Umzug mit Kindern – sogar ins Ausland: Wie bereitetet man Kinder darauf vor?


Ein Umzug mit Kindern ist nie leicht.  Unsere Leserin Angela kennt das nur viel zu gut. Sie, ihr Mann und ihre 2 Kinder ziehen alle 3 bis 5 Jahre um – und zwar in andere Länder! 


ANZEIGE


Sie teilt mit euch hier ihre Tipps, wie man Kinder auf einen Umzug im Allgemeinen und auf einen Auslandsumzug im Besonderen vorbereiten kann.

Angela hat die Fortbildung zur zertifizierten interkulturellen Trainerin absolviert und eine Kinderbuchreihe für sogenannte Third Culture Kids entworfen. Drittkulturkinder bezeichnet Kinder und Jugendliche, welche  in einer anderen Kultur aufgewachsen sind als ihre Eltern, oder die während ihrer Kindheit und Jugend oft umgezogen sind und dabei die Kultur gewechselt haben. Angelas Kinder zählen zu Third Culture Kids, daher hat sie die ultimativen Tipps für euch!

Auslandsumzüge mit Kinder werden immer schwieriger je älter sie sind

Und einerseits hat man damit auch Recht: Mit Kleinkindern umziehen ist einfacher. Die leidige Schulfrage ist noch nicht relevant, die Kinder sind noch elternfixiert, der Abschiedsschmerz von Spielfreunden fällt daher meistens weg und da ein Kleinkind noch nirgendwo alleine hingeht, müssen keine neuen Wege in einer neuen Nachbarschaft eingeübt werden.

Und dennoch kommt es auf das Kind an. Viele Kleinkinder reagieren eben auch schon mehr oder weniger heftig auf Veränderungen. Ein Umzug ist eine enorme Veränderung! Warum sollten also die Kleinsten gerade nicht darauf reagieren?! So reibungslos wie einige Studien vermuten lassen kann es zwar laufen- die Regel ist es aber nicht.

Wie kann man also bei einem Umzug mit Kleinkindern Big Drama vermeiden oder zumindest ein kleineres Drama daraus machen?

Natürlich hilft es, wenn die Eltern dem Umzug nicht negativ gegenüber stehen. Denn gerade kleine Kinder nehmen, aufgrund ihrer Fixierung auf die Eltern, mit ihren feinen Antennen die Gefühlslage der Eltern sehr deutlich wahr. Aber es gibt noch mehr Möglichkeiten seine Kinder altersgemäß auf den Umzug vorzubereiten.

Grundsätzlich gilt: Je größer die Kinder, desto früher kann man ihnen auch vom bevorstehenden Umzug erzählen. Für ein 3-jähriges Kind dagegen sind drei Monate noch wie eine halbe Ewigkeit, denn das Raum-Zeit-Verständnis ist noch nicht ausgebildet. Lieber nicht zu früh zu konkret werden. Ein Countdown von „10 Mal schlafen bis die Laster kommen“ ist auch noch lang genug.

Die Spielsachen kommen mit!

Ein Umzug mit Kindern bedeutet auch mal ordentlich auszumisten. Dem Drang, beim Umzug das Spielzeug einmal gründlich auszumisten, sollte man widerstehen. Denn Studien haben herausgefunden, dass Kleinkindern nach ihren Eltern vor allem ihr Spielzeug am wichtigsten ist. Das heißt, nach dem Umzug ist es wichtig, dass die Kinder alle ihre Spielsachen wieder vorfinden und nichts „auf dem Weg“ verloren gegangen ist. Dagegen ist es nicht so wichtig, ob ihr Zimmer noch so aussieht wie davor. Möbel und Bilder müssen nicht zwingend so angebracht werden wie im alten Kinderzimmer.

Hier ein paar Tipps, um Kinder auf den Umzug vorzubereiten:

1. Bilderbücher zum Thema Umzug anschauen

Leider ist der deutsche Buchmarkt zum Thema Auslandsumzüge nicht gut bestückt,aber das ein oder andere Buch findet sich doch. Oder man greift auf den englischsprachigen Markt mit größerer Auswahl zurück, und übersetzt die meist ja noch einfachen Texte ad hoc beim Vorlesen.

2. Den Kindern den Umzug spielerisch näher zu bringen und Bilder aus Prospekten ausschneiden und daraus kleine Puzzle und Memorys basteln

Wer nicht mehr so viel Muse hat und schon voll in den Umzugsvorbereiten steckt, für den gibt es auf meiner Website einen kostenlosen Bastelvordruck für ein „Umzugspuzzle“. Mit ganzen 8 Puzzleteilen auch für die ganz Kleinen geeignet. Zum kostenlosen Download geht`s hier:


ANZEIGE


3. Den Umzug vom alten Haus ins Neue mit Lego/ Duplo oder anderem Spielzeug nachspielen

Die Bausteine (Umzugskartons) und Wohnungseinrichtung wird in einen Transporter geladen und in das neue Heim gefahren, wo alles wieder eingeräumt wird. Die Duplofamilie kommt selbstverständlich auch nach. Hier kann man den Bogen zur Realität schlagen und sagen ,das „die echten Laster bald zu uns nach Hause“ kommen werden. Das kann auch schon ein 2jähriges Kind verstehen.

4. Den Kindern einen echten Umzugskarton zum Spielen überlassen

Ob sie da nun tatsächlich Sachen verstauen oder lieber ein Kartonhaus daraus bauen, ist egal. Wichtig ist, dass sie sich mit dem Karton, der bald zahlreich und bedrohlich aufgetürmt im ganzen Haus herumstehen wird, ausgiebig beschäftigen können.

5. Schon mal ein Gespür dafür vermitteln, dass es andere Sprachen auf der Welt gibt

Kann man also die Sprache des Landes, in das man entsendet wird selbst sprechen, kann man das Spielen mit dem Kind beispielsweise zweisprachig gestalten. Beim Kaufladespiel begrüßt die Verkäuferin plötzlich nicht mehr auf deutsch, in der Spielküche wird plötzlich das Essen nicht mehr auf deutsch bestellt, sondern in der Sprache des Aufnahmelandes.

6. Eine Tour durch das leere Haus machen und sich vom Haus verabschieden

Für Kinder haben auch Gegenstände eine Seele.  Ich würde sogar soweit gehen, dass das Kind einen Kuss auf die Eingangstüre drücken darf, wenn es möchte. Schön wäre es, wenn das Kind auch das neue Haus schon gesehen hat und ausgiebig erkunden durfte. Auch hier kann man den Bogen zur eigen Situation spannen und sagen, dass man hier bald wohnen und schlafen wird.

Nach dem Umzug sollte man fogendes beachten:

Im neuen Zuhause sollten nach Möglichkeit die alten Rituale beibehalten werden. Noch dazu neigen Kleinkinder dazu, sich ihre Sicherheit in neuen Situationen zurück zu erlangen, indem sie wieder vermehrt auf alte Verhaltensweisen zurückgreifen. Wurden diese sicheren Anker „entsorgt“, kann es darauf als Bewältigungsstrategie nicht mehr zurückgreifen und die Eingewöhnung fällt vielleicht dadurch etwas schwieriger aus.

Denn trotz aller Feinheiten und individueller Charaktereigenschaften von Kindern – eines haben alle Kinder gemeinsam: sie sind die Anpassungskünstler schlechthin. Und egal wie der Umzug und die Eingewöhnung dann tatsächlich laufen werden, am Ende haben sich unsere Kinder meistens schneller eingewöhnt als wir selbst.

Hier auf Angelas Website könnt ihr noch mehr über Thris Culture Childs erfahren und euch über ihre Leistungen informieren. Außerdem ist sie Kinderbuchautorin gesteltet gerade eine Kinderbuchreihe für Drittkulturkinder.

Liebe Grüße,

von Angela und

Mounia und Béa

P.S. Ihr wollt euch das merken? Pinnt das bei Pinterest!

 

Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

DAS KÖNNTE DIR AUCH GEFALLEN

Wegen Oma und Opa unser Leben umkrempeln? – Wenn die Eltern älter werden
27. Aug 2018
Mit den Kindern im Ausland leben – wie können Eltern sie am besten vorbereiten?
17. Mar 2018

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN

Werbung

2 Kommentare

Dietrich Bachmann
Antworten 16. September 2020

Das Umziehen mit Kindern ist sicherlich schwer. Ein Privatumzug ist daher lohnenswert meiner Meinung nach. Nächstes Jahr ziehen wir als Familie um. Ich werde mir diese Tipps merken.

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem Stern (*) markiert.