Vom Wollen und Müssen – oder von Traumtänzerin zur Traumrockerin! Gastbeitrag von Susanne Johannsen


Von Susanne Johannsen, die hier auch schon mal hier Gastbeiträge über die fehlende Anerkennung des Jobs „Mutter“ geschrieben hat, bringen wir heute einen ebenfalls anregenden Text… der gleich mit einer Frage an jede von euch losgeht:

Hast Du Dich schon einmal intensiv mit der Frage beschäftigt, was Du eigentlich wirklich willst?

Wollen ist ja komischerweise gar nicht so positiv besetzt.

Wir sagen unseren Kindern bereits: “Du willst nicht, sondern Du möchtest!“

Oft erlauben wir uns nicht zu wollen, weil wir nicht vermessen erscheinen wollen (da haben wir es wieder). Wenn ich etwas will, dann drückt das einen Wunsch aus. Und sind Wünsche nicht etwas Großartiges?

Was wären wir ohne Wünsche? Machen Wünsche unsere Welt nicht erst bunt?

Wünsche vertreiben das Grau dieser Welt und holen die Farben hervor.
Aber genau das wird uns oft in der Kindheit bereits ausgetrieben. Obwohl wir gerade als Kinder so wunderbar träumen und uns jeden Tag an einem anderen Ort befinden und in eine neue Rolle schlüpfen können.

Ist es nicht regelrecht gemein, dass den Kindern das Träumen madig und schlecht gemacht wird?
„Träume sind Schäume!“
„Träumerle! Aufwachen!“
„Was bist Du nur für ein(e) Traumtänzer(in).“

Mittlerweile hört man an vielen Stellen, dass wir groß träumen dürfen. Denn nur wer träumt und den Mut hat, den Träumen zu folgen, hat eine Chance, dass er sie auch verwirklicht.

Es gibt auf dieser Welt doch kaum etwas, das nicht schon einmal von irgendwem erreicht wurde. Interessant ist, dass sobald etwas vermeintlich Unmögliches von jemanden geschafft wird, es andere Menschen plötzlich auch schaffen. Derjenige, der es geschafft hat, hat die Grenzen in den Köpfen der Anderen freigemacht und somit ist es erreichbar geworden.

Träume beleben und Träume bringen uns vorwärts.
Demnach dürfen wir wollen und wir dürfen uns die Frage stellen, was wir wirklich im Leben wollen.

Mit dem Müssen verhält es sich etwas anders.

Müssen bedeutet eine Einschränkung.
Es schränkt unser Denken und Handeln ein, weil es nicht den eigenen Vorstellungen entspricht, sondern denen anderer.
Müssen bedeutet Regeln, Pflichten, Gewohnheiten, Statuten, gesellschaftlichen Ansprüchen Folge zu leisten, Erwartungen gerecht werden.
Müssen bedeutet, nicht eigenständig und frei zu handeln.
Müssen hinterlässt meist ein ungutes Gefühl im Bauch, denn wir handeln nicht nach unseren Wünschen.

Sehr viele Menschen tun nicht, was sie wollen, sondern was sie müssen.

An dieser Stelle kommt die Verbindung zu uns Müttern. Hast Du Dich schon mal gefragt, ob Du den richtigen Weg eingeschlagen hast? Ich meine bei all den Stimmen von außen, durch die Presse, Social Media, usw.., die alle genau wissen, wie eine Mutter heutzutage ihr Familienleben organisiert, ist es verdammt schwer, das Gefühl zu haben, man macht es richtig.

Frage: Musst Du es denn in den Augen der Anderen richtig machen?
Kann denn überhaupt irgendjemand anderes wissen, was für Dich richtig ist?

An manchen Stellen des Internets habe ich das Gefühl, dass ich ein faules Stück bin, die ihr Bullerbü-Dasein genießt, sich aus der Verantwortung stiehlt und sich hinter ihren Kindern versteckt. Nur weil ich nicht Vollzeit arbeite, meine Kinder nur ein paar Stunden gut betreut bei anderen Leuten weiß, meine Rente schrumpft und ich dadurch vermeintlich meinen finanziellen Ruin riskiere.

An anderen bekommt Frau das Gefühl, dass sie eine schlechte Mutter ist, weil sie es wagt, arbeiten zu gehen, während die Kinder bei fremden Menschen sind, eine Persönlichkeitsstörung bekommen und nie zu vernünftigen Mitgliedern der Gesellschaft werden können. Sie ist egoistisch und handelt unverantwortlich.

Es gibt noch 100 andere Varianten, die ich hier aufzählen kann, wie Mütter sich falsch entscheiden können. Interessanterweise sind es auch zu einem ganz große Teil Blogs und Artikel von Frauen, die andere Frauen so diffamieren.

Mir wird es wohl immer ein Rätsel bleiben, warum wir Frauen es uns gegenseitig so schwer machen, anstatt uns gegenseitig zu unterstützen. Wir sind so extrem dünnhäutig bei dem Thema Muttersein und allem, was dazugehört, dass wir auf alles sofort anspringen, was nicht dem entspricht, was wir leben (müssen).

Ich glaube nämlich, dass alle, die empfindlich auf andere Sicht- und Lebensweisen reagieren, eher das leben, was sie müssen und nicht das, was sie wollen.

Denn dann wären sie deutlich entspannter und könnten jeder Frau das zugestehen, was sie für sich gewählt hat.

Freilich gibt es Frauen, denen es schwerer fällt, eine eigene Wahl zu treffen, als anderen. Besonders Alleinerziehende können selten entscheiden, ihr Kind selbst zu betreuen, weil sie dann finanziell schnell an ihre Grenzen stoßen würden.

ABER!

Was wir alle sehr wohl in der Hand haben, ist, wie wir uns damit fühlen und wie wir andere beurteilen.

Wir entscheiden nämlich sehr wohl selbst, dass wir mit der Situation hadern, dass wir uns selbst bemitleiden und das Leben gegen uns ist. Wir können allen anderen ihre vermeintlich bessere Situation neiden und missgönnen und dann genüsslich auf ihnen rumhacken, nur um sich nicht mit der eigenen Situation befassen zu müssen.
Denn würden wir diese im ersten Schritt akzeptieren wie sie ist, dann würde sich die Möglichkeit auftun, sich nach Lösungen und Möglichkeiten umzublicken, die es einem leichter machen. Manchmal ist es nur der Fokus unserer Gedanken, der einen großen Unterschied auf unsere Lebensqualität machen kann.

Jetzt werden wieder einige sagen, dass ich es mir leicht mache.
„Ändere Deine Gedanken und Dein Leben ändert sich.“
Aber sorry, genauso ist es!

Natürlich gibt es einiges am System zu bemängeln und es gibt noch viel zu tun, was Vereinbarkeit und Gleichberechtigung betrifft.

Vielleicht fangen wir bei uns selbst an:

Was kann jede Einzelne von uns tun, damit sich die Lage verbessert?

Deine Situation kann so beschissen sein, wie man sie sich schlimmer nicht vorstellen kann. Solange Du sie nicht erst annimmst, wirst Du nichts ändern können und alles wird so bleiben, wie es ist.

Beispiel: Als meine Tochter an einem Gehirntumor erkrankt ist, befand ich mich in der schrecklichsten Situation, in der ich mich hätte befinden können. Natürlich war ich verzweifelt, habe mit dem Leben gehadert und verstand nicht, was das soll. Aber dann habe ich angefangen mit der Situation umzugehen. Wir haben der Krankheit keinen Raum gegeben und uns darauf konzentriert, wie wir aus der Zeit das Beste rausholen können.

Es mag sein, dass die Umstände von anderen vermeintlich besser sind. Aber ich schreibe bewusst vermeintlich! Denn kannst Du mit Sicherheit sagen, dass sie besser sind? Kennst Du all ihre Themen und Sorgen? Weißt Du wirklich, was im Leben der anderen Frau los ist? Nein!

Das Leben einer Alleinerziehenden KANN auch leichter und glücklicher sein, als das einer Frau mit reichem Mann, die nicht arbeiten muss, eine Haushälterin und Nanny hat und alle Freizeitaktivitäten machen kann, auf die sie Lust hat. Wir wissen es nicht, weil wir selten einen Blick hinter die Kulissen bekommen.

Mir hilft es, wenn ich mir selbst sage:

Ändere Deinen Fokus: Was ist gut in Deinem Leben? Wo erlebst Du tägliches Glück und wofür kannst Du dankbar sein?

Du kannst nicht von heute auf morgen alles verändern. Die Schritte dürfen klein sein, solange Du auf Deinem Weg bleibst.
Du wirst sehen, dass trotz Verpflichtungen sich immer Möglichkeiten für Träume und Wünsche ergeben!
Wir dürfen wollen und wir dürfen daran arbeiten, dass das, was wir wollen Wirklichkeit wird.
Letztendlich müssen wir es nur wollen 😉

Werde von der Traumtänzerin zur Traumrockerin!

Jede Mutter ist eine Heldin – auch DU!

Herzlichst
Deine Susanne

Susanne über sich:

Ich stehe dafür, Frauen im Spagat zwischen Beruf und Familie und in besonderen Herausforderungen zu begleiten, mehr Leichtigkeit zu verschaffen und sie darin zu unterstützen ihr Leben zu genießen.

Mein Wunsch und Ziel ist es, Frauen unter anderem wieder vor Augen zu führen, dass es neben dem vielen Stress auch ein großes Glück ist, Kinder zu haben und sie erleben zu dürfen. Wichtig ist es, dass sie sich dabei jedoch nicht selbst aus den Augen verlieren.

Mein Anliegen ist es daher Dich in Deiner Person als Frau und Mutter zu bestärken und Dir zu zeigen wieviel Kraft und Großartigkeit in Dir steckt.

Ich unterstütze Dich bei Deinen Herausforderungen im Alltag, aber auch beim Wiedereinstieg ins Berufsleben.

Wenn ihr mehr über mich oder meine Arbeit erfahren wollt, freue ich mich auf euren Besuch auf meiner Homepage (www.susanne-johannsen.de) oder auf Facebook und Instagram.

Höre auch gerne mal in meinen Podcast (Erkenne die Heldin in Dir) rein. Du findest ihn neben meinem Blog auch auf iTunes, Spotify, Youtube und anderen Podcast Apps wie z.B. Overcast.

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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