„Ich habe Angst!“ Die Angst im Dunkeln bei Kindern und Erwachsenen überwinden


Die meisten Ängste sind irrational, aber sie sind trotzdem Ängste. Eine davon hat mich schon mein ganzes Leben lang begleitet, und zwar die Angst im Dunkeln. Ich möchte euch meine Geschichte dazu erzählen, und ein paar Tipps mitgeben, wie Kinder sie überwinden können.

Béa hat vor vier Jahren schon einmal von Angst im Dunkeln gebloggt und ein paar wunderbare Tipps mitgegeben. Schaut also gerne auch dort vorbei, denn die Tipps dort sind andere als hier.
(weiter unten im Text verlinkt)


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Bei mir ist die Angst im Dunkeln etwas, das mich noch heute manchmal begleitet. Die Übungen, die ich gleich mit euch teile, helfen mir immer wieder durch schwere Nächte, auch, wenn sie banal erscheinen mögen.

Aber zurück auf Anfang. Tauchen wir mal ein in die Welt vor zwanzig Jahren.

Als Kind hatte ich wahnsinnige Angst im Dunkeln.

Immer, wenn es stockfinster war, wurde jeder Schatten zu einem gruseligen Monster. Die Angst war so stark, dass ich bei Dunkelheit überhaupt nicht einschlafen konnte. Ich hatte das sogar im Kindergarten. Beim Mittagsschlaf konzentrierte ich mich die ganze Zeit auf die Ritze der Tür, durch die Licht drang. Das Licht beruhigte mich und war meist der einzige Grund, der mich einschlafen ließ.

Schlief ich nicht, schliefen auch meine Eltern nicht, so viel war klar. Sie mussten also einen Weg finden, wie ich endlich wieder in Ruhe weg dämmerte.

Ein Nachtlicht!

Schon bald zog das berühmte Nachtlicht bei uns ein. Es wurde an die Steckdose gesteckt und tauchte das Zimmer in einen warmen Orangeton. Noch dazu bekam ich später ein paar Klebesterne, die ich an die Decke klebte und in der Nacht anschauen konnte. Manchmal, wenn ich schlief, schaltete meine Mutter das Licht hinterher aus, was okay war – denn ich schlief ja schon!

Und Schwups war die Angst weg! Licht schlug Angst, das war die Formel.

Je älter ich wurde, desto mehr verflog die Angst. Aber so richtig weg war sie auch nicht. Wenn ich Angst hatte, ließ ich meine Nachtischlampe an. Ich schämte mich ein bisschen dafür, bis ich erfuhr, dass meine beste Freundin es mir gleichtat.

Bei unserer ersten gemeinsamen Übernachtung – wir waren dreizehn – ließ sie ganz selbstverständlich ihr Nachtlicht an. Sie rechtfertigte sich dafür überhaupt nicht, was mir sehr imponierte. Jeder Mensch hatte Angst und manchmal half es, ein kleines Licht einzuschalten, um die bösen Schatten zu verbannen!

Ist ein Nachtlicht die endgültige Lösung?

Mein Vater war leider kein so großer Fan von der „Das Licht bleibt in der Nacht an“-Philosophie. Er sah es aus dem rationalen Aspekt der Geldverschwendung, das Licht die ganze Nacht anzuschalten. Dass meine Mutter mich in dieser Weise verhätschelte, fand er nicht so toll und vor allem nicht fördernd für mich, schließlich war ich ja schon fast erwachsen. Sein Vorschlag: Konfrontationstherapie. Augen zu und durch.

Spoiler Alarm: Die Angst ging natürlich nicht weg. Eine Konfrontationstherapie funktioniert nicht immer, vor allem nicht bei Ängsten. Ich hatte immer noch Angst, selbst, wenn es dunkel war. Zwar blieb das Nachtlicht aus, aber dafür ließ ich den Fernseher an. Ich suchte mir ein neues „Licht“.

Die Angst im Dunkeln bei Kindern und Erwachsenen überwinden

1. Angst hinterfragen und im Notfall auf professionelle Hilfe zugreifen

Ich starte mal mit dem Extremfall. Wichtig ist es, der Angst auf den Grund zu gehen. Woher kommt sie? Gibt es einen bestimmten Grund für sie? Verbinde ich etwas Negatives mit der Nacht? Ist es mehr als nur die Gewohnheit? Wenn klar ist, dass die Angst tief manifestiert ist und man sie ohne Tipps und Tricks nicht loswird, würde ich auf professionelle Hilfe zurückgreifen. Es ist keine Schande, eine zusätzliche Person hinzuzuziehen, Hauptsache dem Kind geht es gut.

In meinem Fall war es glücklicherweise nicht so drastisch und selbst nach Jahren mit ein paar Übungen zu beheben.

2. Hörbuch/Hörspiel

Bei mir war es so, dass ich eigentlich keine große Angst vor dem Dunkeln hatte, sondern vielmehr vor meinen Gedanken, die in der Nacht immer lauter wurden. Als Alternative habe ich meinen alten Kassettenrekorder hervorgekramt und alte Kinderkassetten gehört. Bei ihnen ist das Ding, dass man die Kassette irgendwann umdrehen muss, um weiterzuhören, aber glücklicherweise schlief ich schon nach den ersten Minuten ein. Diese Übung half mir dabei, ohne Licht einzuschlafen und mich irgendwann auch von den Hörspielen zu lösen.


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Wobei ich gestehen muss, dass ich das teilweise heute noch mache. Wenn ich nicht schlafen kann, werfe ich ein altes Hörspiel bei Spotify oder Bookbeat an – immer irgendwelche Kindergeschichten, die mich sanft in den Schlaf wiegen.

Noch ein Tipp: Stellt das Hörbuch/Hörspiel so leise wie möglich, dann müsst ihr euch beim Hören mehr konzentrieren und werdet tendenziell müder!

3. Meditation

Was ebenfalls selbst bei Kindern funktionieren kann, ist Meditation. Meditation hilft dabei, gelassener zu werden, die Monkey Minds im Kopf ein wenig ruhig zu stellen und sich auf den Körper zu konzentrieren. Auch Kinder können das. Tief ein und ausatmen, die eigenen Füße spüren, die Beine, den Bauch, die Schultern, den Kopf … Vielleicht können sie sogar versuchen, nach dem eigenen Herzschlag zu horchen. Im Nu ist daraus eine einfache Abendtradition gemacht, bei der die Eltern anfangs noch mitmachen können und das Kind es irgendwann allein hinkriegt.

4. Schäfchen zählen

Okay, vielleicht werdet ihr jetzt mit den Augen, aber ich muss euch sagen, dass das Zählen von Schäfchen mir manchmal geholfen hat. Es hatte schon fast etwas Hypnotisierendes, sich vorzustellen, wie ein, zwei, drei, … Schäfchen über den Zaun hüpfen. Mein Rekord war glaub ich 180 und die Schafherde in meinem Kopf war monströs – aber danach bin ich eingeschlafen!

5. Eine Reise zum Lieblingsort

Was ich ebenfalls heute noch bei Angst im Dunkeln mache, ist, die Augen zu schließen und mich in einen anderen imaginären Ort zu beamen. In kalten Zeiten stelle ich mir oft vor, wie ich auf den Bahamas Inseln im weißen Strand liege und die heiße Sonne auf der Haut spüre. Ich stelle mir vor, wie ich mir eine kleine Abkühlung im kalten Wasser nehme und anschließend eine Runde tauchen gehe.

Manchmal besuche ich auch Fantasiewelten aus Filmen und Büchern. Für die, die es interessiert: Der sprechende Hut aus Hogwarts hat mich nach Hufflepuff eingeteilt!

Ich finde es schön, bei Angst im Dunkeln die Fantasie spielen zu lassen – dann schrumpft die Furcht und das Nachtlicht ist auch nicht nötig!

6. Eine kuschlige Betthöhle

Manchmal hilft es auch nur, sich den Ort des Schlafens so angenehm und gemütlich wie möglich zu machen. Schnappt euch Kissen, Decken, Kuscheltiere, alles, was euch leichter in den Schlaf fallen lässt – mein Kuscheltier ist wie ihr wisst, noch heute ein Bestandteil meiner Betthöhle. Je gemütlicher ihr es habt, desto weniger beängstigend ist die Nacht.

Das waren meine Tipps, um Angst im Dunkeln bei Kindern und Erwachsenen zu überwinden!

Wer jetzt vielleicht denkt, dass die meisten Tipps bloß ein Äquivalent zu dem Nachtlicht sind – ja! Das sind sie gewissermaßen auch. Der Unterschied liegt nur darin, dass ich die Entwöhnung von ihnen viel leichter finde, als wenn die ganze Zeit über Licht brennt. Und selbst das finde ich hin und wieder völlig in Ordnung. Meine Mutter macht das noch heute, dass, wenn sie einen fiesen Albtraum hat, danach das kleine Licht anmacht. So what! Hauptsache, wir erholen uns gut!

Habt ihr weitere Vorschläge? Irgendwas, das unbedingt auch auf die Liste muss?

Hier nochmal der Beitrag von Béa:

Angst im Dunkeln bei Kindern? Muss nicht sein!

Liebe Grüße
Mounia

Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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