Was tun, wenn man sein Kind liebt, aber nicht mag? Liebevolle Tipps von der Community


Ihr Lieben, heute gibt es ein Thema, über das nicht oft geredet wird. Viele Eltern trauen sich nicht diesen Gedanken zu äußern, aus Angst, als Rabeneltern abgestempelt zu werden. Aber nicht hier.

Wir bei Tollabea verstehen die Situation, wenn man sein Kind zwar liebt, aber nicht besonders mag, und haben mithilfe der Community ein paar Tipps zusammengetragen, die Betroffenen helfen könnten.

Aber vielleicht solltet ihr zuerst die Vorgeschichte kennen. Vor einiger Zeit hat sich eine Mama an uns gewandt, die völlig am Ende mit ihrem Kind ist, weil es unheimlich kratzbürstig, laut und nicht unter Kontrolle zu kriegen ist. Sie haben schon mehrere Gänge zum Psychologen, sowie Arztbesuche hinter sich – ohne Diagnose oder Hoffnung auf Besserung.

Die Mama hat ganz offen und ehrlich geäußert, dass sie ihr Kind natürlich unendlich liebt, aber nicht sonderlich mag.

Und das ist völlig menschlich. Wir sind alle Menschen und unsere Grenze ist irgendwann erreicht. Glücklicherweise sah das die Community einstimmig genauso! Uns erreichten unheimlich viele liebevolle Worte und vor allem Verständnis!!!

Vielen geht es nämlich ähnlich…

Bernadeta Schenk
Leider sind solche Themen Tabuthemen. Würde sich nicht jeder für diese Gefühle schämen und könnte diese ohne die Angst vor Ablehnung äußern, würde man in Gesprächen mit anderen feststellen, dass man nicht alleine ist. Ich habe angefangen das Problem für mich anders zu formulieren. Ich liebe mein Kind und ich mag es, ich mag nur die Verhaltensweisen nicht. Somit fühle ich mich besser und am Verhalten kann man arbeiten. Das Gefühl der Wut ist völlig normal und manchmal ist die Liebe durch die Wut nicht spürbar. Das Leben mit Kindern ist oft durch ambivalente Gefühle gekennzeichnet.Wenn man akzeptiert, dass man als Mutter auch nur ein Mensch und nicht eine Märchenfee ist, wird es leichter.

Das Verständnis ist also in jedem Fall da, doch was tut man gegen dieses nicht aufhörende Drama? Schließlich will man sein Kind ja mögen und trotzdem in einem friedvollen Haushalt leben – aber das geht nur, wenn sich was ändert…

Wir haben 4 Tipps für euch, die ihr in einer angespannten Situation mit dem Kind „aktiv“ anwenden könnt:

„Kind, warum bist du wütend?“

Melanie Schäfer
Habt ihr sie schon mal gefragt, warum sie so wütend ist? Wahrscheinlich wird sie keine Antwort auf eine allgemeine Frage haben, aber wenn sich eine schlimme Situation beruhigt hat, kannst du sie vielleicht mal fragen, welchen Grund sie hatte. Du könntest ihr auch mal erzählen, wie du dich fühlst und dass du ihr gerne helfen möchtest, aber nicht weißt, wie. Vielleicht könnt ihr zusammen einen Weg finden. Ich drücke euch fest die Daumen!

„Kind, wie groß dein Problem?“

Mirjam Bezikofer
Ich habe einmal den Tipp bekommen, das Kind zu fragen, wie groß denn ihr Problem gerade ist: klein, mittel, oder groß? Das hat tatsächlich geholfen! Auch finde ich es wichtig, dem Kind immer wieder zu verstehen zu geben, dass jede Emotion in Ordnung ist. Ja, man darf wütend sein, ja, man ist oft frustriert. Das ist okay! Aber man kann daran arbeiten, wie man diese Emotionen äußert.

„Kind, ich lasse dich jetzt ‚ausbocken‘.“

Sarah Kirchner
Wir haben unseren Sohn „ausbocken“ lassen, weil wir in der Situation null Zugang gefunden haben und er es auch ablehnte. Er hat es dann irgendwann zum Ritual gemacht in sein Zimmer zu gehen, dort zu wüten und irgendwann runterzukommen. Manchmal ist er sogar dort eingeschlafen und als er aufwachte, war es so, als ob nie etwas gewesen wäre.

„Kind, wir einigen uns jetzt auf einen Kompromiss.“

Bernadeta Schenk
Ich habe einen ADHS Jungen, der sich ähnlich benimmt. Er ist in der Impulskontrolle auch gestört. Ich habe mir Hilfe geholt und mich angepasst. Mein Leben mit ihm besteht nun aus einem einzigen Kompromiss. Für alles gibt es Deals. Manche Dinge setze ich trotz Brüllerei durch. Letztlich haben die Konflikte dadurch sehr abgenommen und die Zerstörungswut durch Frustration auch. Ich werde oft für meine Kompromissbereitschaft durch andere Mütter kritisiert. Mir ist das egal. Es war ein harter Weg. Die ständigen Konflikte rütteln an den Gefühlen zum eigenen Kind, fand ich quälender, als die ständigen Kompromisse.

Und hier 4 weitere Tipps, um es „langfristig“ zu beheben:

Von Spezialisten abchecken lassen!

(PS.: Tipps, wie Therapeutenbesuche und Verdacht auf Autismus haben wir ausgelassen, weil sie Mama das selbst schon auf dem Schirm hatte).

Felicia Eßmann
Bitte geht zu einem Spezialisten!! SPZ (Sozialpädiatrisches Zentrum) und lasst sie stationär untersuchen. Sonst wird das ein Teufelskreis. Je länger man auf eine Diagnose wartet, desto schlimmer wird es für alle Beteiligten – besonders für das Kind!

Schilddrüse untersuchen!

Anke Kollon
Ich weiß nicht, was ihr schon alles geprüft und getestet habt, aber eine Fehlfunktion der Schilddrüse kann solche „Ausbrüche“ auch begünstigen. Weiterhin viel Kraft und Geduld. Ganz wichtig: Gebt sie nicht auf. Macht ihr deutlich, dass ihr sie so annehmt, wie sie ist.

Ein Besuch beim Osteopaten!

Anika Pehlke
Ich würde damit zu einem Osteopathen gehen. Ich habe selbst schon erlebt, was das bei einem Kind macht, wenn zu viel Spannung im Körper ist. Das muss nicht mal Schmerzen verursachen.

Mutter-Kind Kur

Ki Mi
Mein erster Gedanke war eine Mutter-Kind-Kur. Ich habe nur Erfahrung mit ADHS, denn meiner explodierte regelmäßig. Wir haben es auch mit Verhaltenstherapie versucht- bereue ich nicht. Mittlerweile muss ich sagen, dass es ziemlich ruhig wurde mit seiner Pubertät. Er kann seine Impulsivität gut kontrollieren.

Buchtipp „So viel Freude, so viel Wut“:

Mari Ca
Lies bitte, bitte das Buch von Nora Imlau: So viel Freude, so viel Wut. (Affiliate Link – also Mini Werbung!)

Zum Abschluss ein großes DANKE!

Danke, dass ihr so viele einfühlsame Worte zu diesem Thema hattet. Ich hoffe, die Mama hat die Kommentare gelesen und sich dadurch etwas aufgefangen und weniger verloren gefühlt. Es wird immer leichter, wenn man sich öffnet. Und noch mehr, wenn man verstanden wird!

Habt ihr noch weitere Tipps für uns? Gerne auch noch mehr von den „aktiven“, die inmitten des Moments eingesetzt werden können!

Hier findet ihr den vollständigen Beitrag von der Mama:

Ich liebe mein Kind – aber ich mag es nicht! Was hilft? Frage aus der Community

Liebe Grüße,

Mounia

Mounia
About me

Ich - 24 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten. Und durch ein Praktikum bin ich nun bei Tollabea gelandet und werde hoffentlich weiterhin viel lernen und den Blog damit erweitern. :)

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