Sag einfach meinen Namen – oder warum willst du es nach deinem Gusto verändern?


Leute, die Sache mit den Namen ist nicht immer einfach! Mounia hat bereits über ihren besonderen Namen geschrieben, jetzt bin auch ich mal dran.

Um das in den richtigen Rahmen zu packen: Sollte ich mich ein wenig echauffieren, ist das immer noch mit einem Schmunzeln gemeint. Und ich lade euch ein, mitzuschmunzeln und auch eure Erfahrungen in den Kommentaren zu schreiben… Also:


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Sag einfach meinen Namen – oder warum willst du es nach deinem Gusto verändern?

Das allgemeine gesteigerte Interesse  an dem Thema haben wir an Mounias Beitrag, an der Spielerei mit den erfundenen Kindernamen gesehen – und vielleicht auch an diesem Tweet von mir, das geradezu viral ging:

Weiter im Thread findet sich das auch:

Lasst mich das etwas auffächern und euch mehr erzählen aus meiner Geschichte mit meinen Namen:

Denn offiziell heiße ich mit allen Vornamen, die mein Vater für mich ausgesucht hat: Isabella Francesca Laura. Die Familienlegende besagt, dass meine Mutter mich eigentlich Despina nach einer Lieblingstante von ihr nennen wollte. Bin echt froh, dass sie das nicht durchgezogen hat! Mein Papa, Professor für Architektur- und Kunstgeschichte, griff in die ganz große Namensbox: Isabella von Kastilien, (die richtige Anekdote mit ihr erzähle ich euch mal in einem Video!), Francesca da Rimini, die Muse von Dante und dann auch noch Laura, die Geliebte von Petrarca.

Als ich, wie im Tweet beschrieben, Schwierigkeiten mit der Aussprache des L hatte und noch nicht bei der „Ogopädin“ vorstellig wurde, veränderte ich schnell meinen Namen in „Isabea“ und dann auch noch kurz in: Béa. Mein Vater dachte nach und beschloss: Top! Béa! Die Geliebte von Michelangelo! (Übrigens, falls ihr Lust habt auf eine richtig gutes Buch: „Michelangelo“ von Irving Stone habe ich absolut genossen und in einem Rutsch durchgelesen!). So blieb es bei Béa.

Alle sagten dann zuverlässig Béa.
Mit einer Ausnahme: Meine Großmutter, wenn ich was angestellt hatte.
Dann tönte es mit strenger Stimme: „ISABELLA!“
Ups.

Na gut, noch schlimmer war’s in der Schule – im kommunistischen System wurden wir mit Nachnamen angeredet. Aber davon ist hier nicht die Rede.


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Als ich dann nach Deutschland kam, habe ich nicht schnell genug realisiert, dass Béa sich auch von Beate ableiten könnte… Das wäre der Punkt gewesen, an dem ich mal kurzerhand auf Francesca hätte umsatteln können. Denn rein objektiv betrachtet ist das mein Lieblingsname in der Sammlung meines Vaters. Und weil es eindeutig ist, wenn auch nicht leicht auszusprechen.

Also nicht, dass ich etwas gegen „Beate“ habe. Aber es erweiterte nur die ohnehin vorhandenen Sprachfantasien meiner Mitmenschen hinsichtlich meines Namens:

– „Kommt Béa von Beatrice oder von Beate?“
– „Von Isabella.“
– „Alles, klar, Beate.“
– 😬

Echtes Leid und dann auch absolute Schmerzfreiheit hat mir Starbucks in den USA gebracht

„50 shades of getting Béa wrong“ könnte ich dazu titeln. Alles schon mal auf meinem Kaffeebecher gehabt: Bei, Bee, Beya, Bay, Be, B.A., Bella, Bae, Bia – to say nothing about Lea, Pia, Tia, Via und einigen noch abenteuerlichen Buchstabenkonstellationen, die weder graphisch noch phonetisch etwas mit dem Ursprungsnamen zu tun haben. Das hat mich so zum Lachen gebracht, dass ich im Laufe der Jahre über jede neue Variante richtig stolz wurde.

Dennoch:

Es ist ein Zeichen von Respekt, die Namen der Menschen korrekt zu lernen und auszusprechen bzw. hinzuschreiben.

Ich habe recherchiert: In nahezu allen Kulturen bedeuten willkürliche Namensverhunzungen Respektlosigkeit. Das Fass mit Titeln und Adelsnamen mache ich hier gar nicht auf. Sondern mir geht es lediglich um die korrekte Schreibweise bzw. das Aussprechen von Namen. Am wichtigsten erscheint es mir darauf zu achten, was unser Gegenüber (oder halt Mailadressat) selbst möchte.

Ich habe auch gelesen, dass der Biontech Gründer sich selbst in Deutschland Ugur Sahin nennt und schreibt – eigentlich richtig geschrieben Uğur Şahin und natürlich auch anders ausgesprochen. Wenn der Mensch das selbst so will, dann nur zu. Es muss nicht unbedingt Resignation sein, vielleicht ist es auch ein Zeichen von eigenem Vereinfachungsbedarf.

Meinen ursprünglichen Mädchennamen Bordenache habe ich genauso wie mein Vater an die Aussprache in unseren beiden Sprachen angepasst: „Bordenake“ auf Rumänisch, „Bordenasch“ auf Französisch. Und auf Deutsch dann so wie man’s liest. In meinem ersten Job gab es einen Menschen, der ihn absichtlich „Bodenasche“ aussprach. Oder wahlweise „Bordnacht“. Den Mann mochte ich nicht besonders – nicht nur aus diesem Grunde… Er strahlte eine ziemliche Profilierungssucht aus. Ich habe mich damals eine ganz Weile auf ein Namensverhunzungs-Duell mit ihm eingelassen. Das würde ich heute nicht mehr machen.

Auch dem besagten Eric habe ich noch einmal gesagt, kurz und knapp: „Ich möchte dich bitten, mich einfach nur Béa zu nennen. Meinst du, dass du das hinbekommst?“. Er hat es bejaht und die Diskussion ist beendet. Wobei die Vorschläge über Twitter von Erich (mit Zusatz „Genosse“) hin zu Cedric und Amerika echt verlockend waren…

Welche Erfahrungen habt ihr mit euren Namen gemacht? Uns was macht ihr, wenn andere eure Namen verhunzen?

Liebe Grüße,

Béa 😉

P.S. Mir ist übrigens schon mal ein schlimmes Faux-Pas passiert, ich habe mich nur noch entschuldigen können. Auch wenn das die Autokorrektur war: Bei einer Kundin namens Monika, die gerade 1,60 m groß ist, die Anrede „Liebe Minika…“

 

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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6 Kommentare

Suse
Antworten 7. Januar 2022

Ich heiße seit 37 Jahren Susann, enge und langjährige Freunde meiner Eltern nennen mich seit ich denken kann Susanne, obwohl die mich seit meiner Geburt kennen. Auch einer Tante rutscht es mal raus, wobei das wohl am Alter liegt.
Was ich auch seltsam finde, von Arbeitskollegen oder flüchtigen Bekannten Susi genannt zu werden. Das ist wirklich nur engen und langen Freunden vorbehalten. Stelle mich seit 10 Jahren nur unter Susann vor und Susi ist für mich schon sehr intim. Es ist halt mein "Kindername" und wenn es Leute ungefragt tun, finde ich das irgendwie übergriffig. Auch wenn mein Mann mich im Gespräch so nennt, sollte das nicht einfach so übernommen werden. Wurde allerdings auch schon gefragt, wie ich genannt werden möchte. Das finde ich wiederrum nett und aufmerksam.

    SilkeAusL
    Antworten 7. Januar 2022

    Meine Kollegin heißt auch Susann. Ihr Mail-Account lautet jedoch Susanne(ich weiß allerdings nicht 100%-tig, ob sie nicht doch so heißt). Ich habe auch mal "Hallo Susi!" gesagt, da meinte sie "Susi heißt nur ein Dackel!" 😉.
    Gruß Silke. Einfach nur Silke. Mit i, nicht mit Ypsilon ;)

Francesca
Antworten 7. Januar 2022

Liebe Béa,
Du hast wunderschöne Vornamen.
Ich selbst heiße Francesca und mir gefällt er auch sehr gut. Nur enge Freunde und Familie kürzen den Namen ab.
Ich stelle mich immer mit Francesca vor und möchte auch so genannt werden und nicht Franzi!
Im Kindergarten wo ich arbeite ruft mich ein Kind immer Fraucesca. Ich finde das so süß!

    Béa Beste
    Antworten 8. Januar 2022

    Danke für deinen Kommentar, liebe Francesca! Und "Fraucesca" ist echt süß <3 - liebe Grüße, Béa

SilkeAusL
Antworten 7. Januar 2022

Mein Vorname ist ja nicht weiter schwer. Es ist jedoch schon vorgekommen, dass ich in Mails mit "Herr" angeschrieben wurde, da mein Nachname mit "Horst..." beginnt. Mein Mädchenname ist Franz...same problem. Wobei ich es bei Mails aus anderen Ländern verstehe, wo oft erst der Nachname, dann der Vorname genannt wird.
Unser "Hobby" bei der ist es mittlerweile schon fast, ohne zu Googeln herauszufinden, ob wir einen männlichen oder weiblichen Ansprechpartner haben.
Mein Kollege macht es sich immer einfach und schreibt nur "Guten Morgen" ;)
Gut finde ich, wenn in der Signatur "Herr" oder "Frau" (oder Mr.oder Mrs.) steht. Wobei es mittlerweile in Zeiten der Diversität ja egal sein sollte. Ich finde die Ansprache dann jedoch trotzdem schwierig, wenn man den Vornamen nicht weiß.
"Guten Morgen Bèa Beste" hört sich ja genauso gut an wie "Guten Morgen Frau Beste". Aber ohne Vornamen finde ich nur ein "Guten Morgen" so unpersönlich, wenn ich jemanden direkt anschreibe.
Jetzt bin ich ein bisschen vom Thema abbekommen. Aber nur etwas ;)
Gruß Silke

Marion
Antworten 8. Januar 2022

Mit der Aussprache/Schreibweise meines Namens hatteich eigentlich nie Probleme. Aber Marion ist in manchen Ländern auch ein Männername. Ich kann die "Sehr geehrter Herr ..." garnicht mehr zählen 😂

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