Alle Jahre wieder – Tipps für den Kauf von wirklich grünen und nachhaltigen Weihnachtsbäumen


Für diejenigen von euch, die trotz Weihnachtsstress auch beim Weihnachtsbaum auf die Nachhaltigkeit achten, hat sich unsere Gastautorin mindfulsun Gedanken gemacht:

Es ist mal wieder so weit: Zeit für den Kauf eines Weihnachtsbaums!

Ja, dies wird jetzt ein Artikel über die ökologisch – nachhaltigen Fakten zu diesem Thema. Nein, ich möchte natürlich niemandem den Weihnachtsbaum wegnehmen.

Bereits im letzten Jahr habe ich mich mit meinen Jungs entschieden, keinen Baum mehr vom nächstgelegenen Anbieter zu kaufen. Für wenige Tage den Baum im Haus haben und dann fliegt er raus, das wollten wir nicht mehr – der Umwelt zuliebe.

Wir haben uns gemeinsam für ein kleines Weihnachtsbäumchen im Topf entschieden. Gemeinsam mit meinen Kindern bin ich losgezogen, es wurde liebevoll ausgesucht und nach Hause getragen. Erst mal haben wir das Bäumchen auf den Balkon gestellt, dann in den Hausflur, dann in ein kühleres Zimmer und immer mal wieder ins Wohnzimmer. Damit sich das Bäumchen an die Temperaturen gewöhnen konnte. Für die Weihnachtstage mit minimal Schmuck wohnte es dann praktisch im Wohnzimmer. Nach Weihnachten das gleiche Prozedere umgekehrt und seitdem lebt das Bäumchen auf dem Balkon, wächst und gedeiht, gepflegt von den Kindern und mir. Auch in diesem Jahr wird es wieder während der Weihnachtstage geschmückt ins Wohnzimmer ziehen.

Bereits im letzten Jahr habe ich mich zu Alternativen zum klassischen Weihnachtsbaum belesen, den man an jeder Ecke, im Baumarkt, beim Discounter etc. erwerben kann. Wir haben uns für die Variante im Topf entschieden. Welche Möglichkeiten es noch gibt, darüber werde ich hier schreiben.

Erst mal allerdings: Was hat das Thema Weihnachtsbaum denn mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu tun?

Ungefähr 25 Millionen Weihnachtsbäume werden jährlich in den deutschen Wohnzimmern aufgestellt und geschmückt. Ca. 90 % dieser Bäume stammt aus Intensivplantagen. Auf diesen Plantagen wird gespritzt und gedüngt, irgendwie sollen ja die Massen an Bäumen schnell hochgezüchtet werden für die heimischen Wohnzimmer. Natürlich ist dieser Einsatz von Pestiziden und Insektiziden schädlich für die Umwelt, nicht zu vergessen Herbizide – schließlich sollen auf den Plantagen nur die Bäume wachsen und gefälligst nichts anderes!

All dies verursacht Schäden für Böden, Gewässer und die Tiere. Infolge der riesigen Monokulturen verlieren viele Tiere und Pflanzen an Lebensraum und die Bodenqualität wird durch den massiven Einsatz von Dünger immer schlechter. Aber besonders grün sollen die Nadeln gefälligst sein und gerade soll der Baum wachsen!

Wusstet ihr, dass Nordmanntannen eigentlich mehrere hundert Jahre alt werden können?

Viele Bäume werden auch importiert und haben lange Transportwege hinter sich. Was das für die Ökobilanz bedeutet, brauche ich hier nicht weiter ausführen.

Kommen wir zu den Alternativen für Weihnachtsbäume, die gibt es!

Wie bereits am Anfang des Artikels beschrieben – Bäume im Topf, die man den Rest des Jahres auf dem Balkon oder im Garten gedeihen lassen kann.

Kleiner Hinweis zu Bäumen im Topf: Viele dieser Bäume stammen vielleicht auch von Plantagen. Beschädigungen an den Wurzeln passieren manchmal beim Verpflanzen in den Topf, dies erschwert natürlich ein Wachstum der Bäume, wenn sie nach Weihnachten umgepflanzt werden. Und diese Bäume brauchen womöglich eine lange Zeit, um sich zu erholen.

Etwas sicherer ist die Variante einen kleineren Baum im Topf zu erwerben, der auch in diesem angepflanzt wurde und gewachsen ist.
Temperaturunterschiede bedeuten Stress für die Bäume, bitte also langsam an die Wohnzimmertemperaturen gewöhnen und nicht zu lange in der Wärme stehen lassen! Auch regelmäßiges Gießen und Besprühen sind für die Bäume im Topf sehr wichtig. Weitere Pflegehinweise gibt es im Internet und auch die Verkäufer können hier viele wichtige Fragen beantworten.

Bäume im Topf gibt es auch zur Miete und hier der nächste Tipp: Baum mieten! Diese Bäume werden teilweise geliefert und wieder abgeholt und eingepflanzt.

Anbieter finden sich im Internet, leider noch nicht so verbreitet. Allerdings lohnt sich hier auch die Nachfrage in den örtlichen Gärtnereien.
Hier mal einige Mietstationen:

Paderbäumchen

Weihnachtsbaum-im-topf-mieten.de

Ja, es gibt Fair Trees! Das hat mich wirklich überrascht:

WO BEKOMME ICH FAIR TREES?

Und hier für die Berliner und auch Freunde der unvollkommenen und krummen Bäumchen, die sonst sofort im Ofen oder im Shredder landen würden. Mein absoluter Favorit – Tannenbäume zur Miete, ein winterliches Urban Gardening Projekt:

http://www.weihnachtsbaum-mitte.de/

Eine weitere Alternative – Bäume aus ökologischer Waldwirtschaft:

Beim Kauf des Weihnachtsbaumes auf Siegel der anerkannt ökologisch wirtschaftenden Landwirtschaftsbetriebe achten: Naturland, Bioland, Demeter, Biokreis oder Bäume mit dem FCS Siegel. (FSC: Forrest Stewardship Council). Diese Bäume sind ohne den Einsatz von Pestiziden aufgewachsen.

Alternativ dazu könnt das örtliche Forstamt anrufen und nachfragen, ob es die Möglichkeit gibt den eigenen Weihnachtsbaum zu fällen.
Öko-Weihnachtsbäume sind oftmals etwas teurer, dafür mit gutem Gewissen gekauft, ohne Giftstoffe im Wohnzimmer und die Umwelt wird geschont! Gerade zu Weihnachten hier also nach dem Motto: Ich gönne mir etwas, wenn es niemandem schadet!

Hier ein Anbieter für Bio-Weihnachtsbäume, die nach Hause geliefert werden (Nicht so meins wegen dem Transportweg / Klimabilanz. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.):

Bio Weihnachtsbaum-Versand

ROBIN WOOD ist eine gute Quelle für nach Bundesländern sortierte Verkaufsstellen von zertifizierten und regionalen Öko-Weihnachtsbäumen.

Übrigens – laut ROBIN WOOD (bundesweite Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt) – hat in den vergangenen Jahren das Interesse und Angebot an ökologisch zertifizierten Bäumen zugenommen. Leider ist der Marktanteil dennoch bei nur 0,37 Prozent. Da geht noch was!

Baum aus Plastik, eine Alternative?

Im Durchschnitt trennen sich die Menschen nach 5 bis 6 Jahren von ihrem Plastikbaum und dann landet er im Müll, nicht biologisch abbaubar. Also: Keine nachhaltige und ökologisch wertvolle Alternative!

Was gibt es noch?

Es soll ja Menschen geben, die sehr kreativ und handwerklich begabt sind. Hut ab! Leider gehöre ich auf keinen Fall zu dieser Gruppe.
Wie wäre es denn mit Weihnachtsbaum selbst basteln – zum Beispiel aus Holz und anderen Naturmaterialien?
Anmerkung Béa: Wenn ihr sowas habt, schickt ihr uns Bilder? Wir würden sie unglaublich gern hier zeigen!
Und wenn meine Familie das zulässt, versuche ich das auch mal. 

Eine andere Möglichkeit sind immer noch Tannenzweige in der Vase oder nach alter Tradition Immergrünes wie Wacholder oder Mistelzweige als Weihnachtsschmuck nutzen.

An dieser Stelle auch noch eine Anmerkung zu Ökostrom und Energiesparlampen:

Ja, Weihnachtsbeleuchtung sieht sicher toll aus. Wer darauf nicht verzichten möchte: Bitte mit Ökostrom und Energiesparlampen arbeiten – der Umwelt zuliebe! Und zum Thema Baumschmuck: Wer gerne öfter was Neues am Baum hat, bitte auch hier auf umweltverträgliche Materialien achten. Wir verwenden unseren Baumschmuck wieder und es landet nichts im Müll.

Es geht nicht um Verzicht – die Weihnachtszeit ist ja auch die Zeit der Nächstenliebe. Das gilt auch für die Umwelt und nicht nur unsere Familien und Freunde.

Vielleicht ist ja für den einen oder anderen bei den Anregungen etwas dabei. Berichtet doch mal, wo ihr eure ökologischen Weihnachtsbäume kauft und welche Alternativen ihr noch kennt!

Eine besinnliche und nachhaltige Adventszeit,
Eure mindfulsun

P.S. Merkt euch das auch bei Pinterest:

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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