„Danke Schule!“ – 5 Dinge, über die ich dankbar bin, dass ich sie in der Schule gelernt habe


Nein, Schule ist nicht immer doof. Ich habe hier eine bunte Aufzählung von 5 Dingen, über die ich dankbar bin, dass ich sie in der Schule gelernt habe.

Ich motze oft über das Schulsystem. Viele Konzepte finde ich veraltet und die Themenschwerpunkte sehr fragwürdig. Doch manchmal ist es wichtig, den Fokus auch auf die positiven Dinge zu lenken. Ich kenne zwar nur das deutsche Schulsystem, aber ich glaube, dass ich trotzdem behaupten kann, dass es viele Vorteile hat, seine Bildung in diesem Land zu erlernen. Je mehr ich darüber nachgedacht habe, desto dankbarer wurde ich.

5 Dinge, über die ich dankbar bin, dass ich sie in der Schule gelernt habe

1. Schwimmen lernen

Wo habt ihr schwimmen gelernt? Beim ersten Strandurlaub? Im Freibad um die Ecke? Bei mir war es beim Schwimmunterricht in der Schule. Ich war in der dritten Klasse und eine der wenigen, die noch nicht schwimmen konnte. Die Benotung liegt bei „noch“, denn ab der zweiten Stunde konnte ich es. Es war einfach großartig und ich freute mich sehr auf den baldigen Marokko Urlaub, in dem ich meine neu erlernten Fähigkeiten vorzeigen konnte. Doch zu meinem Schock erfuhr ich, dass meine Cousine nicht schwimmen konnte – und bis heute nicht kann. Weil sie es nie gelernt hat. Etwas so „Einfaches“ wie Schwimmen muss eben auch gelernt werden. Einige bringen es sich selbst bei, andere, können es nicht. Ich bin dankbar, dass mir dieser Unterricht gefördert wurde.

2. Sprachunterricht

Ich bin unheimlich dankbar, dass ich das Privileg hatte, in der Schule verschiedene Sprachen zu lernen. Ab der dritten Klasse hatte ich Englisch und ab der siebten Französisch. Letztere hatte die faule Vergangenheits-Mounia zwar nach der elften wieder abgewählt, aber ich kann trotzdem noch bis 20 zählen, mich vorstellen und sagen, wo ich wohne. In Englisch ist mein Niveau deutlich besser, zumal ich das Fach auch als späteren Leistungskurs hatte. Das, was andere in Sprachschulen lernen, habe ich aus der Schulzeit mitgenommen. Heute genieße ich viele Vorteile, die es bringt, mehrere Sprachen zu beherrschen.

3. Diskussionen in Ethik

Ich war zwar kein Fan vom Religionsunterricht, wohl aber von Ethik. Ethik war mein absolutes Lieblingsfach und auch der Grund, warum ich mich später für mein Studienfach Kulturwissenschaft entschieden habe. Im Unterricht haben wir ein paar wichtige Wissenschaftler kennengelernt, die von Sitte und Moral philosophierten. Es hat Spaß gemacht, mit der Klasse in Diskussionen zu fallen und über die persönlichen Moralvorstellungen zu argumentieren. Wir sprachen über Rassismus, die Todesstrafe und Abtreibung. Wir philosophierten über Freiheit und die Menschenwürde. Einige Diskussionen arteten manchmal ganz schön aus, weil wir alle anderer Meinung waren, aber diese Stunden prägten mich und meine Weltansicht. Ich weiß, dass nicht alle Länder das Privileg haben, ihre Meinung frei zu äußern.


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4. Klassenfahrten

Dank der Klassenfahrten war ich schon in der Eiffel, in Potsdam, aber auch in Barcelona und Malta. Die Fahrten waren verhältnismäßig günstig und wurden von unseren Lehrer*innen koordiniert. Sie waren mein Highlight der Schule und sorgten meist dafür, dass sowohl Schüler*innen als auch Lehrkräfte zueinanderfanden. Aus heutiger Sicht finde ich es fast schon „krass“, dass ich damals mit 16 ohne meine Eltern in den Flieger stieg und zwei Lehrer*innen die Verantwortung über 30 Teenager hatten. Ich bin dankbar, dass ich auf diese Weise ein neues Stückchen Erde gesehen habe. Vor allem aber habe ich Neues über andere Orte und Länder gelernt  – mehr noch, als wenn ich mit meiner Familie in den Urlaub gefahren wäre.

5. Selbstverteidigungskurs

Ja, auch dafür bin ich dankbar – für den organisierten Selbstverteidigungskurs, den wir als Kinder hatten. Ich lernte meine Stimme laut einzusetzen, mich mit meinen Händen und Füßen zu wehren und wie ich argumentieren sollte, wenn mich jemand Fremdes ansprach. Dieser Kurs nahm meinen Eltern sehr viel Druck und mir ebenfalls. Fortan fühlte ich mich sicherer auf den Straßen. Ich bin dankbar, dass uns ein solcher Kurs kostenlos zur Verfügung gestellt wurde.

Das waren 5 Dinge, über die ich dankbar bin, dass ich sie in der Schule gelernt habe.

Nicht gerade konventionell, oder? Kein Bio, Chemie, oder Mathe. Schule hatte eben noch ganz anderes Wissen für uns parat. Und je mehr ich weiter darüber nachdenke, desto dankbarer werde ich für andere Dinge.

Doch versteht mich nicht falsch – es gibt auch eine Menge, das ich ganz bewusst kritisiere. Aber darauf möchte ich vielleicht ein anderes Mal eingehen. Heute bin ich einfach nur dankbar!

Wofür seid ihr der Schule dankbar?

Falls ihr noch mehr darüber lesen wollt: Nachdem ich diesen Beitrag schrieb, habe ich mich bei meinem alten Lehrer gemeldet und mich bei ihm bedankt!

Die psychische Überbelastung von Lehrern – 5 Beispiele und Reflexion einer jungen Studentin

Liebe Grüße
Mounia


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Mounia
About me

Ich - 25 Jahre alt, Studentin, Kinderanimateurin, begeisterte Hobbyköchin und abenteuerlustig! Meine absolute Leidenschaft ist das Schreiben und Festhalten von Momenten.

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