(Kein) Kaffee bei Kindern? Sind Verbote sinnvoll oder unnötig?


Eine Tasse Kaffee gehört bei vielen zum morgendlichen Ritual. Aber wie sieht es eigentlich bei Kindern aus? Dürfen sie (keinen) Kaffee trinken? Sind Verbote überhaupt sinnvoll oder komplett unnötig?

(Anmerkung Béa: Natürlich meint an dieser Stelle Mounia schon etwas ältere Kinder, sagen wir eher ab Ende der Grundschule, wenn sie einen Geschmack für die Getränke der Erwachsenenwelt meinen – und nicht Babys, wie vielleicht das Titelbild suggeriert.)


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Kaffee, Kaffee, Kaffee …

Er begegnet uns an jeder Ecke. Zu Hause, im Büro, im Café im Restaurant. Selbst beim Friseurbesuch wird mir immer Kaffee oder Tee angeboten. Es gibt nicht viele Orte, an denen wir keinen Kaffee finden.

Als Kind war ich nie ein großer Fan von Kaffee. Wenn nicht eine Tonne Zucker, Milch und am besten noch Sahne drin war, bekam ich das Gesöff gar nicht erst runter. So wie meine Mutter ihn trank, ganz ohne Zucker, fand ich ihn ungenießbar. Die Frage um Kaffee gab es bei mir also gar nicht.

Meine Schwester hingegen fand schon früh Gefallen daran. Mit zwölf, dreizehn trank sie erstmals Kaffee in der Schule und später auch am Wochenende zu Hause. Ab und an ein Tässchen fanden meine Eltern nicht schlimm, schließlich trank sie ihn auch immer „verdünnt“.

Aber warum gibt es überhaupt diese kein „Kaffee fürs Kind“-Regel? Ich weiß zwar, dass Kaffee in einem hohen Konsum schädlich sein kann, aber warum genau gilt das im Besonderen für Kinder?

Wie Kaffee im Körper wirkt

Im Grunde kennen wir alle die groben Auswirkungen von Kaffee. Am frühen Morgen nehmen wir ihn zu uns, um wacher und fitter zu werden. Dann dauert es ungefähr zwanzig bis dreißig Minuten, bis die Reaktion auf den Körper knallt. Bei zu vielen Tassen werden einige von uns etwas hibbelig und/oder bekommen Herzrasen. Andere können auch 10 Tassen am Tag trinken, ohne sich unwohl dabei zu fühlen.

Doch wenn wir über Kaffee sprechen, dann in erster Linie auch über Koffein. Denn dieser sorgt überhaupt dafür, dass der Körper auf Kaffee reagiert. Eigentlich besteht Koffein aus einem weißen, geruchlosen Pulver, das ziemlich bitter und unangenehm schmeckt. Das eigentlich Spannende ist seine Wirkung:

Das Zentralnervensystem wird angeregt
Die Kontraktionskraft des Herzens steigt an
Puls- und Blutdrucksteigerung bei unregelmäßigem Konsum
Erweiterung der peripheren Blutgefäße
Der Stoffwechsel wird angeregt
Eine gesteigerte Darmfunktion

Damit wird auch klar, warum Kaffee überhaupt munter macht. Das Herz pumpt schneller, die Gehirnblutung wird gesteigert und die Konzentration besser angeregt. Es erklärt sich auch, warum es nach einem deftigen Essen hilft, einen Espresso zu trinken. Der Darmtrakt arbeitet schneller und hilft dabei, das unangenehme Völlegefühl wieder loszuwerden.

Allerdings ist Koffein nicht bloß der fröhliche Muntermacher und Stoffwechselanreger, sondern sorgt auch dafür, dass der Puls und Blutdruck steigt. Da ich einen niedrigen Blutdruck habe, spüre ich die Wirkung sofort und bekomme sogar manchmal Kopfweh davon. Bei anderen wiederum verschwinden die Kopfschmerzen, weil Koffein die Gefäße erweitert. Wenn sie aber zu sehr an die Wirkung von Koffein gewöhnt sind, und ihnen der Konsum verwehrt wird, können wieder „Entzugssymptome“ im Sinne von Kopfschmerzen auftreten.


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Außerdem bekomme ich von Kaffee manchmal Sodbrennen, weil dieser als Säurelockerer die Magensaftproduktion erhöht. Menschen mit chronischen Magenproblemen sollten daher eher vorsichtig mit dem Konsum sein.

Was ich ebenfalls beim Kaffee merke ist, dass ich, wenn ich mehr als zwei Tassen am Tag trinke, abends viel weniger schlafe. Koffein verzögert nämlich die Schlafdauer, was vor allem denjenigen Menschen auffällt, die nicht so regelmäßig Kaffee konsumieren.

Wie Kaffee bei Kindern wirkt

Und damit erklärt sich auch, was Kaffee bei Kindern macht. Der Körper von Kindern ist sensibler als der von Erwachsenen. Bei ihnen wirkt Kaffee ähnlich, teilweise sogar stärker. Da die meisten nicht regelmäßig Kaffee trinken, sind die negativen Auswirkungen, wie weniger Schlaf oder erhöhter Blutdruck stärker ausgeprägt als bei Erwachsenen, die regelmäßig Kaffee trinken. Wir halten also fest, dass alle negative Auswirkungen (Müdigkeit, Kopfschmerzen, Magenschmerzen) von Kaffee bei Kindern sogar noch stärker auftreten können.

Eine Tasse Kaffee entspricht etwa 100-200 ml Koffein. Erwachsene können bis zu 500ml Koffein zu sich nehmen, Kinder jedoch sollten bei maximal 125ml aufhören.  Natürlich ist jeder Körper anders, so auch der des Kindes, deshalb lässt sich nichts pauschalisieren. Es sollte jedoch auch bedacht werden, dass heutzutage gefühlt überall Koffein enthalten ist, beispielsweise in Softdrinks oder auch Schokolade.

Kaffee Verbot?

Ich selbst finde Kaffee nicht bedenklicher als ein zu hoher Zuckerkonsum. Alles, was in ein Extrem fällt, kann schädlich sein, vor allem fürs Kind. Ich glaube auch, dass Verbote selten etwas bringen, weil sie etwas nur noch attraktiver machen. So war es zumindest bei mir. Gab es etwas, das ich nicht durfte, wollte ich es umso mehr.

Verbot nein, achtsamer Umgang ja.

Besser finde ich es, dem Kind einen achtsamen Kaffeekonsum aufzuzeigen und offen zu erklären, warum Kaffee vor allem bei Kindern noch stärker wirkt. Es soll auch gar nicht so sehr um den Kaffee, sondern um das Beisammensein bei einer Kaffeerunde, und vor allem um den Geschmack gehen. Will das Kind einen Kaffee zum Wachwerden, würde ich lieber einen Tee oder eine kalte Dusche empfehlen.

Kaffee für Kinder

Für Kinder, die trotz aller Contras gerne mit ihren Eltern eine Tasse Kaffee trinken wollen, empfehle ich, einen sehr leichten zuzubereiten. Mein Tipp wäre, viel Milch und Schaum und einen Spritzer Kaffee hinzuzufügen. Je milder, desto besser. Falls es dem Kind zu langweilig sein sollte, könnt ihr den Kaffee auch etwas schicker frisieren und zum Beispiel etwas Kakaopulver oben drauf sieben oder etwas Sirup hinzufügen. Und wenn das Kind bei der Kaffeerunde dabei ist, würde ich der Loyalität halber auch auf die große 0,7 Tasse schwarzen Kaffee verzichten. Fürs Kind ist es am schönsten, wenn die Hierarchien nicht allzu groß sind, und es sich genauso wichtig und anerkannt fühlt, wie die Erwachsenen.

Team Tee!

Noch besser finde ich es, die Kids an Tee zu gewöhnen. Ich fand Tee schon immer viel cooler, weil es ihn in unendlichen Varianten und Geschmäckern gibt und vom gesundheitlichen Aspekt der Tee immer den Kaffee schlagen wird. Klar hat Tee gelegentlich auch Koffein, aber dafür noch viele andere wichtige Nährstoffe.

Soweit meine Meinung zum Kaffee (Verbot) für Kinder.

Wie ist eure Meinung? Haben eure Kids schon Erfahrungen mit Kaffee gemacht? Was ist bei euch erlaubt und was nicht – und ab welchem Alter? 

Liebe Grüße

Mounia

Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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