Große Kinder, große Sorgen – warum ich diesen Spruch inzwischen besser verstehe


Wir alle kennen den berühmten Spruch: „Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen.“ Ich als „großes Kind“ habe mir viele Gedanken deswegen gemacht und möchte euch hier erklären, warum ich den Spruch inzwischen besser verstehen kann!

Um ehrlich zu sein konnte ich diese These lange nicht verstehen. Die Rede ist doch ständig davon, dass kleine Kinder so anstrengend sind und die Eltern unter permanentem Schlafentzug leiden. Und überhaupt, müssen kleine Kinder nicht rund um die Uhr beobachtet werden, wohingegen ältere viel selbstständiger sind?

Ich sprach darüber mit meiner Mutter, um mir ihre Zustimmung zu holen und erhielt mit einem Augenverdrehen folgende Antwort: Nein! Kleine Kinder, kleine Sorgen; große Kinder, große Sorgen. Und das begründete sie folgendermaßen:

Der Freundeskreis…

Als Kind kannte meine Mutter alle meine Freunde beim Nachnamen. Sie wusste, wo sie wohnten und was sie gerne aßen. Die meisten mochte sie genauso gerne ich wie ich es tat. Wenn ich Zeit mit ihnen verbrachte, wusste sie ganz genau Bescheid.

Später kam meine Mutter mit all den Namen gar nicht mehr hinterher. Sie hatte außerdem keinen Einfluss mehr bei der Wahl meiner Bekanntschaften, denn ich freundete mich nicht mehr mit den Kindern ihrer Kollegen an, sondern suchte sie selbst aus.  Das, was ihr fehlte, war Kontrolle über die Menschen in meinem Leben. Und von Jahr zu Jahr wurden die Sorgen größer.

Die Geheimnisse…

Irgendwann begann ich mich meinen Freunden eher anzuvertrauen, als ihr. Dadurch beriet ich ihr viele schlaflose Nächte – denn manchmal wusste sie nicht, warum ich aufgebracht war oder weinte. Sie malte sich natürlich immer das Schlimmste aus und das manchmal auch zurecht.

Die Partys…

Kindergeburtstage und Halloweenpartys verspüren ihren eigenen harmonischen Charme. Sie sind von liebenswerten Kindergelächter und Herumgetrampel erfüllt, dauern über den Nachmittag an und enden pünktlich, bevor die Nachbarn hellhörig werden.

Die Partys aus meiner Teenager-Altersklasse gestalten sich anders. Nicht nur, dass sie immer einiges zu meiner Kleiderwahl zu bemängeln hatte, die Uhrzeit machte sie auch verrückt. Ich war nicht mehr um 11 zu Hause, ich ging frühestens um 11 los! Berlin halt.

Als ich meinen Führerschein machte, überließ sie mir dann nachts oft das Auto, damit ich sicher nach Hause kam (u.a. mit dem Hintergedanken, dass nur nüchterne Menschen Auto fahren dürfen)!

Das Geld…

Logischerweise kostet ein Strampler weniger, als eine Hose für Teenager. Demnach wird der Geldhahn immer weiter aufgedreht. Aber nicht nur in er Auswahl der Kleider muss tiefer in die Tasche gegriffen werden, all die Schulbücher und Materialien, all die Vereine und Hobbies zahlen sich nicht von selbst.

Und dann noch das Taschengeld. Früher konnte ich kaum fassen, wie viele Gummibärchen ich mir mit 20 Euro im Monat kaufen konnte. Als Jahre das Geld aufgestockt wurde, konnte ich nicht glauben, wie schnell er weg war – und wir hatten erst Anfang des Monats!

Es stimmt wohl, dass Kinder – je älter sie sind – selbstständiger werden, und sich damit von ihren Eltern lösen.

Mütter und Väter haben verlieren ihr letztes Wort über Entscheidungen, die gefällt werden. Sie sorgen sich um sie, weil sie die Kontrolle verlieren. Ich verstehe meine Eltern inzwischen besser. Je kleiner die Kinder sind, desto kleiner sind die Sorgen. Und je größer sie werden, desto umfangreicher und komplexer werden die Probleme.

Wie steht ihr dazu, wenn ihr mal auf euer Leben oder das Leben mit großen Kindern blickt? Würdet ihr zustimmen? Oder seht ihr das anders?

Übrigens, Béa schweigt noch…. aber sie wird einen eigenen Beitrag dazu schreiben, sagt sie. und natürlich auch euren Input einfließen lassen.

Liebe Grüße,
Mounia

 

Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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