Barbie hinterfragt ihre Privilegien – Warum das trotzdem nicht reicht


Inzwischen hat so ziemlich jede*r einen YouTube Account, sogar die gute alte Barbie. In ihrem Kanal spricht sie über ihre Privilegien und in diesem Beitrag möchte ich erklären, warum das trotzdem aus meiner Sicht nicht reicht.

Barbie goes YouTube – cool oder makaber?

Früher hatte ich unzählige Barbiepuppen und liebte alles, was damit zusammenhing. Besonders angetan war ich von den Filmen, in denen es immerzu ein spannendes Abenteuer gab und wunderschöne Lieder gesungen wurden. Und doch musste ich einen Augenblick lang stutzen, als ich erfuhr, dass Barbie jetzt auch als Influencerin bei YouTube unterwegs ist. Aber so gesehen trifft Barbie nur auf den Zahn der Zeit.


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Barbie und ihr Kanal

Ich habe mal ein bisschen in Barbies Kanal gestöbert. Was ich dort gefunden habe, war im Grunde nichts anderes, was ich ständig bei anderen YouTuber*innen sehe. Eine Room-Tour, Spaß Videos mit Freund*innen, Back-Tutorials und vieles mehr. Ich musste ziemlich lachen, weil die Macher sich sehr viel Mühe gegeben haben, Barbie wie einen typischen Teenager darzustellen

Barbie hinterfragt ihre Privilegien

Ein Video hat es mir besonders getan. Es ist Anfang des Monats erschienen und handelt davon, wie Schwarze Menschen nach wie vor benachteiligt werden. Als Gast dabei ist Barbies Freundin Nikki, die von ihren Rassismus Erfahrungen spricht und ihre Zuschauer*innen dazu animiert, für Betroffene einzustehen.

Das Video hat mir gut gefallen, war informativ und inhaltlich sehr wichtig. Barbie hat den Raum nicht für sich beansprucht, sondern Nikki reden lassen. Ich fand es toll, dass Barbie – eine fiktive Figur und dennoch Vorbild für viele Kinder – über ein so wichtiges Thema spricht. Anfangs jedenfalls.

Denn je länger ich darüber nachdachte, desto klarer wurde mir, dass die Welt sich nach wie vor nicht groß verändert hat. Ja, Barbie spricht über Black Lives Matter und das ist gut und wichtig, aber die Wurzel des eigentlichen Problems ist damit noch immer nicht gezogen. Überhaupt war das Video nach einer ganzen Weile Scrollen neben zwei anderen das Einzige, dass ich mit besagter Nikki entdeckt habe. Die meisten Besucher*innen in Barbies Kanal sind weiß.


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Warum ist Barbie nicht selbst Schwarz?

Ein großes Problem, dass sich für mich erschließt, ist die Tatsache, dass Barbie – wie wir sie kennen – , sich in all den Jahren kaum verändert hat. Noch immer ist sie blond, weiß und noch immer rank und schlank.
Bei Ken ist es nicht anders.
Blond, weiß, schlank.

Versteht mich nicht falsch – natürlich gibt es schwarze Barbies! Eine ganze Reihe davon sogar. Nur werden die in den meisten Fällen nicht Barbie, sondern anders genannt. Das Gesicht der Marke, die „echte“ Barbie, ist nach wie vor weiß und blond.

Wenn die Hersteller*innen wirklich etwas bewirken wollen, warum ändern sie nicht einfach die Hautfarbe der „Vorzeigebarbie?“ Warum wird sie nicht der Star des YouTube Kanals?  Warum ändert sich alles um die Barbie herum, nur nicht sie selbst?

Trends bleiben Trends

Immer wieder gibt es Aktionen, in denen Barbiepuppen mit „echten“ Proportionen verkauft werden, aber diese Aktionen bleiben lediglich Trends. Genauso ist es mit diversen Barbies. Und doch geht der Trend irgendwann vorbei. Phasen kommen und gehen. Am eigentlichen Problem ändert sich nichts.

„Barbie ist nun mal Barbie!“

Nun könnte „man“ behaupten, dass Barbie eben Barbie ist und ihre Hautfarbe nach all der Zeit nicht einfach ändern kann. Ich verstehe das Argument, schließlich war Barbie ein wichtiger Bestandteil meiner Kindheit und hat aufgrund der Tatsache, dass sie immer gleich bleibt, einen nostalgischen Wiedereffekt.

Aber wie lange soll das noch weitergehen? Wie lange sollen nicht weiße Kinder darauf hoffen, auch mal irgendwo repräsentiert zu werden? Noch immer sind die meisten Kindheitshelden in Filmen, Serien, Büchern oder Spielen weiß. Das Problem löst sich nicht, indem ein paar andere POC-Kinder hinzugefügt werden.

Eine diverse Barbie? Oder schwarze Vorbilder?

Will ich damit sagen, dass Barbie schwarz werden soll? Nein. Ich glaube zwar, dass es revolutionär wäre, aber das ist nicht der Punkt. Eher geht es mir darum, mehr diverse Vorbilder zu schaffen und ihnen eine genauso große Bühne zu geben, wie Barbie. Sie sollten nicht länger die „Gäste“ sein und im Hintergrund stehen. Sie sollten von Kindern gehört und repräsentiert werden. Nur so glaube ich, dass sich auf Dauer etwas Fundamentales ändern kann.

Was ist eure Meinung zu Barbies YouTube Kanal? Findet ihr ebenfalls, dass es nicht ausreicht, bloß die Privilegien zu hinterfragen? Habt ihr noch weitere Anmerkungen?

Liebe Grüße
Mounia

P.S. von Béa: Dieser Beitrag ist keine Werbung, wir bekommen keinen Cent für diese Gedanken. Nur hoffentlich: Eure Aufmerksamkeit, eure Gedanken, euer Interesse… und irgendwann, eine bessere Welt. 

Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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