Verliebt in einen Star – wann wird’s gefährlich?


Habt ihr das, oder vielleicht mal gehabt, oder haben das eure Kinder: diese ganz besondere Person, die das Herz höher schlagen lässt? Hier geht es um Verliebtheitsgefühle für einen Star – und was das bedeuten kann.

Denn das Phänomen „Verliebt in einen Star“ ist recht umfangreich.

Eine berühmte Person anzuhimmeln hat immer schnell etwas von pubertierenden Teenie-Gehabe. Dabei bin ich sicher, dass wir alle eine prominente Person haben, die wir attraktiv und sympathisch finden… Oder?


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Ich mache mal den klischeehaften Anfang: Mein größter Celebrity Crush war Robert Pattinson. Als ich die Twilight Bücher damals las (und in diesem Beitrag erkläre ich euch, dass diese überhaupt der Grund waren, warum ich zu lesen angefangen habe), war ich hin und weg von der Figur Edward Cullen (auch, wenn ich das heute ganz anders sehe, aber dazu ein anderes Mal mehr).

Als er in den Filmen dann von Robbi verkörpert wurde, schlug mein Herz bis zum Mond!

Edward aka Robert war nicht nur charmant und schön, sondern auch unglaublich sympathisch. Mein altes Teenie-Ich hatte etliche Poster von ihm, und sogar einen echt peinlichen Ordner mit Fotos, Stickern und herausgeschnittenen Berichten über ihn.

Und ja, ich war verliebt – zumindest dachte ich das. Aber meine Gefühle für diese Person waren enorm stark, ich dachte viel an ihn, und mein größter Wunsch war, ihn eines Tages zu treffen.

Aber ich kannte ihn ja gar nicht. Und damit kommen wir zum nächsten Punkt:

Wir kennen die Person, die wir anhimmeln, überhaupt nicht.

Wir GLAUBEN sie zu kennen, und das ist ein gewaltiger Unterschied. Was wir (vor allem, wenn wir jünger sind) mit den vielen Herzchen in den Augen schnell vergessen, ist, dass die Person im „Film“ nicht der Schauspieler ist. Der süße Peter Kavinski von „To all the boys I’ve loved before ist nicht mit dem Schauspieler Noah Centineo zu vereinen. Dieser kann vielleicht der schlimmste Typ überhaupt sein, wir wissen es nicht.

(hier ist ein Video von ihm, damit ihr auch wisst, von wem ich rede… bleibt bitte noch am Text dran, ich habe noch einen wichtigen Punkt in der Sache!)

Verliebt in einen Star: Wir sehen nur einen Teil der Person.

Obgleich ich alle Interviews von Robert Pattinson gesehen habe, so kann ich trotzdem nicht von mir behaupten, die Person zu kennen. Ich kenne nur, was sie mir zeigt, und bastele mir so ein Bild von der Person. Aber wirklich kennen tue ich sie nicht.

Überhaupt sind Film- und Musikstars in Interviews oft ganz anders als in Wirklichkeit. Ist ja auch kein Wunder, wenn etliche Kameras auf einen gerichtet sind, und man weiß, dass dieses Video weltweit und für immer im Internet kursieren wird. Ganz schön viel Druck, würde ich sagen.

Und doch entwickeln wir eine Bindung für diesen Menschen. Wir freuen uns mit, wir leiden, mit, wir hoffen mit, wir trauern mit. Dass wir die Person eigentlich nicht kennen, haben wir bereits festgestellt, aber nicht, WARUM wir so fühlen.

Wir projizieren unsere eigenen Bedürfnisse auf den Star!

Eine berühmte Person anzuhimmeln, ist im Grunde nichts als reine Projektion. Wir projizieren unsere eigenen Bedürfnisse in sie:ihn hinein und basteln uns dem Menschen in unserem Kopf nach eigenem Belieben.


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Und das ist in Ordnung. Glaube ich. Zumindest sehe ich im ersten Moment kein Problem darin, jemand Berühmten anzuschmachten. Wichtig ist nur sich daran zu erinnern, dass man eigentlich nicht die Person selbst anhimmelt, sondern seine tiefen, und vielleicht auch unbefriedigten Bedürfnisse. Wir sind also nicht wirklich verliebt in den Menschen, sondern in unserer eigenen Idee von ihm.

Zwischen unschuldigem „Fangirlen“ und gefährlicher „Obsession“

Leider muss ich bei diesem Thema auch einen ernsten Ton einlegen, denn in einen Star verliebt zu sein, bringt ziemlich viele Reibereien mit sich. Die Rede ist von einem derart obsessiven Verhalten, dass es schon in Stalking übergeht.

Und das ist niemals korrekt. Eine „Beziehung“ zu einem Star ist immer einseitig – wir wissen „alles“ von der Person, aber die Person weiß nichts über uns. Folglich schuldet sie uns nichts, weder ein Lächeln, noch einen Blick oder sonst etwas. Ich bin immer wieder geschockt, wenn ich höre, dass Menschen ihre liebsten YouTuber treffen, und ihre Grenzen nicht respektieren (z.B. vor ihren Häusern lauern, um ein Foto zu machen, oder sie im Supermarkt verfolgen etc.) Ich habe deshalb das Beispiel YouTuber genannt, weil diese Menschen einem vielleicht „näher“ und vermeintlich auf einer Eben sind sind als irgendwelche Stars aus LA. Doch auch das ist nicht korrekt.

Ich selbst habe Robert Pattinson nie getroffen (noch nicht – sag niemals nie! 😉), und vermutlich wäre ich als Teenie viel zu schüchtern gewesen, um ihn jemals anzusprechen. Dennoch könnte ich mir vorstellen, dass ich kindisch genug gewesen wäre, ihm heimlich hinterherzugehen oder „zufällig“ an seinem Hotel vorbei zu spazieren.

Und ab da geht es eindeutig zu weit!!

Eine Fantasie im „Kopf“ verletzt keinen, aber sobald die inneren Projektionen nach außen getragen werden, verwechseln wir die Einbildung mit der Realität.

Was nicht bedeuten soll, dass man sich nicht wünschen darf, eines Tages mal seinen prominenten Schwarm zu treffen. Aber vorzugsweise unter Bedienungen, die niemandes Grenze überschreiten. Und ganz ehrlich: Vielleicht ist es sogar besser, diese Person nicht im echten Leben zu treffen, denn dann platzt die Illusion.

Nur ist es eben wichtig, Grenzen zu respektieren. Fanatische Fans gehen oft soweit, den Partnern des Stars sogar Drohbriefe zu schreiben, weil sie sie nicht mit einer anderen Person sehen wollen. Aus diesem Grund empfehlen viele Managements, die Beziehungen der berühmten Persönlichkeiten im Geheimen zu lassen. K-Pop Bands wie BTS dürfen sogar laut Vertrag keine Partnerschaft eingehen, weil das die Fans zu sehr erschüttern würde…

Und das Ende vom Lied:

Zusammen lässt sich also Folgendes sagen: In einen Schauspieler verliebt zu sein, ist etwas Reales, das vermutlich jeder kennt. Sich in Fantasien zu verlieren kann sogar sehr beseelend sein. Aber wichtig ist, sich immer wieder daran zu erinnern, dass die Person, der unser Herz gilt, nur eine Projektion unserer tiefsten Wünsche ist, und niemals real sein kann. Die Person aus seiner Fantasie ist nicht die „echte“ Person.

So, und jetzt zu euch: Wer ist euer heimlicher Schwarm? Oder war es früher?

Liebe Grüße
Mounia

P.S. von Béa: Als 5Jährige war ich völlig hin & weg von Bud Spencer und auch ein wenig Jean-Jaques Cousteau. Mit ca. 9 Jahren hatte ich ein mega Crush auf John Amos, der Hauptdarsteller der Serie Roots...

Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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