Neues Leben – aber Schikanen vom Ex. Gastbeitrag für ein besseres Bewußtsein für Kinderbedürfnisse


Ihr kennt bestimmt alle den einen Blogpost, bei dem es darum geht, wie sich  getrennte Eltern am besten zusammenreißen. Wie sie  als Team für die Kinder agieren – auch wenn sie nicht mehr zusammen sind. Dafür habe ich auch schon mal einen Award bekommen. Und gerade deswegen schreiben uns auch andere Leser*Innen, bei denen das nicht so einfach geht.

Hier beschreibt eine Mama eine sehr belastende Situation: Neues Leben – aber Schikanen vom Ex

Liebe Bea,

deine Beiträge haben mich oft aufgebaut als ich noch allein war, ich fühlte mich verstanden von anderen und nicht allein mit all meinen Problemen.

Mein Ex und der Kindsvater hat uns, unserem Sohn geb 2008, das Leben zur Hölle gemacht.

Egal was ich gar, er war dagegen. Egal was mein Sohn toll fand, er hat es schlecht geredet. Er hat alles boykottiert, was unser Leben hätte einfacher und schöner machen können, nur um mich zu zerstören.

Er zahlt Unterhalt und hat meinen Sohn alle 2 Wochen und auch die Ferien sind geregelt. Nun denken viele, schön, ist doch gut für alle. Doch dies ist es nicht.

Mein Sohn fährt z.B. mit dem Wunsch nach einer Tanzschule zu ihm und kommt mit den Worten zurück, das will Papi nicht. Mein Freundeskreis bestand vor Jahren zum größten Teil aus Menschen der Metal- und Gothicszene. Männer mit Bärten und langen Haaren. Frauen, die nicht der Norm der Allgemeinheit entsprachen. Mein Sohn kommt vom Kindsvater zurück und hat Angst vor ihnen, sie seien „gefährlich und asozial“. Dass Dreiviertel dieser Menschen studiert haben, Ärzte, Anwälte, Mathematiker und Physiker sind, wusste der Kindsvater nicht und war egal. dass diese Menschen mit mein Leben erleichtert und das Leben von unserem Sohn verbessert haben.

Der Kindsvater trieb uns immer wieder vor Gericht.

Er wolle das „geteilte “ Sorgerecht, weil er der Vater ist. Er bekam es natürlich, denn Väter haben mehr Rechte. Dass er keine einzige Pflicht außer das Zahlen des Unterhaltes wahrnimmt, spielt hier keine Rolle. Die Beleidigungen, Erpressungen und der Terror per Mail und anderen Nachrichten über andere Kanäle, spielen hier ebenso nicht mit ein, da dies Probleme auf Elternebene sind.

Nun habe ich vor über 2 Jahren einen Mann kennenlernen dürfen, der uns so nimmt wie wir sind. So kaputt, wie wir waren. Perfekt für den knapp 40 jährigen Kindsvater, der bei seinen Eltern im Kinderzimmer wohnt! Mein Kind kam zurück und hatte Angst vor dem unfassbar lieben Mann an meiner Seite. Er sei ein Verbrecher und will uns auseinander bringen. Er kannte meinen Partner nicht mal persönlich.

Mein Partner hat immer wieder versucht auf den Kindsvater zuzugehen.

Er hat ihm Bier zum Tag des Bieres gekauft oder mit meinem Sohn etwas für den Kindsvater gebaut. Alles vergebens. Der Kindsvater fand auch dann negative Gründe, um ihn schlecht dastehen zu lassen.

Nun erwarten wir unser gemeinsames Kind und haben vor einer Woche geheiratet. Mein Kind möchte den Namen seines Stiefpapas zu seinem ersten Nachnamen dazu nehmen. Dies erzählte er meinen Eltern und seiner Therapeutin bereits als wir zusammen zogen. Wir erfuhren von seinem Wunsch erst als ich schwanger wurde und für ihn fest stand, dass wir heiraten.

Der Kindsvater willigte mündlich ein, vor seinem Sohn und mir. Wir machten einen Termin beim Standesamt aus, damit er die Urkunde erstellen lassen kann. Dann musste ich aufgrund von starken Blutungen ins Krankenhaus. an meinem Geburtstag, den ich im Krankenhaus verbringen musste, bekam ich eine Mail vom Kindsvater, dass ich seinen Sohn an einem durch das Gericht festgelegte Mamawochenende zu ihm lassen soll oder er gibt nicht mehr die Einverständniserklärung zur Änderung des Namens.

Nun habe ich mich sofort belesen und beim Jugendamt und zwei Anwälten nachgefragt. Jeder meinte, dass der Kindsvater keinen Grund dagegen hat und deswegen eine Änderung des Namens kein Problem sei, da das Kind den Lebensmittelpunkt bei uns hat, er eine Schwester bekommt und somit die Zugehörigkeit auch namentlich gegeben ist. Ebenfalls hieß er nie wie der Kindsvater, was die Bindung zu ihm nicht beeinflusse.

Ich bat meinen Sohn nochmal mit dem Kindsvater zu reden und ihm seine Wünsche zu äußern. Er kam verstört wieder mit dem Wortlaut: Er würde es später bereuen, Papi fühlt sich dabei schlecht und die Ehe halte eh nicht.

Das Jugendamt, welches uns seit Jahren begleitet, lehnte eine Beratung mit dem Kindsvater ab, da es eh nichts bringen würde.

Gestern der Schock. Termin bei einer, laut Rezensionen sehr bissigen Anwältin. Sie sagte, wir haben keine Chance. auch wenn das Kind es will und der Kindsvater keinen Grund dagegen hat, aber sein Einverständnis nicht gibt, bleibt der alte Name. Dies bedeutet, das Kind, was sich seit Beginn der Beziehung einen gemeinsamen Namen wünscht, behält als einziger den Namen, nur weil der Kindsvater mir weh tun will. Unser Kind möchte neu anfangen, das alte Leben hinter sich lassen samt Namen. Und wieder erhält der Kindsvater die Macht etwas zu bestimmen, auch wenn er keinerlei Pflichten als Vater wahrnimmt. Keine Termine beim Arzt oder Schule werden von ihm wahrgenommen, da es – Zitat: “ nicht zu seinen Aufgaben gehört“.

10 Jahre war es dem Kindsvater egal, wie sein Sohn heißt. Er wollte von Anfang an nicht, dass er oder wir seinen Namen tragen.

Und nun, trägt mein Sohn meinen alten Nachnamen und wir können das nicht ändern, weil der Kindsvater, der anders heißt, nicht einwilligt.

Wir werden nicht als Mutter und Kind gesehen. Er könnte auch ein fremdes Kind sein, ich hab eine Vollmacht und darf deshalb mit ihm zum Arzt.

Es gibt in diesem Staat keine triftigen Gründe, die für eine Änderung des Namens sprechen, außer dass das Kindeswohl gefährdet ist und das ist bei einem Namen sehr unwahrscheinlich.

Selbst jetzt, wo ich in einer Beziehung bin und ich nicht mehr allein kämpfen muss, beeinflusst der Kindsvater das Leben meines Sohnes und mir so massiv, dass wir kaum wissen, was wir dagegen tun können. Und der Staat steht voll und ganz hinter dem Kindsvater.

Ich bin ratlos. Erst wurde uns gesagt, es sei alles OK und nun fühle ich mich meines Kindes beraubt.

Ich kann ihm nicht helfen, seinen Wunsch zu erfüllen und die Familie komplett samt Namen zu erschaffen, weil der Kindsvater ein schlechtes Bauchgefühl hat und mich fertig machen möchte.

Als Alleinerziehende Mama denkt man, es könne mit Partner nur besser werden. Aber wenn der Kindsvater einen in der Zeit fertig gemacht hat, wird er das Kind und die Gesetze, die nur zugunsten der Väter geändert wurden, nutzen und weiter machen. Er macht einem das Leben dann auf eine andere Weise zur Hölle. Und ich habe keine Handhabe dagegen, weil keiner dem Kindsvater sagt, dass es so nicht geht.

Liebe Bea, vielleicht ist es auch mal wichtig darüber zu schreiben?

Ich weiß wie es ist allein zu sein und man denkt, alles hört auf, wenn man einen Partner hat…. Doch es verlagert sich nur. Das Gesetz steht nicht hinter den Kindern, sondern hinter den Kindsvater. Will er etwas, bekommt er es, will er etwas nicht, ist es auch ok. Er muss keine Pflichten erfüllen, er zahlt schließlich Unterhalt. Mein Mann übernimmt alle Aufgaben, die ein Vater hat, hat aber keine Rechte. Es ist wichtig für mich, dass auch dies beleuchtet und darüber berichtet wird.

Man muss wissen, dass wir unseren Sohn über alles aufklären. Wieso zum Beispiel keine Ausnahme mehr beim Umgang stattfindet. Es gab zu viel Streit zwischen Mama und Papa und deshalb hat eine Richterin entschieden, wie der Plan nun ist. Dass wir uns daran halten, der KV aber nicht.
Dass seine Aufgabe auch darin besteht, dass sein Sohn soziale Kontakte wahrnehmen kann, dies aber nicht tut. Mein Sohn wurde in der Kita nicht mehr zum Geburtstag eingeladen, weil er mehrfach einfach nicht gebracht wurde, weil der Kindsvater ihm sagte, es ginge dem Kind nicht gut oder er habe schlicht weg keine Lust 20 km zu fahren. All dies ist den Richtern egal. Er zahlt Unterhalt und gut.

Wir haben darüber nachgedacht, wie man solche Rechtssprechungen für beide Seiten positiv vollziehen könnte.

Es gibt Kindsvater, die sich bemühen, aber die KM alles boykottiert. Evtl. wäre es eine Lösung, ein gemeinsames Sorgerecht auf Probe für ein Jahr zu gewähren. Werden Aufgaben tatsächlich geteilt und Entscheidungen zusammen getroffen, funktioniert die Kommunikation, dann ist es umzusetzen, aber ist es, wie bei uns, dass nur einer alle Aufgaben wahrnimmt, nicht nur die Ärzte, Schulen, Hobbys, auch die sozialen, dann sollte davon abgesehen werden. Einfache Protokolle, die dann samt Unterschriften an das Gericht gehen.

Und stellt sich dann heraus, dass nicht der KV sondern der neue Ehemann oder auch Partner, wie in unserem Fall, diese Aufgaben erfüllt, sollte er auch Mitspracherecht erhalten. Mein Mann war z.B. bei jedem Elternabend dabei, beim ersten am Gymnasium sogar allein, weil ich im Krankenhaus lag. Aber unterschreiben darf er nichts. Keine Anmeldung oder ähnliches…

Liebe Grüße

von einer Mama am Rande der Nerven

Ich bin gespannt, was die Tollabea Leser*Innen dazu denken! Kann man mit solchen Schikanen vom Ex besser umgehen? Und hat jemand so etwas friedlich gelöst? 

Liebe Grüße,

Béa

 

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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3 Kommentare

Anke68
Antworten 6. Juli 2018

Warum nehmen Dein neuer Mann und Du nicht Deinen Mädchennamen an ? Dann heißen auch alle gleich auch das Geschwisterchen und der BioBater kann nichts machen.

anke68
Antworten 6. Juli 2018

Warum nehmt ihr nicht alle Deinen Mädchennamen an? Dann heißen auch alle gleich und der Biovater kann nichts machen.
Friedlich geht nicht. Bring deinen Sohn in keine Zwickmühle mit frag Deinen Vater

Sarah
Antworten 7. Juli 2018

Hallöchen, bei mir ist es in Etwa ähnlich gewesen. Ich habe bei der Heirat den Namen meines Mannes angehängt. Und mir dadurch viel erspart. Ich hoffe du findest eine gute Lösung. Liebe Grüße

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