Eifersucht und Stalking: Wenn toxische Beziehungen à la Twilight im richtigen Leben romantisiert werden


Wir alle haben die Idee von Gesten, die wir romantisch finden oder nicht. Allerdings ist „romantisch“ ein sehr dehnbarer Begriff, und manchmal romantisieren wir Dinge, die vielleicht sogar toxisch sind. Und genau darum soll es in dem heutigen Post gehen: Wie gefährlich ist es, wenn toxische Beziehungen romantisiert werden?

Kurze Spoiler Warnung für alle, die Twilight nicht kennen – in diesem Beitrag gehe ich viel auf die Bücher ein, vor allem auf den ersten!


ANZEIGE


Erinnert ihr euch noch an meinen Post „Verliebt in einen Star“? Ich hatte dort von meinen leicht peinlichen Celebritiy Crush auf Robert Pattinson geschwärmt, den die meisten wohl aus den Twilight Filmen kennen werden.

In meinem Post „Meine Liebe zum Lesen kam erst später“ habe ich darüber geschrieben, dass die Twilight Bücher mir sehr viel bedeuten, weil sie es waren, die mir die Liebe zum Lesen näher gebracht haben. Die Bücher und ihre Charaktere werden mir demnach immer etwas bedeuten, denn sie haben mich nachhaltig geprägt. Vor allem meine Auffassung von Romantik. Die ich heute jedoch als sehr problematisch empfinde…

Aber gut. Erst mal eins nach dem anderen.

Wer ist Edward Cullen?

Edward ist ein Vampir, der sich in die sterbliche Bella Swan verliebt. Anfangs sträubt er sich noch gegen seine Gefühle, da er sehr gefährlich für sie ist (Vampir und so), gibt ihnen jedoch irgendwann nach und kommt mir ihr zusammen. Bella ist sein ein und alles. Er würde alles für sie tun und würde sie vor jedem Unheil beschützen. Er liebt sie mit jeder Faser meines Körpers, so sehr, dass er ohne sie „nichts“ ist.

Süß, oder? …Hm, na ja.

Obsessive Liebesbeziehungen a la „Romeo und Julia – Wir zwei Teenies stürzen und mal eben in den Tod“-Style werden heute nicht mehr so romantisiert, wie sie es damals getan wurden. Heute stellt man sich selbst an erster Stelle, achtet auf sich und seine Bedürfnisse. Klingt zwar weniger romantisch, aber viel gesünder.

Jemand, der ohne uns „nichts“ ist, ist also gar nicht mehr so begehrenswert wie jemand, der mit beiden Beinen im Leben steht und eine Person zwar liebt, aber nicht nur um ihretwillen existiert.

Aber gut, dass jemand „zu viel“ liebt würde ich noch nicht als „toxisch“ bezeichnen. Wohl aber andere Charakterzüge, die der gute Edward aufweist…

Edward, Stalker

Ja, ganz recht. Edward ist ein kleiner Stalker. Bevor er und Bella zusammenkommen, schleicht er sich jede Nacht zu ihr ins Zimmer und beobachtet sie im Schlaf.
Er BEOBACHTET sie.
Stellt euch mal vor, wie jemand in der Nacht einfach in euer Zimmer klettert und euch die ganze Nacht im Schlaf beobachtet.

Und ich fand das als Teenager sogar süß!

Aber nicht nur das, Edward stalkt sie rund um die Uhr, denn wann immer Bella in Not ist, ob sie nun kurz davor ist, von einem Van überfahren, oder von einer Horde Typen belästigt zu werden, steht er ihr zur Stelle.
Er ist immer da, wo sie ist.
Ohne, dass sie es weiß!

Auch das fand ich alles extrem süß, denn Edward hat sie schließlich gerettet!

Dass er ihr nachgestellt ist, habe ich als Liebesbeweis empfunden. Und damit war ich nicht die einzige.

Edward, der Eifersüchtige

Dass Eifersucht seit Ewigkeiten romantisiert wird, ist kein Geheimnis, aber deshalb ist sie noch lange nicht gesund, im Gegenteil. Auch der gute Edward ist hin und wieder eifersüchtig auf Bella. Okay, Eifersucht ist eine menschliche Emotion, aber es wird kritisch, sobals die Person aus Eifersucht „handelt“, zum Beispiel der gute Eddi. Zwar wirkt er wie jemand, der ihr alle Freiheiten lässt, schaut aber dann trotzdem in ihr Handy, weil sein Wunsch nach Kontrolle größer ist.

Edward, der VAMPIR

Aber kommen wir zum offensichtlichsten Punkt: Edward ist ein Vampir, das sich durch Blut ernährt. Vorzugsweise Menschenblut, aber er ist auf tierisches umgestiegen, um keine Menschen zu töten. Dennoch besteht Bella aus literweise Blut – er ist demnach extrem gefährlich für sie. Aber das kümmert sie nicht, denn Bella ist blind vor Liebe, und auch Edward gibt irgendwann nach, obwohl er sie ab diesem Zeitpunkt von einer Gefahr in die nächste bringt.


ANZEIGE


Auch diesen Konflikt habe ich damals als sehr romantisch empfunden, vielmehr hatte ich sogar Mitleid mit dem armen Edward, der es so schwer hat, weil er Bella liebt, aber ihr zugleich auch „widerstehen“ muss.

Edward, der ein Nein nicht akzeptiert

Es gibt viele Beispiele, in denen Bella nein zu einer Situation sagt, aber Edward überhört sie. Er ignoriert ihr nein, er handelt nach seiner Nase, weil er glaubt, es besser zu wissen. Damit bevormundet er sie, was ein sehr altes patriarchales Bild reproduziert (Mann entscheidet über Frau). Dabei heißt nein nicht ja oder vielleicht, sondern NEIN!

Ich könnte noch viele, viele weitere Punkte bennen, die erklären, warum die Figur Edward Cullen derart toxisch ist, aber ich belasse es hier erst mal. Wenn ihr aber noch mehr lesen wollt, schaut euch mal diesen Beitrag an!

Wir halten also fest:

Edward ist ein gefährlicher und eifersüchtiger Vampir, der seine Bella stalkt, ihre Bedürfnisse ignoriert und sie konsequent in Gefahr bringt.

Und das ist nicht süß oder romantisch, sondern gefährlich.

Warum es gefährlich ist, wenn toxische Beziehungen romantisiert werden?

Medien prägen uns, das ist nun mal eine Tatsache. Dass was uns vorgelebt wird, brennt sich in uns ein. Wenn wir glauben, dass „das“ eine gesunde Auffassung von Liebe ist, ergeben wir uns ihr, nicht wissend, wie sehr sie uns schaden kann. Da finde ich die Ausrede „ist doch alles nur Fiktion“ nicht ausreichend. Kinder und Jugendliche können das oft gar nicht reflektieren – ich konnte es nicht! Für mich war die Figur Edward Cullen „der“ ideale Charakter!

Und das ist schwierig…

Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich schon gehört habe, dass Männer abgesägt wurden, weil sie zu „lieb“ waren! Und weil Frauen sich ärgerten, dass sie die „Ärsche“ mochten, obwohl sie wussten, dass sie ihnen nicht guttaten. Das ist jetzt eine sehr überspitzte und auch sehr heteronormative Formulierung, aber ist wisst, was ich meine, glaube ich.

Beziehungen sollten nicht toxisch sein.

Beziehungen sollten glücklich machen und einen erfüllen. Klar dürfen sie auch eine Prise Dramatik beinhalten, und auch sonst muss es nicht immer rosig laufen. Konflikte ist normal, solange trotzdem keine Grenzen überschritten werden.

Damit will ich nicht sagen, dass wir Bücher und Filme wie Twilight boykottieren sollten, wohl aber kritisieren. Außerdem ist es wichtig, auf die Gegenbewegung zu schauen, und Medien zu konsumieren, in denen eine gesunde Beziehung aufgezeigt wird!

Soweit meine Meinung zu toxischen Beziehungen!
Was ist eure? Habt ihr ähnliche Gedanken zu Edward Cullen?

Und: Hättet ihr Lust, wenn wir demnächst eine Liste von Büchern oder Filmen/Serien zusammenstellen, in denen gesunde Beziehungen vorkommen?

Hier der Post, in dem ich davon berichte, wie meine Liebe zum Lesen entstand!

Ein Kind, dass einfach nicht liest? – Meine Liebe zum Lesen kam erst später

Liebe Grüße
Mounia

P.S. Zum Merken bei Pinterest:

Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

DAS KÖNNTE DIR AUCH GEFALLEN

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Werbung

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem Stern (*) markiert.