(Selbsthilfe)Gruppen und warum ich glaube, dass sie uns allen guttäten


Den meisten ist der Begriff Selbsthilfegruppen geläufig, aber die wenigsten haben persönliche Erfahrung damit. Ich finde das sehr schade, weil ich nämlich glaube, dass uns Selbsthilfe- oder überhaupt Gruppen aller Art guttäten. Warum, erkläre ich in diesem Beitrag.

Wenn wir an Selbsthilfegruppen denken, dann oft an die typischen Szenarien, die wir aus Filmen kennen. Die Leute sitzen in einem Stuhlkreis und stellen sich vor.


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Ein Klischee?

Auf jeden Fall!

Natürlich reden wir miteinander, aber es ist keineswegs steif – erst gestern war ich mit meiner Selbsthilfegruppe im Park!

Und oft sträuben sich noch immer viele, eine solche Gruppe in Erwägung zu ziehen. Gerade was psychische Krankheiten angeht, trauen sich viele nicht, vor fremden Menschen darüber zu reden. Dabei ist es manchmal sogar leichter, mit Fremden zu reden als mit seiner eigenen Familie…

Meine damaligen Vorurteile

Als meine Therapeutin mir damals zu einer Selbsthilfegruppe riet, lehnte ich sofort ab. Ich bin ein eher schüchterner und introvertierter Mensch, und der Gedanke, mich einer fremden Gruppe anzuschließen, erschien mir ziemlich gruselig. Außerdem zweifelte ich daran, dass diese Menschen mich wirklich verstehen würden, immerhin verstand ich mich oft selbst nicht. Nicht zuletzt hatte ich Angst davor, dass jene Gruppen mir nicht helfen, sondern mich vielleicht sogar triggern und meine Symptome verschlimmern könnten.

Wie falsch ich lag. Letztendlich schaffte es eine Bekannte mich dazu zu überreden, mich ihrer Gruppe anzuschließen, und ich bin so unendlich dankbar, dass ich trotz meine Vorurteile hingegangen bin.

Warum ich glaube, dass uns allen (Selbsthilfe)Gruppen guttäten

Mit Menschen reden, die einen verstehen

Wer könnte uns besser verstehen als eine Person, die genau weiß, was wir durchmachen? Mit Menschen zu reden, die einen verstehen, ist sehr wertvoll. Sie verurteilen uns nicht, manchmal haben sie sogar einige Tipps parat, weil sie schon länger drinstecken. Und überhaupt geht es oft gar nicht ums Problemelösen, sondern einfach nur ums Zuhören. Das ist es nämlich, was jene Gruppen von Psychotherapien unterscheidet. Es geht nicht darum zu „heilen“, sondern, füreinander da zu sein.

Einen sicheren Raum für sich schaffen

Ein weiterer Vorteil ist, dass man sich an einem Ort befindet, an dem man sich sicher fühlt, seine tiefsten Gedanken zu teilen. Oft fällt es uns nämlich selbst vor unseren Liebsten schwer, wirklich offen und ehrlich zu sein – vor allem, wenn man glaubt, dass sie einen sowieso nicht verstehen würden. Aber dort, in der Gruppe, hat man einen Raum für sich und seine Gefühle. Ich finde das unendlich wertvoll.


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Eine vertraute Clique haben

Früher in der Schule habe ich mir immer eine Clique gewünscht, aber schnell festgestellt, dass das gar nicht so leicht war, Menschen zu finden, mit denen man sich versteht, und ähnliche Interessen teilt. Bei meinen Gruppen habe ich letztendlich doch meine Clique gefunden, die ich regelmäßig sehe, und viele angeregte Gespräche mit ihnen führe!

Und damit komme ich auch zu meinem letzten Punkt:

Gruppen jeder Art schaffen

In der Überschrift habe ich „Selbsthilfe“ in Klammern gesetzt, weil ich mich nicht nur auf diese Art der Gruppe beziehe, sondern auf alle. Buchclubs, zum Beispiel – von meinem habe ich euch auch schonmal erzählt! Oder die Gruppe meines Kumpels, der mit seinen Leuten Filme und Serien guckt, und diese dann analysiert. Für jeden Geek ist was dabei, egal, um welches Genre es sich handelt.

Wo findet man solche Gruppen?

Was die Selbsthilfe angeht, gibt es in verschiedenen Großstädten Anlaufportale. Durch Corona sind sogar viele digital angepasst. In Berlin ist die SEKIS-Kontaktstelle sehr bekannt und für die Mitglieder kostenlos!

Aber ihr könnt auch eine eigene gründen. Schließt euch mit zwei, drei Menschen zusammen und probiert es aus. Die Gruppen müssen keinem System folgen – ihr entscheidet, wie ihr sie haben wollt!

Ich glaube, dass ihr jetzt einen Einblick darüber habt, warum ich glaube, dass (Selbsthilfe)Gruppen uns allen guttäten.

Was ist eure Meinung zu ihnen? Seid ihr vielleicht selbst in einer Gruppe?

Hier ein ähnlicher Beitrag zur Gruppengründung, aber eher in Form von freundschaftlicher Bandenschließung (unter Mädchen und Frauen!)

Cliquen bilden statt konkurrieren – Warum Mädchen und Frauen sich in Banden zusammenschließen sollten

Liebe Grüße
Mounia

Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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