Freudentränen: Andrea ist genetischer Zwilling und darf einen Menschen retten!


Seid ihr DKMS typisiert? Ganz viele von euch sind es bestimmt. Ich auch! Aber: Habt ihr euch schon mal gefragt, wie ihr reagieren würdet, wenn der Anruf kommt, dass ihr ein genetischer Zwilling seid? Würde sich nicht auch ein wenig Angst unter den Stolz und die Freude mischen?

Vor zwei Tagen sah ich einen wunderbaren Post einer wunderbaren Frau in meiner Timeline. Andrea Schabner postete in der Gruppe DKMS – Deutsche Knochenmarkspenderdatei – und dann noch mal öffentlich in ihrer eigenen Timeline folgendes:

Ich habe sofort reagiert und gefragt, ob wir hier im Blog davon berichten und den ganzen Prozess begleiten können. Andrea war sofort sehr begeistert – ihr ist es ein Anliegen, nicht nur die Spende zu machen, sondern auch möglichst vielen Menschen zu zeigen, wie sinnvoll die Arbeit der DKMS ist und was für positive Emotionen damit verbunden sind.

Sie sagt: „Ich möchte nicht als Heldin gefeiert werden, für mich ist so etwas selbstverständlich.

Natürlich bin ich stolz darauf, was ich tue, daß ich es tue. Wieviele haben sich kurz davor gedrückt, weil sie Angst hatten. Ich habe keine Angst, ich bin nur sehr aufgeregt, und ich habe mir immer geschworen, daß ich das schaffe und durchziehen werde!“

Und das ist sie: Andrea Schabner, Mutter eines Sohnes und Stiefmama einer Tochter. Die Kinder sind für sie „das größte Geschenk“.

Andrea ist verheiratetet – ihr Mann brauchte sie auf die DKMS: „Mein Mann hat mich auf die DKMS gebracht, er ist seit Jahren typisiert. Ich habe mich dann auch dort angemeldet. Was mich bewegt hat? Dass so viele Menschen an Blutkrebs erkranken und ich die Möglichkeit habe, einem davon zu helfen. Ich hätte nie damit gerechnet, bin knapp ein Jahr erst dabei. Es ist ein unglaubliches Gefühl.“

Ich habe Andrea gefragt, wie sie sich selbst beschreiben würde: „Ich bin sehr sensibel, einfühlsam, ich hab vieles durchgemacht im Leben, bin dadurch sehr stark geworden. Aber manchmal gibt es Tage, da zeig ich Schwäche. Ich bin eine gute Zuhörerin und für viele da, wenn sie mich brauchen. Im großen und ganzen, bin ich eine liebenswerte Person.“ 

Ob ihr genetischer Zwilling auch die gleichen Charaktereigenschaften hat?

Das ist möglich, aber nicht sicher. Auf die Frage, ob sie ihn oder sie kennenlernen wird, sagt Andrea: „Das kann ich nicht sagen, die Dame meinte, da es ja europaweit zur Spende kommt und es im Ausland nicht möglich ist.  Nach 2 Jahren gibt es hier in Deutschland die Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen.“

Wie ist Andrea als Mutter?

In Bezug auf ihre Kinder ist Andrea eine gefestigte Persönlichkeit: „Ich möchte, dass meine Kinder behütet aufwachsen, mit viel Liebe, aber auch Konsequenz. Wir bringen ihnen jetzt schon bei, selbstständig zu werden, damit sie es im späteren Leben einfacher haben. Dazu gehört auch eine gewisse Strenge, so sag ich es mal.“

Noch mal zur Motivation, die Knochenmarkspende durchzuziehen:

„Ich habe selbst meinen leiblichen und meinen Stiefvater an Krebs verloren, noch jetzt tut es weh. Und wenn ich helfen kann, dann helfe ich. Ich würde es mir nie verzeihen, wenn jemand stirbt, nur weil ich einen Rückzieher gemacht habe. NEVER!!!“ – sagt Andrea voller Überzeugung.
Ich werde mit Andrea in Verbindung bleiben und sehen, wie es ihr geht und wie sich alles entwickelt. Und natürlich fände ich es wunderbar, wenn ihr ihr auch signalisiert, dass ihr bei ihr seid und die Daumen drückt, dass alles klappt, und dass wirklich dabei ein Mensch gerettet wird! Habt ihr noch Fragen? Oder wollt ihr einfach einen guten Wunsch als Kommentar hinterlassen – für Andrea?
Für mich ist sie eine echte Alltagsheldin. Und ein wunderschöner Mensch!
Liebe Grüße,
Béa
Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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1 Kommentare

Hanna F.
Antworten 13. August 2017

Super! Mein Mann und ich sind auch seit Jahren typisiert!

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