Wissen Eltern es wirklich besser?


Obwohl ich nicht stolz darauf bin, muss ich zugeben, dass ich ein ziemlicher Sturkopf bin und oft das durchsetze, was mir richtig erscheint. Aber wenn es darum geht, dass meine Eltern anderer Meinung sind, treffen sie einen Nerv bei mir und lassen mich sogar einfache Entscheidungen hinterfragen. Aber wissen Eltern es wirklich besser?

Kurz vorab: Mit diesem Beitrag möchte ich keineswegs meine Eltern in ein schlechtes Licht rücken. Lediglich will ich festhalten, wie ich persönlich zu diesen ganzen Elternparolen stehe und wie viel Einfluss diese selbst im Erwachsenenalter auf mich haben.


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Die meisten Eltern wollen nur das Beste für ihr Kind – davon bin ich überzeugt.

Das Problem an dem Ganzen ist, dass Eltern oft glauben, dass sie wissen, was das Beste für ihr Kind ist. Und Kinder wiederum denken natürlich, dass sie alles besser wissen als die Erwachsen. Ein einfaches Dilemma, bei dem niemand als Sieger herauskommt. Denn jede Situation ist von Mal zu Mal unterschiedlich.

Als Kinder hören wir auf die Eltern.

Wir nehmen die Religion an, in die wir hineinerzogen werden, nehmen es an, mit welchem Geschlecht wir erzogen werden und nehmen es an, was uns als gut und falsch gepredigt wird. Das Wort der Eltern ist das „Wahre“. Das ganze Hinterfragen und den eigenen Kopf durchsetzen folgt erst viel später.

Und damit beginnt auch schon das „Drama“.

Denn wenn Eltern und Kinder mal nicht einer Meinung sind, kann es ganz schön krachen. Zum Beispiel, wenn es darum geht, sich ein Tattoo stechen zu lassen oder das Gesicht mit Piercings zu verziehen, sind Eltern nicht immer einer Meinung mit dem Kind und „wissen es besser“. Floskeln wie „Das wirst du später sicher bereuen“ sind uns allen geläufig. Manchmal haben sie recht. Aber manchmal auch nicht.

Auch als großes Kind ist mir die Meinung meiner Eltern sehr wichtig.

Bin ich zu hundert Prozent von etwas überzeugt, aber meine Eltern nicht, gerate ich sofort ins Zweifeln. Deren Meinung ist mir wichtiger als jede Zustimmung meiner Freunde. Das hat allerdings zur Folge, dass ich nach wie vor Entscheidungen treffe, die eigentlich von meinen Eltern fremdgesteuert sind.
Zum Beispiel das Thema Uni.

„Kind du musst doch was ordentliches studieren!“

Dass ich mit dem Gedanken spiele meinen Master abzubrechen, gefällt meinen Eltern gar nicht. Pausieren ja, das Studium wechseln ja, aber so ganz abbrechen? Nein! Das hat zwar noch nie jemand laut ausgesprochen, aber zwischen den Zeilen ist ihre Meinung trotzdem unmissverständlich klar. Für sie ist das Studieren wichtig. Ich hingegen sehe mich gerade als Autorin und Freelancerin aufgehen. Meine Wünsche und Träume werden als naiv und unrealistisch empfunden. Und sobald es um das Thema Geld geht und ich behaupte, dass es mir nicht wichtig sei, verwandelt sich die Diskussion ohnehin in ein Minenfeld, in der Sätze wie „Du hast doch keine Ahnung vom richtigen Leben“ mich in einen bockigen Teenager verwandeln, der sich nicht gehört und respektiert fühlt.


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„Eines Tages wirst du schon sehen, dass wir recht hatten.“

Was in der Zukunft passieren mag, weiß ich natürlich nicht, aber ich weiß, dass es bereits die ein oder anderen Situationen gab, in denen ich einen falschen Weg eingeschlagen habe und meine Eltern sich ein „Ich hab’s dir ja gesagt“ einfach nicht verkneifen konnten. Wie kirre mich dieser Satz macht, könnt ihr euch sicher vorstellen. Nicht, weil sie im Unrecht waren, sondern weil sie mich dazu bringen, all meine Entscheidungen, die sie nicht gutheißen, immer zu hinterfragen. Aus diesem Grund habe ich es zum Beispiel noch nicht über mich gebracht, meine Haare raspelkurz abzuschneiden („Das wirst du nach zwei Tagen bereuen!“).

Aber geht es nicht darum, die Kinder ihre eigenen Fehler machen zu lassen?

Ich weiß, dass meine Eltern es nur gut meinen, aber ich finde Fehler wichtig, denn ohne sie können wir nicht daraus lernen und wachsen. Ja, Eltern wissen es manchmal besser. Und es werden auch viele Situationen aufkommen, in denen ich auf die Nase fliegen werde, weil ich nicht auf meine Eltern gehört habe.

Aber was würde ich alles verpassen, wenn ich nie auf mich hören würde? Ich würde meinen eigenen Horizont nie erweitern, sondern nur den meiner Eltern. Hätte ich immer auf sie gehört, wäre mir so viel entgangen. Und bei ihnen ist es schließlich genauso.

Eltern wissen es nicht immer besser – und Kinder auch nicht.

Das ist wohl mein Fazit, das aus diesem Beitrag springt. Eltern sollten ihre Lebensvorstellungen nicht auf die ihrer Kinder projizieren und Kinder sollten nicht von ihren Eltern fremdsteuern lassen. Kinder wiederum sollten sich nicht per se den Ratschlägen ihrer Eltern entziehen, weil Eltern ihre Kinder oftmals sehr gut einschätzen können. Oftmals – aber nicht immer!

Wie denkt ihr darüber? Wie ging es euch mit euren Eltern? Wie geht es euch mit euren etwas älteren Kinder? 

Liebe Grüße
Mounia

P.S. Von Béa: Vielleicht hilft Co-Learning? Gemeinsam ein richtig gutes Team für alles Neue im Leben sein? Checkt einfach mein Buch „Gemeinsam schlau statt einsam büffeln“ … oder statt sich einsam über die Parolen der anderen ärgern… 😉

 

Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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