Zahnspangen FAQ – die wichtigsten Fakten für ratlose Eltern


Ihr Lieben, diese Tipps kommen von Lars, und der kennt sich mit Zahngesundheit aus:

Zirka die Hälfte aller Kinder muss im frühen Jugendalter eine Zahnspange tragen, um falsch stehende Zähne mit sanftem Druck in die richtige Position zu manövrieren. Die Fehlstellungen basieren entweder auf angeborenen Defekten, wie Fehlwachstum im Kiefer oder überzähligen Zähnen, oder auf Zahnproblemen, die durch falsche Verhaltensweisen und fehlende Pflege im Kindesalter entstehen. Behoben werden sie in den meisten Fällen durch das Anpassen festsitzender Brackets und Zahnbögen oder herausnehmbarer Zahnspangen. Die verschiedenen Modelle unterscheiden sich jedoch in Materialien, psychologischer Auswirkung und in den Kosten und nicht alle Aufwände werden dabei von den Krankenkassen übernommen.

Zahnspangen-Leistungen der Krankenkassen

Wird durch den Kieferorthopäden eine Zahnfehlstellung diagnostiziert, so wird der Einzelfall durch die Krankenkassen auf einer Skala von eins bis fünf bewertet: Korrekturleistungen für Probleme der Stufen eins und zwei werden dabei nicht von den Kassen übernommen, erst ab Schweregrad drei zahlt die Krankenkasse die Behandlung. Übernommen werden dann die Kosten für das Basismodell der Zahnspangen: Metallbrackets mit Stahlbögen. Davon zahlt die Kasse direkt 80 Prozent des Behandlungsaufwandes, die restlichen 20 Prozent müssen die Eltern vorschießen, die sich dieses Geld jedoch nach abgeschlossener Behandlung von der Kasse zurückerstatten lassen können.

Zusatzkosten für Zahnspangen

Während das Kassenmodell zwar als absolut ausreichend für die mit der Behandlung beabsichtigte Wirkung gilt, ist es vor allem aufgrund psychologischer Faktoren nicht immer die erste Wahl. In seinem Ratgeber für Kinder-Kieferorthopädie erklärt Versicherungsberater Lars Weiland dies wie folgt: „Die mittels Gummis befestigten Metallbrackets und Stahlbögen werden von ihren Trägern oft als sehr auffällig empfunden. Besonders im Jugendalter tritt hier schnell ein zurückziehendes Verhalten ein, denn die Kinder werden häufig gehänselt und trauen sich dann nicht mehr zu lächeln.“ Weniger gut sichtbar sind hingegen Kunststoffmodelle oder Keramikbrackets sowie sogenannte selbstligierende Brackets, die gänzlich ohne verbindende Drähte auskommen. Diese Modelle haben eine ähnliche medizinische Wirkung wie die metallenen Kassen-Modelle. Sie sind jedoch mit Zusatzkosten von oftmals mehreren hundert oder tausend Euro verbunden, die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.

Finanzierung aus eigener Tasche

Zahlt die Krankenkasse nicht, gilt es für die Eltern zu entscheiden, ob ihr Kind mit „ein bisschen“ schiefen Zähnen weiter durchs Leben gehen soll, oder trotz der entstehenden Kosten eine Korrektur vorgenommen werden soll. Da hier schnell ein ziemlich hoher Betrag anfallen kann, ist es durchaus ratsam zu diesem Zweck bereits früh etwas Geld anzusparen, sollte sich eine Fehlstellung des Kiefers abzeichnen. Neben den privaten Rücklagen ist auch der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung für das Kind eine Möglichkeit der Finanzierung. Lars Weiland rät hierbei jedoch: „Nicht jede Zahnzusatzversicherung bietet die gleichen Konditionen, daher sollten Eltern in jedem Fall genau vergleichen und neben den monatlichen Kosten, auch die Faktoren der Wartezeit und Selbstbeteiligung in die Entscheidung mit einbeziehen. Die Kieferorthopädie ist hierbei auch nur ein Baustein der verfügbaren Leistungspakete, daher sind auch in Sachen Leistungsumfang Abwägungen zu treffen“.

Pflege der Zähne und Zahnspange

Nicht nur die Erstellung und das Einsetzen der Zahnspange müssen in diesem Fall als Kostenfaktor bedacht werden. Auch pflegende Maßnahmen wie eine professionelle Zahnreinigung, eine Glattflächenversiegelung und das Einsetzen von Retainern sind mit einzurechnen. Auch für die eigene Pflege zuhause muss etwas mehr Aufwand betrieben werden, um im Ergebnis nicht nur ein gerades, sondern auch ein strahlend weißes Lächeln zu erhalten:

• Die Flächen über und unter der Zahnspange sollten gründlich mit einer Zahnbürste gereinigt werden – dabei ist das schräge ansetzen wichtig, um die Zahnflächen unter den Drähten überhaupt zu erreichen.

• Um die Zwischenräume um die Halterungen der Brackets gut zu erreichen ist dagegen das Putzen mit einer Interdentalbürste zu empfehlen.

• Gründlich Ausspülen ist das A und O! Vor und nach dem Putzen sollte ausgiebig mit Wasser gespült werden, um die gröbsten Speisereste zu entfernen.

Mit dem Einsatz einer Zahnspange werden häufig Fehlstellungen korrigiert, die unter anderem durch Verhaltensweisen in der frühen Kindheit entstanden sind. Um ihrem Kind dann die bestmögliche Behandlung zu ermöglichen, setzen viele Eltern nicht nur auf das Basismodell der Krankenkassen, sondern auf moderne Kunststoff-Zahnspangen. Diese sind allerdings mit hohen Zusatzkosten verbunden.

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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17 Kommentare

Luise Mikamann
Antworten 10. Januar 2018

Ich würde auch sagen das, Eltern sollen ihre Kinder belehren, wie teuer und wichtig Zahnspange ist! Wenn Ihre Kinder versteht was schon für ihnen bezahlt und geopfert ist, hoffentlich werden sie versuchen, jeden Tag die Zähne putzen! Vielen Dank für dieses Artikels!

Nadine
Antworten 28. Februar 2018

Informativer Beitrag.

Ich war letzte Woche mit meiner Tochter beim Zahnarzt. Dieser meinte, dass wir uns auf jeden Fall an einen Kieferorthopäde wenden sollten.

Grüße
Nadine

Sophie
Antworten 27. März 2018

Ich war vor einigen Wochen mit meiner Tochter beim Zahnarzt. Dieser meinte, dass sie unbedingt eine Zahnspange bräuchte. Daher habe ich mich auf die Suche nach einer Kieferorthopädie in unserer Nähe gemacht.

LG
Sophie

Julius
Antworten 19. April 2018

Hallo Béa,

die Pflege der Zähne spielen eine sehr wichtige Rolle, v.a. im Kindesalter. Also je früher man damit anfängt und dabei beständig bleibt, desto besser. Meine Mutter hatte als Kind nicht so viel Wert gelegt, was evtl. auch am mangelnden Wissen der Eltern lag. Doch das Internet und eben Seiten wie der Ihre, leisten einen sehr wichtigen Beitrag zu dieser Thematik. Klar wenn Kinderzahnspangen tragen müssen, dann vorzugsweise des Kindes Willen, eine herausnehmbare Zahnspange.

Jonas
Antworten 18. Juni 2018

Vielen Dank für diesen hilfreichen Tipps zum Thema Zahnspangen. In der Tat ist es wichtig, auf die korrekte Pflege der Spange zu achten, damit sie auch nach Jahren der "Benutzung" nach wie vor ihre Funktion ausüben kann. Da mein Kind ebenfalls eine Zahnspange benötigt, bin ich auf der Suche nach einem Kieferorthopäden und bin dabei im Internet auf folgende Praxis aufmerksam geworden: https://grinsekatz-kfo.de/nienburg

Sophie
Antworten 27. Juni 2018

Hallo liebe Bea,

vielen Dank für den sehr übersichtlichen Überblick von Zahnspangen.

Ich war letzte Woche mit meiner Tochter beim Zahnarzt. Dieser hat eine schwerwiegende Fehlstellung der Zähne festgestellt. Daher haben wir uns auf die Suche nach einer Gratis Zahnspange gemacht.

Chris
Antworten 23. Juli 2018

Mein Kind ist leider mit etwas "schiefen" Zähnen zur Welt gekommen und benötigt daher eine Zahnspange. Ich persönlich als Erwachsener brauche auch welche, da ich mich um die angesprochene "Schieflage" nie gekümmert habe. Ja, mein Kind hat es offensichtlich von mir vererbt bekommen. Nun kommt mir Ihre Seite sehr gelegen, da ich tatsächlich ratlos bin, was das Thema angeht. Ich dachte eigentlich, dass so etwas von den Kassen übernommen wird, aber danke für den Hinweis, dass das nicht unbedingt der Fall sein muss.

Julius
Antworten 27. September 2018

Sehr relevanter Artikel für mich, da meine Kinder Zähneknirschen haben. V.a. führt das dazu, dass sie nachts nicht schlafen können. Wir sollten am besten einen Kieferorthopäden für Kinder aufsuchen. Vielleicht brauchen sie auch eine Zahnspange.

Bram
Antworten 21. November 2018

Bei Problemen oder Fragen zu den Zähnen sollte man sicherlich immer lieber zu einem Zahnarzt gehen. Dieser kennt sich da am besten aus und kann einem gut weiterhelfen.

Jensz
Antworten 29. November 2018

Toller Artikel, da meine Tochter schiefe Zähne hat. Die Zähne sind leider sehr schief, dass es visuell stark auffällt und ihr daher sehr unangenehm ist. Da wir wahrscheinlich eine Zahnspange besorgen müssen, sind Ihre Pflegehinweise sehr interessant. Daraus entnehme ich, dass ich auch gleiche eine Interdentalbürste holen kann. Doch bevor wir vorschnell etwas unternehmen oder kaufen, sollten wir uns in einer Zahnarztpraxis beraten lassen.

Kristin
Antworten 19. Dezember 2018

Meine Tochter scheint eine Zahnspange zu benötigen aufgrund der Schieflage Ihrer Zähne. Aus diesem Grund kommt Ihr Artikel sehr gelegen. Sie sagen, dass die Krankenkasse die Kosten bei diagnostizierter Fehlstellung übernimmt.

Kristin
Antworten 19. Dezember 2018

Sehr interessanter Artikel, da meine Tochter voraussichtlich eine Zahnspange benötigen wird. Wenn wie Sie sagen, eine offizielle Fehlstellung der Zähne diagnostiziert wird, dann soll das ja die Krankenkasse übernehmen. Wir sollten das am besten mit einem Zahnarzt besprechen.

Selbstklebefolien
Antworten 16. Januar 2019

Leide müssen meine beiden Kinder auch feste Zahnspangen tragen. Hatte auch als Kind eine feste Zahnspange und fand es garnicht so toll.

Lg Mona

Kyra Voight
Antworten 21. Januar 2019

So fängt wohl auch bei uns zuhause die Leier mit der Zahnspange an. Eigentlich wollte unser Kieferorthopäde Emil eine OP vorschlagen, da er aber noch sehr große Angst vor Nadeln hat, konnten wir eine Alternative in einer festen Zahnspange finden. Ich habe ihn zwar bereits vorgewarnt, dass diese Zahnspangen meist länger dran sind als gedacht, die Glitzerversion der lockeren Zahnspange seiner Freundinnen haben es ihm aber angetan. Leider (zum Glück?) ist Emils Fall laut KK eine Zahnfehlstellung Stufe 4 und wir müssen noch weniger als die 20% bezahlen.

Mailin Dautel
Antworten 5. März 2019

Eine Frau in meinem Bekanntenkreis, hat jetzt eine Feste Zahnspange. Sie ist bestimmt gute Mitte dreißig. Ich habe schon seid einer Weil darüber nachgedacht, dass gleiche zu tun. Es ist vielleicht nicht schon als Mutter eine Zahnspange zu haben aber ich mag es auch wenn meine Zähne gerade sind und gepflegt aussehen. Danke für den Hilfreichen Artikel, dieser hat mir wirklich weiter geholfen.

helga
Antworten 4. April 2019

Wegen der Fehlstellung der Zähne wurde uns auch eine Zahnspange empfohlen. Ich weiß noch nicht, wie lange die getragen werden muss. Ich hoffe aber, dass Elisabeth schon bald auf ihre schneeweißen geraden Zähne freuen wird.

Florentin Eilers
Antworten 27. Mai 2019

Meine Tochter war gestern beim Zahnarzt und hat der Arzt ihr empfohlen, um Zahnspange zu benutzen. Sie hat Allergie gegen Metall und braucht sie unbedingt Zahnspange aus anderen Materialien. Gut zu wissen, dass es auch Spange aus Keramik gibt. Ich würde gerne mehr für ihre Gesundheit bezahlen.

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