Tollabox-Interview mit Bloggerin Eva Dorothée von „mamaclever.de“


Was mir als Erstes am Blog Mamaclever auffiel, war das schöne Design. Dann die Schreibe: Gut, professionell, lustig und informativ. Da dachte ich schon: Da ist ein Profi am Werk. Vermutung bestätigte sich: Hinter Mamaclever steckt die Journalistin Eva Dorothée Schmid. Sie ist Mutter eines Sohnes und hat für renommierte Medien wie die Berliner Zeitung, Frankfurter Rundschau, Welt am Sonntag sowie das Handelsblatt gearbeitet. Da musste ich noch etwas nachkahen mit dem Interview – und freue mich schon, bis ihr Kind so weit ist für unsere Box… allerdings wenn sie mal testet, muss ich da schauen, wie wir das hinbekommen, dass das nicht nervig rüberkommt (siehe Frage unten)…

2 deiner hervorstechendsten Eigenschaften?

Ich glaube, ich bin ganz gut im Organisieren. Ist praktisch, wenn man ein Kind hat, einen festen Job in einer 300 Kilometer entfernten Stadt und dann auch noch frei arbeitet. Das hat allerdings den Nachteil, dass das in der Familie auch meist an mir hängenbleibt. Außerdem bin ich sehr wahrheitsliebend und gehe gerne der Wahrheit (sofern es die überhaupt gibt…) auf den Grund. Ich bin erstmal skeptisch, wenn irgendjemand irgendetwas behauptet und versuche dann immer, dafür seriöse Quellen zu finden. Recherchieren ist also nicht nur mein Beruf, sondern fast schon ein Hobby. Allerdings läuft man dann auch mal Gefahr, immer alles besser zu wissen.

0 Verständnis hast du für?

Dogmatismus. Nervt nicht nur an Müttern.

1 Dein Ein & Alles?

Mein Sohn und mein Mann, wer sonst? Früher waren es Berlin und mein Job als Journalistin, aber die Prioritäten haben sich irgendwie verschoben. Aber Berlin, wo ich acht Jahre lang gelebt habe, trauere ich hier in Hamburg immer noch hinterher, obwohl ich in Hamburg früher studiert habe und dort definitiv eine super Zeit hatte. 

4 Dinge, mit denen du am liebsten (mit deinen Kindern) spielst?

Ich baue mit meinem zweijährigen Sohn gerne Türme, Gebäude oder Fahrzeuge aus Duplo-Steinen, ich liebe es, mit ihm Bücher anzuschauen und ich verbringe den Nachmittag auch gerne auf dem Spielplatz. Letzteres aber vor allem, weil er dort so schön alleine spielt… Mein liebstes Spielzeug ist mein iPhone (behauptet zumindest mein Mann…)

 + Welche Fragen hättest du am liebsten beantwortet, die wir nicht gestellt haben?
1. Es gibt so viele Mamablogs und Seiten für Mütter im Internet. Warum musstest Du auch noch eine hinzufügen?

Schon als ich mit meinem ersten Kind schwanger war, stellten sich mir viele Fragen und natürlich schaut man dann im Internet nach. Doch dabei ist mir aufgefallen, dass man meist in Foren landet, wo wahnsinnig viel Mist erzählt wird oder auf Seiten, auf denen vor allem Firmen-PR steht. Gut recherchierte, unabhängige Informationen musste man sich mühsam zusammensuchen. Das habe ich oft getan und da dachte ich mir, das Ergebnis kannst Du eigentlich auch für andere Mütter aufschreiben. Wie groß der Bedarf ist, merke ich immer wieder an Freundinnen und Bekannten, die ihr erstes Kind erwarten. Außerdem wollte ich die Elternzeit dafür nutzen, mal was Eigenes auf die Beine zu stellen und Onlinejournalismus auszuprobieren. Letzten Endes ist mein Blog auch wie eine große Fortbildung, täglich lerne ich etwas dazu und daraus ergeben sich neue (berufliche) Möglichkeiten.

2. Was würdest Du Eltern raten, die ihr erstes Kind bekommen?

Lest nicht so viele Erziehungsratgeber! Die machen einen nur verrückt. Lieber dem Bauchgefühl und der mütterlichen Intuition folgen. Und sich was die Themen Stillen, Tragen, Schreien lassen bzw. Verwöhnen betrifft, lasst Euch bitte nicht durch Kommentare von Müttern, Schwiegermüttern und anderen beirren. Vieles von dem, was man da so hört und was unseren Müttern erzählt wurde, ist heute gottseidank widerlegt.

3. An welches Thema traust Du Dich in Deinem Blog nicht ran?

Impfen. Das ist wirklich das schwierigste Thema für Eltern überhaupt. Und es ist wahnsinnig schwer, sich da eine eigene Meinung zu bilden, denn es wurde einfach nicht wissenschaftlich untersucht, ob Impfungen negative Langzeitfolgen haben, es gibt aber auch keine stichhaltigen wissenschaftlichen Beweise, dass dem so ist.

4. Was nervt Dich auf Elternblogs?

Produkttests und Firmen-PR. Blogger bekommen irgendwas geschenkt und fühlen sich so gebauchpinselt, dass sie das Produkt natürlich voller Dankbarkeit in den höchsten Tönen loben. Kritik liest man so gut wie nie. Sowas zu lesen bietet mir keinerlei Mehrwert. Und ich finde, Blogger sollten sich auch nicht so unter Wert verkaufen und zum Hansel von Firmen machen lassen.

5. Welche Fragen sollte man Müttern lieber nicht stellen?

Was, stillst Du immer noch? Wie lange willst Du denn noch stillen? Schläft er/sie schon durch?

6. Auf was kannst Du als Mutter absolut nicht verzichten?

Auf eine gute Kinderbetreuung. Ich bin echt froh, dass es mittlerweile flächendeckend Krippen gibt. Viele (vor allem Ältere aus Westdeutschland) sagen ja, ein Kind unter Drei gehört zur Mutter. Ich bin mittlerweile der Überzeugung, ein Kind ab spätestens eineinhalb gehört unbedingt unter andere Kinder! Es ist Wahnsinn, wie viel die Kleinen von anderen Kindern lernen. Allerdings ist es auch ein Wahnsinn, wie schlecht der Personalschlüssel in manchen Krippen ist und wie groß die Gruppen sind. Da gibt es noch viel zu verbessern.

Vielen Dank fürs Interview!

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Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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