10 Tipps wie ich meine Kinder zum Lesen motiviere – Gastbeitrag von Kinderbuchautorin Cally Stronk


Lesen tut gut, Lesen macht Spaß, es inspiriert, öffnet Welten im Kopf … Doch was tun, wenn ich einen Lesemuffel zuhause habe? Die Kinderbuchautorin Cally Stronk (Leonie Looping, Giraffenaffen u.a.) hat für uns die 10 besten Tipps dazu zusammengetrommelt, wie man seine Kinder zum Lesen motivieren kann:

1. Je früher, desto besser

Schon kleine Babys können ein gutes Verhältnis zu Büchern aufbauen. Fühlbücher mit einfachen Bildern, Bücher, wo man etwas entdecken kann, Klappen öffnen kann und erste, einfache Geschichten kennenlernen kann, können auch schon die Kleinsten begeistern.

2. Das richtige Format

So wie es schon die richtigen Bücher für die Kleinsten gibt, hält der Buchhandel auch für ältere Lesemuffel guten Lesestoff bereit: wichtig für Kinder, die sich beim Lesenlernen noch schwertun, sind viele Bilder und eine große, aufgelockerte Schrift – Erstleser wie die Leseraben bieten verschiedenen Lesestufen von 1 für Anfänger, 2 für Fortgeschrittene und Stufe 3 für Leseprofis.

3. Vorlesen, vorlesen, vorlesen

Forscher um den New Yorker Wissenschaftler John Protzko haben bewiesen, dass regelmäßiges interaktives Vorlesen den IQ um mindestens 6% erhöht. Vorlesen kann ein wunderschönes Miteinander sein, ein Ritual, das die Bindung stärkt. Kinder, die ans Vorlesen gewöhnt sind, möchten irgendwann unabhängig lesen und nicht immer darauf warten, dass Mama oder Papa Zeit dafür haben. Gut ist es, ein festes Ritual in den Tagesablauf einzubetten, z.B. die Zubettgehgeschichte. Dann haben die Kinder etwas, worauf sie sich freuen können. Auch wenn sie irgendwann schon selbst lesen können, bleibt das Vorleseerlebnis etwas ganz besonderes.

4. Mitmachen lassen

„Umso früher das interaktive Lesen beginnt, desto größer der Effekt“, schreiben die Wissenschaftler. Interaktivität bedeutet, die Kinder an dem Leseprozess aktiv teilhaben zu lassen. Man kann gemeinsam Bilder in den Büchern anschauen, Verständnisfragen stellen, überlegen, wie es wohl weitergeht und wenn die Kinder soweit sind, auch mal abwechselnd lesen …

5. Cliffhanger nutzen

Wenn Ihr vorlest, schaut mal, was passiert, wenn Ihr an der spannendsten Stelle aufhört! Das nennt man Cliffhanger und wird oft am Ende von Fernsehserien verwendet, um die Zuschauer zu binden. Dieses Prinzip kann man auch bei Kindern anwenden. Wenn sie unbedingt wissen wollen wie die Geschichte weitergeht, nehmen sie vielleicht auch mal die Bücher in die Hand und schauen, ob sie es selbst herausfinden können …

6. Auf Bilder achten

Kinderbücher sind ja meistens illustriert. Gute Vorlesebücher bieten auch für die kleineren Geschwister viele Dinge, die sie in den Bildern entdecken können. Achtet bei den Illustrationen beispielsweise auf Qualität und witzige Details. Gute Illustrationen tragen ihren Teil zur ästhetischen Bildung bei, ganz unbewusst und spielerisch. Je älter und erfahrener die Kinder im Bilderlesen sind, umso abstrakter können die Bilder sein. Kinder lernen ja erst das Bilderlesen, dann die Buchstaben.

7. Die richtige Geschichte, die richtigen Themen

Es bietet sich natürlich an, kleinen Piratenfans Geschichten für Piraten und kleinen Elfenfans Geschichten für Elfen anzubieten. Leider unterscheidet sich hier die Qualität und das Thema reicht oft nicht. Gerade Buchhändler des kleinen, unabhängigen Buchhandels können hier wertvolle Tipps geben. Eine Vorauswahl bietet auch der Kinderliteraturführer KILIFÜ (www.kilifü.de). Solche Kataloge bieten Anregung und können auch mal aus dem gewohnten Themenfeld herausführen.

8. Nicht zwingen, sondern verführen

Lesen muss geübt werden, grade am Anfang. Wichtig ist auf jeden Fall: bloß nicht zwingen, sondern lieber verführen. Druck gibt es schon genug in der Schule.

9. Selber lesen – Vorbild sein

Kinder tun selten was man sagt, aber sie ahmen oft nach, was Mama und Papa tun. Auch beim Lesen gilt: je öfter Kinder euch mit einem Buch in der Hand sehen und eure Begeisterung für Geschichten erleben, umso mehr können sie selbst den Wert eines Buches wahrnehmen.

10. Kreativ sein rund ums Buch

Es gibt viele Möglichkeiten die Kinder über das Buch hinaus mit den Geschichten arbeiten zu lassen. Man kann passend dazu Bilder malen, Dinge basteln und Spiele entwickeln. Oder auch mal selber eine Geschichte schreiben und ein Büchlein basteln. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Viel Spaß beim Lesen und Vorlesen!

Eure Cally Stronk 

Und eine Ergänzug über Twitter:

Buchtipps – hier sind affiliate Links enthalten, also WERBUNG: 

Für Leseanfänger gibt es schon bald einen Leseraben (Stufe 1) von Cally Stronk:

Zum Lesenüben eignet sich prima die Serie Leonie Looping. Hier gibt es viele lustige Details in den Bildern und auch kleine Geschwister haben eine Menge zu entdecken:

Für schon etwas fortgeschrittenere Leser und zum Vorlesen bieten sich „Die Mafflies“ an, eine lustige Geschichte um eine Patchworkfamilie, die erst eine werden muss – mit vielen Streichen und Pannen:

Und hier sind die Tipps von Cally auch als Video!

Liebe Grüße,

Béa

Zur Transparenz, wie immer: Cally und ich haben entdeckt, dass wir zur gleichen Uni gegangen sind: UdK in Berlin, Studiengang Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation. Deswegen fließt unter uns beide kein Geld, nur gute Gedanken! Ihr Bücher finde ich klasse und lege sie euch ans Herz. Und wenn ihr über die Affiliate Links sie kauft, kommen immer einige Cent davon zu uns… 

 

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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