Eltern-Blogger-Trends mit Susanne Triepel „Notyetaguru“ – die wertschätzende Wut einer Krake


Letztes Jahr auf der Blogfamilia erklärte Nora Imlau, Autorin, Journalistin und Elternbloggerin, die Vorteile der Familien-Blogs: Sie fördern die Pluralität der Erziehungsansätze und Familienmodelle. Eltern-Blogger sind mit ihren Themen am Zahn der Zeit, denn sie machen sich Gedanken um unsere Zukunft: Unsere Kinder. Vor dem Hintergrund der neuen Blogfamilia im Mai haben Alu, also Anne-Luise Kitzerow von Grosseköpfe, Yvonne und ich eine Reihe von Interviews mit Mama- und Papa-Blogger gestartet, um genau die Trendthemen in unserer Blogosphäre etwas zu erforschen.

Heute haben wir Susanne vom Blog Notyetaguru zu Gast die auf ihrem Blog die Themen Mutterschaft und Alleinerziehende politisch klug in Szene setzt.

Wenn dein Blog ein Tier wäre, was wäre es?

Ein(e) Krake, ich bin immer noch verliebt in Krake Paul, der den Ausgang der WM 2006 getippt hat, und würde gern sein Social Media Management übernehmen. Als ich dann mit meinem Kind bei ARTE eine Doku gesehen habe, wo sich eine Krake komplett durch ein schmales Rohr zwängt, und ohne Hammer einen Schraubdeckel aufbekommt, obwohl sie gar nicht weiß was das ist, bin ich schwer beeindruckt. Die machen einfach, und scheinen trotz Multitasking sehr ausgeglichen zu sein, jedenfalls bis der Pottwal ums Eck kommt, dann gibts kurz Aufregung. Dann kommt die Tinte raus, und zwar nicht zu knapp. Ich haue auch manchmal einen raus, wenn mir eine/r oder etwas auf die familienpolitische Nuss geht, vor allem wenn ich länger nicht beim Yoga war. Eine Bloggerkollegin nannte das mal „wertschätzende Wut“. Ja, mein Blog soll bitte sein wie eine Krake!

Worüber wirst du mehr bloggen in 2018/19?

Nachhaltigkeit, Ökologie, Yoga, kollektive Projekte wie Shared Farming, Urban Gardening, Heimwerken (ich würde gern ganz viele Sachen selbst können – Hallo Baumärkte hört ihr mich?), und vielleicht werde ich tatsächlich FoodbloggerIn in der Blüte meiner Muttijahre. Mein Sohn findet meine neu entdeckte Leidenschaft für asiatische Küche, besonders fermentierten Kohl, allerdings wenig zukunftsträchtig: „davon kannst du kein Foto posten Mama, die entfolgen dich“.

Welche Anschaffungen stehen für deine Familie und deine Kinder in der nächsten Zeit an?

Alltägliche Dinge wie Lebensmittel, Strom, Miete, Gas! Klingt irre? Ich gehe seit einigen Jahren sehr viel bewusster mit meinem Konsum um, erst weil ich musste, dann weil ich wollte. Meine Sohn braucht die ultimative Outdoorhose, ganz dringend ein Rad und ein stabiles Hochbett für das kleine Kinderzimmer, wo er dann die Pubertät verbringen kann, oder ich! Und sonst? Unser Staubsauger hört sich nicht gut an, die Waschmaschine so ähnlich – ich fürchte das wird vielleicht anstehen – kürzlich meinte der Schornsteinfeger ganz verzückt: „dass es die noch gibt“, als er meine Waschmaschine bei der jährlichen Badthermenabgasprüfung gesehen hat. Und last but not least just for Mum and for fun meine ultimative Anschaffung in 2018: ein elektrischer Milchaufschäumer! Vor Kurzem hab ich bei einer Freundin zum ersten Mal einen benutzt, großartig: der Milchaufschäumer ist definitiv mein neuer Partner in 2018 und fürs Leben.

Mit welchen Firmen würdest du gern kooperieren und warum?

Biokosmetik- und Biofoodhersteller wie Weleda, Rapunzel, Wala, oder auch Vaude, und GLS, weil das Unternehmen sind, die faire Löhne zahlen und Verantwortung übernehmen. Mein Sohn träumt von einer lebenslangen Kooperation mit einem dänischen Spielzeughersteller. Ansonsten kleine Start-Ups und Manufakturen, die innovative, nachhaltige Produkte herstellen.

Was für Entwicklungen siehst du in der Blogosphäre? Und bei Eltern-Blogger ganz besonders?

Ich würde mir wünschen, dass Elternblogger mehr miteinander machen, und auch mehr in der Politik mitmischen, nicht nur während der #btw. Viele Blogger arbeiten im Bereich ÖA oder Presse. Eigentlich müssten wir längst so was wie ein Verband sein. Ich glaube die breite Vernetzung über alle Nischen/Themen hinweg die fehlt ein bisschen. Selbst hier in Berlin habe ich noch nicht alle BloggerInnen getroffen. Das ist sehr schade.

Wie stellst du dir die Zukunft deiner Kinder vor?

Also ehrlich gesagt stelle ich mir nur die Rahmenbedingungen vor: die Umwelt und die Gesellschaft. Die finde ich mittelrosig. Ich möchte mir gern vorstellen, dass unsere Kinder sich ohne Sauerstoffmaske noch frei bewegen können draußen, und zufrieden sind, weil sie die gleichen und noch bessere Chancen haben wir damals. Z.B. was die Vereinbarkeit von Beruf und Familie angeht. Ich wünsche ihnen eine 25 h Woche und viele Mehrgenerationenhäuser mit Bienenstock auf dem Dach, und Salatpflanzen an der Hauswand statt Efeuranken, auch und vor allem in der Stadt. Und wenn ich mal total utopisch vor mich hin schwärmen darf: dass Kinder mal besser von der Steuer abgesetzt werden können von Eltern als Autos (sorry liebe Automobilhersteller), und Plastiktüten nur noch im Museum ausgestellt werden.

Dein emotionalster Blogpost und das stärkste Zitat daraus?

Link: Für die meisten Mütter ist die Rückkehr in den Job nach der Elternzeit wie Pans Labyrinth ohne Ausgang. Viele Mütter kehren zwar in ihren alten Job zurück, aber kommen dort nicht richtig an. Wie auch: Keine Mutter sagt einer anderen: „Zieh Dich mal warm an Schätzelein du bist am Arsch, während der Kita-Eingewöhnung. Den ersten Winter im Kindergarten überstehst du nur mit ganz viel Glück, Oma und einer Flasche Rotwein“. Nope. Es ist ein wohlgehütetes Geheimnis, wie der Geburtsvorgang.

Danke für das Interview liebe Susanne.

Und welche Eltern-Blogger-Trends sehr ihr? 

Ihr seid auch Eltern-Blogger und wollt auch ein Interview bei uns haben?

Meldet euch,

Eure Alu

 

Alu Kitzerow
About me

Berliner Mutter von Dreien - das wahre Leben zwischen Kleinkind und Pubertät.

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1 Kommentare

Kleinstadtlöwenmama
Antworten 4. Februar 2018

Liebe Alu,
auch ich wäre gerne bei Euren Blogger-Trends dabei. Bei den Kleinstadtlöwen geht es um Inklusion, bedürfnisorientiertes Familienleben mit einem Kind mit Behinderung und (ungeplant) auch um das Thema Trennung und Alleinerziehende (wobei ich für unser Modell den Begriff "getrennt gemeinsam erziehend" passender finde!

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