Ein Haustier bedeutet Verantwortung – auch für Kinder


Jedes Kind wünscht sich eins – einen süßen Hund, eine schnurrende Katze oder ein hoppelndes Kaninchen. Aber ein Haustier bedeutet auch Verantwortung. Sind dem Kinder gewachsen?

Haustiere sind was Tolles. Sie erfüllen die Wohnung mit viel Freude, Kuscheleinheiten und einem Haufen Haaren. Ich kenne kaum jemanden, der sich als Kind nicht ein süßes, pelziges Tierchen gewünscht hat. Meine Schwester und ich haben uns schon immer eins gewünscht, aber nie bekommen. Es sei viel Pflege, sagte meine Mutter immer, und damit war das Thema durch. Wir hatten unseren Traum schon fast aufgegeben, als wir ganz unerwartet doch welche bekamen – zwei Kaninchen. Ich war schon vierzehn, meine Schwester zwölf. Bei uns zogen zwei kleine Kaninchen ein, Johnny und Lucky.

Tiere brauchen Pflege.

Da meine Eltern uns unsere Kaninchen nur unter der Bedingung, dass wir Kinder uns ganz allein um sie kümmern würden und alt genug wären, schenkten, standen wir mit der Arbeit allein. Unsere Aufgabe war es demnach, sie zu füttern, ihren Käfig zu putzten und darauf zu achten, dass es ihnen gut ging.

Am Anfang waren wir Feuer und Flamme. Voller Begeisterung schauten wir dabei zu, wie sie fraßen, und machten mit Vergnügen den Käfig sauber. Doch irgendwann begann das Drama. Wer hatte zuletzt den Käfig geputzt? War meine Schwester dran oder ich? Und hatte meine Schwester ihnen morgens was zu Fressen gegeben? Nicht, dass sie sonst gar nichts bekämen! Mit der Zeit wurde die Arbeit mit den Kaninchen lästig. Obwohl das Füttern und Putzen nicht lange dauerte, stritten wir uns um den Haushalt. Niemand hatte mehr „Bock“ auf das ganze Drumherum.

Cristina Schalk hatte mit ihren Kids eine ähnliche Erfahrung:

„Mama, du musst dich um nichts kümmern“ – hat genau zwei Wochen gehalten. Den Kaninchenstall auszumisten ist ekelig, und zum Füttern sind sie meist zu müde. Aber hey, mir war das vorher klar und ich wollte das Kaninchen trotzdem. Also alles gut.

Tiere brauchen Aufmerksamkeit.

Bei neuem Spielzeug ist es oft so, dass es zu Beginn besonders cool ist, aber der Zauber mit der Zeit nachlässt. Ein Tier kann man leider nicht so einfach weglegen. Es ist ein Lebewesen und benötigt Aufmerksamkeit.

Bei unseren Kaninchen war es so ähnlich. In den ersten Jahren waren unsere Kaninchen „alles“ für uns. Wir spielten jeden Tag mit ihnen und ließen sie in unseren Zimmer hoppeln. Manchmal schaute ich sogar fern mit meinem Kaninchen. Er in meinem Arm blieb immer ganz ruhig und döste, während ich schaute.

Doch je älter ich wurde, desto mehr ließ der Zauber der Haustiere nach. Mit 16 war plötzlich alles interessanter als meine Kaninchen. Und das wirkliche kindliche Interesse kehrte auch nie wieder zurück.

Ein Kommentar von Karin Helmer hat mir sehr zu Denken gegeben:

Tiere sollte man sich immer nur nehmen, wenn man als Erwachsener sie auch unbedingt haben möchte. So tierlieb können Kinder gar nicht sein, dass sie das Ausmaß einer guten Pflege über Jahre überhaupt begreifen können.

Vielleicht lag der Fehler von Anfang an darin, dass wir auf uns allein gestellt waren, und meine Eltern kein großes Interesse an den Tieren gezeigt hatten. Vielleicht sollte man ein Tier nur dann in eine Familie aufnehmen, wenn alle (auch die Eltern) im Haushalt bereit sind, sich darum zu kümmern…

Tiere haben ihren eigenen Charakter – nicht immer einen „guten“.

Tiere haben, ähnlich wie bei Menschen, ihre eigenen Persönlichkeiten. Die einen mögen es mehr, gestreichelt zu werden, die anderen nicht. Mein Kaninchen Lucky gehörte zu der letzteren Sorte. Er war immer sehr eigen, blieb für sich und mochte es überhaupt nicht, gestreichelt zu werden. Das machte es schwer, eine Bindung zu ihm aufzubauen. Mein anderes Kaninchen bekam daher viel mehr Zuneigung – weil er es wollte. Aber nun, da wir Lucky hatten, konnten wir ihn auch nicht einfach zurückgeben, nur weil es nicht so war, wie wir wollten. Das Zusammenleben mit Lucky hat mir klargemacht, dass man ein Tier wirklich wollen muss – selbst, wenn es nicht dem Ideal entsprechen sollte.


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Wenn Tiere von uns gehen, tut es weh.

Mein Kaninchen Lucky war wie gesagt ein Einzelgänger. Er ließ sich sehr ungern auf den Arm nehmen und so bemerkten wir erst viel zu spät, dass er sich wohl etwas eingefangen hatte. Als Lucky von uns ging, traf uns das alle hart. Am allermeisten meine Mutter, die sich eigentlich nur über die beiden beschwerte, weil sie ständig die Aufgaben von uns übernahm. Aber trotz seiner Eigenart hatte sie ihn in ihr Herz geschlossen. Dieser Verlust war so schlimm für sie, dass sie nie wieder ein neues Haustier wollte. Denn genau wie wir machte sie sich Vorwürfe. Wir alle hatten uns nicht gut genug um ihn gekümmert. Wir taten nur noch das Nötigste und bekamen es nicht mal mit, als er krank wurde. Es war schlimm und tat weh. Sein Ableben führte zwar dazu, dass ich die Beziehung zu meinem anderen Kaninchen neu auflebte, aber bis heute kann ich nicht vergessen, dass ich diesem armen Tierchen nicht die Aufmerksamkeit und Liebe gab, die er brauchte.

Ein Haustier sollte gut durchdacht sein.

Ich empfehle jedem Haushalt, gut über die Wahl eines Haustiers nachzudenken. Es ist nämlich nicht nur süß, sondern auch sehr viel Arbeit. Je nach Tier erfordert das eine mehr oder wenige Pflege. Und dennoch brauchen sie Pflege. Und Liebe.

Manchmal wünsche ich mir ein Haustier.

Vielleicht einen Hund, mit dem ich Gassi gehen kann. Oder noch ein Kaninchen. Doch dann erinnere ich mich daran, dass ein Haustier sehr viel Zeit und Arbeit bedeutet. Und diese Zeit habe ich momentan nicht. Es wäre nicht fair, einen Hund zu halten, und mit ihm in meiner Ein Zimmer Wohnung zu versinken. Es wäre auch nicht fair, mir einen Käfig zu holen und einen Hasen darin einzusperren, als sei er mein Eigentum, das ich nach Belieben streicheln kann. Wenn ich mir jemals wieder ein Haustier anschaffen sollte, dann soll es von Herzen geliebt werden. Es soll die Pflege und Aufmerksamkeit bekommen, die ihm zusteht, und ein Teil der Familie sein. Es soll sich wohlfühlen und akzeptiert werden. Wir sollten uns darum kümmern, genau wie wir uns wünschen, dass sich jemand um uns kümmert.

Ein Haustier bedeutet Verantwortung – nicht nur für Eltern, sondern auch für Kinder.

Zum Abschluss die Worte von Maria Girod, die ich nur unterstreichen kann:

Wir haben Hund, Katze und drei Zwergkaninchen, diese drei haben sie sich gewünscht, natürlich füttern und misten sie, trotzdem, wir als Eltern tragen am Schluss immer die Verantwortung. Wer dies nicht möchte, sollte keine Haustiere haben. Es geht immerhin um ein Lebewesen und kein Plüschtier.

Habt ihr Haustiere? Wir handhabt ihr das mit der Aufmerksamkeit und der Pflege?

Noch ein paar Worte zum Thema Haustiere von mindfulsun:

„Mama wir wollen einen Hund“! – Nein! Jein! Ja!

Liebe Grüße
Mounia


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Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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