Kein Lebewohl zur Babysitterin – Warum ein ordentlicher Abschied respektvoll und wichtig ist


Beim Babysitten gibt es oft keinen gesetzten Vertrag und genauso wenig eine formelle Kündigung. Aber was, wenn die Dienste irgendwann nicht mehr gefragt sind? Was, wenn es kein Lebewohl zur Babysitterin gibt? In diesem Beitrag erkläre ich euch, warum ich es wichtig finde, sich beim Ende zumindest zu verabschieden.

Babysitting

Vielleicht erinnert ihr euch daran, dass ich in diesem Blog immer wieder über meine Babysittertätigkeiten gebloggt habe. Ich hatte immer sehr viel Freude daran. Klar gab es auch anstrengende Tage – und Hand aufs Herz: auch anstrengende Kinder -, aber meistens habe ich den Job geliebt!


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Inzwischen babysitte ich nicht mehr. Das liegt zum einen daran, dass ich überhaupt keine Zeit mehr dazu habe und zum anderen, weil mein Babysitterkind auch kein Babysitting mehr braucht. Zumindest nicht von mir. Vielleicht hat er auch eine neue gefunden, vielleicht lohnt es sich finanziell nicht mehr. Ich weiß es nicht und genau darum geht es in diesem Beitrag. Ich arbeite nicht mehr für ihn. Es gab aber nie einen richtigen „Abschied“ – vielmehr hat sich die Beziehung im Sand verlaufen…

Aber nochmal auf Anfang:

Ein Herz und eine Seele!

Ich habe Jahre mit diesem kleinen Jungen verbracht. Jede Woche war ich mindestens zwei Mal bei ihm – habe ihn von der Kita abgeholt, mit ihm gegessen, für ihn gekocht, ihn gebadet, ihm Abends etwas vorgelesen. Ich habe ihm sogar das Schlaflied gesungen, das meine Mama sich ausgedacht hat. Von da an wollte er nur noch das „Mama“-Lied hören. Hin und wieder habe ich auch beim Haushalt geholfen, weil die Mama so viel arbeiten musste, und es mir so leid tat, dass sie überhaupt nicht die Zeit fand, um den Abwasch zu machen oder die Wäsche, die seit einer Woche herumhängt, abzuhängen. Ich habe das sehr gerne gemacht, weil wir drei (die Mama, der Kleine und ich) ein sehr gutes Verhältnis miteinander hatten.

Kein Abschied…

Nun ist der Kleine nur gar nicht mehr so klein und braucht mich nicht mehr so häufig wie früher. Das ist völlig in Ordnung!!

Aber irgendwie gab es keinen richtigen Abschied. Und das fühlt sich fast so an, als hätte man mich nach einem netten Date plötzlich geghostet. Natürlich weiß ich, dass es bestimmt nichts mit mir zu tun hat. Während der Pandemie wurde kein Babysitting benötigt, da die Mama im Home Office war und alle Freizeitaktivitäten ausfielen. Außerdem ist Babysitting auch ein Luxus, den man sich nicht immer leisten kann. Wer weiß schon, was letztendlich dazu geführt hat, dass ich nicht mehr gebraucht werde.


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Aber warum gab es keinen Abschied?

Ich glaube, ich weiß die Antwort. Niemand wusste, dass wir uns zum Letzten Mal sehen würden. Und vielleicht glauben wir beide sogar, dass meine Dienste irgendwann wieder gefragt werden. Aber vielleicht wird es dazu auch nie mehr kommen. Die Mama meines Babysitterkindes hatte schon öfter darüber nachgedacht, ins Ausland zu ziehen, vielleicht leben sie inzwischen auch gar nicht mehr in Berlin.

Der nicht-Abschied hat mich schwerer getroffen als gedacht.

Denn irgendwie waren wir nicht nur Arbeitgeberin-Arbeitnehmerin – sondern auch Freund:innen! Dass der Kontakt plötzlich weg ist, fühlt sich total komisch an. Aber sollte ich es ansprechen? Ich weiß nicht… Ich will auch kein „Ding“ draus machen, zumal wir auch nie im Streit auseinandergegangen sind.

Ich habe zwar hin und wieder versucht, mich ganz freundschaftlich zu melden und mal zu fragen, wie das Leben bei ihnen so läuft; die Rückmeldung war jedes Mal auch unglaublich freundlich und positiv – aber von der anderen Seite kam sonst nichts weiter.

Was, wenn sie mich morgen anrufen und ich wieder als Babysitterin arbeiten sollte?

Tatsächlich hat die Mama mich vor einem halben Jahr ganz plötzlich wieder angeschrieben und gefragt, ob ich vorbeikommen wolle. Ich fand das irgendwie komisch, weil inzwischen über ein Jahr vergangen war und ich gar nicht wusste, ob wir uns nach all der Zeit überhaupt noch „verstehen würden“ (also der Kleine und ich). Außerdem war ich zu dem Zeitpunkt sowieso verreist. Aber vermutlich hätte ich es getan. Und ich würde es auch heute tun, denn für mich war der Job nicht nur ein Job, sondern mit vielen, fast schon familiären Emotionen verbunden!

Und deshalb fand ich das „Ghosting“ auch so komisch…

Mein Rat also: Falls ihr euch in der Zukunft von eurem Babysitter trennen wollt, würde ich euch ans Herz legen, es ihm oder ihr ganz offen zu sagen! Erstens hängt die Person vielleicht von dem Gehalt ab, zweitens verunsichert es, wenn der Kontakt schlagartig abbricht.

Habt ihr auch Babysitter? Wie ist euer Verhältnis zueinander? Nur rein formell oder auch freundschaftlich und fast schon familiär?

Liebe Grüße
Mounia

Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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