Original Play – Warnung gegen einen Verein, der unter Missbrauchsverdacht steht – fragt in der Kita


Dies ist ein Anregung, ruhig und besonnen in der Kita eurer Kinder eine wichtige Frage zu stellen: Gibt es eine Kooperation mit Original Play? Die Wahrscheinlichkeit ist nicht groß, dass dies weit verbreitet ist – aber wir wollen euch warnen, ohne Panik zu machen.

Darum geht es: Vielleicht habt ihr bereits selbst davon gelesen, denn seit einigen Tagen kursiert es in allen möglichen Zeitungen: Die Rede ist von Original Play, einem Verein, dem aktuell von einigen betroffenen Familien Missbrauch vorgeworfen wird. Unser kleiner Familienblog will euch informieren und auch warnen!

Wir kannten das Konzept von Original Play vorher nicht. Wir wurden erst richtig darauf aufmerksam, als uns die Schlagzeilen im Fernsehen und Internet entgegen sprangen. Nachdem die Rede von Missbrauchsvorwürfen an Kindern war, war uns klar, dass wir uns unbedingt in dieses Thema einlesen und euch auch von unserer Seite informieren wollten.

Was ist Original Play?

Original Play ist ein gemeinnütziger Verein, der von dem US-Amerikaner Fred Donaldson gegründet wurde. Es hat seinen Sitz in Polen, ist jedoch weltweit verbreitet – unter anderem auch in Deutschland.

Ziel des Vereins ist angeblich, „Liebe zu geben.“

Im Klartext bedeutet dies, dass Kinder und Erwachsene miteinander spielen und Berührungen und körperliche Nähe zulassen.

„Dieses Spiel ist sogar ein Schlüssel, um sich wieder mit Kindern oder Erwachsenen zu verbinden die sich auffällig verhalten, Emotionale oder Soziale Schwierigkeiten haben und auch mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen.“

Auf der Seite steht zwar, dass der Verein gemeinnützig und nicht auf Gewinn ausgerichtet ist, aber scheinbar müssen die Kursteilnehmer Geld zahlen, um mitzumachen. Die Kosten pro Teilnehmer liegen bei 200-250 Euro. Dafür werden zweitägige Workshops angeboten – und der rbb hat im Selbsttest (Video, ca. Min 2) erfahren, dass niemand ein polizeiliches Führungszeugnis vorzeigen musste bevor er an die Kinder durfte.

„Bei „Original Play“ rangeln zumeist Erwachsene mit Kindern in engem Körperkontakt. Sie rollen sich auf Matten, liegen ineinander verdreht, nehmen sich fest in die Arme. Das Spiel soll laut des Vereins an das frühkindliche Rangeln und den Spieltrieb freilebender Tiere erinnern und Beziehungen ‚zwischen Individuen und Gruppen‘ verbessern.“

Wir wissen nicht, ob es euch so geht wie uns, aber schon diese Beschreibung klingt für uns total suspekt und beunruhigend.

Das ist unsere persönliche Meinung, wenn wir uns nur die Beschreibung des Konzeptes durchlesen. Kann es sein, dass es trotz dieses angeblich friedlichen Hintergrunds, Menschen geben könnte, die den Zugang zu den Kindern ausnutzen könnten?

Wir bringen doch unseren Kindern bei, keine Süßigkeiten von Fremden anzunehmen und nicht mit ihren mitzugehen!

Und nun?

<< Durch „Original Play“ werde im schlimmsten Fall „pädokriminellen“ Männern und Frauen der Zugang zu Kitas ermöglicht, sagte der Kinderpsychiater Karl-Heinz Brisch. Der Erfinder gebe an, dass mit der Methode aggressive Verhaltensstörungen von Kindern verbessert oder vorgebeugt würden. „Es gibt keine einzige seriöse Forschungsstudie, die diese Aussage unterstützen würde.“>> schreibt der Spiegel. 

Nun gibt es auch ernsthafte Missbrauchsvorwürfe!

Genauer gesagt gab es sie bereits, doch jene wurden damals nicht weiter verfolgt, weil die Eltern eines betroffenen Mädchens nicht wollten, dass das Kind vor dem Landeskriminalamt aussagte, um sie zu schützen. Nun werden die Ermittlungen wieder aufgerollt, weil es neue Vorwürfe gegen vier Männer gibt. Drei von ihnen hatten Workshops besucht, einer war Vereinsmitglied.

Auch die CDU fordert ganz aktuell das Verbot von Original Play. Die Fraktion lehnt dieses Konzept ebenfalls ab, da es zu möglichen Kindeswohlgefährdungen kommen kann. Und das sehen wir genauso.

Wir wollen euch vor Original Play warnen!

Unsere Meinung zu diesem Verein ist ganz eindeutig: Original Play kann gefährlich sein. Von allem, was wir darüber erfahren haben, wären wir als Eltern auf keinen Fall damit einverstanden sein, dass unsere Kinder mit den Kunden des Vereins in Kontakt kommen.

Wir raten euch also dazu, die KITA Leitung zu fragen, ob sie mit Original Play irgendeine Kooperation hat und falls ja, dann schleunigst einzuschreiten. Falls eure KITA den Verein unterstützt, redet mit euren Kindern, fragt sie nach möglichen Erfahrungen und warnt auch diese. 

Wir würden bei unseren Kindern dagegen vorgehen. 

Der Berliner Senat hat bereits den staatlich finanzierten KiTas die Kooperation mit Original Play verboten.  

Liebe Grüße,

Yvonne, Mounia, Béa

P.S. Unser Titelfoto ist kein Originalbild des Vereins, sondern von Yvonne mit ihren Kindern nachgestellt. 

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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2 Kommentare

Wünnenberg Andreas
Antworten 1. November 2019

Egal, welche Absichten pädagogischer oder sonstiger Art dahinterstecken – Original Play ist ein pädagogisch legitimierter Unfug - es wird ein „Konzept“ aus einer Sache gemacht , die in Wirklichkeit im Alltäglichen abläuft, bzw. ablaufen sollte und schlicht kein Konzept braucht. Ein Kind mal in den Arm nehmen, mit einem Kind mal kuscheln – das ist ohne Zweifel enorm wichtig – aber es ist in erster Linie Sache der Eltern, in zweiter Linie der Kita ErzieherInnen. Und es geschieht immer spontan, aus der Situation heraus. Kämpfen, raufen, toben, ringen – das ist in erster Linie Sache der Kinder selbst untereinander. Außer sie wollen von sich aus mit Älteren oder Erwachsenen ihre Kräfte spielerisch messen. Keinesfalls sind Aktionen mit Körperkontakt die Sache wildfremder Leute, die dazu extra in die Kita kommen! Und kuscheln, kämpfen, Spaß haben ist auch nicht in irgend einen Stunden- oder Tagesplan einzubinden als gezieltes Programm, wie etwa Fußball, Yoga oder Spielenachmittag. „Original Play“ ist nicht nur fragwürdig, es ist schlicht überflüssig. Wo die sozialen Kontakte stimmen, braucht es kein „Original Play“. Wo sie nicht stimmen, nützt auch „Original Play“ nichts.

antje
Antworten 5. November 2019

Als Ergotherapeutin habe ich schon oft darüber gedacht "Original Play" zu erlernen und anzubieten, weil ich sehr viel Gutes darüber gehört und gelesen habe.

Im Spiel Liebe geben bedeutet nicht Sex geben, sondern Berührung, Wertschätzung, Spaß, Inspiration und das alles bei völliger Freiwilligkeit und vor allem unter Berücksichtigung persönlicher Genzen.

Im Idealfall geschieht dies innerhalb des familiären oder persönlichen Umfeldes. Oft kommt es aber zu kurz und das kann negative Auswirkungen haben z.B. in Schulklassen.

Deswegen finde ich das Angebot von "Original Play" sehr sinnvoll.

Es ist schlimm, dass erwachsene Menschen "Original Play" ausgenutzt und sich gegenüber jungen Menschen übergriffig und kriminell verhalten haben. Das muss auf jeden Fall verhindert werden. Da immer alle Menschen eingeladen sind entweder zuzuschauen oder mitzumache, wäre es gut und sinnvoll, dass z.B. Eltern, Erzieher oder Lehrer anwesend sind und wenn sie es möchten, auch teilnehmen.

Die Fortbildungskosten des Vereins erscheinen mir nicht sehr hoch, auch ein gemeinnütziger Verein hat Kosten und muss diese abdecken.

Hier noch der link zu einem Artikel, der das Thema meiner Meinung nach gut bekeuchtet:

www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/original-play-an-kitas-verbieten-falscher-weg-ein-kommentar-a-1294493.html

Grüße voller Liebe
Antje

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