Wie geht’s uns morgen? – Werbung für DocMorris und Gedanken zur Zukunft von Béa


Ich gebe gleich am Anfang Zünder, ihr Lieben, und hoffe auf eine gute, wenn auch bestimmt kontroverse Diskussion: Es geht um die Zukunft. Um Digitalisierung. Und ja, mitunter um das Reizthema Online-Apotheke. Dieser Blogpost kommt zustande als Auftrag von DocMorris. Er kam mir sehr gelegen, denn ich wollte schon längt darüber schreiben!

Immer wieder begegnet mir eine sehr breit vertretene Meinung, in mehr oder minder aggressiver Form herangetragen:

„Online-Apotheken machen die Apotheken um die Ecke kaputt! Und dann stehen wir alle da ohne Beratung und Notversorgung.“

(Übrigens, gilt genau so für Buchläden oder Tante Emma Läden, aber das steht nun  mal jetzt nicht im Fokus). Ich sehe das anders, und ich hoffe, ich kann euch kurz auf eine Gedankenreise zum Thema Zukunft und #wiegehtsunsmorgen mitnehmen.

Die Digitalisierung erhitzt arg die Gemüter.

Die Menschen sehen eine Änderung, die gerade stattfindet, und stellen sich den weiteren Verlauf der Dinge recht linear vor, wie so ein Domino-Parcours: Ein Stein fällt um, dann fällt auch alles andere um.  Mit der Bedenkenkappe auf halten viele an allem fest, was sie kennen, und fürchten das Ende der Welt, so wie sie sie kennen…

Wisst ihr was? Ja, das Ende der Welt, wie wir sie kennen, kommt immer wieder – und das ist auch gut so. Die Zukunft ist meistens anders, als jede Generation bislang so dachte.

Ich habe die Tollabea Community gefragt: Wie geht es uns morgen?

Ganz viele wollen die Zukunft einfach auf sich zukommen lassen, nach dem Motto: „Leben ist das, was passiert, während man fleissig dabei ist, es zu planen…“

Die meisten hoffen, dass ihre Kinder einfach glücklich werden können – und einige räumen sogar ein, dass die neue Generation auch eine neue Art von Glück für sich definiert und erschafft, als die Eltern es jemals erahnen und erträumen können.

Leserin Nina S. schreibt: Vor allem wünsche ich mir, dass sie in ihrem Tun aufgehen, unabhängig und glücklich sind…“ 

Und die mit mir befreundete Unternehmerin Andera Gadeib hat da noch ein umfassenderes Zukunftsbild:  „Also mir persönlich ist vor allem wichtig, dass wir autonome Autos haben, zu dem Zeitpunkt, wo ich meinen Führerschein abgeben muss 😉. … Für unsere Kinder wünsche ich mir eine Bildungsrevolution. Denn es geht nicht mehr darum, nur harte Fakten zu pauken oder einen Beruf zu erlernen, der in Kürze obsolet sein wird. Vielmehr sollten die Soft Skills im Fokus stehen. Sie sollten begeistert und entfacht werden in der Schule. Der Mensch wird durch die Digitalisierung immer wichtiger. Soziale Interaktionen, Empathie und Kreativität zeichnen uns aus. Ich möchte, dass meine Töchter diejenigen sind, die das autonome Auto oder andere Maschinen der Zukunft gestalten und gleichzeitig Selbstwirksamkeit lernen. Dass sie erst gar nicht in die allgegenwärtige Falle laufen und das Gefühl zu haben, der Mensch sei unwichtig in der Zukunft. Das Gegenteil ist der Fall. Dazu ist Bildungsrevolution nötig und ein neues Selbstbewusstsein des Menschen. …“

Auch für sich schmieden meine LeserInnen Pläne – wie zum Beispiel Yvonne H.: Wenn meine Kinder ausgezogen sind, kündige ich meine Arbeit und meine Wohnung und kauf‘ mir ein Wohnmobil…  lebe dann darin und schaue mir die Welt an. Zum Glück sind wir jung und können überall arbeiten! Das hab ich schon angefangen zu planen bevor ich Kinder hatte. Hab‘ extra früh Kinder bekommen, damit ich danach noch was machen kann.“ Ganz ehrlich? Fast so lebe ich jetzt. Ich schreibe diese Zeilen von Teneriffa aus (na gut, nicht im Wohnmobil, aber in der Sonne und weit weg.) und dank Digitalisierung kann ich meinen Lebensunterhalt von hier aus erarbeiten – mit ganz viel Spaß dabei. Tochter Carina, die ich mit 21 bekam, studiert brav in Berlin – mein Mann Oliver und ich leben und arbeiten in den Wintermonaten als „Digital Nomads“ an Orten mit sehr angenehmen Temperaturen und vielen Gigabites via Datenleitung. 


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Die großen Themen der Zukunft sind also Individualität, Selbstbestimmung und auch Digitalisierung!

Bei DocMorris nachgeschaut, sind das genau auch die Leitgedanken, die die bereits 2000 in den Niederlanden gegründeten Internet-Versandapotheke bei den Entwicklungen begleiten.

Und jetzt kommen wir zum Thema, das ich am Anfang angerissen habe: Stehen wir irgendwann da ohne Apotheken-Beratung und ohne Notversorgung?

Ohne Beratung garantiert nicht. Denn die Digitalisierung ist schon so weit, dass dies kein Problem ist. DocMorris bietet gleich eine sogenannte Multi-Channel-Beratung an. Montag bis Freitag zwischen 8:00 und 20:00 kann man über Website oder App (DocMorris Videoberatung) direkt mit einem kompetenten Apotheker reden und sich beraten lassen. Steht hier bei DocMorris weiter unten genauer beschrieben.  Und ich kann euch aus eigener Erfahrung berichten, es sind sympathische und kompetente Menschen in der Line – wie in diesem Fall Mariam, mit der ich kurz gesprochen habe und einverstanden war, ihr Bild hier gezeigt zu haben (kein Screenshot, sondern direkt meinen Bildschirm abfotografiert, bei mir auf der Terrasse)

In Sache Notversorgung bin ich auch zuversichtlich. Die großen Lieferdienste machen schon heute in den Großstädten vor, wie in Zeiträumen von weniger als zwei Stunden jedes Päckchen jeden erreicht. Die Dörfer werden in einigen Jahren nachziehen. Und irgendwann erledigen das auch die autonomen Geräte – ob Autos, Roboter oder Drohnen.

Bin ich zu positiv eingestellt, wenn es um die Zukunft geht? Vielleicht ja.

Ich bin sogar positiv eingestellt gegenüber den Bedenkenträgern. Denn je mehr sie warnen und negative Bilder malen, desto besser können diejenigen, die an Innovationen arbeiten, agil darauf reagieren und die Zukunft besser gestalten – indem sie sie ernst nehmen.

Außerdem noch was: Liebe Apotheker vor Ort, die ihr euch vielleicht wegen solchen Beiträgen aufregt… Es ist keinem Unternehmer verboten oder versperrt, die Digitalisierungskarte für sich zu ziehen und auch online seine Produkte zu vertreiben!

Stimmt’s? Oder sehr ihr das anders? Oder ganz einfach: „Wie geht’s dir Morgen?“

Liebe Grüße,

Béa

P.S. Zur Transparenz, wie immer: Dieser Blogpost ist eine sponsored Blogpost, sprich: Ich mache hiermit Werbung für DocMorris und werde auch dafür bezahlt. Wie ich aber eingangs bereits geschrieben habe, wollte ich längst über das Thema einige Gedanken verfassen und der Auftrag kam mir nun sehr gelegen. Ich bin selbst Kundin bei einigen Online-Apotheken, DocMorris inklusive, und war stets zufrieden mit Lieferung, Schnelligkeit und Service. 


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Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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34 Kommentare

Carolin
Antworten 16. November 2017

Hallo liebe Bea,
Ich finde, du siehst das aus einer sehr subjektiven Perspektive mit Scheuklappen. Im Gesundheitswesen steht entgegen aller Aussagen immernoch die Wirtschaftlichkeit und der Gewinn an erster Stelle. Patientenwohl und Versorgung wird allein durch Politik und das eigene Gewissen geschützt. Die Apotheken in Deutschland sind stark reguliert und haben unzählige gesetzliche Auflagen zu erfüllen, damit der Patient geschützt und die Versorgung gesichert wird. Dabei hat man in der Apotheke immer den direkten Kontakt zum Menschen, nicht zu unterschätzen für die ältere Gesellschaft. Versandapotheken in Deutschland müssen immer auch eine stationäre Apotheke in D haben, um eben gesetzlichen Bestimmungen wie dem Notdienst oder der speziell angefertigten Rezepturen gerecht zu werden. Für Großkonzerne wie DocMorris, die im Ausland sitzen, gilt dies nicht. Diese agieren nur im deutschen Markt an den Stellen, wo viel Geld zu holen ist. Möglichst wenig Kosten und Einsatz, möglichst viel Profit. Das heißt diesen Versendern werden heute wie in Zukunft solche Themen wie Notversorgung und Rezepturherstellung komplett egal sein, da sie einfach unwirtschaftlich sind. Du kannst ja gern mal anfragen, wie es denn da in Zukunft bei DocMorris aussieht. Irgendwer muss ja deine Roboter und Drohnen entwickeln und sich um die Zulassung kümmern - oder man fährt halt in Zukunft 50km bis zur nächsten Apotheke, die Notdienst hat um sein fiebernders Kind zu versorgen. Du redest zwar von der Zukunft, aber du denkst es nicht einmal ansatzweise zu Ende. Und wenn es dann Probleme gibt und nicht alles funktioniert, dann schimpfen wieder alle auf die Apotheker und die Politik. Dabei ist es doch der Verbraucher, der es in der Hand hat.

Einfach mal darüber nachdenken, wie es bei dir in 30-40 Jahren aussehen wird, wo du mit hoher Wahrscheinlichkeit ein oder mehr Medikamente regelmäßig benötigen wirst und nicht mehr so mobil und agil wie jetzt bist, vllt sogar dein sozialer Umkreis zum Teil schon verstorben sein wird. Willst du dann gern von einem Menschen auf dem Bildschirm beraten werden und ein Roboter bringt dir dann deine Medikamente, wo du erstmal alleine schauen kannst, wie du mit der Anwendung klar kommst? Viel Spaß! Ich hoffe, dass der stationäre Handel bestehen bleibt, damit Menschen in direkten Kontakt treten können und es persönlich bleibt, deswegen schaue ich genau, wo ich kaufe und wen ich unterstütze.

Viele Grüße,
Carolin

    Béa Beste
    Antworten 16. November 2017

    Liebe Carolin, vielen dank für die vielen Argumente, die wirklich gut und sehr reflektiert sind. Ich denke nicht zu Ende, weil die Zukunft nicht zu Ende gedacht werden kann... In der Tat glaube ich, dass die Zukunft viel Neues bringen kann, das wir uns gar nicht vorstellen können. Vielleicht habe ich zu dem Zeitpunkt schon eine Kameralinse im Auge und bewege mich mit einem Exoskelett. Vielleicht lebe ich dann in einer Wohngemeinschaft mit jungen und alten Menschen, die sich gegenseitig helfen und gemeinsam an Themen arbeiten und gestalten. Ich weiß es nicht! Ich weiß es nur, dass wenn keine Innovatoren kommen und die Gesetzeslage und den Markt einmal durchschütteln, bleibt alles beim Alten. Und dafür plädiere ich. Für Change als Motor zur Weiterentwicklung. Liebe Grüße, Béa

Vera Sommer
Antworten 16. November 2017

So lange es Apotheken vor Ort gibt - und das wird hoffentlich immer so sein - werde ich diese unterstützen. Zum einen mag ich mein Geld gerne in der Region ausgeben. Zum anderen ist mir die persönliche Beratung vor Ort besonders wichtig! Und wenn ich dafür im Endeffekt etwas mehr bezahlen muss, ist es mir das auf jeden Fall wert.

" Die großen Lieferdienste machen schon heute in den Großstädten vor, wie in Zeiträumen von weniger als zwei Stunden jedes Päckchen jeden erreicht." - Die armen Menschen, die für diese Lieferdienste arbeiten müssen. Ich finde diese Entwicklung eher negativ. Aber so lange man selbst solch einen Job nicht ausüben muss, kann es einem ja egal sein.

    Béa Beste
    Antworten 16. November 2017

    Ich gehe nur auf die "armen Menschen" ein. Ich unterhalte mich oft mit den Boten, die mir diverses bringen, vom Päckchen bis zur Pizza. Die meisten, die ich gefragt habe, waren froh, Arbeit zu haben - ob als Nebenjob oder als Hauptberuf.

      aures gabriela
      Antworten 16. November 2017

      Tja. In den deutschen Vor-Ort-Apotheken gibt es über 150.000 Arbeitsplätze. Mehr als 90% davon sind in Frauenhand. Wohnortnah, familienfreundlich und mit Kußhand auch nach der dritten Elternzeit wieder aufgenommen. Kündigungsschutz heißt das wohl völlig altmodisch und undigital.Nicht als befristete Arbeitsverträge über Leiharbeiterfirmen. Ich könnte mir vorstellen, daß auch diese Frauen recht froh über ihren Job sind. Ich habe sogar gehört, daß die von ihrem Lohn leben können....oder natürlich als Teilzeitkräfte ihre berufliche Expertise (die haben eine echte , mehrjährige Ausbildung/Studium) einbringen und dabei auch noch Geld verdienen ! Wow . Völlig oldfashioned. Und die Steuern bleiben in Deutschland, wo sie wieder in den Städten und Gemeinden die Finanzierung von Kindergärten, Speilplätze, Fahrradwege, Büchereien, Schwimmbäder, Theater usw. ermöglichen. Boring - not international enough ? Frau Bea, jedes Kind dreht eine gefundene Muschel, eine Münze, einen Käfer um, bevor es sich eine Meinung bildet .Das scheint Ihnen entgegen Ihrer Selbstdarstellung aber abhandengekommen zu sein. Oder zahlte DocMo zu gut ?

        Béa Beste
        Antworten 17. November 2017

        DocMo zahlte nicht mehr und nicht weniger als die anderen Koops über Blogfoster.
        Und zahlen in Deutschland Steuern und Abgaben: https://www.versandapotheken-kein-verbot.de/
        Liebe Grüße,
        Béa

          gabriela aures
          17. November 2017

          Welche Steuern ?
          Ich gehe davon aus, daß es sich nur um die Umsatzsteuer handelt.
          Sozialabgaben, Lohn-Einkommen- Gewerbesteuer werden höchstwahrscheinlich NICHT in D abgeführt .
          Welche Abgaben ?
          Die 16 Cent/RX_Packung zahlt DocMo nicht aus Nächstenliebe oder aus dem Privatsäckel - die sind bereits im Verkaufspreis enthalten. Anläßlich der Einführung des Nacht- und Notdienstfonds im August 2013 wurden nämlich die Preise um diese 16 Cent erhöht. Also von den Krankenkassen "vorgestreckt".

Albrecht Bodegger
Antworten 16. November 2017

Na dann probieren Sie mal, bei DocMorris die Pille ohne Rezept zu bekommen, und am besten sofort. Viel Erfolg!

    Béa Beste
    Antworten 16. November 2017

    Ne... ne... Pille ohne Rezept und ohne Planung probiere ich nirgendwo mehr, das haben mir die vielen Apotheker, die damals kommentiert haben, mir wirklich ALLE eingebläut! Nie wieder!

Tamri
Antworten 16. November 2017

Was für ein Quatsch.

Christian Becker (angestellter Apotheker)
Antworten 16. November 2017

Hallo,
manches in diesem Werbetext ist nicht einmal falsch, aber ich möchte dann doch auf ein paar Punkte hinweisen:
1) Online-Apotheken und sonstige Versender machen die Apotheken und andere Läden vor Ort kaputt. Das Beispiel Buchhändler ist nicht sinnvoll, da die Buchpreisbindung auch für Online-Buchversender gilt (ob aus dem Ausland oder Deutschland) - die Arzneimittelpreisverordnung aber nur für deutsche Apotheken (egal ob die versenden oder nicht). Somit ergibt sich ein unfairer Wettbewerb zugunsten Ihres Sponsors und anderer ausländischer Versender.
Nur dadurch, dass Ihr Sponsor und Co. Rabatte geben dürfen, die innerhalb Deutschlands zugunsten einer Versorgung in der Fläche verboten sind, ist es überhaupt halbwegs attraktiv, diese zu nutzen. Denn das Eintüten des Rezepts, die Bearbeitung und der Rückversand dauern in den meisten Fällen länger als das Medikament in der Apotheke zu holen, selbst wenn es dort erst bestellt werden müsste. Meinen Sie, Ihr Sponsor hätte Ihnen damals ohne Rezept die Pille schneller geliefert?
Erst durch die gewährten Rabatte wurde es dann attraktiv, bei den Versendern zu bestellen.
Das Beispiel mit den Tante-Emma-Läden ist eigentlich gut - wie viele davon kennen Sie denn noch so aus ihrer Umgebung? Nun waren es hier weniger die Versender als die großen Discounter am Stadtrand. Und in den Dörfern stehen insbesondere ältere, nicht mobile Menschen ohne Einkaufsmöglichkeit da. Einen ähnlichen Einfluss werden die Versender auf die Apotheken haben.
Und obwohl ich gerne in Buchläden und auch kleine Fachgeschäfte gehe - wenn die verdrängt werden, ist das lediglich schade - für das Stadtbild, für treue Kunden, die Inhaber und die Angestellten. Wenn die nöchste Apotheke 20km entfernt ist, ist das nicht nur schade, sondern unter Umständen lebensbedrohlich.

2) Apotheker fürchten sich nicht vor der Digitalisierung. Viele Apotheken sind sehr digital, unsere Warenwirtschaft und auch die Kommunikation und Bestellung läuft in vielen Fällen digital. Dass ausgerechnet das doch sehr undigitale Päckchenpacken und Versenden als Digitalisierung dargestellt wird, nehme ich immer wieder kopfschüttelnd zur Kenntnis.
Dass sie optimistisch in die Zukunft schauen und auch keine Scheu vor Veränderungen haben, ist meiner Meinung nach eine gute Einstellung - die Frage sollte aber immer auch sein, ob man nicht Veränderung nur um der Veränderung willen möchte. Wir haben mit den Apotheken in Deutschland eine gut funktionieende Infrastruktur zur Medikamentenversorgung (die im ländlichen Raum besser sein könnte, aber dank Botendiensten, Rezeptsammelstellen etc. trotzdem funktioniert) - ob man diese jetzt aufs Spiel setzen soll, nur weil sich die Versender groß "Digital" auf die Fahnen schreiben.

3) Notdienstversorgung: Ich würde mich nicht darauf verlassen, dass die Versender sich darum kümmern. Der Aufbau eines Netzes an Versorgungsstationen (denn eine Drohne schafft es sicher nicht von den Niederlanden z.B. nach Passau), auch in ländlichen Gebieten, wäre viel zu teuer. Und auch wenn sich die Rabattversender gerne als Robin Hood darstellen, der den armen Rentnern die Zuzahlung erlässt - es sind Kapitalgesellschaften, denen es um Geld geht und die nicht, wie die Vor-Ort-Apotheke durch eine Kammer gezwungen werden können, auch unwirtschaftliche.

4) Damit kommen wir zu Individualrezepturen - in den meisten Fällen höchst unwirtschaftlich. Ihr Sponsor gibt zwar vor, sie herzustellen, einige Testrezepturen haben neulich aber das Gegenteil gezeigt; mit teils fadenscheinigen Ausreden, z.B. dass ein Bestandteil in den Niederlanden als obsolet gelte. Entschuldigung, aber wer nach Deutschland versendet, muss sich schon an deutsche Arzneimittelverschreibungsgewohnheiten halten.

5) Die Versorgung der Bevölkerung mit Betäubungsmitteln ist über den Versandhandel verboten, weil die Sicherheit des Transportes auf dem normalen Versandweg nicht gewährleistet ist. Viele Personen sind auf diese Mittel angewiesen - nur allein mit Notdienst, BTM und (defizitären) Rezepturen kann sich keine Apotheke halten, so dass die Versorgung dieser Menschen gefährdet ist, wenn aufgrund von Geldabfluss aus dem deutschen Apothekensystem die Versorgung in der Fläche nicht mehr gewährleistet ist.

6) Gelder aus dem deutschen Sozialsystem fließen ins Ausland ab; die Versender zahlen in Deutschland lediglich die Mehrwertsteuer - Lohnsteuer (der Angestellten und Inhaber) und Gewerbesteuer fehlen den Kommunen (die fehlende Einnahmen anderweitig kompensieren müssen, z.B. über Steuern), attraktive Arbeitsplätze (insbesondere für Frauen) sind bedroht - so dass letztendlich die Bevölkerung für die Rabatte Ihres Sponsors und anderer Versender bezahlt.

... später mehr

    Béa Beste
    Antworten 16. November 2017

    Lieber Christian, vielen Dank für die fundierte Antwort. Besonders der Part "Apotheker fürchten sich nicht vor der Digitalisierung. Viele Apotheken sind sehr digital, unsere Warenwirtschaft und auch die Kommunikation und Bestellung läuft in vielen Fällen digital. Dass ausgerechnet das doch sehr undigitale Päckchenpacken und Versenden als Digitalisierung dargestellt wird, nehme ich immer wieder kopfschüttelnd zur Kenntnis." finde ich sehr interessant - und würde gern in einem extra Blogpost Beispiele bringen, unentgeltlich. Können Sie mich damit versorgen? Liebe Grüße, Béa

      Christian Becker
      Antworten 19. November 2017

      Tut mir leid, dass es ein bisschen gedauert hat, aber ich hatte vorher keine Zeit.

      Das am leichtesten zu demonstrierende "Digitale", was aber zum Thema Versandapotheke am besten passt, ist das Online-Portal www.apotheken.de
      Dort kann man über die Postleitzahl, oder wenn man dem Browser die Standortdaten anvertraut darüber, die nächsten Apotheken und Notdienstapotheken finden. Sie werden auf einer Karte angezeigt, man kann mit der Maus über die Standorte fahren und erhält gleich noch die Möglichkeit, Medikamente zu reservieren - denn oft müssen diese ja erst bestellt werden. Bietet die Apotheke einen Botendienst an, kann man auch darum bitten, dass das Medikament geliefert wird, was dann üblicherweise am selben Tag geschieht.

      Die Warenwirtschaft in der Apotheke läuft auch komplett digita.
      Wenn ein Medikament verkauft wird, wird sofort eine Packung in den Warenkorb gelegt. Dieser wird je nach Abmachungen mit dem Großhandel 3-5x täglich abgerufen (digital, über das Internet).
      Wenn wir ein Medikament bestellen müssen, können wir unsererseits beim Großhandel einsehen, ob der dieses Medikament an Lager hat. Sie können in Ihrer Stammapotheke ja mal fragen, ob Ihnen jemand das demonstriert. Ansonsten können Sie sich auch gerne bei Pharmatechnik, Awinta, ADAS, ADG, Lauer-Fischer und wie sie alle heißen, angucken, was die anbieten.
      Manche Apotheken bieten mittlerweile auch eine sogenannte Digitale Sichtwahl (einfach mal den Begriff in die Suchmaschine eingeben) - statt zustaubender Regale gibt es da berührungssensitive Monitore, auf denen man wie im Online-Shop die Produkte durchgehen kann. Nach Auswahl legt ein Kommissionierautomat (ebenfalls ein Wunder der Digitaltechnik und Mechatronik) die analogen Produkte in einen Ausgabeschacht und man kann sie an der Kasse bezahlen und dabei zu den Produkten beraten.
      Die Digitale Gesundheitskarte gibt es noch nicht, aber wenn sie mal da ist, wird es auch elektronische Medikationspläne bei Menschen, die viele Medikamente brauchen (so wie es sie seit letztem Jahr im Herbst auf Papier gibt), geben, die wir Apotheker dann am Computer ergänzen und auf Wechselwirkungen prüfen können.
      Das ist übrigens auch was, was unsere Kassensysteme digital erledigen, denn alle Wechsel- und Nebenwirkungen kennt kein Mensch. Gibt es aber da etwas Kritisches, kommt noch einmal eine Warnung und man kann Rücksprache mit dem Arzt halten.
      Der einzige Bereich, bei dem die Versender digitaler sind, sind also Onlineshops... und auch die haben einige Versender in Deutschland. Vereinzelt bieten manche Apotheken sicherlich auch Bestellungen oder Beratung über Whatsapp an (datenschutzrechtlich teils problematisch).
      Andere Apotheken wiederums setzen auch auf soziale Netzwerke, twittern etc.

      Das Problem, das viele Apotheker mit den Versendern aus dem Ausland haben, ist nicht deren vermeintlicher Digitalisierungsvorsprung, sonder die Tatsache, dass sie unfaire Wettbewerbsvorteile haben, weil sie sich an bestimmte deutsche Vorgaben nicht halten müssen.
      So ist jede Apotheke in Deutschland ein inhabergeführter Betrieb mit voller Haftbarkeit des Inhabers und keiner Möglichkeit, groß Kapital einzusammeln. Dagegen stehen Konzerne im Ausland, die auch mal ein paar Jahre in Folge Millionenverluste (davon sind Sie übrigens jetzt auch ein Teil, denn Gewinne macht ihr Sponsor nicht) verschmerzen können, bis die lästige Konkurrenz endlich weg ist.

Christian Becker (angestellter Apotheker)
Antworten 16. November 2017

... in Anschluss an meinen Kommentar unten.

7) Apotheken vor Ort können Probleme bei Verschreibungen oft schnell und unkompliziert mit Ärzten regeln (z.B. damals Apotheke A bei Ihrer Pille, wenn sie denn bis nach der Mittagspause der Praxis gewartet hätten). Nicht selten gibt es bei Rezepten Klärungsbedarf wegen z.B. Wechselwirkungen oder Kontraindikationen, die ein Verschreiber nicht kennen kann, weil ein anderer Arzt das andere Medikament verschrieben hat. Vor Ort kann man sowas schnell klären, ein neues Rezept holen (oder den Kunden schicken), und ein benötigtes Medikament abgegeben. Mit dem Versand (des Rezeptes) in die Niederlande und der Ware von dort zurück dauert das alles deutlich länger.

8) Die Apotheken vor Ort sind niederschwellige Zugangsorte zum Gesundheitssystem - viele Leute kommen erst einmal in die Apotheke (wenn es eine gibt), schildern ihre Probleme und werden dann z.B. zum Arzt geschickt. Wir messen Blutdruck, Blutzucker, Blutfette etc. (nicht alle machen alles).

9) Die meisten Apotheken bieten (insbesondere in Gegenden mit geringer Dichte) Botendienste an, wenn ein Medikament nicht vorhanden ist - Versand ist daher überflüssig.

Damit bleibt für die Versender nur der Vorteil, dass sie Rabatte anbieten - auf Kosten der Apotheken vor Ort und unter Verlust ihrer Dienstleistungen.

Interessenskonflikte: Wie sich aus meinem Namen ergibt, bin ich angestellter Apotheker und damit natürlich gegen die Versender. Man könnte das statt Interessenskonflikt natürlich auch dahingehend interpretieren, dass ich weiß, wovon ich rede.

Wie bei den kleinen Läden im Ort werden Viele das natürlich erst bemerken, wenn es kaum noch Apotheken gibt, Dann ist es aber zu spät - weg ist weg.

    Thomas
    Antworten 19. November 2017

    Vielen Dank, Christian für die sehr fundierten Ausführungen! Ganz deiner Meinung!
    Eines möchte ich noch ergänzen: Woher können DoMo und Co ihre "Rabatte" finanzieren? Sie dürfen von Seiten der Industrie Rabatte auf verschreibungspflichtige Medikamente bekommen (und fordern sie aufgrund ihrer Marktmacht natürlich vehement ein) , die deutschen Apotheken verwehrt sind, da sie per Arzneimittelpreisverordnung keine nennenswerten Rabatte bekommen dürfen. Die sind im Inland bei 3,15% gedeckelt, weil sie von den Krankenkassen per Zwangsrabatt direkt beim Hersteller abgeschöpft werden. Auch das gilt natürlich nur im Inland. Für Ware aus dem Ausland müssen die Hersteller diesen Zwangsrabatt nicht berappen ..... Und vielleicht macht sich mal jemand im Finanzamt Kleve (für DoMo zuständig) die Mühe, nachzurechnen, wieviel Umsatzsteuer aus Holland eingeht und was DoMo nach Deutschland verkauft..... Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis....

Aponette
Antworten 17. November 2017

Liebe Tollabea,
Du vergißt bei Deiner bezahlten Lobhudelei einen enorm wichtigen Punkt. Wir haben es in der Apotheke mit kranken, leidenden Menschen zu tun, die oft genug ALLEIN sind.
Der DHL Bote, der noch dreißig Pakete in einer Stunde ausliefern muß, wird nicht die Zeit haben oder sich nehmen und Frau M. Zuhören, die allein mit einem dement-werdenden Mann ist. Oder das Ehepaar, das eben erfahren hat, daß die Krebsmarker schlimmer sind und es dem Ende zu geht.
Wir telefonieren tagtäglich mindestens einmal mit einer Praxis um Rezepte zu ändern (und laufen selber dahin!) oder Unklarheiten zu besprechen. Und das sind oft Dinge, die nur deswegen auffallen, weil wir mit den Leuten bei der Abgabe REDEN. Weil wir sie uns anschauen und zum Teil sogar mal anfassen.
Wird die tolle Versandapotheke merken, daß Frau L. zunehmend verwirrter wird und sich darüber einen Kopf machen?
Muß ich wirklich noch mehr Autos auf den Straßen haben, die Päckchen ausliefern?
Und noch eines: DocM hat in seiner GESAMTEN!! Firmengeschichte noch nie schwarze ZAhlen geschrieben. Da buttern inzwischen saudische Prinzen Millionen rein - alles aus reiner Menschenliebe?

    Béa Beste
    Antworten 17. November 2017

    Das sind ja gute Argumente - und auch Doc Morris sieht sich nur als Ergänzung und führt Abgaben und Steuern ab:
    https://www.versandapotheken-kein-verbot.de/
    Das mit den saudischen Prinzen konnte ich nirgends finden, wo ist da eine Quelle für diese Behauptung? Viele Grüße, Béa

      gabriela aures
      Antworten 17. November 2017

      https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/versandapotheken-zur-rose-die-saudis-sind-da/

      https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/versandapotheken-docmorris-boersengang-zur-rose-will-230-millionen-euro/?tx_aponews_newsdetail%5B%40widget_4%5D%5BcurrentPage%5D=2&tx_aponews_newsdetail%5B%40widget_4%5D%5BitemsPerPage%5D=1&cHash=19bf23c1794962556efaaa8901520829

      Und welche Setuern DocMo zahlt, wird nicht auf-und ausgeführt.
      Mehr als die Umsatzsteuer wird es nicht sein, denn Gewerbe- und Einkommensteuer werden sicher nicht in D abgeführt.
      Wie es mit den Sozialabgaben und der Lohnsteuer für die Angestellten aussieht, kann ich nicht sagen. Ich gehe mal davon aus, daß es sich NICHT um "deutsche Arbeistverhältnisse" handelt und somit keine Zahlungen ins deutsche Sozialsystem erfolgen
      Die "Abgaben" an den Notdienstfonds von je 16 Cent/RX-Packung sind durch den vorherigen Aufschlag nicht eine selbstlose oder milde Spende Ihres Sponsors, sondern schlicht schon im Verkaufspreis durch die Arzneimittelpreisverordnung eingepreist.

      KMueller
      Antworten 17. November 2017

      Nach 5 min Internet:
      https://www.srf.ch/news/regional/ostschweiz/saudis-steigen-bei-zur-rose-ein
      Es ist auch außerhalb der Apothekerkreise bekannt. Die Firmen sind nur etwas verschachtelt. DocMorris wird es ja nicht prominent auf die Titelseite setzen.Bei der NZZ steht noch mehr, die Mutterfirma ist die Zur Rose Group.
      Wenn du so digital bist, solltest du die Suchfunktion beherrschen. Nicht alles gibt es auf dem Präsentierteller.

      Aponette
      Antworten 18. November 2017

      Liebe Bea,
      Die saudischen Prinzen haben die Kollegen ja inzwischen mit links belegt.
      DocM sieht sich also als Ergänzung? Nein, es sind Rosinenpicker, die die einfachen und lukrativen Teile unserer Arbeit abgreifen und uns den Rest überlassen. Alles was eine versandapotheke kann und macht, können die lokalen Apotheken schneller und menschlicher. Das Einzige, was wir nicht können (weil wir es per Gesetz nicht dürfen und es uns wirtschaftlich das Genick brechen würde) ist Boni geben und damit den Betrug am Sozialsystem unterstützen. Wie bitte soll ich von einem Rohgewinn von grade mal sechs bis sieben Euro pro Packung noch fünf Euro Bonus zahlen. Rohgewinn heißt, daß ich davon noch Gehälter, Miete, Strom und Steuern zahlen muß.
      Und wie meine Kollegen schon schreiben: ich habe kein Problem mit dem Versand (denn wir sind besser) wenn er sich nur an die selben Regel halten würde. Aber warum bricht DocM denn ständig seit Firmengründung diverse Gesetzt immer und immer und immer wieder? Weil es sonst für sie komplett unlukrativ ist.
      Es begann damit, daß sie Arzneimittel nach Deutschland verschicken obwohl es bei uns verboten war. Dann haben sie Boni gegeben, obwohl das bei uns verboten ist. Die Liste der Rechtsverletzungen durch DocM ist LANG, sehr lang.
      Aber schließlich:pekunia non olet.

Uwe Hansmann
Antworten 17. November 2017

Grüß mir mal mx Müller. Wenn er dir schon geld gibt für den Blog, dann sollte er Dir vielleicht mal darlegen, wie sich die Versandbude docmo mittlerweile finanziert. Gnz zu schweigen davon, daß sicherlich keinerlei Gewerbe- resp. Ertragssteuern in D gezahlt werden. hier erfolgt Rosinenpickerei auf Kosten des deutschen Steuer- und Beitragszahlers zu lasten der vielen engagierten ApothekeninhaberInnen und deren MitarbeiterInnen. Die Herrschaften machen keinerlei Notdienste, fertigen keine Rezepturen an, kümmern sich einen Dreck um die uns in Deutschland aus Gründendes Verbraucherschutzes geltende Arzneimittelpreisverordnung und haben ausweislich der Medienberichte bis dato ausser massivem Umsatz bzw. Umsatzkauf mit hilfe von Saudi-Dollars, keinen gewinn ausgewiesen. Also was soll dieser digatale Blödsinn an Nutzen haben???

Uwe Hansmann
Antworten 17. November 2017

Grüß mir mal mx Müller. Wenn er dir schon geld gibt für den Blog, dann sollte er Dir vielleicht mal darlegen, wie sich die Versandbude docmo mittlerweile finanziert. Gnz zu schweigen davon, daß sicherlich keinerlei Gewerbe- resp. Ertragssteuern in D gezahlt werden. hier erfolgt Rosinenpickerei auf Kosten des deutschen Steuer- und Beitragszahlers zu lasten der vielen engagierten ApothekeninhaberInnen und deren MitarbeiterInnen. Die Herrschaften machen keinerlei Notdienste, fertigen keine Rezepturen an, kümmern sich einen Dreck um die uns in Deutschland aus Gründendes Verbraucherschutzes geltende Arzneimittelpreisverordnung und haben ausweislich der Medienberichte bis dato ausser massivem Umsatz bzw. Umsatzkauf mit hilfe von Saudi-Dollars, keinen gewinn ausgewiesen. Also was soll dieser digitale Blödsinn für einen volkswirtschaftlichen Nutzen haben???

KMueller
Antworten 17. November 2017

Die Apotheken vor Ort haben nicht mit dem Versand selbst ein Problem, die deutschen Versandapotheken halten sich an die bestehenden Gesetze. DocMorris tut das nicht, das ist unser Problem. DM entscheidet selbst, welche Gesetze sie akzeptieren.
Das ist so, als ob Geschwindigkeitsbeschränkungen auf den Straßen nur für deutsche Autofahrer gelten würden. Das Auto ist im Ausland zugelassen? Super, die Gesetze hier gelten nicht für mich, jetzt kann ich endlich rasen und die anderen Doofen auslachen.

DM macht einen auf Robin Hood, weil ein Teil der Zuzahlung erlassen wird. Die Zuzahlung geht komplett ohne Abzüge an die Krankenkassen, steht so im Gesetz. Die deutschen Apotheken sind die kostenlosen Inkassobüros der Krankenkassen. Wir behalten von diesem Geld nichts.
Wenn nur ein Teil der Zuzahlung durch den Patienten wirklich gezahlt wird, DM schreibt aber falsche Quittungen über die gesamte, aber nicht komplett bezahlte, Zuzahlung und die Quittungen dann bei der Krankenkasse eingereicht werden, dann ist das in meinen Augen Versichrungsbetrug. DM ist natürlich unschuldig, die haben ja nichts eingereicht, und die Rechnung war ein Versehen. Die Spitze ist erreicht, wenn Zuzahlungsgutschriften erstellt werden, obwohl die Kunden schon befreit sind.

https://www.abda.de/themen/recht/preise-und-honorare/apothekerverguetung/festhonorar-krankenkassen/
Der Aufschlag der Apotheken liegt pro Medikament bei 3% und 8,35€. Davon gehen pro Medikament 1,77€ als Großkundenrabatt direkt an die Krankenkassen. Wo soll hier noch ein Rabatt an die Kunden versteckt sein?

Notversorgung: "Die Dörfer werden in einigen Jahren nachziehen. "
Nein, werden sie nicht, weil es unrentabel ist. Die Wege im Notdienst werden jetzt schon länger, weil Apotheken schließen. komm doch mal aus der Großstadt raus.
Ich muß jetzt übrigens los, zum Notdienst. Aus der Apotheke kann ich dann erst morgen mittag raus.

Gabriela Aures
Antworten 17. November 2017

Zitat aus dem Text: "Liebe Apotheker vor Ort, die ihr euch vielleicht wegen solchen Beiträgen aufregt… Es ist keinem Unternehmer verboten oder versperrt, die Digitalisierungskarte für sich zu ziehen und auch online seine Produkte zu vertreiben" Ach Bea..dafür bedarf es einer Versandhandelserlaubnis.Mit den entsprechenden Auflagen und Kosten. Das ist nicht so Pillepalle wie mal eben bunte Bastelboxen verticken. Aber sicher auch nicht gewußt....wieso schreiben Sie für Geld über Themen, von denen Sie ganz offensichtlich NULL Ahnung haben ? Achso...stimmt...wegen dem Geld....

    Béa Beste
    Antworten 17. November 2017

    Hallo Gabriela, Sie haben offensichtlich mehr Ahnung. Ich lasse alle doch alle informativen Kommentare zu und die sind bestimmt glaubwürdiger, wenn Sie nicht versuchen, mich im gleichen Atemzug zu beleidigen. Danke und Gruß, Béa

      Gabriela Aures
      Antworten 17. November 2017

      Sie müssen schon entschuldigen - aber nachdem Sie vor ca. 2 Jahren durch Ihren „Pillen-Apotheken-Bashing“ Artikel schon Ihre profunde Unkenntnis bewiesen haben, setzen Sie dem Ganzen jetzt eine weitere Krone auf und lassen sich naiv von DocMo vor den Karren spannen, weil irgendwer das Wort „Digitalisierung“ geflüstert hat, welches offensichtlich in bestimmten Kreisen mittlerweile ein Schlüsselreiz ist-oder aus Geldnöten, ich weiß es nicht. Und nochmal hier : der Aufreger ist nicht die Digitalisierung - da sind die Apotheken ganz weit vorne, oder der Versandhandel . Sondern die Tatsache, daß für DocMo die deutschen Hesetze nicht gelten, bzw. von DocMo ignoriert werden . Also tun Sie uns allen die Liebe und informieren Sie sich VORHER über Ihren Auftraggeber oder belesen sich mal in Eigeninitiative, bevor Sie wieder einen Blog zu einem Thema schreiben, in dem Sie sowas von völlig unbeleckt sind. Nein, da kann ich nicht mehr höflicher.
      Wenigstens klappt das mit dem Siezen jetzt - geht doch.

Dora
Antworten 17. November 2017

Da kann ich leider nur sagen "Wes Brot ich ess des Lied ich sing

C. Kreiss
Antworten 18. November 2017

Wirksame Medikamente zu jeder Jahreszeit zu liefern scheint gar nicht so leicht zu sein:

https://m.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/apotheker-testet-versand-docmorris-und-die-geschmolzenen-kapseln/?tx_aponews_newsdetail%5B%40widget_4%5D%5BcurrentPage%5D=2&tx_aponews_newsdetail%5B%40widget_4%5D%5BitemsPerPage%5D=1&cHash=0325604a108b32ebb629668fa07941e7

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Landapotheker
Antworten 18. November 2017

Sehr geehrte Frau Beste,
verzeihen Sie bitte meine sich manchmal etwas im Ton vergreifenden Kollegen. Sie haben hier ein Thema aufgegriffen, das bei vielen Apothekern aus hier schon erläuterten Gründen eine allergische Reaktion hervorruft. Vielen Dank, dass Sie hier auch gegensätzliche Meinungen zu Wort kommen lassen. Ich bin zwar Apotheker, rege mich aber entgegen Ihrer Erwartung aufgrund Ihres Beitrages überhaupt nicht auf. Warum auch? Den Beruf des Apothekers wird es immer geben. Ob es die deutsche Vor-Ort-Apotheke so wie wir sie kennen in Zukunft noch geben wird steht hingegen in den Sternen, Sie tragen jedenfalls mit solchen Blogeinträgen nicht dazu bei. Ist das schlimm? Die Frage möchte ich nicht für Sie beantworten. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass der Einzelhandel der Zukunft ohnehin vernetzt ist. Es geht also so oder so nur in die Richtung, dass alle Läden digitalisiert sein werden, einen Onlineshop haben und alle Dienstleistungen anbieten, die das Internet und die Digitalisierung eben bieten. Die Frage moderner digitaler Versandhandel vs. altmodisches örtliches Geschäft stellt sich also in Zukunft gar nicht weil dann der einstige Versandhandel stationäre Läden betreibt bzw. die einstigen örtlichen Läden zusätzlich Versandhandel und digitale Dienstleistungen anbieten. Die Grenzen verschwimmen. Unterstützen wir nun vor diesem Hintergrund (und mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass der Apothekenmarkt Teil der gesundheitlichen Daseinsvorsoge darstellt) die vollversorgenden, mittelständischen und freiberuflichen Vor-Ort-Apotheken oder unterstützen wir die nicht-apothekergeführten, nicht-vollversorgenden ausländischen Versandhändler? Sie haben diese Frage mit Ihrem Beitrag schon eindeutig beantwortet. Ich hoffe aber, dass wir Apotheker durch unsere tägliche Arbeit und Unterstützung die Menschen von unseren Leistungen und den Vorzügen der inhabergeführten Apotheke überzeugen werden können und auch Sie, liebe Frau Beste, dann eines Tages die Wahl haben, ob Sie sich von Ihrem Lieblingsapotheker vor Ort lieber via Webcam beraten lassen und sich Ihr Medikament vom Apothekenboten schicken lassen oder aber direkt in die Apotheke gehen.
MfG L. Hoffmann

    Béa Beste
    Antworten 18. November 2017

    Lieber Herr Hoffmann, natürlich sprechen Sie mir mit ihren Worten aus der Seele - und nichts wünsche ich mir in diesem Zusammenhang mehr, als das Unternehmer (die die Apotheker ja wohl sind, sonst hätten sie ihren Laden ja nicht) solche Diskussionen und Beiträge einfach als eine Kundenmeinung wahrnehmen und etwas Neues, Besseres, Innovatives daraus machen! Ich grübele ja schon, wie ich den Ton ändere, damit ich mir nicht nur Anfeindungen angele, sondern mehr Leute wie Sie erreiche, die sich nicht nur ärgern, sondern sich denken: "Was kann ich tun, damit ich eine solche Kundschaft begeistere?" Bei meinem Thema vor über einem Jahr mit der Pille hatte ich ja über 100 Kommentare, die mich belehrten, wie sehr ich im Unrecht war. Und eine einzige Apothekerin, die schreib, dass sie mir in dem Fall für schlappe 60 Euro angeboten hätte, einen Stadtkurrier zu meinem Arzt zum Rezept holen zu schicken und dann zu mir, um mir die Pille zu liefern. Ich hätte da nicht nein gesagt, so gestresst wie ich war... Genau diese Haltung wünsche ich mir, dass wir gemeinsam mehr Lösungen finden. Es geht mir nie um billig, es geht mir um innovativ und passend zu meinem Lebensstil. Herzliche Grüße, Béa Beste

Sandra Müller
Antworten 20. November 2017

Hallo und vielen Dank für den interessanten Artikel. Ich finde den Botendienst auch eine prima Sache. Genau wie die Versandapotheke.

Katja
Antworten 20. November 2017

Hallo,
also, ich bin sehr froh um unsere Apotheke vor Ort und kann mir nicht vorstellen, die Dienste einer Versandapotheke in Anspruch zu nehmen. Bestätigt wurde ich damit mal wieder am Freitagnachmittag: Der Kinderarzt hat versehentlich die falsche Inhalatorgröße aufgeschrieben, meine Apothekerin hat das direkt bemerkt und mir die richtige gegeben. Was wäre wohl bei der Versandapotheke passiert? Zum einen hätte ich den Inhalator vermutlich am Freitag nicht mehr bekommen (mittelgroße Stadt, aber doch eher liebevoll Provinz genannt). Dann eben am Samstag. Je nachdem, wann das Paket kommt, hat der Paketshop bei uns im Ort schon zu (oder es gibt keinen, je nach Lieferant) und ich setze mich ins Auto, um den falschen Inhalator rechtzeitig wieder beim Paketshop abzugeben. Zurücksenden, auf den neuen Inhalator warten - und schon gehen mindestens drei Tage ins Land, ehe ich meinem Baby ein Medikament verabreichen kann. Und was passiert, wenn ich Dösel dann im guten Glauben am Samstag den falschen Inhalator ausgepackt habe - wird er dann überhaupt noch zurückgenommen?
Und auch sonst herrschen für mich viele Unsicherheiten. Nehmen wir an, ein gekühltes Medikament wird ordnungsgemäß gelagert ausgeliefert, mein darauf angewiesener Nachbar ist nicht da, ich nehme das Paket entgegen, der Paketdienst informiert mich nicht über die Kühlung - bin ich dann verantwortlich, wenn das Medikament nicht mehr benutzt werden darf? Darf ich das dann überhaupt annehmen?
Für mich sind da noch zu viele Fragen offen - und ich bin daher sehr froh um unsere Apotheke hier vor Ort, die auch alles bestellen können und mir notfalls nach Hause bringen. Und daher unterstütze ich sie weiterhin!

Noone
Antworten 20. November 2017

Immer wieder erschreckend, wie wenig manche Leute vom "Guten Alten" verstehen ...
Ja, neu und alles besser machen ist eine fabelhafte Idee - leider muss man anmerken, dass viele Dinge gerade deshalb gut und vorbildlich funktionieren, weil sie über lange Zeit erprobt wurden und ihren Sinn und Zweck bewiesen haben.
Leider verschlimmbesserten die letzten Regierungen so viel im Gesundheitswesen, weil sie "innovativ" und "neu" denken wollten - ohne Fach- und Sachkenntnis ein Disaster.
Und das selbe trifft auch auf die "Digitalisierung" zu. Entbürokratisiserung - Ja! Versandhandel: Nein!

gedankenknick
Antworten 20. November 2017

Der vielgepriesene Sposor verschenkt verschreibungspflichtige Arzneimittel (in Deutschland verboten; Arzneimittelpreisverordnung + div. Gesetze kaufmännischen Verhalten), stellt dabei falsche Quittungen aus (in Deutschland verboten; Beihilfe zu Versicherungs- / Steuerbetrug; ein Gerichtsurteil gegen diese Praxis wurde bereits erwirkt und wird munter ignoriert), und verstößt grob gegen einfachste Datenschutzrichtlinien.

https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/apothekenpraxis/docmorris-verschenkt-ibu-600-rx-boni/
Das sollte man als Geschäftsmodell einfach jeder deutschen niedergelassenen Apotheke erlauben. Arzneimittel zu verschenken können sich bestimmt alle deutschen Apotheken leisten - deswegen werden ja auch immer mehr geschlossen. Sind halt einfach nicht digital genug, die deutschen Apotheken, und dumm genug, sich an deutsche Gesetze halten zu müssen. Und dumm genug, keine Aktiengesellschaft gründen zu dürfen (ist in Deutschland für Apotheken nämlich verboten), um fremdes Kapital bis zur Klimaerwärmung verbrennen zu können. Tja...

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