Nachlese Fridays for Future am 20. September in Berlin – friedliche Demonstrationen für weltweite Klimagerechtigkeit


Gestern, am Freitag, dem 20. September, war der globale Klimastreik von Fridays for Future. Überall auf der Welt sind Menschen auf die Straße gegangen und haben für Klimagerechtigkeit demonstriert. Ich habe ebenfalls teilgenommen und möchte sowohl meine positiven Eindrücke gerne mit euch teilen als auch Béas neugierige Fragen beantworten, die an diesem Tag beruflich in Hamburg war.

Wie wichtig das Thema Klima und Nachhaltigkeit ist, muss ich ja eigentlich gar nicht erwähnen. Wichtig finde ich nur, dass wir alle mitmachen, denn zusammen können wir vieles bewegen. Klar, die Hauptaufgabe muss oben von der Politik kommen, aber gestern, als wir während unserer Demonstrationen am Bundestag vorbei kamen, haben wir ganz klar unsere Meinung gesagt:

Es muss sich was ändern.

Hier die Fragen von Béa:

Béa: Hattest du schon immer das Bewusstsein für ökologische Themen? Oder hat es sich bei dir erst in den letzten 2-3 Jahren entwickelt?

Mounia: Nein, das Bewusstsein kam erst nach der Schulzeit. Ich habe das Abi 2014 gemacht und bis dahin hatten wir zwar über den Treibhauseffekt, den höher steigenden Meeresspiegel und das Ozonloch in Erdkunde geredet, aber mehr nicht. Keine Plastikkrise, kein Massenkonsum, keine sozialen Ungleichheiten, keine Todesfälle durch den Klimawandel…

Béa: Ist eine Form der Verbindlichkeit auf der Demo entstanden? 

Mounia: Also für mich persönlich war die Demo verbindlich. Momentan ist fast nichts auf der Welt so wichtig wie Klimagerechtigkeit. Es war mir ein großes Anliegen dafür auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren. Ich hatte den Eindruck, dass es den meisten Anwesenden auch so erging. Immer wieder hörte ich „Wir müssen…“

Béa: Hast du mit anderen kommuniziert? Habt ihr euch ausgetauscht?

Mounia: Eher weniger mit Leuten, die ich nicht kannte. Die meisten waren mit ihren eigenen Gruppen unterwegs und blieben auch bei sich. Aber manchmal, wenn eine Kindergartengruppe an uns vorbeikam und unheimlich niedliche Parolen trällerte, schmolzen wir alle dahin und nickten uns gegenseitig zu.

Und hier meine Eindrücke:

Angekündigt im Radio waren in Berlin etwa 10 Tausend Menschen, gekommen sind, schätzungsweise 100- 270 Tausend.

Das Publikum war sehr durchmischt! Ich hatte bereits erwartet, dass sich einige extra frei nehmen würden, aber dass es sooo viele werden würden, hatte ich nicht erwartet. Alle unterschiedlichsten Menschen jedes Alters waren dabei. Erstaunlich viele Eltern kamen mit ihren Kindern, viele Schulklassen und ganze Kindergartengruppen waren anwesend.


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Auf dem Weg begegnete ich vielen bekannten Gesichtern.

Durch Zufall traf ich Nachbarn, Leuten aus der Uni, sogar welchen aus meiner alten Schule, die ich Jahre lang nicht gesehen hatte. Das Gefühl, dass wir alle – individuell wie wir sind – trotzdem an einem Strang ziehen, war wunderschön.

Die Demonstration war sehr friedlich.

Obwohl einige Nachrichtenquellen etwas anderes behaupteten, erlebte ich die Demonstration ohne jeglichen Pöbel oder sonstigem Gehetze. Die Demo wurde von motivierender Musik und gut gelaunter Menschen begleitet. Mit dem Wetter hatten wir auch Glück. Selbst das Streckennetz verlief recht geregelt – es war, als hätte sich die ganze Stadt darauf vorbereitet! Na ja, ein paar sehr provokante Schilder waren dann doch dabei… 😛

Aber irgendwie muss man das ganze ja auch mit Humor sehen. Und so ganz nicht-populistisch kann man Fridays for Future ja auch nicht angehen!

Wie habt ihr die Demonstrationen erlebt? Wart ihr mit euren Kids dort? Wie verlief es in anderen Städten?

Liebe Grüße,

Mounia

P.S. von Béa: Sehr sehr bewegend fand ich – und unsere mindfulsun – was in Freiburg abging:

(Ton an!)


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Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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