„Lass mal über Finanzen quatschen!“ – Wann sollte man mit Kindern über Geld reden?


Neulich hatten Béa und ich ein sehr interessantes Gespräch zum Thema Finanzen, und wir beide sind uns einig: Mit Kindern sollte man auf jeden Fall über Geld reden!

Geld ist Erwachsenensache?

Jaaaa, irgendwie schon.  Kinder müssen nicht arbeiten und sich so gesehen keine großen Gedanken darum machen. Aber was, wenn wir ihnen trotzdem ein paar Prozesse erklären? Und welche Vorteile könnte das haben?


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Als Kind hatte ich keine Ahnung von Finanzen. Ich wusste nur, dass meine Eltern arbeiten, Geld verdienen und die Einnahmen unser Leben (und meine Spielsachen) finanzieren. Hin und wieder fielen Phrasen wie „Das ist zu teuer. Das ist sehr günstig“, aber ich konnte nichts mit ihnen anfangen.

Im Nachhinein frage ich mich, warum meine Eltern und ich nicht viel eher über Finanzen geredet haben. Es blieb immer Erwachsenensache, aber warum? Warum nahmen sie mich nicht mal zur Seite, zeigten mir ihre Kontoauszüge und erklärten mir, wohin das Geld floss?

Mit Kindern über Finanzen reden

Aber Moment – warum sollte man das überhaupt tun?

Weil sie ebenfalls ein Teil des Haushalts sind. Sichwort: Vollwertiges Haushaltsmitglied. Wer im Haushalt hilft, die Spülmaschine einräumt und Wäsche in die Trommel wirft, schafft es auch, die Ausgaben der Eltern zu verstehen. Es geht um das Zusammenleben auf Augenhöhe – ohne Hierarche und „Erwachsenenkram“.

Und wenn ich von Kindern spreche, meine ich natürlich keine Vierjährigen, deren Aufmerksamkeitsspanne einem Gummiband gleicht, aber wer die dritte Klasse hinter sich hat und ein paar Gesetze der Mathematik beherrscht, kann auf jeden Fall mit Finanzen konfrontiert werden.

Über Finanzen reden – Was Kinder mitnehmen könnten:

Ein Gespür für Zahlen
Wie viel kostet ein Auto? Wie viel kostet die Miete? Wie viel kosten Kleider, Schulbücher, Restaurantbesuche oder Urlaube? Als Kind/Jugendliche hatte ich eine sehr unrealistische Vorstellung von viel und wenig Geld. 100€ waren für mich unfassbar viel (damit könnte ich mir schließlich 100 Packungen Gummibärchen kaufen), während ich mir gleichzeitig einen Job wünschte, in dem ich in der Zukunft ungefähr 10.000€ pro Monat verdiente. Die Zahlen in meinem Kopf waren ja mal sowas von fernab der Realität …

Ein Gespür für Ausgaben
Das Leben ist nicht günstig, und in einem vierköpfigen Haushalt mit laufenden Ausgaben sowieso nicht. In dem ihr euren Kids zeigt, wie viel Geld ausgegeben wird und wohin es fließt, entfacht ihr ein völlig neues Gespür für Finanzen.

Mehr Wertschätzung für Geld
Ich war immer dankbar für die Geschenke meiner Eltern, aber ich gebe auch zu, dass ich viele Dinge für selbstverständlich nahm. Meinen teuren Lieblingskäse, zum Beispiel, den meine Mutter jedes Mal mitbrachte. Oder das Fahrrad, dass ich zum Geburtstag bekam. Erst als ich selbst anfing zu arbeiten und bemerkte, wie viel Geld ich bei einem einzelnen DM-Besuch zurücklasse, dachte ich mehr über den Wert von Geld nach, und wie glücklich ich mich schätzen konnte, dass meine Eltern zusätzliches Geld für mich ausgaben.


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Ein Vertrauensvorschuss
Zu Guter Letzt noch der Vertrauensvorschuss. Ich habe mich immer sehr gefreut, wenn mich meine Eltern in „Erwachsenenkram“ eingebunden haben. Wenn sie mir genug zutrauten, fühlte ich mich respektiert und wertgeschätzt. Vor allem aber wurde mir ein derartiger Vertrauensvorschuss gegeben, dass ich mich mutig fühlte, ihnen ebenfalls Vertrauen zu schenken.

Welchen Teil der Finanzen mit den Kindern teilen und welchen nicht?

Nichtsdestotrotz sollten wir nicht vergessen, dass Kinder immer noch Kinder sind. Mit ihnen über Finanzen zu reden, ist die eine Sache –  sie mit dem Ernst des Lebens zu konfrontieren, die andere.

Leider sind die Finanzen nicht bei allen Eltern rosig aus. Über 8% aller Deutschen sind verschuldet. Meine Mutter hat mir im Nachhinein von einer vergangenen finanzielle Krise erzählt, bei der sie so große Existenzängste hatte, dass sie fürchtete, wir würden das Haus verlieren. Sie wollte uns Kinder nicht in das Drama einweihen, und rückblickend bin ich ihr sehr dankbar dafür. Kinder können einiges verkraften, aber wenn sie nicht selbst einen Teil dazu beitragen könnten, sollte man ihnen meiner Meinung nach keine zusätzlichen Sorgen aufbürden.

Ich finde es super, mit Kindern über Geld zu reden!

Sie müssen die Dinge nicht im Detail verstehen, aber ihnen zu erklären, woher das Geld kommt und wohin es fließt, kann ihnen einen winzigen Einblick in die große Finanzwelt geben.

Wie seht ihr das?

Übrigens: Falls ihr noch nicht wisst, wie ihr das Taschengeld eurer Kids kalkulieren sollt, könnt ihr gern mal bei diesem Beitrag vorbeischauen.

Die Top 5 Formeln für Taschengeld

Und hier ein paar kreative Idee, um Geld zu verschenken!

Geld verschenken Teil 2: Eure kreativen Ideen, um Geld zu verschenken

Liebe Grüße
Mounia

Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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