Wie schaffe ich es, etwas Gutes in der Situation zu sehen? Was kann uns die Corona-Pause bringen?


Ihr kennt mich als ziemlichen Glückskeks und Happy Pill und genau in diesen Tagen fragen mich viele:

Wie kannst du überhaupt noch lächeln, Béa?

Ich kann.

Und ich erzähle euch auch gern, wie ich es kann.

Allerdings behaupte ich nicht, dass es jeder können muss.

Ich bin nicht irgendwann in einen Riesentopf mit magischer Positivitätsgebräu reingefallen und versuche auch nicht jeden in einen solchen Topf zu schubsen. Unsere Kolumnistin mindfulsun und ich haben abwechselnd zum Thema Gefühle geschrieben und dass alles eine Berechtigung hat: Die guten Gefühle suchen und züchten, die schlechten Gefühle zulassen und schauen, was hinter den Gefühlsausbrüchen steht.

Heute, Mitte März 2020, mitten in der Corona-Krise und am Anfang der Corona-Pause möchte ich mit euch meine Gefühlswelt teilen – und vielleicht ein Stück Lebensmut und Wille, Veränderung anzunehmen und etwas Gutes darin zu sehen.

Versteht mich bitte nicht falsch: Auch ich finde die globale Pandemie eine echte Katastrophe und hätte mir gewünscht, dass uns das als Planet, Gesellschaft und Menschheit erspart bleibt. Oder anders ausgedrückt:

Das Ding ist unter uns, ein fieser smarter Virus, der sich ausbreitet und uns zwingt, unser soziales und wirtschaftliches Leben auf ein Minimum zu reduzieren. Ein undenkbares Minimum. Wie, nicht reisen? Nicht ausgehen? Und mein Berlin ohne Bühnen und Museen, Bars und Pop-Up-Stores, das wäre nicht Berlin.

Jetzt stehen wir am Anfang des Corona-Lockdowns. Und ich habe die Wahl, mich zu ängstigen (ja, ich habe Asthma und bin daher Risikopatient, aber davon ein anderes Mal mehr) – oder mit Spannung darauf zu schauen, was die Situation uns zeigen und beibringen wird. Und mir und euch auch Mut anzulächeln. Kreative Ideen zu entwickeln. Anders zu leben und anders zu denken.

Ich habe mich entschieden, ich möchte in der nächsten Zeit eine positive, gute, beruhigende Stimme im Media-Wirrwarr sein.

Ein Quell von Ideen und Spaß im Kleinen sein. Für meine Lieben – und auch für euch und eure Kinder. Diese Entscheidung tut mir gut. Und ich hoffe, dass ich damit auch Gutes tun kann.  Mit so einem Bullshit-Bingo-Spruch wie „Chancen in der Krise“ möchte ich nicht kommen.

Und dennoch: Wo sehe ich was Gutes? Was habe ich vor?

1. Hallo Digitalisierung! Jetzt aber echt.

Liebe Menschen, die Berufe haben, die sich nicht im Home-Office am Laptop erledigen lassen, bitte seht es mir nach, dass ich dies als erstes anfüge. Ich weiß, wenn ihr im Krankenhaus oder in der Pflege arbeitet, wenn ihr unseren Müll entsorgt oder im Polizeiwagen auf Streife seid, wenn ihr an der Käsetheke bedient oder mit einem Verkehrsmittel Menschen oder Güter von A nach B befördert… Tja, die Digitalisierung hilft nur bedingt. Es geht nicht ohne euch. Dennoch, wie oft geht es für die anderen, dass sie von Zuhause aus Dokumente herstellen oder mit anderen Dinge absprechen, entwickeln, sich austauschen? Plötzlich geht es.

Wie oft reden wir von Digitalisierung der Bildung, von virtuellen Klassenzimmern, vom selbstbestimmten Lernen mit Smartphone und Tablett? Jetzt zwingt uns die Situation, schneller zu lernen, uns Methoden und Hacks uns anzueignen. Neues auszuprobieren und vielleicht nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen, wenn etwas nicht gleich funktioniert.

Das Buch, auf das meine Freundin und Co-Autorin Steph und ich so stolz sind, „Gemeinsam schlau statt einsam büffeln“ sollte mit Pauken und Trompeten an diesem Wochenende auf der Leipziger Buchmesse präsentiert werden. Abgesagt.

Also bieten Steph und ich über die sozialen Netze eine Lesung und „Spielung“ an beiden ehemals gedachten Messetagen an:
Samstag, den 14.3.20 um 16:30 und Sonntag, den 15.3.20 um 11:30. Kids willkommen!

Ein Freund feiert am Wochenende seinen Geburtstag mit einem nachmittagfüllendem Google-Hangout, eingeladen sind über 50 Menschen auf vier Kontinenten. Ich werde berichten.

Jeder geht die Extra-Meile, mal sehen, wie wir damit um die Welt kommen!

2. Hallo Kreativität und Menschlichkeit! Jetzt aber anders.

Wie können wir die Kids beschäftigen? Was machen wir bevor wir uns alle ganz fürchterlich auf den Keks gehen? Wie machen wir uns auf zu kleinen Freuden?

In Italien, habe ich heute gelesen, haben die Menschen die Leere in den Straßen gefüllt mit einem Lied. Sie haben sich einfach aus den Fenstern gelehnt und gesungen… in die Leere des Abends hinein.

Was fällt uns allen noch ein? Was fällt mir ein? Wie zaubern wir uns jeden Tag ein Lächeln auf die Lippen?

Und wie können wir das Thema „Home Office mit Kindern“ gut und sinnvoll gestalten? Gerade diesem Thema werde ich mich in den nächsten Tagen verstärkt widmen – und haben schon eine seeehr kreative Idee, die ich hier im Blog verfolgen möchte. Montag mehr dazu!

4. Hallo Minimalismus und Reduktion. Jetzt ohne aber.

Brauchen wir alles, was wir haben? Müssen wir viel haben? Kommen wir auch mit weniger zurecht? Ein spannendes Experiment.

Meine Bloggerfreundin Patricia von Moms Blog schrieb heute in einem Post, warum sie für 2020 unter anderem eine große Chance sieht:

„👉 Als ein Jahr, in dem wir mehr Zeit haben, unsere Leben auf das Wesentliche zu reduzieren und dabei vielleicht merken, dass Konsum und Statussymbole gar nicht so glücklich machen, wie wir immer dachten.

👉 Als ein Jahr, in dem unser Planet überraschend die Chance bekommt, sich zu erholen! 🌏“

Außerdem, wenn jetzt die Auftragslage an Projekten und Kundenarbeit eher mau sein wird, habe ich Zeit: Hallo Aufräumen. Hallo Ordnung. Hallo Marie Condo! Ich werde berichten.

Und ihr? Wo seht ihr Chancen in dem, was uns erwartet? Wie wollt ihr mit der Corona-Pause umgehen?

Und wie kann ich euch als Bloggerin, ewiges Kind und Kreativ-Quelle konkret helfen?

Liebe Grüße,

Eure Béa

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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3 Kommentare

Andrea Schomburg
Antworten 14. März 2020

Liebe Béa,
Ich bin keine Ärztin und ich kenne natürlich deine persönliche Asthmasituation nicht, aber unter www.lungenaerzte-im-netz.de wird gesagt, dass gut eingestellte Asthmapatienten NICHT zur Risikogruppe gehören. Mir scheint das eine seriöse Quelle zu sein. Was sagt denn dein Lungenarzt?
Bleib gesund und fröhlich!
Ganz liebe Grüße
Andrea

    Béa Beste
    Antworten 17. März 2020

    Hallo liebe Andrea, ja, herzlichen Dank. Meine Lungenärztin sagt, ich müsse mir keine übertriebenen Sorgen machen - einfach brav meinen Diskus täglich nutzen... Liebe Grüße, Béa

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