„Raus aus der Kita! Dein Kind ist anders“ – Gastbeitrag einer Mutter über den Rauswurf aus der Kita


Wenn man aus der Kita rausgeworfen wird, sprechen Eltern meist aus Demütigung nicht darüber. Eine Leserin ist mit ihrem Kind allerdings durch die regelrechte „Kita-Hölle“ gegangen, will dieses Tabu Thema endlich ansprechen und erzählt euch hier über den doppelten Rauswurf aus der Kita ihres Sohnes – und das bloß, weil er anders war…

Eigentlich sollte der Kindergarten ein Ort sein, in dem man sein Kind voller Vertrauen abgeben kann und sich Gewiss ist, es in guten Händen zu wissen. Und dennoch gibt es Bereiche, über die geschwiegen wird, weil sie als Tabu Thema gelten. Ob es aus eigener Scham ist oder einem so eingetrichtert wird, habe ich selbst noch nicht kapiert.


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Unsere Geschichte beginnt in einem Integrativen Kindergarten.

12 Kinder mit 3 Pädagogen. Mein Sohn kam 2015 in den Kindergarten, den seine 1 Jahr ältere Schwester schon besuchte. Da es eine Elterninitiative war, kannte man meinen Sohn zuvor schon relativ gut, da er beim Bringen und Abholen seiner Schwester, sowie bei jedem Fest und Arbeitsaufgabe dabei war.

Das Vertrauensverhältnis zu den Erziehern war gut und sehr eng.

Daher wurde über das ein oder andere Problem auch ein offenes Gespräch geführt. Die ersten 2 Wochen liefen ganz ok, doch dann kam das erste Gespräch. Mein Sohn sei sehr aufgeweckt und bringe Unruhe in die Gruppe. Es stimmt schon. Er ist sehr aufgeweckt und braucht seine Bewegung, ebenso ist er an allem interessiert. Ein paar Probleme hat er jedoch wirklich.

Er ist sprachverzögert und kann sich nur schwer verständigen.

Er kann auch kein Spiel zu Ende spielen. Er bleibt im Garten nicht nur an einem Platz, sondern wechselt sehr häufig seinen Spielort. Er bringt starke Unruhe in die Gruppe. Er wirft mit Gegenständen. Er tut sich gelegentlich weh, weil er so aktiv ist. Er redet zu viel und zu laut,…

Andererseits hat er Talent, Sachen zu sehen und zu hören (Kleinigkeiten welche sonst keiner wahrnimmt). Er ist außerdem sehr hilfsbereit und hat eine schnelle Auffassungsgabe. Auch zeigt er sehr viel Interesse und ist kreativ. Es gab auch eine Erzieherin, die begeistert von meinem Sohn war und sich sehr für ihn und sein Wohl einsetzte.

Aber insgesamt ging alles leider soweit, dass die Sozialpädagogin, die für die Integrativkinder zuständig war, sich meinem Sohn annahm. Da sie noch nach „alter Schiene“ arbeitete und fest eingefahren war, gab es für sie feste Richtlinien, wie ein Kind zu sein habe. Und das war mein Sohn nicht. Ich hatte übrigens die Sozialpädagogin mehrmals beobachtet, wie sie ein Kind welches nicht sofort hörte, grob am Arm nahm und ihn auf einen Stuhl setzte. Da musste er verharren, ohne Gespräch ohne Antwort und Erklärung, warum.

Letztendlich kam es in einem Gespräch zur fast Eskalation:

„Ihr Sohn ist nur so gestört, weil sie ihn zu Hause misshandeln!“

Das war die wörtliche Aussage der Pädagogin, obwohl sie keine Beweise für diese starke Unterstellung hatte.
Ich sagte ihr daraufhin, das ihre Beurteilung für mich einfach nur inkompetent war.

Zwei Tage später bekam ich zum Ende der Woche die Kündigung des KiTa Platzes.

Die Begründung lautete: „Zu aktiv und für die Gruppe nicht tragbar.“ Und das nach bloß zwei Monaten in der Kita. Ich ging zur Leitung, um zu fragen, ob das ein Scherz war. Ihre Antwort darauf war, dass wenn die Sozialpädagogin gehen würde, sie gleich die (Integrative!!!) Einrichtung schließen könnten! Die 3 Jahre zuvor war ich im Elternbeirat und Arbeitsdienst auch mit Zusatzausgaben immer sehr stark eingebunden gewesen und nun das? Obwohl die Leitung wusste, dass ich Vollzeit berufstätig war.


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Ich ging erneut zu den Anlaufstellen und ließ mir vom Jugendamt Familienhilfe geben, sodass mein Sohn zumindest noch bis zu den Weihnachtsferien in die Kita gehen konnte. Die Familienhelferin und ich suchten alternativ nach einem Platz in einer HPT-Einrichtung. Glücklicherweise wurde nach den Osterferien ein Platz frei und mein Kleiner durfte rein.

Das Ganze ging über 1 Jahr gut. Dann wechselte die Erzieherin. Und es ging wieder von vorn los…

Mein Sohn renne im Hof weg wenn man ihn ruft. Mein Sohn werfe mit Bausteinen. Mein Sohn könne sich nicht konzentrieren, er könne dies und das in seinem Alter noch nicht. Er sehe zu viel fern und habe zu Hause bei uns keine Routine.Es waren auch absurde Aussagen dabei, wie dass ich zu viel in der Natur mit ihm unterwegs sei..?!

Das Schlimmste jedoch war, dass die Einrichtung trotz der Bestätigung der Familienhilfe mir nicht glaubte, dass das Miteinander zu Hause funktionierte!

Ich rief am selben Tag noch meine Jugendamtberaterin an und machte einen Termin für den nächsten Tag aus. Ich brachte meinen Sohn in die Kita und fuhr los. 10 Minuten später erhielt ich einen Anruf, warum mein Sohn in der Kita war, da er nie mehr wieder kommen durfte. Ich verstand die Welt nicht mehr, holte ihn ab, fuhr mit ihm zum Amt und da wurde uns gesagt, dass der Platz fristlos gekündigt wurde. Die Begründung lautete: „Selbst- und Fremdgefährdung“! Das allerdings bekamen weder das Amt noch ich jemals schriftlich!

Für mich brach eine Welt zusammen. Nicht weil ich meine Arbeit verlor, sondern es irgendwie meinem Sohn erklären musste.

Doch als ich neulich mit einer Sachbearbeiterin der Caritas darüber sprach, lächelte sie nur und sagte, dass sie das gleiche auch mit ihrem Sohn durchgemacht hatte und viele ähnliche Situationen gäbe, die sie betreut hatte.

Dies war, der Moment in dem mir klar wurde, dass ich nicht allein damit war.

Ob mir eine Last oder lediglich die Anspannung von mir abgefallen war, kann ich nicht genau sagen. Was ich aber sagen kann ist, dass ich fast soweit war, eine bestimmte Art von Hass auf mich und mein Kind zu empfinden, da ich es nicht in den Griff bekam, es so hinzubekommen, wie es sein sollte und er einfach nicht mitspielte. Ich hatte mich über ein Jahr für meine Gedanken geschämt und nicht wirklich getraut darüber zu sprechen. Ich hatte Angst. Angst davor, was andere von mir und meinem Kind denken und was passieren würde, wenn es raus käme.

Nun geht mein Kind in eine schulvorbereitende Einrichtung.

Die Logopädie wurde inzwischen eingestellt, da er einen sehr guten Wortschatz hat. Er hat Freunde gefunden und seine Lehrerin kommt gut mit ihm zurecht. Er ist zwar immer noch sehr aufgeweckt, aber da auf ihn eingegangen und er wahrgenommen wird, funktioniert es. Für mich ist es, nach allem, was war, ein kleiner Lichtblick.

Ich weiß nun, dass es für eine Einrichtung mit ausreichenden Betreuungspersonen nicht möglich ist, sich um ein Kind zu kümmern, wenn sie nicht wollen.

Ich hoffe, dass ich andere Menschen damit erreiche und sie wissen, dass sie mit diesem Problem nicht allein sind. Es ist lediglich ein Thema, das totgeschwiegen wird: Rauswurf aus der Kita.

Eine Mutter wie jede andere,
die ihr Kind liebt und in den richtigen Händen gern weiß

Wir danken ihr für ihre Offenheit und hoffen, dass sie anderen Eltern etwas Scham genommen und Zuversicht gegeben hat.

Hattet ihr ähnliche Probleme mit der Kita? Auch auch jemand anderes ein Rauswurf aus der Kita erlebt?

Liebe Grüße

von Mounia und Béa

 

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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13 Kommentare

V
Antworten 10. Juli 2019

Hallo,
Ich finde es sehr schwierig, so eine Geschichte mit nur einer Seite zu erzählen. Ich selbst bin Pädagogin und wir haben auch schon mal einen Platz gekündigt. Da das Kind nicht tragbar und schwer Auffällig war und somit für uns in der Einrichtung nicht händelbar war, das Kind zu betreuen bzw. die anderen Kind von dem betroffenen Kind zu beschützen. Wir als 15- Köpfiges Team haben nach einer Lösung gesucht, ohne Ausschluss, ja wir haben Fachdienste mit in Anspruch genommen um einen guten Weg zu finden, gemeinsam mit der Mutter, die leider überhaupt kein Einsehen hatte, dass es für die Gruppe und Pädagogen eine nicht zu lösende Problematik gab.
Auch diese Mama hätte ihre Geschichte auf einer Seite veröffentlichen können und Pädagogen an den Pranger stellen können. Genauso könnte ich, als betroffene Pädagogin diese Geschichte breittreten, veröffentlichen und mich weniger wertschätzend über die Familie und das Kind äußern.

Die Frage ist nur, ob man so in weiten des WWW tatsächlich umgehen möchte und ich möchte persönlich so keinen Umgang.

    Béa Beste
    Antworten 10. Juli 2019

    Vielen Dank für diese Sichtweise.... Eigentlich mir als Blogbetreiberin geht nicht darum, jemanden an den Pranger zu stellen - sondern eher Verständnis für diese Sichtweisen zu schaffen! Hast du vielleicht einen Ansatz, was zu tun ist, wenn Eltern sich überhaupt nicht einsichtig zeigen? Gibt es da eine Lösung? Liebe Grüße und Danke für dein Kommentar, Béa

Sonja
Antworten 10. Juli 2019

Hmmm ich bleibe etwas ratlos nach Lesen des Artikels zurück. Einerseits sollte es einen besseren Umgang miteinander geben, mit Sicherheit. Inklusion ist ja eigentlich der Schwerpunkt derheutigen Pädagogik. Andererseits wurde von vielen Seiten vermittelt, dass das Kind Schwierigkeiten hat, nicht altersgereht entwickelt ist. Mir fehlt daher der Ansatz der Mutter diesen Hinweisen nachzugehen... Untersuchungen, Beratungen, Therapien, ha ter einen Förderschwerpunkt? usw. Hier nur allein die Schuld einer Seite zuzuschieben, erscheint mir fraglich. Wurden wirklich keine anderen Wege empfohlen? Wurde alles erzählt?

    Alex
    Antworten 27. Oktober 2019

    Aber sie hat doch eine Logopädin und eine Familienhilfe erwähnt, steht mit dem Jugendamt in Verbindung und hat's als erstes mit einer integrativen Einrichtung versucht.
    Dazu beschreibt sie auch sehr lange Phasen in denen es keine Probleme in der Kita gegeben hat.

Sabrina Barbara
Antworten 10. Juli 2019

Ohja, ich kenne das Thema, wir wurden zwar nicht rausgeworfen, aber sowas steht ja immer im Raum, wenn man nicht tut, was die Einrichtung will. Ich finde es sehr schwierig, wenn ich sehe, wie sehr sich Kindergärtner/innen bemühen die viel zu großen Gruppen zu bändigen. Was aber einfach gar nicht geht und was viel zu oft vorkommt, ist die Schuld den Kindern und der Familie vorzuschieben. Sicher gibt es schwierige Familien und auch Kinder, diese brauchen dann aber Hilfe. Denn oft haben Kindergärtner/innen wirklich keinen Bock (mehr) für wenig Geld zu viele Kinder zu betreuen und vor allem sind leider auch die Ansichten teils noch seehehr veraltet. Ich kann nur empfehlen, wer das Gefühl hat, der Kindergarten tut seinem Kind nicht gut, der sollte eine geeignete Alternative suchen, wo die Kinder so angenommen und betreut werden, wie sie es brauchen .

Chris
Antworten 18. Juni 2020

Liebe Bea,

ich weiß, es ist ein schwacher Trost, aber es kann auch einem pflegeleichten „Bilderbuchkind“ ohne Angaben von Gründen für das letzte Kindergartenjahr gekündigt werden, wenn der Kindergarten dem Korridorkind den Betreuungsplatz schlicht verpennt hat zu reservieren. Die Lage, in die man kommt, ist aber ähnlich doof und ich hoffe, du konntest sie gut lösen. Wir stehen da noch am Anfang.

Evilina
Antworten 2. Juli 2020

Liebe Bea,

Die Plätze meine beider Töchter wurden gekündigt. Der Rauswurf kam vom Pfarrer einer evangelischen Kita. Die ältere Tochter war auch sehr aktiv und das Baby hat plötzlich Epilepsie bekommen und ich bin mit ihr 4 Monate lang in einer Klinik geblieben. Die Kita hat in dieser für uns "tollen" Zeit meine beiden Töchter gekündigt. Zu hohes Risiko. Die wollten nicht mal warten, dass ich als Mutter mit einem sehr sehr kranken Kind von der Klinik entlassen werde. Das Baby war mit mir auch noch im Isoraum unter Cortisontherapie. Also heute geht es uns gut. Die Kinder sind munter und gesund. Aber diese Zeit war keine Schöne. Nicht mal der Neurologe konnte den Pfarrer überreden etwas abzuwarten, weil wir grad durch Hölle gingen. Falls das jemand liest, der Pfarrer heißt Herrmann, die Kita ist in Saarbrücken Bischmisheim. Sowas muss man einfach laut und mit Namen sagen. Liebe Grüße, Familie Lauter

NiniDe
Antworten 7. Oktober 2020

Hallo! Der Beitrag ist zwar schon eine Weil her, für mich jedoch sehr aktuell. Mein Sohn besucht nun schon die dritte Kita aufgrund ständiger Probleme und nicht bereiter Erzieher sich auf Problemlösungen einzulassen. Ich habe mittlerweile fast alles mit ihm durch. Familienhilfe, Therapie, Psychologin, Spz, Spieltherapie, ständig neue Untersuchungen, Gespräche mit und ohne Jugendamt, usw... Er wird integrativ betreut und hat vor kurzem die Diagnose ADHS bekommen. Und trotzdem wird weiterhin die Schuld bei meinem Sohn gesucht. Ich finde es sehr traurig und belastend, da auch mein Sohn deutlich zu spüren kriegt, dass er eigentlich unerwünscht ist. Gespräche drehen sich immer wieder um das Gleiche. Er ist das böse Kind, das mutwillig andere Kinder ärgert, haut und Dinge zerstört. Ich fühle mich von sämtlichen Behörden allein gelassen, Hilfestellung gibt’s leider keine. Obwohl ich alles, was bisher gelaufen ist, eigenständig in die Hand genommen habe, ist es dennoch nicht genug. Mir tut es in erster Linie Leid für meinen Kleinen. Er ist ein so wunderbarer Junge, der seine Gefühle nicht unter Kontrolle hat. Dafür hat er so viele andere tolle Seiten an sich, die nicht gesehen werden und das tut mir im Herzen weh! Ich lasse mich jedoch nicht unterkriegen und kämpfe weiter für meinen Sohn. Jeder hat das Recht auf Bildung und Betreuung. Und vor allem auf Akzeptanz und freie Entwicklung! Die heutige Gesellschaft macht es sich viel zu leicht. Wenn jemand nicht so ist wie sie es gern hätte, dann wird er ausgegrenzt.

Alex
Antworten 7. Oktober 2020

Hallo
Bei meinem Sohn war es so ähnlich. Es ging schon damit los das ihn der Kiga erst nicht nehmen wollte . Das Jugendamt dann aber durchgesetzt hat das ich einen Platz bekomme er war damals 4 Jahre alt und ich war schwanger. Nach ca 6 Monaten hieß es er sei zurückgeblieben und sozial auffällig . Er kam dann in die Frühförderung die auch meinte er sei zurückgeblieben und müsste in das HPZ. Also kam er ins HPZ nach ca 3 Monaten wurde ich zum Gespräch gebeten da hieß es dann auf ein mal er sei sehr weit entwickelt für sein Alter und wer bitte auf die Idee gekommen sei er solle ins HPZ gehen ? Sie meinten auch sozial läuft es noch nicht ganz rund aber auf keinen Fall ist er so auffällig das das HPZ notwendig wäre. Er könne bis zum Schuljahres Ende bleiben dann müsse er wechseln. Er kam dann in einen anderen Kita dort gab es 0 Probleme. Bis zur Einschulung die Schule meinte überspitzt vormuliert Er sei doof und müsse auf die Förderschule. Nach Rücksprache mit den Erziehern im kiga ( die das übrigens für völligen Schwachsinn hielten)hab ich ihn zurückstellen lassen und dann ganz normal in die Grundschule geschickt. Er war kein toller Schüler in der Grundschule weil die Lehrer ihm immer wieder Knüppel zwischen die Füße geworfen haben aber er hat es auf die Realschule geschafft. In der Zwischenzeit hat er Abi gemacht und studiert gerade schreibt er seinen Master in medizinischer Physik und überlegt ob er promovieren soll. Die Probleme meines Sohnes haben schlagartig aufgehört als er nicht mehr im Dorf zur Schule ging sondern weiter weg wo ihn keiner kannte niemand wusste das ich alleinerziehend bin usw. Im Endeffekt hatten fast alle Vorurteile und haben sich selbst kein Bild gemacht. Ach ja sowohl auf der Realschule als auch auf der FOS bekam er mehrmals auszeichnungen wegen seines sozialverhaltens und seiner hilfsbereitschaft

Atiti
Antworten 8. Oktober 2020

Dieser Beitrag spricht mir aus der Seele. Wie gehen mit unserem Sohn gerade einen ähnlichen Leidensweg. Glücklicher Weise ist unsere neue Kita großartig und setzt sich mit allem was geht für unseren Sohn ein. Die alte Kita war eine Katastrophe, obwohl wie dort nur unserem ersten Sohn sehr zufrieden waren. Der war allerdings ein braves Normkind. In der neuen Kita läuft jetzt die Beantragung des I Status und man hat auf Hochdruck eine Kitabegleitung für ihn gefunden, die sich erstmal nur um ihn kümmern soll. Aber ich kann das Gefühl von Scham und Demütigung so gut nachvollziehen. So fühlt sich für mich gerade jeder Tag an. Immer unter Spannung und zwischen Hoffen und Bangen, was heute wieder passiert. Und die Angst vor der Einschulung nächstes Jahr. Aber ich erlebe zumindest den Lichtblick, dass es auch Leute gibt, die bereit sind, einem zu helfen. Die meiste Zeit ist man schon sehe alleine. Reden hilft, ist aber nicht einfach.

Jennifer
Antworten 10. November 2020

Leider stehe ich aktuell vor einem ähnlichen Problem.
Meine Tochter (fast 3) ist ein kleiner wildfang, hört öfters nicht, rennt gerne mal weg usw .Seit August geht sie hier im Dorf in die Kita. Leider sind die ziemlich überfordert und drohen uns quasi mit dem Rauswurf wenn wir das nicht in den Griff bekommen. Unsere Tochter scheint deren Meinung nach nicht Gruppenfähig zu sein und andere Kinder mit ihrem verhalten zu motivieren ebenfalls nicht zu gehorchen. Wir sind zuhause streng aber liebevoll und Leider wird es nicht besser. Sie hat auch so viele gute Seiten aber die stechen im Kindergarten anscheinend nicht hervor.

Herbert
Antworten 2. Februar 2021

Hy ich wusste gleich nach der Geburt das mein Mädchen wach unruhig schlaflos ist. Mit 2 Jahren ist die in die Krippe gegangen bis sie fast 4 war. Es gab täglich Ansprachen auf ihr Verhalten kratzen, beissen, nicht hören, weg laufen, nicht essen, nicht schlafen....2 Erzieher sagten sie wäre psychisch krank und ich soll mal zum Psychologen. Wir standen mehrmals kurz vor der Kündigung. Zum Glück waren es junge Erzieherinen und eine sehr alte strenge Chefin die ihren Mitarbeitern gesagt hat das es auch anstrengende Kinder gibt und es im Krippenberreich eh keinen integrativen Platz gibt wohin wir wechseln könnten. Zum Glück ist meine Tochter ansonsten niedlich, hilfsbereit und freundlich. Ich denke sonst wären wir längst rausgeflogen. Diagnose mit 3 Jahren 8 Monate schweres adhs. Kurz vor der Einschulung darf sie Medikamente nehmen falls wir Eltern es wollen.

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