Gegen Masern impfen – ein Vielleicht gibt es nicht!


Wir haben wieder mal eine Masernepidemie in Berlin und Yvonne erklärt euch hier, warum gegen Masern impfen für sie wichtig ist und warum sie sich wünscht, dass alle Eltern dies einsehen. 

Gerade poppt das Thema Masern wieder hier in meinem Dunstkreis auf und ich muss wieder einmal an die Zeit vor ca. 1,5 Jahren denken, als unser Mini zu jung für die Masernimpfung war. Für Masern können nämlich erst Babies ab einem Alter von 9 Monaten geimpft werden. Unser Mini war zur Hochzeit der Masernepedemie hier in Berlin und im schönen Stadtteil Pankow gerade 7 – 8 Monate alt. Wir haben – mag für Einige unter euch unverzeihbar sein – den Arzt vor den Folgeschäden, die nach der Impfung auftreten können – befreit. Und für uns beschlossen, dass Mini schnellstmöglich geimpft werden soll. So hat unser kleiner Mann mit genau 8 Monaten seine Impfung gegen Masern bekommen.

Einige fragen sich nun – warum ich das gemacht habe: Noch vor dem ersten Geburtstag gegen Masern zu impfen

Ganz einfach: In unserer unmittelbaren Umgebung – dem schönen Pankow – gibt es eine große Menge Impfverweigerer. Sie und ihre Kinder sind gegen kaum etwas bis nichts geimpft. Das Epizentrum der Masernepedemie Anfang 2015 lag in Pankow, wo wir wohnten. Und ich habe jeden Schritt – sowohl im Tragetuch als auch im Kinderwagen genau überlegt. Zu welcher Uhrzeit gehe ich in den Supermarkt, dass möglichst wenige zur gleichen Zeit dort einkaufen. Wann hole ich die Kids aus der Kita oder dem Schulhort ab, dass ich möglichst wenig Berührungspunkte mit anderen Kindern und Eltern habe. Oder muss ich überhaupt abholen – kann das Mädchen denn aktuell nicht alleine aus dem Hort kommen. Mit der Tram (sagt man hier in Berlin für Straßenbahn) und dem Bus fuhr ich lieber nicht. Denn bereits eine hustende Person, die mit Masern infiziert ist, kann bereits mein kleines, hilfloses Baby infizieren. Und was ist mit all den Altchen da draußen? Deren Abwehrkräfte sowieso nicht mehr die stabilsten sind? Was passiert mit einer 75-jährigen Oma, die sich mit Masern infiziert?

Ich habe NULL Verständnis für Leute, die ihre Kinder nicht impfen lassen

Ich bin nun weiß Gott keine panische Mami, die bei jedem Wehwehchen gleich zum Doktor rennt. Ich versuche die kleinen Wehwehchen meiner Hasen immer erst einmal mit Hausmitteln zu bekämpfen und bin auch recht geizig mit Paracetamol oder Ibusaft. Aber ich habe NULL Verständnis für Leute, die ihre Kinder nicht impfen lassen – aus Gründen, die ich für mich nicht verstehe. Glücklicherweise sind alle Familien, die mit uns näher befreundet sind, durchgeimpft – was das Leben miteinander etwas erleichtert.

Und ich möchte euch noch eine kleine Begebenheit schreiben: Während dieser Masernwelle 2015 habe ich von meiner Schwester erfahren, dass der Sohn ihrer besten Freundin, den ich auch kenne, infolge einer Maserninfektion in frühen Kinderjahren auf einem Ohr taub ist. Und das ist nur eine lebenslange Folgeerkrankung, die für Masern typisch zu sein scheint. Sicher kommen jetzt wieder Einige von euch und fragen: „Was ist mit den Folgeerscheinungen nach Impfungen?“. Das Pro zum Impfen überwiegt da einfach für mich.

Ich bin und bleibe absoluter Impfbefürworter und verständnislos gegenüber Impfgegnern!

Und hier noch eine Anregung von Béa

Ich bin völlig bei Yvonne und bin überzeugt, dass Impfungen wichtig sind um Krankheiten auszurotten. Ich mache die Diskussion nicht neu auf. Aber eines möchte ich noch mitgeben:  Auch Erwachsene sollten checken, ob sie eine Grundimmunität haben – oder notfalls die Impfung nachholen. Bei mir waren es nicht die Masern, sondern die lächerlichen Windpocken, die ich wegen fehlender Immunisierung in der Kindheit später als über Zwanzigjährige durchmachen musste. Kinderkrankheiten im Erwachsenenalter mitzumachen ist nicht nur besonders unangenehm, sondern auch absolut gefährlich! Ich erinnere mich an Temperaturen von knapp 40°C und so schlimme Schmerzen, dass ich dachte, es läge eine Falschdiagnose vor und ich würde an etwas viel Schlimmerem sterben. Mein Arzt vertröstete mich, versicherte mir, dass die Diagnose richtig ist und sagte: „Gut, dass es nicht die Masern sind. Die können weitaus schlimmer ausfallen und noch fiesere Komplikationen ergeben.“ Ich hätte keine Kraft mehr für nur ein wenig Qual mehr gehabt…

Wir möchten betonen, dass dies ein Blog ist – ohne Anspruch auf medizinische Fachexpertise; wir konnten uns die Meinungen diesmal nicht verbergen. Aber bei Stadt, Land, Mama haben wir auch ein Interview mit einer Kinderärztin gefunden, die auch aus der Sicht als Mutter und nicht nur als Medizinerin schreibt, Dr. Tatjana Czernin.

Das überzeugendste Zitat daraus ist dieses:
„Mein größtes Problem an der Impfkritik besteht an der Gedankenisolation auf das eigene privilegierte Umfeld. Wenn Sie selbst ein Kind hätten, das an Leukämie erkrankt ist, dann hätten sie zur Zeit eine richtige Wut auf all die Gegner, denn sie können ihrem Kind das Leben kosten. Und das tun sie auch. Ich habe schon Kinder unter Chemotherapie an Varizellen (Auslöser von Windpocken) sterben sehen, sowie ein drei Monate altes Kind an einer Masernmeningitis innerhalb von 30 Stunden. Danach kann man beim besten Willen und auch als Rudolf Steiner-Anhänger nicht mehr dagegen sein. Es ist zu grauenvoll.“

Mehr könnt ihr bei Stadt, Land, Mama lesen. 

Und Rebecca von Elfenkind hat auch richtig beschrieben, wie sie sich für ihre eigenen Kinder entschieden hat – und zwar sehr differenziert. 

„Eine Impfung muss ja nicht immer etwas schlechtes sein! Sie kann akut Leben retten und beugt vor! Ich für meinen Teil impfe meine Kinder, allerdings nicht gegen alles, was die STIKO empfiehlt!Ich bin kein totaler Impfgegner, allerdings denke ich immer so vile wie nötig und so wenig wie möglich! Ich habe mich lange und intensivst mit dem Impfen auseinandergesetzt und habe einen für uns sehr passenden Weg gefunden.“

Mehr könnt ihr bei Elfenkind lesen. 

 

Yvonne Petzke
About me

Berliner Mom of 3 * Sport (Marathon) * Reisen * Natur * Mode * Beauty * * Aktuelles und Persönliches über mich und mein Leben findet ihr auf Instagram unter @yvonne_tollabea

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14 Kommentare

Anni
Antworten 2. Juni 2016

Ja, das sehe ich ganz genau so. Beim 2. oder 3. Kind kann man sich leider nur noch sehr beschränkt isolieren. Die anderen Kinder gehen in den Kindergarten, die Schule, den Hort und trage was weiß ich was mit nach Hause... Ich weiß auch, dass es im Kindergarten einige Kinder gibt, die nicht gegen Masern geimpft sind. Dort halte ich mich jeden Tag auf, um die Tochter abzuholen. Die Kinder kommen, greifen in den Kinderwagen, streicheln das Baby, das ist kaum zu verhindern... Sie ist nun 8 Monate alt und nächste Woche werde ich den Kinderarzt auf die Masernimpfung ansprechen.

Tanjuschka
Antworten 2. Juni 2016

Ich bin auch sehr für das Impfen. Meine beiden Jungs sind mit dem kompletten Impfprogramm durch, und hatten bis jetzt auch keinerlei Probleme.

Mirijam
Antworten 2. Juni 2016

Kinderkrankheiten heißen Kinderkrankheiten, weil sie in der Kindheit durchgemacht werden sollten. Ist dies nicht der Fall, ist es SEHR sinnvoll zu impfen,bevor man es als Erwachsener durchmacht. Und wer sich KRITISCH mit Impfungen auseinander setzt, weiß dies auch! - Bei Masern gibt es für mich auch keine Alternative zur Impfung! Aber mir ist schleierhaft,weshalb man Windpocken bei Kleinkindern impfen muss. Wollen wir unseren Kindern nun jede Krankheitserfahrung und damit Gelegenheit zum Wachsen (insbesondere innerlich) nehmen? Meine Große ist sehr daran gereift! Dass mein Kleiner das mit 6 Monaten durchmachen musste war nicht schön, aber kein Weltuntergang. Und impfen hätte ich ihn in diesem Alter eh noch nicht gekonnt ;)

    beabeste
    Antworten 2. Juni 2016

    Windpocken würde ich auch nicht impfen lassen. Ich sagte nur, dass, falls man Röteln nicht hatte als Kind und nicht geimpft ist, würde ich mich impfen lassen. Mein Windpocken Beispiel hat mich nur gelehrt, dass Kinderkrankheiten im Erwachsenenalter einfach doppelt fies sind.

    Katrin
    Antworten 2. Juni 2016

    Mein Junge hatte Windpocken, dabei sehr hohes Fieber und überall unangenehm juckende Pusteln, und diese "Erfahrung" hat er nun wirklich nicht gebraucht, um zu wachsen! Leider gab es zu dieser Zeit die Impfung noch nicht.
    Die Windpockenviren verbleiben im Körper und können später Gürtelrose auslösen, die ebenfalls bleibende Schäden hinterlassen kann.
    Und haben Kinder nicht genug andere Gelegenheiten, Krankheitserfahrungen zu machen? Wobei mir nicht ganz klar ist, wozu man solche Erfahrungen denn überhaupt braucht? Ich hätte in meiner Kindheit gut auf Krankheiten verzichten können, gewachsen und gereift bin ich daran nicht!

Johanna
Antworten 2. Juni 2016

Ich sehe das auch so! Vielen Dank für diesen Post!
- von einer Pankower Mama mit durchgeimpftem Mini.

Sonne
Antworten 2. Juni 2016

Danke für den Text. Drei Kinder, alle komplett geimpft. Und zusätzlich im Winter gegen Grippe (ich auch) und alle gehen FSME. Ich hatte EINE echte virusgrippe. DAS braucht niemand. Und ich mein damit nicht: zweimal niesen- ich hab Grippe. Sondern zwei Wochen mit sehr hohem Fieber und hölle Schnerzen. Und das bei einem Kind?.... Jedenfalls super Text!

Leo
Antworten 2. Juni 2016

Der impfhaltung stimme ich zu, warum der Link zu "Elfenkind" da steht ist mir schleierhaft. Da wird zum Beispiel geschrieben: "Unsere Tochter hatte vor zwei Jahren Keuchhusten und ich muss sagen, es war wirklich wirklich anstrengend. Es war keine schöne Zeit, aber ich habe es mir so ausgesucht, ich habe mir es vorher genau überlegt! Ich hab mir überlegt, ob ich es aushalten kann mein kleines Kind so zu erleben und habe sie ganz bewusst nicht gegen Keuchhusten geimpft. Ich wusste vorher, dass ich die Zeit und Liebe habe, um diese Krankheit mit ihr durchzustehen."

Und ist das nicht genau die verantwortungslose Haltung, die die artikelautorin hier kritisiert?

Und dann noch die Empfehlung des Hirte Buchs, wo doch Hr Hirte einschlägig bekannt ist. Von wegen neutral...

    beabeste
    Antworten 2. Juni 2016

    Was ich bei Elfenkind gut fand ist, dass sie differenziert vorgeht und sich wirklich in die Materie eingelesen hat und ihren Entscheidungen reiflich überlegt hat.

Caro
Antworten 3. Juni 2016

Impfen ist wie ein Trainingslager für den Körper. Beim Sport soll man sich auch aufwärmen, aber auf Viren sollen wir unsere Kinder untrainiert loslassen?

Eine durchgemachte Masernerkrankung stärkt den Körper nicht, sondern schwächt ihn, weil die Gedächtniszellen des Körper eliminiert werden und nachfolgende Infektiomen schwerer bekämpft werden können.

Den sonstigen Mist von Impfverweigerern mag ich schon gar nicht mehr hören.

Impfungen können Leben retten!

Cambiella
Antworten 16. Juni 2016

"das Impfen ist, wenn man dessen Gefahren nicht kenn, eine Dummheit; wenn man sie kennt, ein Verbrechen" (Dr.med Franz Hartmann in "Der Impf Friedhof" (1912)

    beabeste
    Antworten 16. Juni 2016

    Oder das Nicht-Impfen - Zwei erfahrene Mütter, ein Jahrhundert später.

    Kathy
    Antworten 7. Oktober 2016

    Da hier ja trauriger Weise nur EINE Meinung die "RICHTIGE" ist, stellt man sich hier freiwillig an den Pranger.
    Diskussion ist ja nicht erwünscht.
    Finde es nicht gerade *das* Thema für die Seite.
    Jeder steht für seine Entscheidung grade, ob der Natur gefolgt oder der Schulmedizin. Und heeeee - warum habt ihr Angst vor "uns" - ihr seid doch geimpft. ;)

      beabeste
      Antworten 7. Oktober 2016

      Bitte was? Ich verstehe gerade gar nicht, wofür du argumentierst. Gruss von Béa

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