Niemals zu alt für ein Kuscheltier – Ewige Kinder und ihre ewige Gefährten


Wer bestimmt eigentlich, wie viel Kind man sein kann? Die Antwort: Ihr selbst! Ich möchte euch heute anhand eines Beispiels erzählen, wie ihr immer ewige Kinder und niemals zu alt für ein Kuscheltier bleiben könnt…

Wenn ihr meinen Beitrag „Wie viel Kind darf ich noch sein, wenn ich erwachsen bin?“ gelesen habt, wisst ihr, dass mich dieses Thema sehr beschäftigt. Im hatte euch dort erzählt, dass ich noch sehr lange mit Barbies gespielt hatte, aber mein „Hobby“ mit unglaublichem Druck verbunden war, weil ich mich zu alt fühlte.


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Dasselbe galt auch für mein Kuscheltier und in diesem Beitrag möchte ich euch mehr darüber erzählen.

Mein liebstes Kuscheltier

Ihr Name ist Rita und sie begleitet mich schon mein Leben lang. Ich bekam sie, als ich erst wenige Monate alt war – damals waren Rita und ich noch gleich groß. Sie war ein Hasenkuscheltier und trug damals noch eine lila – und später eine blaue Latzhose.

Ich weiß gar nicht, was genau es mir angetan hatte, dass ich ausgerechnet in sie vernarrt war. Sie war nicht sonderlich kuschelig oder sonderlich süß. Trotzdem wich sie nicht von meiner Seite. Ich schleppte sie überall hin, zum Kindergarten, zum Spielplatz, zu Freund*innen, zum Ärzt*innenbesuch. Sie wich nie von meiner Seite. Jede*r wusste, wer Rita war.

Dass ich sie kaum losließ, hinterließ bei Rita natürlich ihre Spuren. Ihre Latzhose sprang aus den Nähten und ließ die Watte aus ihrem „Körper“ weichen. Außerdem fehlte ihr ein Auge, das durch einen Knopf ersetzt wurde, aber auch schon lose heraushing. Auch ihr „Fell“ war vom vielen Waschen hart und kratzig geworden. Trotzdem konnte ich mich nicht von ihr trennen. Die Mutter meiner damaligen besten Freundin nähte ihr eine neue Latzhose, weshalb Rita wieder wie neu aussah (zumindest für mich)

„Wird es nicht langsam Zeit, dich von ihr zu trennen?“

Je älter ich wurde, desto komischer wurde ich angesehen, wenn ich Rita überallhin mitschleppte. „Du schläfst immer noch mit deinem Kuscheltier? Bist du nicht schon fast zehn? Wird es nicht langsam Zeit, dich von ihr zu trennen?“

Natürlich trennte ich mich nicht von ihr, doch ich hörte auf, sie überall hin mitzuschleppen.

Mein Umfeld hatte mir gesagt, dass es falsch war, in meinem Alter ein Kuscheltier zu haben und ich reagierte, indem ich sie fortan wie ein Geheimnis behandelte. Wenn Besuch kam, versteckte ich Rita in meinem Schrank – ich wollte schließlich nicht, dass jemand über mich lachte.

Trotzdem war sie immer an meiner Seite. Immer.

Mounia wird erwachsen und Rita ist dabei

Wir machen mal einen kleinen Zeitsprung und spulen zur Teenager-Mounia über. Diese hatte nämlich plötzlich ganz viele neue Dinge im Kopf und um ehrlich zu sein, hatte sie viele schwere Tage. Das Leben als Teenager ist verwirrend. Man sprüht vor Hormonen, kann seine Emotionen kaum noch kontrollieren, kommt mit den Veränderungen seines Körpers nicht hinterher und ist, kurz gesagt, völlig überfordert.


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Mein Kuscheltier jedoch thronte nach wie vor auf meinem Bett und war mir in vielen Zeiten ein wahrer Anker. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich mein verweintes Gesicht an ihren Kuscheltierkopf gedrückt und mir die Seele aus dem Leib geheult habe. Rita war mein Trost und bekam sämtliche Ausbrüche mit. Sie war jedoch auch in den schönen Momente an meiner Seite. Wenn ich lachend durchs Zimmer hüpfte, vor Freude quiekte, weil mein Schwarm mir eine Nachricht geschrieben hatte. Sie verriet mich auch nicht, als ich mich eines Nachts aus dem Haus schlich.

Niemals zu alt für ein Kuscheltier

Jetzt bin ich 26 und wohne mit meinem Freund in unserer eigenen Wohnung.

Aber wisst ihr, wer mit uns wohnt?

Rita! Jepp, die Gute ist immer noch an meiner Seite und wird auch nie verschwinden. Sie ist mein ältester und kostbarster Besitz. Wenn mein Heim in Flammen stünde, würde ich nur sie aus dem brennenden Haus holen. Rita ist unersetzlich.

Ich bin froh, dass ich Rita aus lauter Scham und Eitelkeit nicht irgendwann ausgemistet habe.

Sie hat mein Leben geprägt und mich immerzu begleitet. Überhaupt frage ich mich, was so „peinlich“ daran ist, ein Kuscheltier zu haben? Wo ist der Unterschied zu anderen Gegenständen, von denen wir uns nicht trennen können? Ein Kuscheltier zu besitzen ist nichts, was nur Babys zugeschrieben ist. Wenn uns etwas glücklich macht, dann sollten wir auf die Meinung der anderen schei … ich meine pfeifen!

Soweit die Geschichte zu meinem liebsten Kuscheltier. Habt ihr auch eine Rita? Wie lange begleitet sie euch schon? Was ist eure Geschichte?

Hier ein ähnlicher Beitrag zum Thema:

Wie viel Kind darf ich noch sein, wenn ich erwachsen bin?

…und Béa hat auch was zu ihrem und Carinas Haustherapeuten Charly was erzählt:

Ihr braucht ein Kuscheltier für euch – wie Hase Charly unsere Familienprobleme meistens lösen konnte

Liebe Grüße
Mounia

Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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2 Kommentare

jasmin
Antworten 6. Dezember 2020

Erinnert mich an meien blauen Hasen .Habe den seit ich 3 bin.lg Jasmin

Christine Boese
Antworten 6. Dezember 2020

Mein Kuscheltier heißt Leo. Und ich bekam ihn zu meinem 7. und allerschönsten Geburtstag. Ich weiß bis heute wie mein Gabentisch aussah und was ich bekam...
In der Pubertät war mir klar, dass ich nur einen Mann heiraten würde, der Leo akzeptiert.
Ich weiß genau wo Leo jetzt ist.
Nicht mehr offiziell in meinem Bett. Aber er ist mir noch immer wichtig.
Vermutlich war es auch der Druck von außen, der mich dazu brachte, ihn mit meinen Schätzen und Erinnerungen weg zu packen. Und dann kamen Kinder die mein Bett bevölkerten... und seit fast 18 Jahren meine Katze die seine Stellung eingenommen hat.
Und jetzt sehe ich meinem jüngsten Sohn zu, wie er sein kleines Schweinchen seit Jahren immer immer und überall in der Hand dabei hat, sogar in der Schule. Und ich sehe wie er dem Druck und Gelächter stand hält...
leider geht Schweini inzwischen langsam kaputt, der Stoff ist so dünn geliebt... dass es nicht mehr möglich ist ihn zu nähen... und so wird Schweini schweren Herzens geschont. Und darf immer mal wieder irgendwo sitzen.
Aber mein mutiger Sohn hat ihn bislang noch nicht verraten oder verleugnet... und ich bin davon sehr berührt und meine Sorge um Schweini ist aus Ehrfurcht vor dieser innigen Beziehung fast größer als die meines Sohnes.

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