Diagnose Krebs – Was nun? Wie kann man Menschen Mut machen und was hilft?


Diagnose Krebs – Was nun? Es sind schon einige Monate her, dass eine Mutter, die frisch mit Brustkrebs diagnostiziert war, uns folgendes schrieb:

„Ich bin 33 Jahre alt und alleinerziehende Mama eines 8jährigen Jungen.
Gestern Nachmittag habe ich erfahren, dass ich Brustkrebs habe. Wie weit fortgeschritten und so weiter, kann ich gar nicht sagen. Ich habe heute Abend das Gespräch mit meinem Gynäkologen.

Seit gestern Nachmittag steht die Zeit still.
Ich verstehe die Welt nicht mehr.
Ich habe das Gefühl, mich erdrückt gerade alles und ich muss raus.
Ich habe Angst, ich habe eine Scheißangst.
Ich musste mich mit dem Thema Krebs nicht auseinander setzen, gibt es nicht in unserer Familie.
Und jetzt hat es mich getroffen.
Gerade ist alles so ungerecht und die Fragen nach dem warum und wie geht es weiter, frisst mich gerade auf.“

Ich (Béa) habe eine Umarmung und Kraft geschickt. Und einen schnellen Gedanken von mir:

Was ich gelernt habe im Leben: Warum hilft gar nicht!  Es gibt darauf keine Antwort. Was mir hilft ist die Frage: Wie kann ich überleben?

Dann war die Community dran.

Hier sind wertvolle Antworten aus der Community zum Thema „Diagnose Krebs – Was nun?“

Britta Hasselhorst: Brustkrebs lässt sich besiegen! 

„Der Schock sitzt tief und man fühlt sich wie betäubt und unter einer Käseglocke …. ich hoffe so sehr für Dich, das Du liebe Menschen um Dich hast. Hier noch ein positives Beispiel: Bei meiner Schwiegermutter wurde vor 3 Jahren Brustkrebs diagnostiziert… Sie war das erste Mal zur Mammographie. Dank Therapie und Bestrahlung ist sie jetzt wieder ganz gesund!“

Rewana Warkraft: Kämpfen lohnt sich – mit lieben Menschen zusammen! 

Liebe Mama, fast genau auf den Tag ist es 1 Jahr her, dass meine Mama diese Diagnose bekam. Es hat uns alle in eine Paralyse katapultiert. Deine Angst kann ich vollständig nachvollziehen. Du darfst auch Angst haben, weinen und verzweifelt sein. Es hilft auch nicht weiter, wenn man dir sagt, du sollst die Ergebnisse abwarten… Geh zu jemandem, der dich mit all deinen Gefühlen dort abholt, wo du gerade stehst. Was ich durch meine Mama aber gelernt habe ist, was ein Wille ausmachen kann. Das gesaamte letzte Jahr war ein Kampf. Chemo, OP, Bestrahlung, Reha. Es gibt so wahnsinnig viele unterschiedliche typen dieser Krebsart, dass du nach dem „Konsil“, wenn also alle Untersuchungen abgeschlossen sind, alle Kraft und Lieben Menschen zusammen nehmen und kämpfen musst. Geh jeden Tag raus. Beweg‘ dich, informier‘ dich. Suche dir direkt Selbsthilfegruppen in deiner nähe. Schnupper‘ in diese Gruppen rein. Es gibt auch Angebote zum Thema Makeup und Tücher, wenn durch die Chemo die Haare ausfallen. Such dir eine Apotheke, die in der nähe des Onkologen ist oder eine, die sich, wenn du das magst, auf Homöopahie spezialisiert ist. Das hat meiner Ma unwahrscheinlich geholfen. Vielleicht hast du jemanden, der im medizinischen oder pharmazeutischen Bereich arbeitet und Informationen für dich filtern kann. Das hab ich für eine Ma gemacht. Kämpfe, sei stark. Du darfst aber auch Scheißmomente haben. Nur lass diese nicht überhand nehmen. Meine Ma ist derzeit frei von Krebs. Sie hatte einen schnell wachsende, nicht hormonabhängigen Krebs. Alles Liebe und viel Kraft!“

Anna Behm: Alles probieren, um zu gesunden – und das den Kindern versprechen

Ich kann nur sagen, dass es sich nicht lohnt, sich die Frage zu stellen: Warum ich? Es ist nun mal so und man sollte sich lieber damit auseinander setzten, wie schaffe ich es am besten und welche Wege gibt es.
Krebs ist scheiße, aber Brustkrebs ist mittlerweile sehr gut heilbar und nur die wenigstens sterben daran.
Mit 33 Jahren ist man noch jung, der Körper verkraftet die Therapie und man sollte alles mitnehmen um hinterher nicht sagen zu müssen, ich habe etwas nicht probiert.
Ich habe mit 21 Jahren die Diagnose Brustkrebs erhalten und ich habe nie die Lebenslust verloren. Stattdessen habe ich mir selbst geschworen, alles Erdenkliche zu tun um diese Krankheit zu bekämpfen. Ich hatte 5 OPs, 6x TAC-Chemotherapie, 38 mal Bestrahlung, zwei Jahre Zoladex und vier Jahr Tamoxifen und zusätzlich habe ich mich homöopathisch behandeln lassen, damit der Körper mit der Chemie besser klar kommt. Heute, nach 12 Jahren geht es mir super! Ich habe ein gesundes Kind, einen tollen Mann und mein Leben geht weiter. Manche Dinge habe ich besser zu schätzen gelernt, aber ich habe mich nie von der Krankheit beeinflussen lassen. Der Auslöser damals war bei mir die Pille und Stress.
Ich weiß nicht woher die Frau kommt, aber ich empfehle immer allen die Frauenklinik in Heidelberg. Die ist darauf spezialisiert und hat einen super tollen Arzt Dr. Schütz.
Ich hoffe, die Verfasserin hat von ihrer Familie Unterstützung. Wichtig ist, dass sie mit ihrem Kind offen darüber spricht und ihm zeigt, dass sie kämpfen wird.“

Und noch eine anonyme Mutter schrieb uns: Auch für Erinnerungen sorgen!

„Ich selbst habe meine Mama an den Bauchspeicheldrüsen Krebs verloren und aktuell ein kleines Mädchen seine Mom in der Tagesgruppe seines Sohnes. Brustkrebs kann man besiegen und ich möchte dass sie Mut fasst und kämpft.
Als zurückgebliebenes Kind ist mir aber etwas anderes sehr wichtig. Sie sollte all die Geschichten, lustige wie traurige, alle Abenteuer mit den passenden Fotos für ihren Sohn aufschreiben. Sie sollte Texte aufnehmen die er sich ansehen kann. Leider sind die Menschen so mit Kämpfen beschäftigt, dass sie erst merken dass nichts von ihnen bleibt, wenn sie zu geschwächt sind um noch etwas zu schreiben oder aufzunehmen. Wenn sie gegangen sind, verschwinden die Erinnerungen weil sie niemand mehr erzählen kann und irgendwann kann man sich nicht mehr an die Stimme der Mama erinnern.
Für mich als zurück gebliebenes Kind ist das aller schlimmste, nachdem die Trauer ein wenig verwunden ist, dass ich meine Erinnerungen verblassen und ich war 35 als meine Mom starb. Ich wäre so glücklich noch einmal ihre Stimme zu hören, meinem Sohn ihre Stimme vorzuspielen und von seiner Oma zu erzählen, alte Bilder von mir und ihr zu nehmen und die lustigen Geschichten vorlesen zu können.
Sie soll um ihr Leben kämpfen mit aller Kraft, aber sie soll auch daran denken ihrem kleinen Mann etwas da zu lassen, falls sie es nicht schafft.
Ich weiss nicht, ob sie das hören möchte, man müsste sie vielleicht vorsichtig fragen das Thema ist heikel und oft wollen die Menschen nicht über diese Dinge nachdenken. Die Mama von dem Mädchen in der Tagesgruppe hat es nicht mehr geschafft deswegen sammeln wir jetzt für sie alle Fotos ein die es von ihrer Mama und ihr gibt. Aber das ist kein Ersatz für etwas, das eine Mutter für ihr Kind macht.“

Ihr Lieben, habt ihr noch weitere Geschichten? Was hilft bei Diagnose Krebs? Was nun? 

Übrigens, ich habe Kontakt zu der Mama, die uns das geschrieben hat, und werde, soweit sie einverstanden ist, bald ein Update geben. Was ich aber betonen kann, für alle, die Menschen mit Krebs im Freundeskreis und in der Familie haben: Lasst sie nicht allein! Ja, es kann euch überfordern, und ihr müsst euch mal rausnehmen und eure Grenzen ziehen – aber lasst sie nicht allein!

Liebe Grüße,

Béa

Foto zu „Diagnose Krebs – was nun?“ – by Ruben Hutabarat on Unsplash

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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