Grippe, allein mit Kind(ern) – Von Notversorgung und Tütensuppe


Was ist los, wenn eine alleinerziehende Mutter an einer fiesen Grippe erkrankt? Unsere Darksun hat es voll erwischt und sie hat uns hier aufgeschrieben, wie sie alles bis aufs Nötigste runterfahren konnte:

Grippe, allein mit Kind(ern) – Von Notversorgung und Tütensuppe

Seit ich Mutter bin, war ich schon öfter krank aber ich hatte immer Hilfe mit den Kindern.
Nun hat mich zum ersten Mal die Grippe erwischt und auch zum ersten Mal stehe ich ganz ohne Hilfe da.
Mein großer Sohn ist schon volljährig, wohnt noch zu Hause und wäre mir wohl eine richtige Hilfe, wenn ihn die Grippe nicht auch für ein paar Tage ins Bett verbannt hätte. Bleibt noch mein Pubertierchen, der sich gerade wieder etwas erholt hat.

Da steht man dann da, oder besser gesagt: Man liegt da und nichts geht mehr.

Einkaufen? Ich komme ja kaum bis zum Badezimmer!
Wäsche waschen? Allein mir die Zähne zu putzen gleicht einem Marathonlauf.
Kochen? Wenn ich mir selbst ein Stück Brot in den Mund schieben kann, bin ich froh.

Das war meine letzte Woche: Mit Grippe im Bett und NICHTS ging mehr.

Dabei habe ich ein Kind zu versorgen.

Einkäufe kann man auch online erledigen, so war zumindest mein kluger Plan. Aber selbst zur Online Bestellung war ich zu schwach. Ich konnte weder überlegen, was gebraucht wird, noch es tatsächlich bestellen. Was ging, war meinen Söhnen einen Einkaufszettel diktieren und das Nötigste besorgen zu lassen.

Von gesunder und ausgewogener Ernährung konnte man hier in der letzten Woche nicht sprechen.

Da die Jungs selbst krank waren und keiner die Kraft hatte zu kochen, mussten die guten alten Tütensuppen herhalten. Immerhin, Wasser kochen und Pulver einrühren, war noch möglich.

Ich habe es tatsächlich geschafft, bis zu einem bestimmten Punkt zu hadern:

Aber du MUSST doch gesund kochen! Das kannst du doch den Kindern nicht antun!

Nur was tue ich ihnen an? Ich bin krank! Ich kann einfach nicht kochen. Punkt!

Hier musste ich mich von meinen eigenen Zwängen und Vorstellungen verabschieden. Um mehr Ruhe zu haben und wirklich loslassen zu können, kam nur noch PROJEKT NOTVERSORGUNG in Frage.

Lediglich das absolut Nötigste wurde hier erledigt:
1. Ruhe, so viel Schlaf wie möglich
2. Flüssigkeit, so viel trinken wie möglich – Wasser kommt aus der Leitung
3. Frische Luft… Fenster öffnen reicht
4. Kinder beauftragen, Tütensuppe zuzubereiten und somit die Nahrungsaufnahme sicherzustellen
5. Einkaufszettel diktieren und die Jungs in den Supermarkt schicken

Irgendwann kam der Punkt, da brauchten wir alle frische Wäsche. Ich war nicht mehr in der Lage die Waschmaschine zu bedienen. Mein Sohn kann das, ein Teenager sollte man auch in der Lage sein, Wäsche zu waschen. Hier bin ich durchaus froh, dass ich meine Kinder schon früh in die Hausarbeit eingebunden habe. Sie wissen, wie man eine Waschmaschine bedient, wie der Staubsauger funktioniert und die Spülmaschine. Sie können einen Lappen in die Hand nehmen und durchaus die Arbeitsflächen in der Küche reinigen.

Ich bekomme hier eine Tasse Tee nach der anderen serviert und auch sonst stecken sie öfter den Kopf mal in mein Krankenzimmer: „Mama, brauchst du was?“

Natürlich wird ausgenutzt, dass ich gerade nicht konsequent sein kann und da wird eben eine Stunde oder auch zwei am PC gehockt. Aber das ist doch auch OK!

Gerade bin ich heilfroh, dass meine Jungs schon groß sind.

Was wäre, wären sie klein?

Ein Brot schmieren, etwas zu essen machen, konnten meine Jungs schon recht früh.
Einkaufen, war auch schon ab der 1. Klasse ein Thema.
Wäsche waschen, können beide seit der Grundschule.

Die Notversorgung läuft.

Einsehen, die Mutter liegt dieses Mal nicht wirklich nur zur Dekoration im Bett und ist richtig krank, dauerte schon ein bis zwei Tage. Seitdem läuft es aber hier und ich muss auch nicht mehr viel sagen oder bitten.
Ich bekomme eine zweite Decke wenn mir kalt ist und abwechselnd Tee oder Tütensuppe. Die wird mir wohl bald aus den Ohren rauskommen.

Aber immerhin: Selbst gekocht von den Söhnen!

Und bei euch? Wie ist es, wenn ihr krank seid? Grippe, allein mit Kind(ern)?

Liebe Grüße,

Darksun

P.S. Natürlich bin ich, Béa, mit der Tütensuppe auf dem Bild… absolut gesund mit einer spanischen Tütensuppe in der Hand.  Ich finde übrigens Tütensuppe ganz prima, nicht nur, wenn ich krank bin, sondern auch wenn es mal schnell gehen muss. 

P.P.S. Wir halten hier noch einen wichtigen Kommentar fest!

Monja Barthelmeß schrieb bei FB: Liebe Mamas! Wenn es euch wirklich so dahinrafft, dass ihr kaum das Bett verlassen könnt und Kinder unter 12 Jahren im Haushalt mit leben, dann steht euch eine Haushaltshilfe zu. Informiert euch bei eurer Krankenkasse. Bitte geniert euch nicht! So werdet ihr für ein paar Stunden am Tag entlastet und eure Kinder versorgt.

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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3 Kommentare

Emil Wukits
Antworten 20. März 2018

Gute Besserung 😊

Katrin
Antworten 24. März 2018

Wenn nichts mehr geht hilft tatsächlich stundenweise die Krankenkasse. Es braucht halt eine ärztliche Bescheinigung, und jemanden, der das übernimmt. Bei Bedarf vermitteln deutlich auch über das DRK oder Pflegedienste. Schau mal hier: https://www.dak.de/dak/leistungen/haushaltshilfe-bei-krankheit-1077700.html
Gute Besserung!!!

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