Wie Kinder mit dem Fahrrad sicher im Straßenverkehr sind – mit Verkehrszeichen Lern-Spiel


Den Blogpost gibt es schon eine Weile (s.u). Ich bringe das jetzt erneut und habe es auch etwas überarbeitet, weil das Thema „mein Kind auf dem Fahrrad in der Stadt“ mich ein Elternleben lang stresst. Sachte, ich erkläre euch, woher das kommt. Und gebe euch Tipps, wie ihr euch eine Menge Stress spart! Und fürs Verkehrszeichen-Lernen habe ich am Ende noch ein prima Spiel für euch. 

Die Wurzel des Übels bin ich selbst. Ich fahre seit Kindertagen und bis heute noch wie eine gesengte…  Quitscheente. Ich kann nicht langsam. Ich weiß nicht, was mit mir passiert, aber sobald ich auf dem Drahtesel sitze, muss ich schnell sein. Wendig. Flott. Und bis vor Kurzem alles ohne Helm. Mir hat Christine in ihrem Blog Mama Arbeitet aus der Seele gebloggt. …

ABER!!! Seit Yvonne zu diesem Blog gestoßen ist, ist sie zur Stimme meines Gewissens geworden. Sie hat immer wieder auf mich eingeredet. Dann gab es den extrem berührenden Beitrag der Krankenschwerster bei Stadt, Land, Mama..  und nun bin ich doch stolze Besitzerin und sogar richtige Trägerin eines faltbaren Fahrradhelms, hier erstanden. (affiliate Link, also Werbung)

Und jetzt kommt das Problem: Ich habe immer Angst gehabt, dass mein Kind nach mir kommt. Und auch wenn mich so etwas in Sachen Heiterkeit, Kochkunst oder Kunsttalent mit Freude und genetischem Stolz erfüllt, muss das beim schnittigen Radfahren gar nicht sein. Ich will lieber einen braven Verkehrsteilnehmer im Großstadtverkehr auf die Welt gebracht und groß gezogen haben. Und ich bin sicher, das wollt ihr auch!

Klar wollt ihr das!  Also, wie stellt man das am besten an?

Yvonne hat natürlich dazu gebloggt. 

Aber wir haben auch die Community befragt, wie das überhaupt geht mit dem Thema Verkehrserziehung und einiges herausgefunden!

Hier sind die wichtigsten Punkte:

1. Der Fahrradführerschein in der Schule ist prima, aber die Eingewöhnung findet deutlich früher statt

Fast alle Viertklässler machen den Fahrrad-Führerschein und schließen damit ihre Radfahrausbildung in der Grundschule ab. Genau: Damit ist eher eine Entwicklung abgeschlossen, als angefangen. Die meisten Eltern fangen früh an, wichtige Fertigkeiten und Regeln einzuüben:

Wie zum Beispiel bei Janine P., die  schreibt: „Sie sind von Beginn an immer unterwegs gewesen, schon mit dem Laufrad, sprich schon mit zwei und dann ging das schleichend. Immer weiter erklärt und „verbessert“. Mit drei und vier dann eben auf dem Fahrrad. Hier gabs erst Rad fahren, wenn sie es wirklich konnten, sprich Stützräder gabs nie, das war mir wegen den Kanten immer zu gefährlich. Ich war dann zu Fuß nebenher unterwegs.“

Anja K. hat gute Erfahrungen gemacht: „Bei uns kommt die Polizei schon im Kindergarten und übt, besonders mit den Vorschulkindern, aber auch anderen Kids die schon Radfahren können, das Verhalten im Verkehr. Wir als Eltern machen es aber zuhause auch schon. Kann man nie früh genug mit anfangen!“

Und auch bei Julia S. M. ging es abgestuft vor: „Wir haben im letzten Kindergartenjahr erst ein Fußgängertraining im Straßenverkehr gemacht und danach ein Radfahrtraining auf dem Schulhof. In der zweiten Klasse haben wir Eltern mit der Lehrerin an zwei Tagen ein Radfahrtraining auf dem Schulhof organisiert.“

Und, liebe Eltern mit Babies, „ganz früh“ kann wirklich sehr, sehr früh sein, wie bei Stefanie S.:  „Mein Sohn ist noch zu klein zum Radfahren. Aber wir haben mit der Verkehrserziehung schon angefangen als er selbstständig im Kinderwagen sitzen konnte. Sobald er sehen konnte, was um ihn herum passiert, haben wir ihm erklärt wie das mit dem über-dieStraße-gehen funktioniert. Jetzt, wo er läuft, ist es für ihn wie ein Naturgesetz, das man am Straßenrand stehen bleibt und auf Mama/Papa wartet. Ich hoffe, das bleibt so!“

2. Der Stopp-Ruf muss sitzen, damit Kinder mit dem Fahrrad sicher im Straßenverkehr sind

Kinder müssen einem STOPP-Ruf der Eltern augenblicklich gehorchen lernen. Ja, richtig, dieses Wort „gehorchen“, von mir geschrieben, schaut echt komisch aus… oder? Aber in diesem einen Fall ist es überlebensnotwendig! Jana N. beschreibt das gut: „Ich finde, das ist ein komplexes Lernen. In der Großstadt aufgewachsen, so lernt das Kind ab dem Laufalter Regeln: Ab ca. 1 Jahr auf dem Puky Wutsch – erlernen des Signals „STOPP“. Kind sollte anhalten darauf hin, den Bremsweg müssen die Eltern einrechnen. Ab 2 Jahren dann mit dem Laufrad, das Signal wird weiter geprobt (ruhige Straße etc.) und der Vorrausradius wird langsam erweitert.“ 

Auch Barbara N. betont die Wichtigkeit des Stopp-Rufs: „Meine Jungs fahren an ruhigen Straßen mit Begleitung zum Kindergarten, sie haben Stoppstellen, an denen sie grundsätzlich halten müssen. Das haben wir mit dem Großen eingeübt, die Kleinen machen es dann weitgehend nach. Kommt ein Auto halten sie an und warten am Straßenrand. Und ein Stopp von mir ist ein Stopp und wer sich hier nicht daran hält, muss die Konsequenzen tragen ( Helm wird weggesperrt und das Rad heimgeschoben/getragen) Dieses Stopp im Verkehr ist eine unserer wichtigsten Regeln und wird ohne wenn und aber durchgezogen.“

3. Mit gutem Beispiel voran

Ganz viele, die geantwortet haben, betonten die Rolle der Eltern – und zwar nicht nur auf dem Fahrrad, sondern auch am Steuer. Puh! Hier war ich erleichtert hinsichtlich meines Einflusses. Denn auch wenn ich alleine für mich recht schnittig fahre, als meine Tochter klein war und im Fahrradsitz bei mir, war ich deutlich zahmer. Und als Autofahrer bin ich… naja… nicht ganz so schlimm. Für euch wichtig zu merken: Wer sich vernünftig im Straßenverkehr benimmt, ist auch ein Vorbild zu seinen Kindern. Wenn sie dabei sind.

4. Nerven behalten

Mit jemandem zu üben, der die Nerven behält, bringt auch viel, wie Jenny M. sagt: „Wichtig ist auch mit einem „stressresistenten“ Erwachsenen zu üben. Ich interveniere viel mehr als mein Mann, zum Beispiel. Er lässt unsere Tochter mehr selbst ausprobieren. Sie fährt unfallfrei durch eine volle Fußgängerzone oder Park.“

Übrigens, Nerven behalten muss man auch, wenn es darum geht, die Gesetze genau einzuhalten. Auch ERGO direkt sieht das Dilemma, mit Kindern, die Radfahren lernen:

„Kinder bis acht Jahre müssen auf dem Gehweg – statt auf der Straße – fahren. Auch auf Fahrradwegen dürfen sie noch nicht fahren, außer es ist ein Geh- und Fahrradweg in einem. Bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen Kinder Gehwege benutzen. Danach müssen Sie, wie Erwachsene, auf der Straße oder Fahrradwegen fahren.

Begleiten Eltern ihre Kinder, die noch nicht im Straßenverkehr geübt sind, haben sie die Aufsichtspflicht und müssen bei Fehlverhalten schnell reagieren können. Eltern, die also nicht in der Nähe des fahrenden Kindes sind, verletzen Ihre Aufsichtspflicht. Fahren die Erwachsenen allerdings mit auf dem Gehweg, so verhalten sie sich ordnungswidrig und müssen bei einem Unfall ebenfalls haften.“

5. Verkehrszeichen lernen

So, das kommt von mir, liebe Leute: Das Lernen von Verkehrszeichen ist oft öde. Aber wer sie im Spiel kennenlernt und selbst deuten darf, lernt schneller und besser.

Alles, was ihr braucht, ist Tesa Crepp und diese Verkehrszeichen hier, die ich euch kostenlos zur Verfügung stellen: Verkehrsschilder_Kinder_lenen

Verkehrszeichen_zum_lernen_Kinder

Wie geht das? Ganz einfach: Lasst die Kinder ihr Kinderzimmer einfach zu einer Strassenlandschaft verwandeln! Mit Tesa können sie direkt auf dem Boden  Straßen legen… wie hier auf dem Foto:

Boden_Tollahausen

Und aus alten Verpackungen können sie Gebäude bauen, so dass eine richtige Stadt entsteht: Tollahausen! Hier ist eine visuelle Anleitung mit lauter Ideen:

uebungsplatz_indoor_fahrradfahren_kinder

So, ich hoffe, dass ich euch mit diesem Tipps helfen konnte. Sollte ich was ausgelassen haben, bitte ergänzt in den Kommentaren.

Liebe Grüße,

Béa

Zur Transparenz:  Dieser Artikel ist mal zum Thema „Kinder mit dem Fahrrad sicher im Straßenverkehr“ als sponsored Blogpost erschienen – sprich: Werbung für  ERGO Direkt . Aber das ist nun ausgelaufen.

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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3 Kommentare

Nadine
Antworten 15. März 2018

Danke für den Beitrag.

Meine Tochter hat das Alter erreicht, indem sie das Fahrradfahren lernen kann.
Da sie noch kein Fahrrad hat, möchte ich ihr ein Kinderfahrrad kaufen.
Eine große Auswahl habe ich hier gefunden: https://www.prometheus-bikes.de/produkte/kinderfahrraeder/?p=2

LG
Nadine

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