Ich habe noch nie eine Diät gemacht und werde nie eine machen… aber Intervall-Fasten ist cool


Um Mounias Frage mit der Waage von neulich gleich zu beantworten: Ja, ich habe ein Waage.
Sie gehört aber meinem Mann Oliver und für mich ist sie ist pure Deko im Badezimmer. Ich steige da nie drauf…

Ich gehöre zu den glücklichen Menschen, die ein gutes Verhältnis zum eigenen Körper haben, breitem Popo inklusive! Ja, ich habe ein ordentliches Popo – auch wenn sonst alles andere an mir eher dünn aussieht. Und das ist OK so. Ich sitze meistens viel drauf und das ist gemütlich. Insofern herrscht bei mir und meinem Körper Frieden, jenseits von Kalorienzählen und Kilos im Blick haben.

Was aber bei mir zählt ist Mobilität. Fitness, Leichtigkeit in der Bewegung.

Ich muss hinter einer Straßenbahn her rennen können ohne Probleme. Ich will am Flughafen spät sein können und nicht den Flug verpassen, wenn das Gate kilometerweit entfernt ist. Ich muss locker-leicht vom Fleck kommen. Und inzwischen, nachdem es bei mir auch mit viel gutem Beispiel von Yvonne endlich Klick gemacht hat, ich muss auch meine 30 Min Sport an mind. 5 Tagen pro Woche haben. Also fast immer. Wenn ich viel durch Städte laufe, um sie zu erkunden, dann nicht mehr.

Als ich schon vor langer Zeit den Beitrag über Sarah, die ihr Gewicht halbiert hat, gebracht habe, jammerte ich allerdings über eine kleine Speckrolle am Bauch, als Nachwirkung der damaligen Insolvenz der Tollabox und meiner Trösterei mit rohem Blätterteig… Tja, die ist immer noch da. Sie stört mich nicht wirklich. Aber sie ist da und machmal, beim Rennen, spüre ich das kleine „Gewabbel“ um die Taille. Wenn sie wäg wäre, würde ich sie nicht vermissen, die Speckrolle.

Daher, als mein Mann Oliver die Idee von Intervall-Fasten ins Haushalt brachte, dachte ich: Warum nicht?

Oliver liegt, familiengeprägt, das Thema Schlankheit an und für sich mehr am Herzen als mir… aber für uns beide ist die Gesundheit und Fitness ganz klar im Vordergrund. Wir haben uns schlau gemacht und haben herausgefunden, dass das Intervall-Fasten keine Diät ist, sondern eine Ernährungsweise, die richtig gut tun soll.

Es gibt mehrere Arten von Intervallfasten, die könnt ihr im Internet recherchieren, wenn ihr wollt. Da ich hier niemanden belehren möchte, sondern nur meine eigenen Erfahrungen teile, erzähle ich euch nur das, was ich für mich als passend herausgefunden habe:

Die 8:16 Methode des Intervallfastens ist meine – seit inzwischen mehr als zwei Wochen

Das Prinzip ist: 8 Stunden am Tag esse ich so viel, wie der Hunger hergibt. Und 16 Stunden gönne ich meinem Körper eine Verdauungspause. Diese Pause soll laut diversen Ernährungsexperten gut für die Gesundheit sein:

„Körpereigene Hormonsysteme, die bei der Regulation von Hunger oder Sattheit eine Rolle spielen, tendieren dazu, bei regelmäßigem Essen chronisch zu übersteuern“, sagtAndreas Michalsen, Chefarzt der Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus in Berlin gegenüber der Zeitschrift Stern. Am Beispiel Insulin wird es erklärt: „Essen wir andauernd, gewinnt der Körper seine Energie aus Kohlenhydraten, die in Zucker umgewandelt werden. Als Reaktion auf das Ansteigen des Zuckergehalts im Blut schüttet die Bauchspeicheldrüse Insulin aus. Das Hormon sorgt dafür, dass Glukose in die Zellen gelangt.

Der Blutzucker sinkt nach der Insulinausschüttung zwar wieder. Ist das Auf und Ab stark ausgeprägt, kann das allerdings zu Heißhungerattacken führen. Dauerhaft zu viel Insulin im Blut lässt außerdem die Zellen dem Hormon gegenüber unempfindlich werden. Fachleute sprechen von einer Insulinresistenz, einer Vorstufe von Diabetes. Fasten kann das System wieder ins Lot bringen und die Empfindlichkeit der Zellen gegenüber Insulin erhöhen“.

Und im gleichen Beitrag werden die Arbeiten des Grazer Wissenschaftlers Frank Madeo auch zitiert: Längere Essenspausen stoßen auch einen anderen, günstigen Effekt im Körper an, die sogenannte Autophagie, eine „Müllabfuhr“ in den Zellen. A

Da ich eh morgens nichts runterbekomme und locker erst gegen 12:00 oder gar später Hunger bekomme, ist der Morgen gar kein Problem. Ernährungsexperten, die Intervallfasten befürworten, habe bereits proklamiert, dass die Sache mit dem „Frühstücken wie ein König“ gar keinen wissenschaftlichen Halt hat. Bei mir kam eh vor ganz vielen Jahren heraus, als ich Teil einer klinischen Studie war, dass mein Stoffwechsel eh etwas verzögert ist und ich morgens am besten die Nahrungsaufnahme ganz langsam angehen soll…

Wenn ich um 12:00 die erste Mahlzeit des Tages zu mir nehme, versuche so gegen 20:00 mit dem Abendessen fertig zu sein.

Das Härteste für mich ist, den Mitternachts-Gang zum Kühlschrank sein zu lassen!

Da ich ein Spät-ins-Bett-Geher und Spätaufsteher bin, ist mein mitternächtlicher Genuss-Snack mit leckerem französischen Käse schon schwer wegzulassen… Ich habe aber durchs Intervallfasten festgestellt, dass es sich nicht um Hunger, sondern nur um pure Lust handelte. Und nix gegen Lust, Leute… aber mit dieser Erkenntnis kann ich das schon auf die Zeit verschieben, in der ich essen darf: Nachmittags. Da ich mir nichts aus Kuchen und Süßes mache, ist genau am späteren Nachmittag eine Runde Käse einfach wundervoll!

Die Belohnung des Intervallfastens ist der Geschmack der Mahlzeit, die ich nach den 16 Stunden Pause esse: Grandios!

Richtig mit Hunger nach der längeren Pause zu essen ist ein klasse Erlebnis. Ich nehme Geschmack und Konsistenz der Lebensmittel klarer wahr… Ich bin nicht wirklich der Mindfulness-Meister, aber die ersten Bisse des Tages sind berauschend.

Insgesamt fühle ich mich nach diesen zwei Wochen schon sehr gut. Ich habe den Eindruck, dass es meinem Körper guttut, ich fühle mich fitter und besser. Komme gut vom Fleck. Kalorienzählen finde ich doof – aber Stunden zähle ich gern.

Und habe ich auch abgenommen? Keine Ahnung, ich nutze ja die Waage nicht.

Wollt ihr eigentlich mehr über mein „Intervallfasten-ist-cool“ wissen?

Liebe Grüße,

Béa

P.S. Ich bin gerade in Rumänien unterwegs, also auf Reise… und ich habe gar keine Probleme, das Intervallfasten durchzuhalten.

Und übrigens…

Noch was: Inzwischen habe ich erfahren, dass Intervallfasten auch bei diversen Erkrankungen sehr hilfreich ist, Z.B. bei Multipler Sklerose. Meine Bloggerkollegin von „Staublos“ hat darüber geschrieben: Intermittierendes Fasten bei Multipler Sklerose-Erfahrung

Béa Beste
About me

Schulgründerin, Mutter, ewiges Kind. Glaubt, dass Kreativität die wichtigsten Fähigkeit des 21. Jahrhunderts ist und setzt sich für mehr Heiterkeit beim Lernen, Leben und Erziehen ein. Liebt Kochen, reisen und DIY und ist immer stets dabei, irgendeine verrückte Idee auszuprobieren, meist mit Kindern zusammen.

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2 Kommentare

jennifer-heart
Antworten 4. September 2018

Die Formulierung in der Überschrift suggeriert mir, dass etwas daran falsch sein soll, eine Diät einzuhalten. M.E. bedeutet dies, dass ich mir Gedanken dazu mache, welche Lebensmittel bzw. Lebensmittelgruppen ich, ich in welcher Menge essen möchte. Ich weiß nicht, was daran falsch sein könnte.

    Béa Beste
    Antworten 4. September 2018

    Danke dir für die Anmerkung. für mich war "Diät", wenn ich das bei anderen beobachtet habe, immer gleich "Hungern", deswegen habe ich das so hingeschrieben... Liebe Grüße, Béa

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