Auch ich bin ein Flüchtling


Nachdem ich mich in der Huffington Post bei der Aktion „Liebe Flüchtlinge, gut, dass ihr da seid…“ geäußert habe und es dafür bei Facebook nicht nur tolle Kommentare erhalten habe, habe ich beschlossen, ein wenig von meiner Geschichte zu erzählen. Denn ich bin auch eine Art Flüchtling.

Es war genau am 21. August 1984 als ich wie ein normaler Tourist in eine Lufthansa Maschine von Bukarest nach Frankfurt am Main stieg.
Ich tat wie ein Tourist, hatte scheinbar nur Touristengepäck (jedoch eine Geburtsurkunde in meiner Schuhsohle) und wusste, dass ich mein Land für immer verlassen würde.
Alleine.
Ich war 15 Jahre alt.

Ich war unterwegs zur Familie meiner Halbschwester aus der ersten Ehe meines Vaters. Wir hatten oft telefoniert, ich hatte Fotos von ihr zu Genüge gesehen – aber das Bild, was ich von ihr in Erinnerung hatte, stammt aus der Zeit, als ich ca. dreieinhalb Jahre alt war: Eine junge, große, wunderschöne Frau mit rot-goldenen langen Haaren. Das war kurz bevor sie das Land verlies. Sie wurde Anfang der 70er Jahre von ihrem Bruder, also meinem Halbbruder, den ich nie getroffen hatte, „frei“-gekauft. Er hatte Jahre zuvor seine große Liebe, eine Deutsche, geheiratet und war nach langem Ringen mit den rumänischen Behörden als erster aus der Familie nach Deutschland gezogen.

Es fällt mir nicht leicht, dies hier zu erzählen: Ich stieg ins Flugzeug und wußte, dass ich meine Mutter nie wieder sehen würde. Ich ging in vollem Wissen, dass es kein Zurück gibt. Sie wollte das genau so und ich auch, auch wenn es mir das Herz zerbrach.

Drei Jahre vorher war mein Vater gestorben.
Es ist grundsätzlich eine schlimme Sache, mit nur 12 Jahren seinen Vater zu verlieren, aber er hatte mich darauf gut vorbereitet. Mein Vater war früher der Professor meiner Mutter an der Uni gewesen, er war 27 Jahre älter als sie. Er war 62, als ich auf die Welt kam. Er warnte mich schon seit ich klein war, dass die Kinder im Kindergarten oder Schule ihn für meinen Opa halten würden und bereitete mich vor, selbstbewusst zu einem alten Vater zu stehen. Er sprach mit mir über den Tod. Er erzählte mir, dass er ein volles Leben gelebt und „so gut wie nichts ausgelassen“ hatte. Er hatte die wilden 30er in Paris und Rom mitgemacht, eine Niere verloren und sein Herz mit argen Gewichtsschwankungen, Rauchen und sehr, sehr viel Käse und Rotwein zur später Abendstunde arg malträtiert. Er wollte, dass ich vorbereitet sein würde, wenn sein Herz versagen würde. Als er starb – nach einem zweiten Herzinfarkt – war ich tapfer. Es war traurig und meine Mutter litt sehr, aber ich war von meinem Vater liebevoll vorbereitet worden und kam besser damit zurecht als andere Halbwaisen.

Was ich nicht kommen gesehen habe, war, dass meine Mutter kurz darauf auch erkranken würde.
Unheilbar. Plasmozytom. Zu gut Deutsch: Krebs. Das hat sie mir auch so lange verschwiegen, bis ich anfing zu schnüffeln und ein Diagnosepapier zu einem mit ihr befreundeten Arzt trug, es ihm unter die Nase hielt und die Wahrheit verlangte. Da war ich gerade frisch in der 9. Klasse. Also 14 Jahre alt. Es war ein Schock, der mich schlagartig reifen ließ. Sämtliche pubertäre Verhaltensweisen fielen von mir ab. Seit dem Moment redeten meine Ma und ich Tacheles – offen über die traurige Wahrheit. Ihre Diagnose war ein Todesurteil. Das war grausam. Darauf hatte mich niemand vorbereitet. Ich war doch eigentlich dabei, nach geeigneten Männer für meine Mutter im Freundeskreis zu schauen. Dass sie unheilbar krank war, war nicht Teil des Deals. Liebe Freunde versuchten sich um mich zu kümmern. Ich hörte oft die Beatles mit „Let it be“ und weinte viel. Aber es drohte noch ein weiteres gefährliches Problem.

Im Ceausescu-Rumänien gab es ein Gerücht, was mit Vollwaisen gemacht wird, die fit in der Schule waren.
Es war klar bei der Diagnose meiner Mutter: Ich würde in wenigen Monaten Vollwaise. Das Gerücht, das man sich untereinander zuflüsterte, war, dass Vollweise mit guten Schulleistungen in Spezialanstalten der Securitate landeten und auf die härteste Art zu Spezialisten des brutalen rumänischen Geheimdienstes ausgebildet würden. Ein Vollwaise aus meiner Parallelklasse, dessen Eltern bei einem Autounfall gestorben waren, war danach erklärungslos verschwunden und hatte sie nie wieder bei uns gemeldet. Das machte meiner Mutter und mir große Angst. In meiner Familie und in meinem Freundeskreis hasste man die Kommunistische Partei, die Securitate – alles, was mit dem unmenschlichem Regime zu tun hatte, in dem wir lebten…

…oder besser gesagt in dem wir versuchten, zu überleben.
Es gab nicht immer genug zu essen, Öl und Zucker waren rationalisiert, für Fleisch und gutes Gemüse musste man sich bereits um 2:00 oder 3:00 Uhr nachts in Schlangen anstellen um um 7:00 bei der Eröffnung von Geschäften etwas ergattern zu können. Es gab öfter kein elektrisches Licht (wie oft habe ich im Kerzenlicht Hausaufgaben gemacht) und nicht genug warmes Wasser (ein Tag in der Woche). In Winter saßen wir nur in der Küche, denn Wärme gab es nur aus dem Gasofen dort. Die anderen Räume wie Schlaf- u. Wohnzimmer waren eisig kalt.

Rumaenien_80er_Jahre

1983, Winter: Mit meiner Mutter und einem Freund, der bei der Ausreise geholfen hat, in der Küche beim Gasofen.

Wir mussten als Kinder bei unsinnigen Demonstrationen mitmachen zu Ehren des Diktators Ceausescu und seiner Frau. Dabei mussten wir stundenlang in der Sonne stehen und mit Fähnchen winken – trinken verboten, damit wir nicht aufs Klo müssen. Es gab bei solchen Veranstaltungsorten keine Klos. Wer es nicht aushielt musste sich in die Hose machen.

Wir besaßen keine Reisepässe und konnten nicht über die Grenzen – nicht einmal kurz nach Bulgarien. Nur mit tausend Genehmigungen und ewiger Wartezeit. Da gab es einen vorläufigen Reisepass gegen Abgabe der Geburtsurkunde und wenn man zurück war, erfolgte der Tausch wieder. Wir hatten Angst, politische Witze zu erzählen (taten es trotzdem) und merkten, dass ab und zu Menschen verschwanden, die sich zu sehr aus dem Fenster gelehnt hatten mit Meinungen oder Aktionen. Wir hörten heimlich im Radio „Free Romania“ und wussten, dass unsere Telefonate abgehört und unsere Briefe an Verwandte im Ausland von der Securitate gelesen werden.

Meine Mutter beschloss, dass ich das Land verlassen sollte.
Meine Mutter war in großer Angst, was mit mir als Fünfzehnjähriger ohne Eltern in Rumänien geschehen würde. Sie initiierte, dass meine Schwester aus Westdeutschland mich adoptieren würde und ich aus „humanitären Gründen“ das Land verlassen dürfte. Mein Schwager, der Mann meiner Schwester, wie mein Vater ebenfalls Professor für Architektur, reiste in Dezember 1983 aus Frankfurt zu uns, um die Formalitäten zu erledigen. Der Versuch scheiterte – so nahe Verwandte durften sich nicht gegenseitig adoptieren.

Dann wurde meine Mutter so krank, dass sie sich nicht mehr darum kümmern konnte. Sie reagierte mit einer geistigen Störung auf die Chemotherapie (davon ein anderes Mal mehr). Und die Chemotherapie brachte keine guten Ergebnisse. Zusammen mit meiner Schwester in Deutschland, ihrem Mann, und ganz vielen Freunden von meiner Mutter versuchten wir, mich rüber zu schleusen. Das war ein Kampf gegen die Zeit, denn wäre sie vorher gestorben, hätte ich einen Vormund von der Partei gestellt bekommen (das war offiziell) – und dann wäre eine Ausreise nicht mehr möglich gewesen. Wir entschieden uns für eine ganz normale Touristenreise, nur für drei Wochen während den Ferien zwischen der 9ten und 10ten Klasse. Ich lernte, völlig gelassen Briefumschläge mit Dollars lächelnd über die Theken von Funktionären zu schieben. Jemand aus dem Freundeskreis trug einen noch dickeren Umschlag direkt ins Außenministerium. Ich absolvierte mein Schülerpraktikum während den Ferien (Kartoffelernte) um keine Fragen aufkommen zu lassen.  Dann hieß es: Reisepass ist fertig. Wenn ich nachweisen könne, dass ein geeignetes Transportmittel hin- und zurück vorhanden war, dürfte ich innerhalb von zwei Tagen das Land verlassen. Mein Schwager kaufte ein Lufthansa-Ticket und dann ging alles ganz schnell. Wie diese letzten Tage in Rumänien und der Abschied von meiner Mutter abliefen erzähle ich hier nicht – sind eher Stoff für einen Roman.

Beim Abholen meines Passes beim Passamt wurde ich stundenlang befragt, behielt aber die Nerven. Nur meine Geburtsurkunde musste ich abgeben, ohne die man in Deutschland keine Aufenthaltsgenehmigung bekommt. Mit einem für drei Wochen gepackten kleinen Koffer und einer in letzter Minute mit Bestechungsgeld besorgten Kopie meiner Geburtsurkunde in der Schuhsohle wurde ich zwei Tage später durch die Flughafenkontrollen gelassen und stieg ins Flugzeug. Ich wurde in Frankfurt von der Familie meiner Schwester herzlich empfangen und, so schien es mir, ins Paradies eingeführt… Ihr glaubt nicht wie genial es sich anfühlte, einmal aus voller Kehle auf offener Straße zu brüllen: „Ceausescu ist ein Schwein!“ Außer dass man etwas komisch angeguckt wird, passiert nichts. Oder einen Supermarkt betreten zu dürfen, in dem es alles gibt. Nachts auf beleuchteten Straßen zu gehen. Jeden Morgen mit Warmwasser duschen zu können. Bei den Kindern meiner Schwester anhand von Steiff-Kuscheltieren (unerschwinglich in Rumänien) die Tiernamen auf Deutsch beigebracht zu bekommen. In eine Schule zu kommen ohne Uniformen und politischen Zwang.

Meine Mutter starb eine Woche später.
Auch davon ein anderes mal mehr.

Aber jetzt zu unserem Thema, Flüchtlinge: Was wäre gewesen, wenn ich in Deutschland keine Familie gehabt hätte, die Geld für dicke Funktionärsumschläge geopfert hätte – der ich für immer dankbar bin, dass sie mich aufgenommen hat? Was wäre gewesen, wenn ich damals illegal mit Gefahr für Leib und Leben hätte flüchten müssen, in einem Kofferraum eines Busses versteckt oder durch einen Fluss geschwommen? Was wäre gewesen, wenn die einzige Möglichkeit eine Schlepperbande gewesen wäre, um mich vor einem Securitate-Schicksal zu bewahren? Und was wäre gewesen, wenn es Diskussionen gegeben hätte:

War ich ein politischer Flüchtling? Die Sache mit der Securitate war kein Fakt sondern eine Gefahr.

War ich ein Kriegsflüchtling? Der kalte Krieg galt nicht als Krieg.

War ich ein Wirtschaftsflüchtling? Meine Mutter wollte, dass es mir gut ging, und ich natürlich auch.

Hätte man mich zurück geschickt?

Ich war ein Kind, das eine bessere und sichere Zukunft suchte. 

Ich habe sie gefunden. Ich habe die Sprache gelernt, Abitur gemacht, studiert, geheiratet, ein Kind bekommen, gearbeitet, Schulen gegründet. Was damals ein Traum schien ist jetzt meine Gegenwart.

Wie viele Kinder, deren Eltern für sie eine bessere Zukunft suchen, sind da draußen in den Flüchtlingslagern? Wenn ihre Eltern noch dabei sind, um so besser für sie.

Ich sage es hier noch mal, wie in der Huffington Post: Flüchtlinge bringen Mut mit, Mut zur Veränderung und Mut zum Lernen. Sie haben sich aus einer Situation befreit, die nicht tragbar war. Sie haben keinen leichten Weg eingeschlagen. Sie haben sich mutig aufgemacht und nehmen es mit einer neuen Kultur und einer neuen Sprache, mit neuen Menschen und einem unbekannten Lebensstil auf. Davon können wir als Gesellschaft lernen – und selbst mutiger sein und auf sie zukommen. Dann entwickeln wir uns gemeinsam weiter. So funktioniert Fortschritt.

Ich freue mich über Kommentare, die respektvoll bleiben. Und wenn ihr etwas mehr von mir wissen wollt, fragt ruhig. Ich kann euch gern auch mehr von damals erzählen, wenn ihr wollt.

Wenn ihr helfen wollt: Macht euch vor Ort schlau, wie man den Flüchtlingen helfen kann. Und macht hier mit: http://1000malwillkommen.tumblr.com/

Diese Geschichte ist übrigens in diesem Band erschienen, dessen Erlös komplett an die Spendenaktion geht:

 

beabeste
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102 Kommentare

Mama Schulze
Antworten 8. August 2015

Liebste Béa, vielen Dank für Deinen Miut, Deine Geschichte mit uns zu teilen! Sie zeigt- wie die vielen anderen - dass die Menschen, die dahinter stehen unser Land bereichern, uns inspirierten und vor allem, dass wir alle stolz auf unser sicheres und freies Land sein können. Wir sollten uns immer wieder bewusst machen, dass nicht alle Menschen in so einem tollen Land leben dürfen und uns dabei fragen, was wäre, wenn es uns getroffen hätte. LG JuSu

    beabeste
    Antworten 8. August 2015

    Lieben Dank für diese schöne Antwort, liebe Ju.. Das ist genau die Schlussfolgerung, die hervorrufen möchte! Liebe Grüße, Béa

      Tanja
      Antworten 9. August 2015

      Ich bin in den 80ern aus Ungarn gekommen, da war ich 14. Obwohl es da nie so dramatisch war (ich sag ja immer, Ungarn war das westlichste Land des Ostblocks). Hier war Familie und darum konnte ich her. Oft habe ich mich gefragt, ob es nicht zuhause schöner gewesen wäre. Dieses anonyme des Westens, ich habe mich nie dran gewöhnt.

        beabeste
        Antworten 9. August 2015

        Oh, ich verstehe dich! Ich habe hier aber die Erfahrung gemacht, dass der erste Schein oft trügt... meine besten Freundin ist so norddeutsch, wie man nur norddeutsch sein kann und sie ist ein HERZ von Mensch!

Vivi
Antworten 8. August 2015

Danke für diesen Artikel, liebe Béa! Dass du eine unglaublich starke Frau bist, das merkt man sofort, wenn man mit dir zu tun hat. Nach diesem Posting weiß ich nun auch, wieso. Hut ab, dass du deine Geschichte öffentlich gemacht hast!!! Danke!

    beabeste
    Antworten 8. August 2015

    Vielen Dank, liebe Vivi - jede von uns ist stark auf ihre Weise! <3

MiA
Antworten 8. August 2015

Ein ergreifender Artikel, liebe Bea. Mein Mann ist auch in Rumänien aufgewachsen, war aber Deutscher dort und hatte unter anderen Repressalien zu leben. Er kam erst, als der eiserne Vorhang gefallen ist. Also eher kein Flüchtling im eigentlichen Sinne, sondern ein "Spätaussiedler", wie man sagt. Es ist gut, diese Geschichte zu lesen, sie zeigt die andere, traurige und verzweifelte Lage, in der viele Flüchtlinge - wenn auch mit anderem Hintergrund - stecken. Uns geht es so gut hier, wir sollten lernen zu teilen. Gerecht sollte es aber auch zugehen und es sollte vor allem denen geholfen werden, die direkt von Verfolgung, lebensbedrohlicher Armut und Krieg bedroht sind. Grenzen sollte es nur geben, wenn Menschen versuchen, sich hier Leistungen zu erschleichen.

    beabeste
    Antworten 8. August 2015

    Lieben Dank für dieses schöne Kommentar - ich freue mich immer, wenn das zum Nachdenken bringt. Liebe Grüße an deinen Mann!

Karolin
Antworten 8. August 2015

Liebe Bea, vielen, vielen Dank für diesen wundervollen Einblick. Deine Worte sprechen eine ganz einzigartige Sprache und bedürfen keinerlei Ergänzung. Deshalb von Herzen einfach: Dankeschön. Viele Grüße Karolin

    beabeste
    Antworten 8. August 2015

    Und Danke dir für diese Rückmeldung - es bedeutet mir viel, wenn meine Zeilen Einklang finden! Liebe Grüße, Béa

Schoki
Antworten 8. August 2015

Liebe Bea, ich habe einen Kloß im Hals. Ich habe mir vorgestellt, wie es für dich gewesen sein muss und welche Gefühle du haben musst, wenn du auch heute noch daran denkst. So etwas vergisst man niemals.
Danke, dass du so offen bist, und ich bewundere dich für deine heutige Persönlichkeit, so viel ansteckende Freude und Energie, die du an andere weitergibst. Toll, toll, toll!!!

    beabeste
    Antworten 8. August 2015

    Lieben Dank - ich weiß, es ist nicht einfach, von so einem Schicksal zu lesen, doch vielleicht kann es etwas bewegen... Wir wir mit Menschen, mit Schicksalen und auch mit uns selbst umgehen. Danke, dass du mir das mitgibst!

Vany
Antworten 8. August 2015

Liebe Béa,

ich danke Dir von Herzen für Deine Offenheit und diesen Artikel!
Besonders der letzte Absatz trifft es absolut auf den Punkt.
Es ist abscheulich, was in diesem Land in den Köpfen vor sich geht.
Niemand kann etwas für die Situation, in die er hineingeboren ist. Weder die Menschen, die den Mut fassen ihr Land zu verlassen, noch wir, die einfach mal Glück gehabt haben. Das können wir uns allerdings nicht aufs eigene Blatt schreiben und das nur für uns beanspruchen.
Ich werde Deinen Artikel auf meiner Seite teilen, damit möglichst viele Menschen von Deiner wundervollen Sichtweise und traurigen Geschichte profitieren!
Liebste Grüße,
Vany

    beabeste
    Antworten 8. August 2015

    Lieben Dank Vany, das ist eine wunderschöne Rückmeldung, und sie bedeutet mir viel. Auch das Teilen! Ganz viele liebe Grüße, Béa

Sandra
Antworten 8. August 2015

Liebe Bea,
vielen Dank für deinen Artikel und deinen Mut uns deine Geschichte zu erzählen.
Es ist so traurig, was auf der Welt passiert und wieviele dumme und ignorante Menschen es da draußen gibt. Ich schäme mich wirklich, wenn ich die hasserfüllten Beiträge bei Facebook lese.

Vielen Dank, dass DU hier bist und uns alle bereicherst.

-Sandra

    beabeste
    Antworten 8. August 2015

    Vielen Dank, liebe Sandra! ich glaube daran, dass wir mit Mut und Liebe die Kraft haben, den Hass abzuwehren. Liebe Grüße, Béa

naz
Antworten 8. August 2015

liebe Bea,
Die Geschichten von Flüchtlingen finde ich schon schwere genug um in diesen Tagen weiter lachen zu können... Deine hat mich zum weinen gebracht. Ich kann mir nicht vorstellen, was du als Teenager alles erlebt hast. Ich freue mich, dass es Menschen wie du gibt. ganz liebe Grüße, Naz

    beabeste
    Antworten 8. August 2015

    Liebe Naz, danke dir für diese lieben Worte! Liebe Grüße, Béa

Steffen
Antworten 8. August 2015

Es kostet Zeit, einem Flüchtling Aufmerksamkeit zu schenken, die Bedürfnisse zu erfahren und zu helfen.
Was im Gegenzug geschieht ist so viel mehr: Dankbarkeit, Lebenswille, Mut zur Gestaltung einer gerechteren, besseren Welt.
Ich freu mich, dass ich die Möglichkeit hab, dir heute so zu begegnen, wie wir das schon einmal kurz erleben durften. Und du selbst bist mit all dem, was du geschaffen hast, der beste Beweis dafür, wie viel eine Integration Bedürftiger für alle bewirken kann.
Danke für den tollen Beitrag! <3

    beabeste
    Antworten 8. August 2015

    Danke dir, lieber Steffen, für diese Rückmeldung. Ja, es kostet Zeit - und ich bin allen Menschen dankbar, die sich diese Zeit für mich genommen haben. Meine Familie, Freunde, auch ganz viele Lehrer. Auch ein schönes Blogthema, findest du nicht? Menschen, die mir Zeit geschenkt haben... Liebe Grüße, Béa

      Schoki
      Antworten 9. August 2015

      Ja, schönes Thema! Oder auch "Menschen, die einen Eindruck bei mir hinterlassen haben (auch wenn man nur kurze Zeit mit demjenigen hatte)".

Ruhrmama
Antworten 8. August 2015

Liebe Bea, dein Bericht hat mich aufrichtig berührt. Es ist so gut und wichtig, zu zeigen, was es persönlich bedeutet ein Flüchtling zu sein. Dass niemand diesen Weg wählt, um ein anderes Land auszubeuten, sondern aus Verzweiflung. Manch einer ist vielleicht auch selber mehr Flüchtling als er denkt. So ist z.B.meine Großmutter ein deutsch-deutscher Flüchtling gewesen. Die meisten Familien haben rückverfolgt in irgendeiner Form Migrationsgeschichte in der eigenen Familie. Umso schwerer zu verstehen, wie dumm und hässlich manche Kommentare sind, die du erhalten hast. Mach bitte weiter so!
LG Ruhrmama

    beabeste
    Antworten 8. August 2015

    Liebe Ruhrmama, heute Abend habe ich keine blöden Kommentare mehr bekommen - sondern nur gute und respektvolle! Wie deine Rückmeldung - vielen Dank dafür! liebe Grüße, Béa

Nadine M
Antworten 8. August 2015

Liebe Bea,
auch ich bin sehr berührt von Deiner Geschichte. Ich bin sehr froh, dass Du es damals nach Deutschland geschafft hast und Dir Deine Energie, Kreativität und Deine positive Ausstrahlung hast bewahren können - trotz des Verlustes Deiner Eltern und Deines Zuhauses.
Gern würde ich mehr über Deine Vergangenheit erfahren. Ist Deutschland Deine "Herz"-Heimat geworden? Hast Du noch Verbindungen nach Rumänien?
Ich drück Dich mal ganz fest!

    beabeste
    Antworten 9. August 2015

    Lieben Dank - auch für die Fragen, Stoff für einen neuen Beitrag. Ganz schnell: Ich fühle mich als Europäer - Deutschland ist ein Teil davon, ich merke aber, dass ich gern hier bin, aber auch gut in Paris, Rom, Barcelona... etc. leben könnte. Sobald ich auf den anderen Kontinenten bin, merke ich, dass Europa ganz sicher meine Herzheimat ist.
    Und: Ich habe keine Familie mehr, aber noch einige wenige gute Freunde in Rumänien.
    Dicker Drücker zurück!

Silke
Antworten 8. August 2015

Liebe Bea,
Danke für dein Teilen!
Es hat mich bewegt und inspiriert und neugierig gemacht auf deinen Roman. Ich möchte dich ermutigen, ihn zu schreiben. Du hast etwas zu sagen.
Ich selbst kann nur sagen, dass ich vermutlich nicht auf der Welt wäre wenn meine Mutter mit ihrer Familie nicht so viel Glück gehabt hätte, auf der Flucht vor den Nazis in Deutschland immer wieder Menschen zu finden die ihnen Unterschlupf gewährt haben bis sie über der Grenze bei den Allierten waren. Vielleicht schreibe ich dazu auch etwas.
Gerade war ich auf dem Ceöebrate Life Festival. Eine systemische Aufstellung zu der Flüchtlingsthematik hat mich sehr berührt, das Leid war real im Raum. Wie einfach ist es eigentlich Flüchtlinge bei sich aufzunehmen?
Liebe Grüße
Silke

    beabeste
    Antworten 9. August 2015

    Liebe Silke, vielen Dank für deine Ermunterung. Ich werde mit kleinen Schritten anfangen: Ich werden noch einige Episoden hier im Blog schreiben, und vielleicht fügt sich das zu einem Buch. Die Fluchtgeschichte deiner Familie scheint aber auch erzählenswert sein. Wenn du einen Gastbeitrag verfassen möchtest, sei mein Bloggast! Liebe Grüße, Béa

Sylva Brit
Antworten 9. August 2015

Liebe Bea,
ich danke dir für deinen Mut und deine klaren Worte. Wir alle möchten in Würde, Respekt und Freiheit ohne Angst vor Gewalt, um unser Leben oder das unserer Lieben leben. Einfach leben.
Die Menschen, die zu uns kommen, sind nicht DIE Flüchtlinge. Es sind Menschen wie DU und ICH. Mit Sehnsucht nach Einem glücklichen Leben. Und das muss sein dürfen.
Umarmung
Sylva

    beabeste
    Antworten 9. August 2015

    Liebe Sylvia, genau darum geht es - und genau durch menschliche Geschichten können wir überzeugen! Liebe Grüße, Béa

Feli
Antworten 9. August 2015

Liebe Bea,
Christoph und ich sind sehr berührt von deiner Geschichte und wir danken dir dafür, dass du sie mit uns teilst. Das erfordert viel Mut und Kraft. Unsere Bewunderung hast du!
Liebe Grüße von uns beiden

    beabeste
    Antworten 9. August 2015

    Lieben Dank, ihr beiden, für diese schöne Rückmeldung! Liebe Grüße, Béa

Micha
Antworten 9. August 2015

Liebe Bea, danke für diesen wunderbaren und berührenden Beitrag. Mit welcher Kraft und welchem Mut du damals handeln musstest! Das lässt ein bisschen erahnen, was für liebevolle Eltern du hattest, die den Grundstein für diese Stärke gelegt haben. Danke fürs Teilhaben lassen.
LG, Micha

Marsha
Antworten 9. August 2015

Wow, ich sitze hier mit Tränen in den Augen. Das liest sich wie ein Krimi und ist doch Wirklichkeit. Danke Bea, dass du und Einblick gegeben hast.
Ich kenne hier auch einige Ex-Flüchtlinge. Und das sind ganz herzliche hilfsbereite und gebildete Menschen. Menschen wie du und ich. Deshalb ist es für mich auch so beschämend, was hier gerade in Deutschland passiert.

    beabeste
    Antworten 9. August 2015

    ich hoffe, dass wir das ändern können! danke für diese schöne Rückmeldung!

JesSi Ca
Antworten 9. August 2015

Kit dicken rollenden Tränen lese ich Deine Geschichte. Du hast nix ein Geheimnis daraus gemacht aber es so detaliert zu lesen zieht mir die Schuhe aus und erfüllt mich mit Dankbarkeit.
Dankbarkeit das wir Dich kennen dürfen und uns von einer inspirierenden Art erfüllen lassen dürfen. Dankbarkeit für das Privileg das wir anders leben dürfen. Dankbarkeit das wir Deine Kraft spüren dürfen und sie auf uns strahlt. Dankbarkeit und Ehrfurcht vor Deiner Stärke und der unendlichen positiven Art Deines Gemüts! Du bist wahrlich ein starker und wundervoller Mensch!
Dankbarkeit das es Dich gibt!!!!!!!!!

Nun werde ich zu meinem Kind gehen und sie einfach drücken. Und nach einem Ausflug mit der Familie werde ich meinen Artikel fertig schreiben - vielleicht sogar überarbeiten.

Béa ich drücke Dich voller Dankbarkeit!
JesSi und die kleine Motte

Minza will Sommer
Antworten 9. August 2015

Hallo Béa, Deine Geschichte berührt mich sehr.

Was für ein Vater, was für eine Mutter, was für eine Familie, was hast Du geschafft!

Das Leid, das Kinder zu schnell erwachsen macht. Die Fragen die Du stellst. Wer "darf" fliehen ? Eine reale Frage und so absurd. Wem gehört das Glück? Das Glück von freier Entfaltung. Jedem und keinem.

Ich habe hunderte noch unbeantwortete Fragen, aber eine blitzklare Haltung. WIR müssen das schaffen. Ein Klima, in dem Ängste und Unsicherheiten auf Seiten der Geflohenen und Aufnehmenden gehört, miteinander getragen und in der Mehrzahl gelöst werden.

Danke Dir!
Maren

    beabeste
    Antworten 9. August 2015

    Liebe Maren, danke DIR für deine schönen Gedanken hier. Ja, es liegt an uns allen!

Jürgen
Antworten 9. August 2015

Danke für die offenen Wort!

Meine Eltern haben 1991 den Entschluss gefasst Rumänien (Sibiu) endgültig zu verlassen, da war ich 15. War nicht immer eine einfache Zeit. Aber: man lernt so viele Menschen kennen, die einfach nur helfen wollen. Die nicht fragen: wann zieht ihr wieder zurück, oder was wollt ihr eigentlich hier. Ein Geschenk des Lebens.

    beabeste
    Antworten 9. August 2015

    Lieber Jürgen, diese Menschen sind ein Geschenk - lass uns dafür sorgen, dass es möglichst viele davon gibt! Die Mehrzahl. Liebe Grüße, Béa

      Jürgen
      Antworten 10. August 2015

      Gerne. :-)

      Liebe Grüße,
      Jürgen

Familie & Freizeit
Antworten 9. August 2015

Liebste Béa,
ich habe deinen Beitrag gestern Abend angefangen zu lesen. Es war schon ziemlich spät und ich war sehr müde. Nach den ersten drei Sätzen konnte ich nicht mein Handy nicht mehr weglegen. Ich musste einfach den Beitrag lesen und ich musste wissen, was damals geschah. Ich war gefesselt von deiner Geschichte und spürte, wie sich mehr und mehr ein mein Hals zusammen schnürte und ich Hals trocken wurde. Mein Herz schlug schneller und mir es kullerten ein paar Tränen.

Vielen Dank für deinen Mut, deine ehrlichen Worte und deine Tapferkeit in dieser schwierigen Zeit. Danke, dass du dein Geschichte mit uns teilst.

Ich bin so froh, dass ich Dich durch Zufall im Internet entdeckt habe und freue mich immer wieder neues von Dir zu hören oder auch zu sehen. Danke, dass uns unser Leben bereicherst. Du bist eine sympathische, hübsche und strake Frau. Ein Vorbild - und ich möchte, dass sich viele eine "Scheibe" von Dir abschneiden.

Deine Eltern können wirklich stolz sein so eine Tochter wie dich zu haben! Du bist ein wunderbarer Mensch und ich bin mir ganz sicher, dass sie mit einem Lächeln auf Dich runter schauen.

Danke liebe Béa, danke!
Fühl dich ganz fest umarmt!
Liebe Grüße, Geli

    beabeste
    Antworten 9. August 2015

    Liebe Geli, was für eine wunderschöne Rückmeldung! Und das mit dem Lächeln ist so schön, so tröstlich... genau auch mein Gefühl zum Thema Tod. Danke dir! <3

    Familie & Freizeit
    Antworten 9. August 2015

    Ich sehe jetzt erst, was ich da geschrieben habe. xD
    Da waren meine Gedanken wieder schneller, als meine Finger. ;)

Holger
Antworten 9. August 2015

schön, dass du hier bist ...

Eva
Antworten 9. August 2015

Liebe Bea,
ich bin sehr berührt und dir auch sehr dankbar, denn in der Presse war es ja in den letzten Tagen zu verfolgen: LaGeSo Berlin. Die Missstände dort versuchen wir von "Moabit hilft!" mit Berlinern zu verbessern. Solche authentische und berührende Geschichten wie deine helfen hoffentlich, dass sich die Herzen und die Köpfe ein wenig mehr öffnen. Genau deinen Gedanken, den du am Schluss schreibst, teile ich sehr: es kommen ganz besondere Menschen!
Liebe Grüße
Eva

    beabeste
    Antworten 9. August 2015

    Liebe Eva, genau deswegen habe ich es aufgeschrieben. Um dem Thema ein Gesicht zu geben, eine persönliche Geschichte - was jeder von den Menschen dort hat. Liebe Grüße und Danke! Béa

Petra
Antworten 9. August 2015

Liebe Bea,
ich bin entsetzt, was für Kommentare du dir bei FB eingefangen hast, entsetzt, was für ein egozentrisches, menschenverachtendes Denken in der Mitte der Gesellschaft angekommen zu sein scheint.
Umso mehr Hochachtung habe ich vor deinem Mut, deine sehr persönliche Geschichte zu erzählen. Wie FB zeigt, brauchen wir viele solcher Geschichten gegen den Hass. Ich hab sie darum weiterempfohlen - dir ein warmes Dankeschön,
Petra

    beabeste
    Antworten 9. August 2015

    Liebe Petra - diesmal ganz ganz wenig! Die meisten Kommentare zu meiner persönlichen Geschichte sind anders! Lieben Dank für das, was du schreibst - das gibt mir Hoffnung und ganz viel zurück! Liebe Grüße, Béa

Judith
Antworten 9. August 2015

Auch ich bin in Rumänien geboren und auch wir sind aus Rumänien geflohen. Ich erinnere mich an Familienfeiern, bei denen die Telefone und Steckdosen mit dicken Kissen abgedeckt wurden, aus Angst, abgehört zu werden. Ich lernte früh, was der Zeigefinger auf dem Mund und ein "Pssst" bedeuten. Niemals, so haben wir gelernt, durften wir abschätzig über Ceausescu sprechen, denn man wusste nie, wer mithört. Manchmal besuchte uns der Bruder meiner Mutter und brachte Bananen und Orangen mit, die er uns direkt aus seinem Kofferraum herausgab, weil wir es nicht erwarten konnten. Am Badetag mussten wir alle schnellschnell hintereinander baden, weil wir so wenig warmes Wasser hatten. Meine Eltern lebten in ständiger Angst, haben aber versucht, das so gut wie möglich, vor uns Kindern zu verbergen.

Dann kamen wir, nach vielen Jahren der geheimen Vorbereitung, Mitte der 80er Jahre nach Deutschland. Und wir wurden mit offenen Armen empfangen. Wir haben Kleider geschenkt bekommen und die Lehrer haben sich in der Schule rührend um mich gekümmert. Meine Eltern haben schnell Arbeit und eine Wohnung gefunden, meine Geschwister und ich haben ruckzuck Deutsch gelernt. Später haben wir Abitur gemacht, studiert, geheiratet, Kinder bekommen, Jobs gefunden, Wohnungen gekauft usw. Deutschland war damals gut zu uns. Deshalb schäme ich mich heute umso mehr für das, was derzeit in Deutschland passiert.

Waren wir damals Flüchtlinge? Oder Spätaussiedler? Keine Ahnung und ist doch eigentlich auch völlig egal. Heute sind wir alles Deutsche - eine große Familie mit vielen Tanten, Onkels, Cousins, Cousinen usw. über ganz Deutschland verteilt.

    beabeste
    Antworten 9. August 2015

    Danke, dass du das hier auch teilst und meine Erinnerungen noch mal entfachst (Orangen! Bananen!.... und traurigerweise dicke Kissen... ) - wir sind alle Menschen, und so sollten wir uns verhalten :-)

Carmen
Antworten 9. August 2015

Liebe Bea,
vielen Dank für deinen offen und berührenden Bericht. Klar frage ich mich manchmal auch, wie wir denn die aktuellen Massen schultern sollen. Und dann denke ich zurück an die Mitte 90er mit den Massen an Balkanflüchtlingen, die gleichzeitig immer noch bestehende Ost-West-Bewegung innerhalb Deutschlands und an die vielen Vertriebenen nach 45 (zu denen auch die Familie meines Schwiegervater gehörte), die in ein zerbombtes Deutschland kamen. Das alles haben wir (gemeinsam) gemeistert!

    Carmen
    Antworten 9. August 2015

    Und auch wenn ich es in meinem Beitrag zur Blogparade "Kultur ist für mich..." nicht SO deutlich angesprochen habe, aber im Grunde zielte ich mit meinen philosophischen Gedanken zu Kulturwurzeln und Kulturwandel auch darauf ab, dass vieles, was heute an fremdenfeindlichen Kommentare in den sozialen Netzwerken und an Stammtischen zu finden und zu hören ist, auf eine eigene Unsicherheit auf Grund mangelnde Information und Hintergrundwissen zur eigenen Kultur zurück zu führen ist. Und das ist so verdammt schade und auch tragisch!
    http://blog.erlebnisarchaeologie-bayern.de/mein-beitrag-zur-blogparade-kultur-ist-fuer-mich/

    beabeste
    Antworten 9. August 2015

    Mit Gutwill und Kreativität lässt sich alles bewältigen!

Noch ne Muddi
Antworten 9. August 2015

Deine Geschichte hat mich total gefesselt beim Lesen. Danke dafür! Hatte eine Gänsehaut. Es ist immer wieder gut, vor Augen geführt zu bekommen, wie gut wir es hier haben und das Menschen unsere Hilfe brauchen. Ich bin letztens mit einer Frau ins Gespräch gekommen, die hilflos mit einem Baby auf dem Arm im DM stand und aufgrund der fehlenden Sprachkentnisse, nicht wusste, was sie ihrem Kind an Gläschen kaufen musste. Sie stand völlig überwältigt vor der großen Auswahl und wusste nicht, was sie kaufen muss, weil in ihrem Land Kinder anders ernährt werden, dies im Flüchtlingsheim so aber nicht möglich ist. Fast eine Stunde habe ich Gläschen erklärt, übersetzt und mit Händen und Füßen Fragen zur Beikost, Abstillen und den richtigen Windeln erklärt. Sie hat vor Dankbarkeit fast geweint und ich hinterher auch, weil ich es erschreckend fand, dass sie so überwältigt und gerührt war, Hilfe zu bekommen. Sie hat mich umarmt und gedrückt. Ich hab ihr für weitere Fragen meine Nummer gegeben, aber sie hat sich nicht mehr gemeldet. Vielleicht versuche ich mal, sie ausfindig zu machen, obwohl das wohl schwierig wird, weil ich nichts von ihr weiß. Deine Geschichte hat mich aber jetzt wieder darauf gebracht....Danke!

Maria
Antworten 9. August 2015

Das Buch mit deiner ganzen Geschichte würde ich dann gern lesen. ;)
Danke.

    beabeste
    Antworten 9. August 2015

    Lieben Dank! machen wir mal langsam... erstmal noch vielleicht 2-3 Blogbeiträge mit Erinnerungen hier... ganz bald.

Anni
Antworten 9. August 2015

Wow Respekt dass du den Mut hast deine Geschichte zu erzählen trotz der ganzen Idioten die in Deutschland momentan Grade rumlaufen. Oder vielleicht Grade deshalb.
Ich kriege Grad echt Tränen in den Augen wenn ich das so lese. Du bist so eine toughe und lustige Frau dienende Menge Lebensmut rüber bringt. Nie hätte ich gedacht dass sich solch eine schlimme Geschichte dahinter versteckt. Umso bemerkenswerter ist das, was du aus deinem Glück gemacht hast. Du kannst echt stolz auf dich sein

    beabeste
    Antworten 9. August 2015

    Lieben Dank - schönes Feedback, tut gut! Und wenn es hilft, wenigstens einige wenige unentschiedene Menschen zu mehr Fremdenfreundlichkeit zu bewegen, dann ist es klasse!

Evelyn
Antworten 9. August 2015

Mein Vater ist auch von der Securitate geflohen. Ich bin sehr stolz auf seinen Mut. Bitte erzähle uns mehr davon, wie das Leben für dich war unter Ceauscescu, und natürlich über deine letzten Tage!

Viola (KinderKichern)
Antworten 9. August 2015

Liebe Béa!
Ich war beim Lesen gerade sehr bewegt. Meine Mutter ist auch an Krebs gestorben und so ein Verlust allein ist ist schon schlimm genug. Aber in dieser Situation auch noch ein neues Leben in einem anderen Land anzufangen, verlangt eine Menge Mut. Auch wenn du natürlich froh warst, dass du aus dem Land gelangen konntest. Ich finde, man sollte sich bei allen Flüchtlingen vor Augen halten, dass jeder Einzelne zum Glück einer Gefahr entgangen ist. Wenn ich Kommentare lese wie: "Die bekommen ja alles, jetzt fahren die Kinder sogar mit Fahrrädern rum.", zweifele ich an unserer Gesellschaft. Wohin soll das führen, wenn jeder nur das Schlechte in anderen sieht und auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist? Hier geht es um MenschenLEBEN und das sollte doch wohl immer an erster Stelle stehen!
Vielen Dank, dass du deine Geschichte aufgeschrieben hast. Ich hoffe sehr, das öffnet dem ein oder anderen die Augen!
Liebe Grüße, Viola

Andrea
Antworten 10. August 2015

Liebe Bea,

wow, was für eine ergreifende Geschichte! Ich hab glatt Pipi in die Augen gekriegt.
Was Du mitmachen mußtest, ist gefühlsmäßig kaum nachzuvollziehen.

Ich weiß, wie es ist, geliebte Menschen zu verlieren, es zerreißt einem das Herz und man hat das Gefühl, daß es nie wieder heilen wird. Die Wunde heilt eines Tages, aber Narben werden immer da sein und sie schmerzen ab und zu, mal mehr, mal weniger.

Ich bewundere Dich sehr für Deine Stärke. Gibt´s Du mir was davon ab, bitte? (Richtig formuliert? ;-) )

Also Bea, mach weiter so! Bleib die tolle Frau, die Du bist und ignorier die ganzen Idioten!!! :-)

Lieben Gruß
Andrea

    beabeste
    Antworten 12. August 2015

    Liebe Andrea, in der Tat habe ich auf meine Geschichte nahezu ausschließlich schöne Meldungen erhalten - so wie deine! Und ich gebe am liebsten an ganz viele Leute Mut, Freude am Leben und Zuversicht ab! Denn diese vermehren sich, wenn man das tut! Liebe Grüße, Béa

Karin
Antworten 10. August 2015

Liebe Béa,
auch ich bin Ausländerin! Allerdings hatte ich das große Gluck mit meiner ganzen Familie aus Rumänien ausreisen zu dürfen - nach 12 Jahren zermürbender Kämpfe meines Vaters mit den Behörden und bedrohlichen und erniedrigenden Situationen durch die Securitate. Ich war 15. Und jeden Tag sehe ich diese armen Menschen, die verzweifelt ihr Land verlassen. Eine menschliche Katastrophe! Und dann gibt es Menschen, wie den Erlanger Busfahrer, der zum Mikrofon greift und eine Gruppe von Ausländern in seinem Bus begrüßt: "Auf einmal greift der Busfahrer zum Mikrofon und sagt im breitesten Fränglisch: ,Excuse me Ladies and Gentlemen, from all over the world in this Bus – I want to say something. I want to say welcome. Welcome to Germany, welcome to my country. Have a nice day!’" Ist das nicht großartig? Mehr davon, bitte!
Liebe Grüße, Karin

    beabeste
    Antworten 12. August 2015

    Liebe Karin, das ist eine spannende Geschichte und dass wir das gemeinsam haben, mit 15 nach Deutschland gekommen zu sein finde ich klasse, hier zu erfahren - Danke für deine Rückmeldung - die Busfahrer-Ansage ist einfach so schön! Liebe Grüße, Béa

cittney
Antworten 10. August 2015

Du bist wundervoll. Wenn ich meinen fünf Monate alten Sohn im Arm habe, so wie jetzt (auch wenn er nir gerade den Nerv raubt-verdammter fünfter Monat), wünsche ich mir das jedes Kind und jeder Erwachsene so ein privilegiertes, ruhiges und angstfreies Leben führen kann. Jeder hat das verdient und jeder hat und umso mehr jeder der dafür kämpft, liebe Menschen zurück lässt oder lassen muss, um eine Perspektive zu haben. Wir haben nur ein Leben, zumindest nach meiner Auffassung, und das sollte ein Glückliches sein. Und Glück ist für Jeden etwas eigenes und ganz individuelles.

Birgit Geistbeck
Antworten 11. August 2015

Danke, liebe Bea, dass du diese Geschichte, deine Geschichte mit uns geteilt hast. Sie berührt mich sehr.

Danke für deinen Mut, sie mit uns zu teilen.

Ich werde sie weiter teilen.

Kathrin
Antworten 11. August 2015

Deine Kindheit erinnerte mich so sehr fast 100 %ig an meine, ich bin deutsch jedoch in Ostdeutschland (Dresden) geboren und aufgewachsen, dealte also mit Kommunismus und mundtod machen wie Du. Nur sagen was man in den Mund gelegt bekommt, keine Reisepaesse, keine anderen Laender, verbotene Radiosender im Busch im Park anhoeren waehrend 2 Freunde von uns Schmiere stehen mussten. Ich kenne es wenn man einmal im Jahr 10 Stunden fuer Bananen ansteht, den Ausweis vorzeigen muss um pro Person eine Banane zu bekommen, die meissten Fruechte die wir heutzutage kaufen kannten wir nicht, weder vom Aussehen noch vom Namen her ... wir nehmen alles als so selbstverstaendlich hin und vergessen dabei dass wir diesem ganz klitzekleinen minimalen gluecklichen Teil der Menschheit angehoeren, die alles und noch mehr haben was man zum Leben braucht und trotzdem wird immer nur unzufrieden herum gemault. Ich bin dankbar fuer alles was ich habe, vergesse niemals woher ich komme und gebe diese Dankbarkeit auch an meine Kinder weiter.

    beabeste
    Antworten 12. August 2015

    Wenn uns davon eine große Wertschätzung bleibt, was wir hier haben, und wir das weitergeben können - ist das gut! danke für deine Rückmeldung!

    Fussel
    Antworten 22. September 2015

    Auch wenn bei uns so einiges nicht erlaubt war, das Leben in der DDR war bei weitem nicht mit den Zuständen in Rumänien zu vergleichen. Dagegen hatten wir es traumhaft, trotz aller Probleme!

Lilia
Antworten 12. August 2015

Ich habe deine Geschichte gern gelesen. Obwohl sie kich traurig macht. Traurig, weil ich die Geschichte kenne. Ich bin in Bulgarien aufgewachsen, aber seit vielen vielen Jahren in Deutschland. Nicht jeder kann unseren Weg verstehen, das habe ich seit langem erkannt. Respekt vor deinem Mut, es trotzdem zu erzählen. Viel Erfolg weiterhin.

    beabeste
    Antworten 12. August 2015

    Lieben Dank für diese schöne Rückmeldung! Dir auch alles, alles Liebe!

Nicole
Antworten 12. August 2015

Vielen, vielen Dank für diesen Beitrag. Er ist erschreckend und berührend zugleich. Ich habe das große Glück, schon immer hier in Deutschland leben zu dürfen. Aber ich war Anfanger der 1980er Jahre im Alter von 10, 11 Jahren ein paar Mal in Rumänien (mein Onkel heiratete eine Rumänin) und habe sehr klare und nachhaltige Erinnerungen an diese Reisen. Viele (kleine) Erlebnisse haben sich mir eingeprägt - obwohl (oder vielleicht gerade weil?) ich dieses Land nur mit Kinderaugen sah. Aber ich weiß bis heute, dass ich schon damals froh war, das Glück zu haben, in Freiheit aufwachsen zu dürfen.

Vielleicht schreibe ich diese Geschichte auch mal auf.

Danke nochmals und herzliche Grüße,
Nicole

Frank Ramson
Antworten 12. August 2015

Sehr ehrlich und großartig geschrieben. Es hat mich sehr bewegt, von Deiner Geschichte zu erfahren.
Vielen Dank, liebe Bea!
Alles Liebe,
Frank

Catrin Geldmacher
Antworten 14. August 2015

Liebe Bea,
danke, dass du einen Teil deiner Lebensgeschichte für uns aufgeschrieben hast. Kennst du die "Weltreise durch Wohnzimmer"? Die gibt es seit 2011 und dabei erzählen Menschen, die nicht in Deutschland geboren sind, von sich, ihrer Familie und ihrem Geburtsland. Quasi genauso, wie du es gerade getan hast. Es geht hierbei auch darum, einander zuzuhören, zu verstehen und das Menschsein in den Mittelpunkt zu rücken. Wenn dich das interessiert, kannst du mehr unter www.weltreisedurch.de finden.
Alles Gute für dich und alle LeserInnen dieses Blogs.
Catrin

buchstaeblich
Antworten 18. August 2015

1974: Ich, 10, war ein Touri-Kind in Rumänien.
Ceaucescu stand kaum drei Meter von mir entfernt und gab dem Staatsfernsehen ein Sommer-Interview.
Ich hatte von nix eine Ahnung und verstand kein Wort, aber ich hatte Angst vor dem Kerl.
Ansonsten: Danke fürs Erzählen! Es ist wichtig, dass sich jeder die Fluchtgeschichten seines eigenen Lebens oder seiner Umgebung bewusst macht, damit wirendlich alle lernen, dass Flüchtlinge nichts sind, wovor man Angst haben muss.

    beabeste
    Antworten 18. August 2015

    Danke für diese Rückmeldung - und deine instinktive Angst war völlig richtig! Und: Ich mag deinen letzten Satz ganz besonders.

Meike Schmidtmeier
Antworten 19. August 2015

Liebe Bea, darf ich den letzten Teil deiner Geschichte zitieren? Ich finde es so toll, wie du beschreibst, das Flüchtlinge mutig sind und lernen wollen und das wir auf sie zugehen müssen. Ich bin Sozialarbeiterin und würde es nur gerne auf meiner Seite bei facebook zitieren und natürlich deinen Namen mit angeben. Liebe Grüße Meike

    beabeste
    Antworten 19. August 2015

    Natürlich darfst du gern zitieren, liebe Meike! ich freue mich, wenn du das weitergibst! Liebe Grüße, Béa

Johanna
Antworten 20. August 2015

Deine Geschichten sind sehr traurig aber dennoch sehr schön.
Ich habe sehr viel Respekt davor, dass du so stark geblieben bist und dass du darüber so offen reden kannst. Viele Menschen sollten darüber nachdenken, dass es auch noch eine andere Welt da draußen gibt.

Normalerweise bin ich kein blogleser. Dennoch bin ich zufällig auf deine Seite gestoßen und ich bin gar nicht mehr wegzubekommen.

Ich finde, du solltest ein Buch schreiben über dein Leben. Ich würde es tausendmal lesen !

Evelyn
Antworten 31. August 2015

Liebe Bea,

eine sehr bewegende Geschichte.. Mit sind die Tränen gekommen. Wenn ich an mich, an meine Pubertät und an mein Leben mit 15 denke... es ist unverstellbar, wie ein Mensch in so jungen Jahren so reif und stark sein kann und muss.

Ich danke Dir für Deinen Bericht und bin sicher, Deine Eltern wären unglaublich stolz auf Dich, auf Deinen Weg und was Du geschafft und erreicht hast.

Da Deine Geschichte, die ist, die mich bisher am Meisten berührt hat, will ich sie im Rahmen für #bloggerfuerfluchtlinge gern auf meiner Seite teilen ♥

Fühl Dich gedrückt ♥

Ganz herzliche Grüße
Evelyn

    beabeste
    Antworten 1. September 2015

    Liebe Evelyn, vielen herzlichen Dank für so eine Rückmeldung. Sie tut mir gut! Ich drücke dich zurück! Ich freue mich sehr, wenn du die Geschichte teilst - weil ich damit vor allem den Punkt mache, dass es schwer ist, Flüchtlinge einzuteilen oder zu bewerten... Liebe Grüße, Béa

Betty -embelesada-
Antworten 31. August 2015

Sehr bewegend! Solche schreckliche Dinge sollten Kindern erspart werden. Dass ein politisches System sich nach Außen hin so toll gibt und die eigene Menschen im Lande so manipulieren und quälen ist eine Unverschämtheit. Ich bin froh, dass meine Luftblase endlich geplatzt ist und ich das alles besser verstehen kann! Ich sag immer: "lieber spät als nie"! Und es ist nie zu spät um den Mund aufzumachen und sich aufzurichten... gegen die Unmenschlichkeiten dieser Welt!
Liebe Grüße,
Betty

aussteiger geno
Antworten 2. September 2015

wo aber ist europa? unser europa, vertreten durch die muppets (wie sie obama gerne nennt) ist inhuman und unsolidarisch, innen- und aussenpolitisch völlig überfordert. eine jämmerliche grossmacht, die keinen kollektiven willen zeigt, im mittleren osten politisch tätig zu werden, dort wo zentrale ursachen für die flucht liegen, in krieg und zerstörung, im terror des islamischen staates, in kollabierenden ländern wie dem irak und syrien. wir erleben dort den beginn einer völkerwanderung in einer dichte, die es vorher noch nie gegeben hat.

das flüchtlingsthema ist gift für den wahlkampf der politclowns. wohl deshalb fehlt noch immer eine flüchtlingsstrategie in deutschland. die inkompetenz der deutschen behörden wird bei der unterbringung der verzeifelten angekommenen flüchtlinge offenbar. die zustände und die betreuung z.b. in berlin sind verheerend. nur dank der unzähligen und immer mehr werdenden haupt- und ehrenamtlichen helferinnen und helfer, kollabiert das flüchtlingschaos nicht endgültig.
mehr hierzu: https://campogeno.wordpress.com/2015/09/02/europas-unpolitik-und-die-fluechtlingskatastrophe/

Sandra
Antworten 9. September 2015

Was für eine bewegende Geschichte!
Ich selbst bin in der DDR aufgewachsen und kenne natürlich auch die verschiedenen Repressalien, den Mangel an freien Gedanken. Und durch verschiedene Umwege wussten wir auch, das es in Rumänien so viel schlimmer ist.
Das eigentliche Ausmaß wurde einem aber erst nach der Wende bewusst, als in den Nachrichten über die verheerenden Zustände berichtet wurde.

Ich bewundere deinen Mut, in ein fremdes Land zu ziehen, auch mit dem Bewusstsein, die Heimat (die es ja trotz aller Umstände war) niemals mehr sehen zu können
Ich bewundere aber auch den Mut deiner Mutter, dich ziehen zu lassen, obwohl sie so krank war.

Meine Familie hatte soweit Glück, das wir nie flüchten mussten. Allerdings wurden meinen Großeltern das Haus weggenommen, da dort die Amerikaner ihre Kommandantur einrichteten (Thüringen war zunächst amerikanisch besetzt).
Mein Großvater starb im Mai 1947 an den Folgen der amerik. Gefangenschaft. Meine Mutter war ein viertel Jahr alt.

Die Familien meines Mannes waren Flüchtlinge.
Die Familie väterl. wurde etwa 1940 von Siebenbürgen nach Schlesien umgesiedelt. 1945 mussten sie von dort flüchten.

Die Familie mütterl. kam aus dem Sudetenland. Etwa eine Woche vor der Vertreibung wurden sie von tschechischen Nachbarn gewarnt. So konnte sich meine Schwiegeroma darauf vorbereiten. Sie war damals schon Witwe, hatte 3 kleine Kinder. Das jüngste starb während der Flucht.

Wir selbst versuchen unseren Kindern einen weltoffenen Umgang beizubringen. Meine Tochter hat sich mit einem syrischen Jungen und seinen Geschwistern angefreundet. Sie musste aber leider auch schon erfahren, das andere Kinder die braunen Gedanken ihrer Eltern wiedergaben. Sie war schockiert, das so was in ihrer kleinen Welt auch vorkommt. Beschwert hat sie sich darüber erst abends bei mir, sie hat ihren Freund in dieser Situation erstmal verteidigt. Finde ich sehr mutig von ihr!

Ich selbst möchte einer syrischen Familie beim Ankommen und sich Einfinden helfen. Mal sehen, ob das gelingt. Meine Familie steht hinter mir.

Ich wünsche dir alles Gute. Ich würde mich freuen, noch mehr von deiner Geschichte zu lesen.

Liebe Grüße
Sandra

Adamu
Antworten 19. Oktober 2015

Ich bin ein flüchtling
warum
ich liebe mein Leben
Gott auch ein flüchtling
aber er macht die Liebe !!!

!!!!!!
Der Tod
Mein Mutterland ist weit weg
und ich weiss nicht
wann du mich holst ,Tod
kommst du noch heute ?
ich wünsche mir
das du erst kommst
wenn in meinem land frieden herrscht
gib mir diese zeit !!

Ich bin 18 Monaten hier in Deutschland , aber immer fliege ich zu mein Mutterhaus !!!

Mein vaterland war für alle
aber es ist nur geschicht heute !!!

ich lese immer über flüchtlingsleben .

sie haben sehr gut geschrieben .

Yvonne
Antworten 28. Oktober 2015

Danke für deine Geschichte! So vieles ist anders, so vieles mir doch vertraut ... Ich bin 1968 in Rumänien geboren. Bei mir war es mein Vater, der unter größter Lebensgefahr im Winter durch die reißende Donau in die Freiheit geschwommen ist, unter dem Schießbefehl der Wachposten hindurchgetaucht, auf einer kaputten Luftmatratze, eine Tafel Schokolade und einen Flachmann an die Haut geklebt. Auch das serbische Gefängnis hat er überlebt, ist irgendwie nach Deutschland gelangt. Anderthalb Jahre voller Schikanen später - ich war gerade 14 - durften meine Mutter und ich zur Familienzusammenführung nach Deutschland nachkommen. Das Drama vor dem Abflug hätte uns das Leben kosten können. Wir wollten persönliche Papiere mitschmuggeln, flogen auf - und die Gnade einer einzelnen Grenzsoldatin ließ uns am Leben. Nur ein einziges Dokument ist mitgekommen: der Führerschein meiner Mutter. In meinem Schuh. Sie ist in Deutschland dann nie Auto gefahren ... Ja, Flüchtlinge bringen Mut und eine besondere Kraft mit sich. Ich habe beides im Leben oft gebraucht, um immer wieder von Null anzufangen, egal an welchem Ort, um mir was aufzubauen, nie zu verzweifeln, mein Kind durchzubringen ... Und um die Schönheit des Lebens wahrzunehmen, in jeder Sekunde.

Janne
Antworten 10. Dezember 2015

Ich sag nur; Gänsehaut.
Danke fürs Teilen, hat mich unglaublich berührt.

Nia Latea
Antworten 5. Mai 2016

Bewegende Zeilen! Danke für deine Worte. Mein Mann ist damals auch aus Rumänien geflohen, er war sechs Jahre alt, allerdings zusammen mit seinen Eltern. Haus, Leben, Freunde und Familie mussten sie zurücklassen. Was er und seine Eltern erlebt haben treibt mir immer wieder einen Schauer über den Rücken. Auch ich stamme aus einer griechischen Flüchtlingsfamilie ab, meine Großeltern sind geflohen, um ihren Kindern und Enkelkindern ein Leben ohne Angst und mit Rechte zu ermöglichen. Ich bin so unglaublich stolz auf sie!

    beabeste
    Antworten 6. Mai 2016

    Das kannst du sein, liebe Nia! Und vielleicht können wir alle umso mehr schätzen, was wir haben, dürfen, sind... Danke für dein Kommentar!

beabeste
Antworten 9. August 2015

Danke euch, dass ihr das weitergebt!

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