Glück und Pech – Wenn der Aberglaube unser Verhalten beeinflusst


Hand aufs Herz: Selbst, wenn wir nicht so richtig daran glauben, sind wir doch alle ein bisschen abergläubisch. Aber beim bloßen Glauben daran bleibt es manchmal nicht. Manchmal bestimmt der Aberglaube sogar über unser Verhalten – und dann wird es besonders verrückt!

In jeder Kultur gibt es kleine Traditionen und Rituale. Die einen sind an die Religion gebunden, die anderen an einen Aberglauben. Halloween zum Beispiel oder die Walpurgisnacht sind alles Feste, in denen in früheren Zeiten mittels Feuer und Kostümen böse Geister vertrieben werden sollten. Allerdings beschränkt sich der Aberglaube nicht nur auf einzelne Tage im Jahr, sondern webt sich durch unser ganzes Leben, Denken und auch Verhalten.


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An was glaubt ihr so?

Dass Freitag, der 13 Unglück bringt? Dass euch ein vierblättriges Kleeblatt mit Glück überschüttet und ein Hufeisen nochmal eine zusätzliche Portion Glück bedeutet? Macht ihr einen Bogen um schwarze Katzen? Klopft ihr drei Mal auf Holz, um den letzten Unglücksgedanken bloß nicht wahr werden zu lassen?

Ziemliche Klischees, ich weiß. Vermutlich glaubt heute niemand an sie. Früher war das vielleicht so, schließlich steckt hinter jedem Aberglauben eine Geschichte. Aber in Zeiten der Wissenschaft ist das eher selten der Fall.

Und doch bin ich in mancherlei Hinsicht sehr abergläubisch. Ich scherze zwar selbst darüber, unterstehe es mir aber trotzdem, dem Aberglauben keine Folge zu leisten.

Hier mal ein paar typische Beispiele aus meiner Erziehung. Ich bin gespannt, ob ihr sie schonmal gehört habt!

Kein Auge auf jemanden legen!

Vielleicht ist euch dieser Spruch bereits bekannt, schließlich wird die deutsche Kultur immer mehr von der arabischen beeinflusst. „Auge auf jemanden legen“ heißt so viel wie, dass man ein besonderes Interesse auf jemanden hat und die Person anstarrt. Ob es nun bewusst, unbewusst, aus Neugier oder Neid ist, spielt dabei keine Roll, denn am Ende kommt es auf dasselbe raus. Der Person, auf der Auge gelegt wurde, passiert am Ende etwas Schlechtes. Die Begründung: Sie ist mit zu vielen Emotionen überschüttet worden.

Macht kein Sinn, ich weiß – es ist ja auch ein Aberglaube. Trotzdem erwische ich mich dabei, wie ich, wenn mir etwas Schlechtes passiert, denke: „Da hat jemand Auge auf mich gelegt.“ Meine Großmutter sagte sogar damals zu mir, dass ich meine Schwester, die an jenem Tag wunderschön aussah, nicht zu sehr anstarren sollte, weil ich sonst unabsichtlich Auge auf sie lege. „Mach kein Auge“ hieß es dann. Dies hat sich inzwischen so fest bei mir eingebrannt, dass ich gar nicht mehr auf anderen Menschen starren kann, selbst, wenn ich wollte.

Nicht im Zimmer pfeifen!

Auch das Pfeifen in Räumen wurde uns als Kindern untersagt. Draußen sei es ok, aber drinnen solle es Unglück bringen. Als Kinder lachten wir darüber, trauten uns aber trotzdem nicht, es auszuprobieren. Vorhin habe ich zum Spaß mal in meinem Zimmer gepfiffen. Wie nicht anders zu erwarten, ist nichts passiert (zumindest noch nicht), aber der flaue Beigeschmack in meinem Mund war trotzdem komisch.

Nicht über einen Gully laufen!

Ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, woher dieser Aberglaube stammt. Dachte man früher, man würde reinfallen, weil er zu locker ist? Was es auch war, ich kann bis heute nicht ohne ein flaues Gefühl im Magen über einen Gully laufen. Meistens gehe ich um ihn herum, und wenn ich es versehentlich doch tue, kriege ich sofort Herzrasen. Ich weiß natürlich, wie lächerlich es ist, aber glaubt mir, es ist gar nicht so leicht, diese Angewohnheit mit bloßem rationalen Denken loszuwerden!


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Salz über die Schulter werfen!

Aberglaube beschränkt sich natürlich nicht auf Pech, sondern auch auf Glück. Salz zum Beispiel soll Glück bringen. Ein paar Streuer über die Schulter und schon schreibt sich die Matheklausur mit einer großen Portion Glück. Das Verrückte daran: Immer, wenn ich mich daran erinnert habe, mir vor einer Prüfung Salz über die Schulter zu streuen, schnitt ich gut, manchmal sogar sehr gut ab. Ich glaube zwar keineswegs, dass es am Salz liegt, sondern eher daran, dass ich mich wohler und sicherer fühlte und somit auch die Klausur besser schreiben konnte. Es ist eben alles eine Frage der Einstellung

Und damit komme ich auch zu meinem Fazit:

Aberglaube existiert, wenn wir an ihn glauben.

Aberglaube kann uns hoch- oder runterziehen, zumindest, wenn wir an ihn glauben. Wenn wir felsenfest davon überzeugt sind, dass uns das vierblättrige Kleeblatt, das wir finden, Glück bringt, sehen wir die Welt mit anderen Augen. Positives sticht uns dann stärker ins Auge als Negatives und genauso ist es andersherum. Dann ist alles, was am Tag schiefläuft, umso präsenter; der verpasste Bus, der Fußtritt in Hundekot, die verspätete und stinkende Erscheinung im Büro – alles.

Ob das gefährlich sein könnte? Vermutlich. Alles, was unser Leben einschränkt, kann Folgen haben. Es kommt darauf an, wie viel Bedeutung wir ihm beimessen. Natürlich ist der meiste Aberglaube aus dem Alltag so niedrig gewichtet, dass er das Leben nicht allzu stark beeinflusst. Aber wenn wir uns irgendwann nicht in der Lage fühlen sollten, einen Vortrag zu halten, weil das Salz fehlt, wird es kritisch.

Was meine Einstellung bezüglich des Aberglaubens betrifft, muss ich ehrlich gestehen, dass ich nicht glaube, dass ich es ändern kann. Andererseits arbeite ich auch nicht aktiv daran, es zu ändern, weil ich es gar nicht will. Dann laufe ich eben nicht über Gullys. Ein doofer Tick, den ich eigentlich sogar ganz amüsant finde. Und wenn es mal doch passiert, geht die Welt auch nicht unter. Vorausgesetzt ich erwische nicht ausgerechnet einen, der locker ist.

Wie steht ihr zu dem Thema Aberglauben und wenn sie das Verhalten beeinflussen? Amüsiert es euch? Oder seht ihr auch etwas Kritisches darin?

Liebe Grüße
Mounia

In Sache Kinder und Aberglauben bzw. ist auch Béas Artikel über Kettenbriefe im Internet lesenswert:

Warnt bitte eure Kinder vor dem Kettenbrief auf WhatsApp mit „Momo“ und inzwischen auch von Nico – und generell vor Kettenbriefen!

Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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19. Jun 2019

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