Ich wollte nie die Zeit festhalten: Ich liebe es, wenn sich mein Kind entwickelt


Kennt ihr diese Momente, wenn ihr als Mütter staunt, welchen Entwicklungsschritt euer Kind mal wieder gemacht hat? Wenn ihr euch wundert, wie aus dem kleinen hilflosen Bündel plötzlich ein selbstbewusstes Kerlchen geworden ist? Werdet ihr ganz melancholisch dabei? 

Ich kenne viele, die hier das Seufzen anfangen, und sich danach sehnen, dass die Entwicklungen nicht so rasch stattfinden.
Ehrlich? Ich hatte das auch mal.
Einmal.
Das war, als ich zu Hause mit meinem klitzekleinen Säugling war, das alle zwei Stunden Hunger schrie, als würde es nie wieder ein Tropfen Milch auf Erden geben. Da hab ich mir meine Tochter echt in den Bauch zurück gewünscht, um schlafen zu können. Vor allem nachts.

Aber sonst war jeder Schritt nach vorn für mich ein schöner, guter Schritt!

Vor Stolz platzen konnte ich jedes Mal, wenn meine Tochter was konnte, was geworden ist, was erobert hat:

Das erste bewußte Lächeln und Lachen.

Die ersten Umdrehungen, das Kampfrobben inklusive Stöhnen, das schnelle Krabbelflitzen, die ersten Wackelschritte.

Das erste mal: „Alleine!“ – egal was… Flasche halten, Schuhe anziehen, mit der Schere hantieren. Den Backofen anmachen.

Der Moment, wo sie mich nach zwei Tagen KiTa-Eingewöhnung weg schickte, um mit den anderen zu essen.

Der Tag der Einschulung, als sie mit dicker Schultüte und Riesenranzen mit ihrer Klasse in die Schulräumlichkeiten abzog.

Der Tag, als sie auf ein hässliches Mietwagen herablassend schaute, das ich als Ersatzwagen von meinem Leasinganbieter gestellt bekommen hatte, und cool meinte: „Mama. Du brauchst mich nicht mehr zur Schule zu bringen. Ich nehm‘ den Bus.“

Mein erster Adventskalender von ihr. Meine ersten Weihnachtsgeschenke von ihr. Geheimnisvoll gebastelt und eingepackt.

Das erste Mal, als sie sich wünschte, in den Ferien ohne uns zu fahren.

Der Moment, wo sie sich mit mir auf Schulnoten-Wetten einließ, um zu beweisen, dass sie nicht zu doof, sondern nur meistens zu faul war.

Das Abiturzeugnis in ihren Händen mit einer gewonnen Wette (ja, da stand noch gerade eine 1 in der Hauptnote!)

Der Tag, als sie beschloss, dass sie lieber in eine Studenten-WG zieht.

Und so vieles mehr!

Ich mag es, wenn mein Kind nicht klein und hilflos ist, und auf mich angewiesen, sondern stark und lebensfähig, smart und patent. Als ich neulich in der Küche etwas montieren sollte und sie ganz selbstbewusst das Werkzeug nahm mit den Worten: „Ich kann das, ich studiere Architektur, und Architekten können alles!“

Da konnte ich wieder vor stolz platzen.

Wie sehr ich auch jeden Moment mit meinem Kind genossen habe – ich will die Zeit nicht zurück. Ich will nach vorn schauen und meine Tochter wachsen und sich entwickeln sehen. Nichts macht mir mehr Freude, als sie zu erleben, wie sie ihre eigenen Entscheidungen trifft. Und wenn sie mich dabei als Ratgeber, als „sounding board“ nutzt, fühle ich mich geehrt und glücklich.

Und ich hoffe, dass sie sich weit über mich hinaus entwickelt, oder ganz anders entwickelt und will nur eins: Dass sie glücklich und selbständig ist!

Versteht ist das? Oder ist es bei euch anders?

beabeste
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2 Kommentare

Anna
Antworten 25. Dezember 2016

Ich freue mich über jeden Fortschritt, den die Kinder machen, jedes Mal wenn sie ein bisschen selbstständiger werden. Ich will dass sie stark sind und nicht abhängig. Nicht von mir und nicht von anderen. Sie sollen auf ihre eigenen Fähigkeiten vertrauen. Das lernen sie indem ich sie probieren lasse. Sie können darauf vertrauen, dass ich für sie da bin wenns nicht klappt. Das nächste Mal klappt es besser. So werden sie Schritt für Schritt selbstständiger.

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