Bridgerton – Die neue Netflixserie, über die alle sprechen


Heute habe ich mal wieder eine Serienempfehlung für euch, die sich ausnahmsweise nicht an Kinder, sondern an Erwachsene richtet: Bridgerton – die neue Netflixserie, über die gerade alle sprechen!

Als Béa mich fragte, ob ich nicht was über die neue Serie Bridgerton schreiben wollte, musste ich einen Augenblick lang stutzen. Ich wusste nicht genau, inwiefern sie mit einem Familienblog zusammenhängt, zumal sich bis jetzt fast all meine Film-, Serien-, und Buchempfehlungen an Kinder und Jugendliche richteten. Doch jetzt, nachdem ich sie gesehen habe, verstehe ich, warum sie mich darum bat.


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Wir bei Tollabea interagieren immer gerne mit unserer Community, und wenn schon alle Welt darüber spricht, warum tun wir es dann nicht auch auf diesem Blog?

Die Serie wird von Shonda Rhimes produziert – vielleicht kennt ihr sie schon von Grey’s Anatomy oder Scandal (affiliate Links, also Mini-Werbung)! Ich mochte bisher all ihre Projekte und war daher sehr gespannt auf die Serie!  Eigentlich basiert sie auf einer Reihe von Büchern, die sich in allen Teilen auf ein anderes Kind der Bridgerton Famile beziehen.

Aber nun zu meinen Gedanken:

Bridgerton – Die Serie, über die alle sprechen

Hier mal eine kurze Einführung des Inhaltes.

London, 19. Jahrhundert. Die Ballsaison hat begonnen, auf die junge Männer und Frauen gehen, um jemand heiratswürdigen zu finden. Das Endziel der Frauen dieser Zeit ist die Ehe, deshalb lastet eine Menge Druck auf ihnen. Wir lernen Daphne Bridgerton kennen, eine sympathische junge Frau aus adeligem Hause. Nur leider zeigt niemand Interesse an ihr und so beschließt sie, gemeinsam mit dem attraktiven Duke of Hastings eine Liebesromanze vorzutäuschen, um interessanter für die anderen Kandidaten zu werden. Vielleicht sogar für den Prinz von Preußen. Wäre da nur nicht Lady Whistledown, die immer jeden Skandal erschnüffelt und ans Tageslicht bringt …

Jane Austen trifft auf Gossip Girl!

Wer „Stolz und Vorurteil“ gelesen oder geschaut hat, wird sich in der Welt von Bridgerton sicher pudelwohl fühlen. Es ist so förmlich, so altertümlich, so britisch! Die Kostüme sind ein Traum, genau wie die Balltänze und die Musik. Aber auch der Gossip kommt nicht zu kurz, denn die Erzählerin ist Lady Whistledown, eine Person, die in einer Broschüre den neuesten Klatsch und Tratsch zutage fördert.

Die Musik!

Ich kann euch gar nicht genug von der Musik schwärmen, denn sie ist einfach unglaublich! Viele aktuelle Radiohits wurden in der Serie gecovert und in klassische Symphonien gewandelt. Einen bekannten Song wiederzuerkennen und in einem völlig anderen Kontext wiederzuerleben, fand ich großartig. Mich wundert, dass diese Idee vorher noch niemand aufgegriffen hat.

Die starken Frauenfiguren!

Wie wir alle sicher wissen, hatten Frauen zu dieser Zeit nichts zu sagen. Der Vater bestimmte über die Familie und traf alle Entscheidungen. In dieser Serie ist das zwar nicht ganz abgelegt, aber dafür gibt es viele starke weibliche Persönlichkeiten, die ihre Stimme erheben und sich dem zu widersetzen versuchen. Frauen, deren Traum es eben nicht ist, zu heiraten und sich fortzupflanzen. Aber auch Frauen, dich sich nichts von einem Mann sagen lassen. Ich fand es herrlich erfrischend, in diesem Kontext ein paar selbstbewusste Frauenfiguren zu erleben.


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Die Diversität!

Was die Serie wohl am meisten hervorhebt, ist die Diversität. Die Macher der Serie haben in dem Fall nämlich die Geschichte umgeschrieben und ein neues 19. Jahrhundert geschaffen – eines, in dem People of Color genauso gleichgestellt sind wie Weiße. Der Grund dafür ist wohl, dass der König eine Schwarze Königin geheiratet hat. Die Liebe sei in diesem Fall stärker als jedes Vorurteil – eine schöne Botschaft, wie ich finde. So kommt es dazu, dass Schwarze und weitere POC‘s keine Sklaven (wie es in dieser Zeit eigentlich üblich wäre), sondern ebenfalls Ballgäste, Herzöge, Grafen und allerlei sind.

Zurück zur Diversität. Der Duke of Hastings ist einer der Protagonist*innen und Schwarz. Auch sonst ist der Cast sehr divers. Als ebenfalls Schwarze Person hat es mich total gefreut, mich in einer solchen Welt repräsentiert zu fühlen. Das ist es nämlich, was in dieser Welt noch viel zu kurz kommt: Repräsentation.

Trotzdem muss ich auch anmerken, dass fast ausschließlich Lightskin-Menschen, also hellhäutige Schwarze, den Cast besetzen. Das ist in der Filmbranche nicht unüblich, es gibt nur wenige darkskinned-Schwarze auf der Welt, die wirklich berühmt sind. Das ist nach wie vor ein Problem, das sich nicht dadurch löst, helle Schwarze Menschen in den Cast einzuführen. Für die nächste Staffel würde mir wünschen, mehr darkskinned-People einzubringen.

Die pikanten Szenen!

Bridgerton polarisiert vor allem auch wegen der gewagten Sexzenen. Und auch wenn das vielleicht komisch klingt, aber ich mochte sie! Natürlich sind sie sehr überspitzt, aber auf eine gewisse Weise fand ich sie auch sehr sinnlich und ästhetisch. Die Musik, die Kleidung und die Schauplätze waren irgendwie stimmig – wenn ich das mal so sagen kann. Überhaupt spielt der Sex in der Serie eine zentrale Rolle, da Daphne völlig ahnungslos ist, was die Fortpflanzung des Menschen angeht. Im Zuge dessen gab es auch einen Shitstorm bezüglich einer Vergewaltigungsszene, die auf den ersten Blick nicht wie eine scheint. Aber darauf gehen wir vielleicht ein anderes Mal genauer ein.

Ob die Szenen „zu viel“ oder „zu wenig“ sind, ist Ansichtssache. Viele finden, dass derart viel Sex nicht in eine Serie gehört und das kann ich verstehen. Ich muss allerdings sagen, dass ich dieses Andeuten der Szenen in den alten Büchern des achtzehnten Jahrhunderts immer total seltsam fand. Nach dem Motto: „Sie vermählten sich um Mitternacht und am nächsten Tag trug sie bereits ihr Kind unter dem Herzen.“ Ja klar, Jane Austen, sag doch einfach, dass sie übereinander hergefallen sind!

Oooh und eine weitere Frage im Zuge dieses Themas: Was haltet ihr davon, wenn Kinder solche Szenen sehen?  Laut den offiziellen FSK Regeln wird die Serie  ab 16 empfohlen,  aber irgendwie finde ich es makaber, dass Gewaltzenen in Filmen teilweise schon ab 12 oder 6 zugänglich sind und welche, in denen ein Po zu sehen ist, ab 16. Ich habe keine richtige Meinung dazu, aber ich freue mich auf eure!

Soweit meine Gedanken zu Bridgerton!

Ich könnte noch viel, viel mehr erzählen, aber dies ist meine zusammengefasste Meinung!

Habt ihr die Serie schon geschaut? Wenn ja, wie fandet ihr sie? Habt ihr irgendwelche Gedanken, die ich vielleicht noch gar nicht eingebracht habe?

Liebe Grüße

Mounia

Zur Transparenz: Wir befassen uns hier mit einem Medienphänomen und werden für diesen Beitrag nicht von Netflix oder der Produktion vergütet. 

Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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2 Kommentare

Anna Rippl
Antworten 29. Januar 2021

Ich habe keine richtige Meinung dazu, aber ich freue mich auf eure! - echt jetzt? Den Satz versteh ich nun gar nicht. nein, ich nehm es Dir nicht ab ;) die Serie kann ich (noch) nicht. Mal sehn...

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