„So wenig Druck auf den Expartner ausüben wie möglich!“ – Christine Finke zu ihrem Buch „Allein, Alleiner, Alleinerziehend“


Liebe Leute, eigentlich muss ich mich schämen, denn meine liebe Blogger-Kollegin Christine Finke alias Mama Arbeitet hat schon vor über einem Jahr das Buch „Allein, Alleiner, Alleinerziehend“ auf dem Markt gebracht und ich schaffe es erst jetzt, euch davon zu erzählen! Asche auf mein Haupt! Ich habe Christine ganz frisch Fragen gestellt und tolle Antworten für euch.

Es ist ein wunderbares Buch – das nicht nur Alleinerziehende lesen sollten sondern alle:

Andere Eltern, Lehrer, Erzieher, Politiker, Personalverantwortliche! Es verschafft authentische Einblicke in Christines Leben als alleinerziehende Mutter von drei Kindern – und wirft damit gesellschaftsrelevante Fragen auf. Sie gibt solide Antworten, wie die Situation aller Alleinerziehenden verbessert werden kann.

 (affiliate Link, also Werbung)

Wer allerdings diese Themen so schonungslos platziert, macht sich auch Feinde! Meiner Meinung nach hat das Buch bei Amazon glatte 5 Sterne verdient – wäre da nicht eine Schar von Herren, die Christine als Feind identifiziert haben und bewusst schlechte Rezensionen geschrieben haben, manchmal hat man den Eindruck ohne es gelesen zu haben. Ich will darauf nicht weiter herumreiten – denn: Beachtung bringt Verstärkung.

Lieber beachten wir die Inhalte und die Themen!

Und Christines tollen Erzählstil: Ruhig, beobachtend, reflektierend – mit viel Selbst-Verständnis und wenig Selbst-Mitleid. Leid ist in dem Buch beschrieben, aber mit Klarheit analysiert und mit Lösungsideen präsentiert.

Meine Fragen an Christine:

Welche Überwindung hat es dich gekostet, das Buch Allein, Alleiner, Alleinerziehend“ zustande zu bringen?

Praktisch keine – nachdem ich den ersten Satz geschrieben hatte (der übrigens vom Lektorat dann in Absprache mit mir weiter nach hinten geschoben wurde), sprudelte es nur so aus mir heraus. Der ursprüngliche erste Satz war, falls das jemanden interessiert: „Es war schon eine ganze Weile unerträglich gewesen“, und ist jetzt auf S. 9. Und ich habe es tatsächlich genauso geschrieben, wie ich es im Exposee angelegt hatte. Das ich auch total schnell, innerhalb von 2 Tagen, niedergeschrieben hatte. Irgendwie war alles schon da, es musste nur noch raus.

Dein Kampf für Alleinerziehende, dein politisches Engagement… Wenn alles auch mal gut und mit vielen Lichtblicken für dich laufen würde, was wäre so ein Ideal? 

Für mich privat? Ich würde gerne ein Sabbatical in Italien verbringen und dort einen Roman schreiben. Das geht, unter gewissen Voraussetzungen, auch mit schulpflichtigen Kindern. Aber leider sind meine Kinder von der Idee so rein gar nicht begeistert. Also bleibe ich hier, und dann wäre es schön, wenn wieder etwas mehr Leichtigkeit in mein Leben einkehren würde. Mit dauerhaft gesunden Kindern, ohne Schulstress, und gerne auch mit einer Liebelei für mich. Und ich strebe nach wie vor eine Festanstellung in einem Team an, ich mag nicht immer alleine im Home Office arbeiten. Ein richtig guter Job wäre ein Traum.

Verlustangst, „ich will bei Papa wohnen.“ Du beschreibst das im Buch sehr nachvollziehbar… hast du auch Tipps für Mütter, wie sie dieses Thema vorbeugen können, wenn sie vielleicht noch am Anfang eines Trennungsprozesses stehen?

Ich würde heute sagen: So wenig Druck auf den Expartner ausüben wie möglich. Je mehr ich versucht habe, ihn als Vater für die Kinder zu erhalten, desto mehr hat er sich gesträubt, um dann ja am Ende aus freien Stücken sehr weit wegzuziehen. Es nützt nix, Brücken bauen zu wollen, wenn der andere alles hinter sich abreißen möchte. Das kostet nur Energie, die die frisch getrennten Mütter für sich selbst und ihre Kinder brauchen. Ich würde auch keinen Prozess vor dem Familiengericht mehr führen, um den Umgang zu regeln. Das nützt eh alles nix, kostet nur viel Geld und Nerven.

Ein Jahr nach deiner Bucherscheinung: Hast du eigentlich neue Themen, die du im Buch noch gar nicht thematisiert hast? 

Ohja, da ist ja politisch nochmal ordentlich Bewegung reingekommen: Der Wechselmodellwahn von Väterrechtlern, unsere zutiefst patriarchalen Gesetze, und das Versagen der Kleinfamilie als radikal hilfreichen Gedanken, um neue Wege zu gehen. Außerdem habe ich mich mit unserem Jugendhilfesystem beschäftigt und feststellen müssen, dass das ziemlich katastrophal aufgestellt ist und Alleinerziehende dort in meinen Augen diskriminiert werden. Niederschwelligen Hilfen fehlen komplett. Es gibt noch unglaublich viel zu tun!

Vielen Lieben Dank, Christine, für diese Antworten – und dein Buch!

Übrigens, Christine geht mit dem Thema Alleinerziehende in die Öffentlichkeit, sie kann als Speakerin gebucht werden. Ich habe sie selbst erlebt, sie trägt vor, wie sie auch schreibt: Pointiert, klar, reflektiert, smart und mit einem sehr feinen Humor.

Und Update, inzwischen hat Christine ein neues Buch:

Finanzplaner Alleinerziehende: Geld und Recht: Das steht Ihnen zu

Liebe Grüße,

Béa

Wie immer zur Transparenz: Ich stelle das Buch vor ohne Gegenleistung aus Solidarität mit Christine. Lediglich mit dem Affiliate Link kommen einige Cent zu uns, wenn ihr euch das Buch über Amazon kauft. Aber im Buchhandel eures Vertrauens gibt’s das auch… 

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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2 Kommentare

Uwe Scharf
Antworten 5. Februar 2018

Hallo BEA,

ich bin der Uwe, 55 Jahre, seit 2 Jahren getrennt. Gemeinsames Sorgerecht Mitte Januar 2018 Grundlos durch Unwahrheiten der Kindesmutter beim OLG BS verloren. Gemeinsame Tochter 10 Jahre alt, Rolli Fahrerin. Mutter erzählt Unwahrheiten vorm Familiengericht in Wolfenbüttel, Jugendamt steckt mit Kindesmutter unter einer Decke. ( Kindeswohl -gefährdung) Umgangsrecht findet unter Begleitung 2Stunden Statt, aller 3-Wochen. Auch durch Unwahrheiten der Kindesmutter. Zu viele Gerichtliche Auseinandersetzungen, die ich gern außer gerichtlich geklärt hätte. Was kann ich tun um meine Tochter wie die letzten 10 Jahre wieder übers Wochenende und den Ferien zu bekommen? Warum keine Auseinandersetzung vorm Familiengericht? Die ist eine sehr Traurige Geschichte über 10 Jahre.....

Mit freundlichen Grüßen
Uwe Scharf aus Leipzig

    Béa Beste
    Antworten 6. Februar 2018

    Lieber Uwe, klingt traurig und leider nicht im Interesse des Kindes! Ich muss leider sagen, dass ich mich mit dem Thema zu wenig auskenne: Ein guter Familienanwalt bzw. eine gute Familienanwältin müsste helfen können... Liebe Grüße, Béa

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