Die vergebliche Suche nach einem Kitaplatz – was tun?


Die Kitasituation in Berlin ist katastrophal. Aktuell fehlen 3000 Kitaplätze und verfügbare gibt es erst wieder ab 2020. Nach Aussagen den Jugendamtes gibt es überhaupt keine Kitaplätze und die prekäre Lage soll mit Überbelegung gelöst werden. Ralli hat ein Video zu diesem Thema gemacht:

Für alle, die lieber lesen, hier die zentralen Gedanken des Videos als Text:

Seit Monaten suche für meine 15 Monate alte Tochter Lilly einen Betreuungsplatz – vergeblich. Momentan wird Lilly von einer Nanny betreut – und das auf eigene Kosten.
Ich habe Johannes Nagel, meinen Mann und  Gründer der privaten Step Kids Kitas (Stepke) zu der schwierigen Situation befragt. Er erklärt das so:
Die Gründe für die fehlenden Kitaplätze sind die steigende Geburtenrate und der Mangel an Fachkräften. Außerdem bleiben auch Kitaträger von den steigenden Immobilienpreisen nicht verschont, denn wie viele andere stehen auch sie im Wettbewerb um den knappen Baugrund. 
Johannes erkennt den Beruf der Kinderbetreuer als sehr schön an, aber auch anstrengend, denn die tägliche Leistung ist extrem. Zudem wird der Zugang zu diesem Beruf durch die Akademisierung erschwert. Um als ausgebildeteR ErzieherIN arbeiten zu können, gibt es hohe Anforderungen. Weiter gibt es auch bei der Lohnvergabe Nachholbedarf, denn trotz einer Lohnsteigerung im öffentlichen Dienst, sind die Gehälter von Erziehern nach wie vor zu niedrig. 

Als Verbesserung schlägt Johannes die marktgerechte Bezahlung vor.

Zudem ist ein Bürokratieabbau nötig, denn momentan ist die länderübergreifende Arbeit von Erziehern verhindert.
Ein weiterer Punkt ist die Erleichterung zum Quereinstieg als Betreuer.

Doch was kann man als Eltern selber tun um der Situation entgegenzuwirken?

Man kann zum Beispiel Initiativ-Tagesstätten gründen, was sogar von der Politik unterstützt wird. Weiter hat jedes Kind das Recht auf einen Kitaplatz, das man mit Nachdruck einfordern kann.
Natürlich würde ich Lilly gerne zu den Stepke-Kitas bringen. Doch die nächste liegt am Mauerpark und das ist von Kreuzberg ca. 40 Minuten entfernt und Johannes Büro liegt schon wieder ganz woanders. Für uns tagtäglich und bald mit einem Neugeborenen Baby nicht machbar… 
Ich suche weiter nach einem Platz und versucht erstmal die Kosten für die Nanny beim Jugendamt einzufordern. Vielleicht werde ich es mit einer Klage versuchen. Doch hier sollte man im Hinterkopf behalten, dass der Rechtskläger eigentlich nicht die Eltern, sondern das Kind ist. Schließlich hat das Kind das Recht auf einen Kitaplatz.
Ich halte euch auf dem Laufenden!
Wir wünschen euch viel Erfolg bei der Suche nach einem Kitaplatz und hoffen, dass sich die schwierige Situation bald verbessert.
Eure Ralli
… mit Lilly und Murkelchen, das eigentlich jeden Moment das Licht der Welt erblicken kann…
… und Johannes, der übrigens Béa’s Mitgründer bei Phorms war und jetzt wieder mit ihr eine neue Bildungsidee ausheckt.
P.S. Zur Transparenz, wie immer: Diese Seite ist verlinkt zu zwei Unternehmen. ChorusArt ist die Filmproduktionsfirma von Ralli, an der Béa beteiligt ist. Und Stepke, die Kita-Kette, ist das Unternehmen, das Johannes aufgebaut hat. Béa war da sehr lange im Beirat und auch beteiligt. 
Rahel Juschka
About me

Mutter von zwei wundervollen Töchtern, Regisseurin und Unternehmerin mit einer besonderen Leidenschaft für Musik. Vor fünf Jahren gründete sie ChorusArt Productions GmbH, eine Videoproduktionsfirma in Kreuzberg. Seit 2018 nimmt sie regelmäßig Podcasts im Format "Ralilly und Tollabea - Bildung und Familie mit Spaß" auf.

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