowski

Ina
Antworten 15. Juli 2015

Für mich bist du die Astrid Lindgren meiner Zeit!
So viel Liebe, so viele Ideen, so ein großes Kinderherz.
Und jetzt noch ein Buch geschrieben... Wunderbar!

Nadine
Antworten 14. Januar 2017

Schade, dass ich erst jetzt von der Idee und der Box höre, ich hätte sie bestimmt mit meinem Sohn ausprobiert. Ich bin nicht wenig im Internet unterwegs, sie war mir aber nie begegnet. Ich folge Dir nun auf Deinem Blog... Viele Grüße, Nadine

    beabeste
    Antworten 14. Januar 2017

    Es ist doch schön, dass du mich jetzt findest... Vielleicht war dein Kind von 2 Jahren noch zu klein? Liebe Grüße, Béa

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem Stern (*) markiert.